Hochspannungsleitung

  • Hallo,


    mir ist ein recht schöner Stellplatz angeboten worden. Allerdings geht eine Überlandhochspannungsleitung direkt drüber hinweg. Hat jemand Erfahrung, ob solche Leitungen Einfluß auf die Bienen haben?

  • Hallo freibad,


    wenn du Pech hast können die Bienen auf Dauer aggressiv werden, ich würde da keine Bienen hin stellen, auch wegen dem Elektrosmok.

  • Moin freibad,


    ja, ganz definitiv werden Bienen unter einer Überlandleitung unkoordiniert und aggressiver. Wie bei böigem Wind. Und das hat nun nichts mit Erdstrahlen zu tun, sondern mit direktem Einfluß der Felder auf die Rezeptoren der Bienen. Der Wabenbau wird unkoordiniert und der Honigeintrag sinkt rapide, weil der Verflug stark zunimmt.


    Konkrete Storry: Muß etwa 85ig gewesen sein, Wanderung in den Raps nach SA damals Bez. Halle. Mitten im Rapsfeld nur ein Standplatz eingetragen am Rand mehrere. Alle anreisenden Imker streiten sich im Speisesaal als sie nur die Karte sehen, wer in die Mitte darf. Sie ziehen Hölzer. Als man anwandert verzichtet ein alter Hase auf den Zentralstandplatz der auf der Insel eines Hochspannungsmastes liegt zugunsten eines Hallensers. Der beklagt sich anschließend bei allen andern Imkern über hyperaggressive Bienen und geringen Honigeintrag und Rückgang der Brut, was bei Rapstracht ja nun nie vorkommt. Und die alten Hasen lächeln ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, Henry,


    da muß ich aufs Äußerste widersprechen!!!!!
    Ich wohne direkt neben einem nicht kleinen Umspannwerk und über mein Grundstück geht eine 100kV, eine 50kV und eine 30kV Freilandleitung.
    Die Bienen stehen direkt darunter bis 20 m daneben.
    Die Topographie des Geländes ließ hier nichts anderes zu, sonst hätte ich erst heftigst baggern lassen müssen.


    Zitat

    ja, ganz definitiv werden Bienen unter einer Überlandleitung unkoordiniert und aggressiver. Wie bei böigem Wind. Und das hat nun nichts mit Erdstrahlen zu tun, sondern mit direktem Einfluß der Felder auf die Rezeptoren der Bienen. Der Wabenbau wird unkoordiniert und der Honigeintrag sinkt rapide, weil der Verflug stark zunimmt.


    Meine Bienen sind weder unkoordiniert noch aggressiv.
    Noch lieber können sie kaum sein.
    Unkoordinierten Wabenbau konnte ich auch noch nicht feststellen und von sinkendem Ho nigertrag kann auch keine Rede sein.
    Da verfliegt sich nix! Man kommt wie gewohnt auf der Bienenautobahn angedüst, bremst ab und schwenkt zielsicher ab in Richtung Zuhause.
    Da alle entweder von links oder rechts kommen, und die Beuten annähernd im Halbkreis stehen, kann man sehr gut sehen, wer wohin abschwenkt...und wo landet.


    Ich war ja auch erst skeptisch, aber nichts meiner Befürchtungen hat sich bewahrheitet.


    Und, ja, auf den Leitungen IST Strom :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Imkers,


    dann vermute ich mal sowas wie Gewöhnung. Es ist vielleicht wie mit den Bienen an den Bahngleisen, die irgendwann gegen Vibrationen abgehärtet sind und nicht mal mehr brausen, wenn man an die Beuten klopft. Sowas ist auch kein Imkerlatein sondern schon von den alten Bahnwärtern dokumentiert.


