Sklenar Peschetz Troiseck

  • Hallo Imkerinnen und Imker,


    lese öfter von den verschiedenen Linien der Carnica wie z. B. Sklenar Peschetz etc. Kann mir jemand die Unterschiede im Aussehen und Verhalten der Linien schildern.


    Bis jetzt konnte mir das niemand ausreichend erklären :cry:

  • Hallo Walter,


    da gibts nicht viel zu erklären. Die von dirm erwähnten Linien gehen auf unterschiedliche Züchter zurück, die ihre eigenen Ideale in ihren Zuchtstämmen verwirklicht sahen. Sklenar und Peschetz auf gleichnamige, Troisek auf Wrisnig. Heute sind die Unterscheide zwischen Züchtern meist größer als zwischen den Linien. Sklenar galt früher als sehr fruchtbar und im Frühjahr "explodierend". Troisek wurde wegen der "Hüngler-Neigung" im Alpengebiet bevorzugt. Peschetz liegt dazwischen. Heute gibt es noch im steirischen Ennstal eine Imkerei Peschetz und in Norddeutschland eine Peschetz-Zuchtgemeinschaft. Auch eine Sklenarzüchtergruppe gibts. Troisek wird vor allem vom Institut in Lunz (A) verbreitet. Letztendlich sind aber alle Carnicas.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Walter
    Natürlich sind die Stämme auf ihre Züchter zurückzuführen und ebenso natürlich ähneln sich die Zuchtziele. Sklenar, Troisek und Peschetz sind alles Carnica, und ihre Stämme sind aus lokalen Situationen heraus erwachsen. Finde einfach ein Zuchtgemeinschaft rund um eine Belegstelle die in einer ähnlichen Tracht imkert wie du sie hast. Ich war erst vor einigen Wochen auf der Urbelegstelle der Sklenar und konnte mich überzeugen daß die 5 Linien vom Sklenar noch immer weitergeführt werden. Auch wenn sie sich untereinander nicht mehr unterscheiden bilden sie doch zusammen einen geschlossenen Genpool. Aber mit einer Sklenar ins Hochgebirge zu wandern - da würde ich ebenso vorsichtig sein wie mit einer Gebirgstroisek ins Flachland. Wenn du mit einer gut durchgezüchteten Linie arbeitest werden die Unterschiede am Stand geringer werden, vorausgesetzt die Bearbeitung ist ebenfalls ident.
    Viele Grüße
    Heinz

  • bienenwerkstatt schrieb:

    Hallo Walter
    Natürlich sind die Stämme auf ihre Züchter zurückzuführen und ebenso natürlich ähneln sich die Zuchtziele. Sklenar, Troisek und Peschetz sind alles Carnica, und ihre Stämme sind aus lokalen Situationen heraus erwachsen. Finde einfach ein Zuchtgemeinschaft rund um eine Belegstelle die in einer ähnlichen Tracht imkert wie du sie hast. Ich war erst vor einigen Wochen auf der Urbelegstelle der Sklenar und konnte mich überzeugen daß die 5 Linien vom Sklenar noch immer weitergeführt werden. Auch wenn sie sich untereinander nicht mehr unterscheiden bilden sie doch zusammen einen geschlossenen Genpool. Aber mit einer Sklenar ins Hochgebirge zu wandern - da würde ich ebenso vorsichtig sein wie mit einer Gebirgstroisek ins Flachland. Wenn du mit einer gut durchgezüchteten Linie arbeitest werden die Unterschiede am Stand geringer werden, vorausgesetzt die Bearbeitung ist ebenfalls ident.
    Viele Grüße
    Heinz


    Das klingt ja ganz nett, aber man sollte nicht vergessen dass die Honigbiene stark zu Inzuchtdepression neigt. Und die in der Vergangenheit vorgenommene weitgehende Abgrenzung der unterschiedlichen "Stämme" hat dies zweifellos noch verstärkt.


    Früher habe ich bei benachbarten Imkern von Reinzuchtköniginnen der "Celler Linie" umgelarvt und die Königinnen dann standbegatten lassen. Mit dieser Biene war ich aber ganz und gar nicht zufrieden. Kalkbrut war nur eines der Probleme :-(


    Grüße


    Ulrich

  • Welche Belegstelle würde schon etwas derart Bekanntes übersehen können wie eine Inzuchtdepression. Dort arbeiten ja keine Anfänger. Vermehrtes auftreten von Kalkbrut würde ich auch nicht als Folgeerscheinung von Inzucht sondern von Betriebsfehlern meist im Zusammenhang mit klimatischen Gegebenheiten und eventuell eben wie ich schon im vorigen Beitrag erwähnt habe mit einer nicht standortgemäßen Linie in Zusammenhang bringen. Wäre deine Celler Linie (ich kenne sie nicht) tatsächlich Inzuchtgeschädigt würde dieser Schaden bei Standbegattung durch den Heterosis Effekt ins Gegenteil umschlagen. Versuche auf der Lunzer Schule haben das mehrfach bestätigt. Aber nochmals, ich halte es für unwahrscheinlich daß Fachleute einer Belegstelle auf etwas so simples wie Inzuchtschäden nicht achten würden.
    Grüße Heinz

  • Hallo Heinz,


    bei einer Standbegattung hat man die Dohnen ja nicht im griff und somit kann dein angesprochener Heterosisefekt zwar zum Tragen kommen, genauso aber auch das Gegenteil der Fall sein! Nehmlich daß Eigenschaften die Rezesiv sind, also beim Züchter nicht in Erscheinung treten, daß diese Rezesiven Eigenschaften je nach dem welche Drohen zum Zug kommen, dann eben z.B. Kalkbrut auslösen!