    Es ist aber wirklich kein Schmarr'n. Bienen (oder jetzt nach den Statements oben) Bienen die plötzlich el. / magn. Feldern ausgesetzt werden, haben damit Probleme. Es gibt auch Versuche dazu. Wahrscheinlich sogar im Internet zu finden. Man hat herausbekommen wollen woran sich Bienen orientieren und dazu das Erdmagnetfeld beinflußt.


    sabi(e)ne : Vielleicht würden Deine Bienen sogar Honig fertig in Gläsern abgepackt liefern, nur wegen der Hochspannungsleitung sind sie etwas unkoordieniert. :lol: Wander mal weg und prüfe mal, ob die dann anfangen Dich zu streicheln, zu kraulen, zu putzen, zu wärmen und zu füttern. Dann wäre das der Beweis, dann sind sie eben doch unter Hochspannung viel aggressiver. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • hallo, Henry,


    meine Bienen scheinen es ja gut zu vertragen, aber wie vertragen es die Varroen?


    Hat da schon mal jemand ausprobiert, wie die auf el./mag. Felder reagieren?


    Von Bau-Verwirrung konnte ich aber auch nix merken; die KS von Heike haben letzten August die kleinen Zellen wunderbarst ausgebaut..... :wink: und da waren sie noch nicht an 100kV gewöhnt....


    Vielleicht werden Plätze unter Freilandleitungen ja noch sehr begehrt..*ggg

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Imker,
    ich selber habe keine eigenen Erfahrungen mit Bienenvölkern unter Freileitungen. Ich habe jedoch schon negatives darüber gehört. Erst vor kurzem berichtete mir ein Imker, dass er keinen Begattungserfolg in der Nähe eines Umspannwerks hat, was er auf die Desorientierung der Königinnen zurückgeführt hat. Auch über erhöhte Aggressivität unter Freileitungen wurde mir berichtet.
    Hier noch ein Link, in dem Henrys Aussagen bestätigt werden:
    @ Sabi(e)ne: Du musst wirklich robuste Bienen haben. Oder heben sich die Elektromagnetfischenfelder der 3 Leitungen gegenseitig auf?


    Gruß Andreas


    (Link wurde vom Webmaster optimiert)

  • Andreas A. schrieb:

    Hier noch ein Link, in dem Henrys Aussagen bestätigt werden:
    @ Sabi(e)ne: Du musst wirklich robuste Bienen haben. Oder heben sich die Elektromagnetfischenfelder der 3 Leitungen gegenseitig auf?
    Gruß Andreas


    Hallo Andreas,
    das ist ja ein bayerischer Link, ob der für Sabine glaubenswürdig ist, wage ich zu bezweifeln. :lol::lol::lol::lol::lol:


    Da brauche ich keine großartigen Untersuchungen um zu wissen, das ein Bienenstandplatz unter einer Hochspannungsleitung ungünstig ist. Ausserdem würde ich das den Bienen und auch mir nicht zumuten wollen.


    Wenn man schon von einer Photovotaikanlage bzw. deren Gleichrichtern einen gemäßigten Abstand vom Wohn - oder Schlafplatz fordert, wie könnte es dann unter einer Hochspannungsleitung ideal sein.


    Der nächste Schreiber wird uns dann noch erzählen wollen, dass Spritzungen in die Rapsblüte gut für die Bienen seien.

  • Hallo, Xare,


    ich hatte aber nun mal keine andere Wahl: da oder gar nicht!


    Heute durfte ich übrigens erleben, daß die im Wald erheblich galliger waren als die hier unter der Leitung.


    Neben dem Waldstand steht aber 200m entfernt ein Windpark, wie wirkt sich Infra- und Ultraschall auf Bienen aus?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hallo, Xare,
    Neben dem Waldstand steht aber 200m entfernt ein Windpark, wie wirkt sich Infra- und Ultraschall auf Bienen aus?


    Hallo Sabine,
    es gibt bestimmte Dinge, die ich instinktiv beantworten möchte. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Windparks bzw. deren Lärm und die Luftverwirbelungen gut für die Bienen sind.
    Eine Biene ist ein hochsensibles, mit modernster "Suchund Ortungsfunktion" ausgestattetes Lebewesen und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie sich am liebsten in einer Umwelt ohne moderne Technik bzw. deren Auswüchse wohlfühlt.
    Eines weiß ich sicher, in der Nähe von bäuerlichen Großmastanlagen (Pute, Hühner, Schweine) kann man Bienenhaltung vergessen.

  • Guten Tag,


    habe selber über eine längere Zeit Bienen unter einer Hochspannungsleitung stehen gehabt. Auch wenn meine Erfahrungen nicht wissenschaftlich begleitet wurden, so kann ich im wesentlichen nur davon abraten. Der erwähnte LINK gibt meiner Erfahrung im wesentlichen wieder.
    Nur am Rande: Wenn schon gesundheitsschädliche Auswirkungen ( vor allem bei Kleinkindern ) nachgewiesen wurden die ín unmittelbarer Nähe zur einer Hochspannungsleitung lebe und skandinavsche Länder die Erstellung von Wohngebäuden in der Nähe solcher Hochspannungsleitungen per Gesetz verbietet, dann erscheint mir eine negative Auswirkung auch bei Bienen nur logisch.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • ich will euch ja gern glauben, aber meine Erfahrung ist halt eine gegenteilige.


    Und, nein, die Feldstärken können sich allein aufgrund des Winkels nicht aufheben.
    (Bin gelernte Ingenieuse und kann es ausrechnen :wink: )


    xare : Lärm kann ich an diesem Windpark nicht feststellen; es ist so ruhig, daß ich sogar eine verdeckelte Umweiselungskönigin tüten hörte... :o
    Wenn ich dort stehe, höre ich nur Gesummse und Vögelchen brüllen.
    Der Platz ist für mich traumhaft schön.
    Buchenaltbestand, mit netter Krautschicht. Vor 4 Wochen blühten, soweit das Auge reichte, Anemonen...jetzt kommen grade die Himbeeren.
    Sie sind alle gut versorgt, aber trotzdem gallig und ich weiß nicht warum, deshalb die Frage nach Infra- und Ultraschall.
    Die gleiche Herkunft ist auf einem reinen Ackerbaubetrieb 5 km weiter sogar noch galliger; es wird mir nichts anderes übrigleiben, als alle umzuweiseln.
    Ich kann einfach nicht für jeden Stand eine frische Montur anziehen... :oops: .
    Die ich davon hier bei mir unter der Freilandleitung stehen habe, sind lammfromm...


    Erklär mir das mal, bitte! *ganz-lieb-guck*



    @DrHarper:
    ich krieg es nicht klein...
    Was ihr alle erzählt, paßt nicht zu dem, was ich hier habe, und ich kann es nicht logisch begründen.
    Mir selbst ist es körperlich noch nie so gut gegangen, wie seitdem ich hier wohne (ouuuh, was für ein Deutsch! :oops: ).
    Mag sein, daß es an dem Äußeren meines Hauses liegt und das als Faraday'scher Käfig fungiert...(Glas-Gewächshaus mit Stahlkonstruktion), aber das erklärt nicht, warum die Bienen hier soviel sanfter sind.....
    Es ist wirklich auffällig.


    Wer hat eine Vermutung dazu?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Dr. Harper,


    ich kenne eine amerikanische Studie, aus der hervorgeht, dass Kinder, die im Bereich von Hochspannungsleitungen aufwachsen, gesundheitlich überdurchschnittlich beeinträchtigt sind. Der Schluss, dies auf die Leitungen zurückzuführen, erschien fehlerhaft. Im Bereich der Leitungen leben in den USA insbesondere die sozial unteren Schichten der Bevölkerung. Die mangelhafte Gesundheit der Kinder wird von vielen Seiten auf das Aufwachsen in diesen sozialen Schichten zurückgeführt. Sprich: ungesunde einseitige Ernährung mit Billignahrung, schlechtere medizinische Versorgung, schlechtere hygienische Bedingungen etc..


    In Deutschland gibt es Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung. Diese sind im Bereich bis 20 m neben der Leitung üblicherweise überschritten. Was daraus insbes. nach Langzeitwirkung gesundheitlich resultiert, ist bis heute m.E. vollkommen ungeklärt.


    Ein Prüfingenieur, der im Labor EMV-Prüfungen (elektromag. Verträglichkeit) durchführt, erzählte mir, dass er an den Gehirnströmen eines Babies messen kann, ob in 300 m Entfernung ein Handy eingeschaltet ist. Ob´s gefährlich ist, wird sich aber wohl erst später zeigen.