    Ich habe das bei auch schon so erlebt wie der Ulrich


    bei mir war es so, daß die gleiche Linie auf zwei verschiedenen Standorten (nicht Belegstellen) gepaart auch zweierlei Wirkungen zeigt! sprich mal Kalkbrut mal nicht!


    Generell hab ich aber bei bestimmten Züchtern den Verdacht, daß deren extreme Schwarmträgheit nichts anderes ist, als Verdeckte Kalkbrut! und diese kommt eben dann hoch, wenn "fremdes Matrial" angepaart wird!


    Insofern sollte jedem Züchter das Auftreten von Kalkbrut gemeldet werden, daß er entsprechend reagieren kann!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • bienenwerkstatt schrieb:

    Welche Belegstelle würde schon etwas derart Bekanntes übersehen können wie eine Inzuchtdepression. Dort arbeiten ja keine Anfänger. Vermehrtes auftreten von Kalkbrut würde ich auch nicht als Folgeerscheinung von Inzucht sondern von Betriebsfehlern meist im Zusammenhang mit klimatischen Gegebenheiten und eventuell eben wie ich schon im vorigen Beitrag erwähnt habe mit einer nicht standortgemäßen Linie in Zusammenhang bringen. Wäre deine Celler Linie (ich kenne sie nicht) tatsächlich Inzuchtgeschädigt würde dieser Schaden bei Standbegattung durch den Heterosis Effekt ins Gegenteil umschlagen. Versuche auf der Lunzer Schule haben das mehrfach bestätigt. Aber nochmals, ich halte es für unwahrscheinlich daß Fachleute einer Belegstelle auf etwas so simples wie Inzuchtschäden nicht achten würden.
    Grüße Heinz


    Viele Leute sehen nur das, was sie sehen wollen.


    Vor einigen Jahren berichtete mir einmal auf meine Erfahrungen mit der Celler Linie hin ein Imkerkollege von einem Besuch auf einer Carnica-Inselbelegstelle. Damals wurden auch die Vatervölker besichtigt. Der Imker: "Da sind ja Kalkbrutmumien auf dem Flugbrett". Belegstellenleiter: "Unsere Völker haben keine Kalkbrut". Imker: "Doch, schauen Sie doch hin". Belegstellenleiter: "Ich mache von meinem Hausrecht Gebrauch und verweise Sie der Belegstelle" :-(


    Grüße


    Ulrich

  • Moin,


    diese Linienbezeichnungen stehen nur noch auf Papier, in Wirklichkeit gibt es diese nicht mehr.
    Wer Königinnen oder Bienenmaterial verkauft, die diese Bezeichnung haben betreibt Deklerationschwindel. Mit jeder Generation schwindelt das Elternanteil und ist nach einigen Generationen ganz verwunden und man kann von dem Ausgangsmaterial nicht mehr davon sprechen.
    In der 10 Nachzuchtgeneration nur noch ½ 10= 1/1024 und in der 20 Nachzuchtgeneration nur noch ½ 20= 1/1.048.576 ist noch von dem Mütterlichen Erbgut vorhanden.
    Jetzt kann man sich ja ausrechen was noch übrig davon ist.
    Es ist nicht mal eine Spur von dem Ausgangsmaterial noch vorhanden.
    Ich halte von diesen Bezeichnungen rein gar nichts, entweder man züchtet Carnica oder gar nicht.
    Kalkbrut ist eine Brutkrankheit die auf Umweltfaktoren angewiesen ist.
    Bienenstände die feucht sind, begünstigen diese Krankheit, dazu Bienen die einen schlechten Putztrieb haben.
    Mit dieser Krankheit hab ich eigentlich wenige Probleme.

  • Hallo Michael,
    vielleicht reden wir nur etwas aneinander vorbei und meinen dasselbe. Wenn z.B von den Sklenar Urstammlinien die Rede ist bedeutet das ja nicht dass Diese mit den Damaligen ident wären, das gibts ja wirklich nicht. Es bedeutet einfach dass die Zuchtziele dieselben sind und das wird in der Linienbezeichnung ausgedrückt. Völlig richtig ist natürlich dass die Qualität der erreichten Ziele vom Züchter bzw. der Belegstelle abhängen. Wenn ein Belegstellenleiter Kalkbrut die vor seinen Augen liegt nicht sehen will erübrigt sich jedes Gespräch darüber. Ebenfalls stimme ich damit überein dass dies keine wirkliche Bedrohung ist. In kalten und nassen Frühjahren hatte ich das auch. Einengen der Völker, bis zur Platznot und der damit verbundene Putztzrieb - und der Spuk war schnell vorbei. Zu den Linien möchte ich noch sagen, das Identität mit den damaligen Erbgut auch nicht nötig ist. Eigentlich sollte es ja noch besser geworden sein. Denn wohin hätte man denn sonst gezüchtet? Ist doch eigentlich nur wichtig dass die Ziele gleich bleiben, eine (oder mehrere) geeignete Belegstellen zur Verfügung stehen und ein genügend großer Liebhaberkreis sich der Linie annimmt wegen der genetischen Vielfalt. Ich glaube im Grunde meinen wir ohnehin dasselbe, nur vielleicht mit etwas anderen Worten.
    Viele Grüße
    Heinz

  • Wenn es zuvor nicht da war, woher kommt es nun?


    Neukombination "ist das Zauberwort".
    Wieviele Gene hat Apis mellifica? Und wieviel Allele eines jeden Genes gibt es durchschnittlich? Und wieviel Kombinationen derselben sind theoretisch möglich? .....daher kommen die neuen Eigenschaften: Neukombinationen der Allele im Genom......
    (Mutationen spielen de facto nur eine sehr untergeordnete Rolle)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"