Honigwein/Honigmet

  • Hallo Liebe Bienenfreunde,


    Kann mir jemand ein Honigweinrezept geben ? Will das auch mal probieren Honigwein zu machen ! Habe noch nie Honigwein selber gemacht was brauch ich da alles ? Einen Gärballong haben wir 5 Liter


    Kennt jemand ein sehr gutes Honigwein Rezept ? Am besten für Herben Honigwein


    gruß Daniel

  • Hallo, Daniel,


    am besten kaufst du dir das Buch von Br. Adam "Meine Betriebsweise".
    Da stehen im Anhang seitenweise Met-Rezepte drin, wenn auch nicht grad in 5 l Mengen.


    Ich fange diesen Herbst damit an, gebrauchte Sherry-Fässer direkt aus Jerez bekomme ich nächste Woche :wink: 
    Und das wird kein "Schnell-Met" aus Honig, den man nicht mehr anders verwenden kann....
    Probieren in drei bis fünf Jahren! :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Daniel
    Das Buch, dass ich dir empfehle, ist das "Kitzinger Weinbuch" von Paul Arauner www.saarcarnica.com/Buecher/Kitzinger%20Weinbuch.htm . Da steht alles drin, von der Herstellung bis Gerätschaften und Zutaten, zugleich kann man da auch gleich alles bestellen. :wink: 
    www.arauner.com

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Bienenfreund :
    http://www.hexenkueche.de/monate03/00juli.html hat einige Rezepte, die sich gut anhören.


    Ich möchte meine erste Honigernte auch teilweise in Met umsetzen und habe noch ein paar Fragen:


    Hefe:
    Teilweise liest man, man brauche keine Hefe, da Honig genug Naturhefen enthielte. Ist das nicht riskant, weil man nicht weiß, ob genug und was drin ist? Mein Imkerpate nimmt trockene Bäckerhefe. Welche Hefen nehmt ihr?


    Vorbehandlung
    Soll man das Honig/Wasser Gemisch kurz erhitzen um Naturhefen abzutöten? Ist das schädlich für den Honig?


    Hefe-Nährsalz
    Benötigt man Nährsalz, oder enthält der Honig genug Mineralien?


    Viele Grüße
    Friedhelm
    (Habe gestern 35 kg aus zwei Honigräumen geholt. Zwei weitere sind noch in Arbeit :):D:lol::P )

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Hefe:
    Weinhefe, gibts bei http://www.bockmeyer.de/seite2.htm
    Normale Hefe taugt nicht wirklich was...


    Vorbehandlung:
    ja, auf jeden Fall pasteurisieren!
    Bei einer Fehlgärung wäre es doch echt zu schade um den kostbaren Honig!


    Nährsalze:
    hab ich noch nicht ausprobiert. Bis jetzt ging's ohne...


    Ich empfehle aber DRINGEND die Lektüre von Br Adam, weil Met durchaus kein Produkt für die Resteverwertung ist.
    Je besser der Honig, desto besser der Met.


    Ich mache im Herbst auch wieder welchen, aber der lagert dann drei Jahre ;-)
    Soll halt was ganz Besonderes werden...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Bienenfreund,


    zum Thema Honigwein/Met gibt es im Internet Rezepte, Anleitungen und Diskussionsforen zu hauf. Hier einige intessante Anregungen:


    www.langermann.net/met/


    http://www-pool.math.tu-berlin…arisches/honigwein_de.php


    www.fruchtweinkeller.de


    http://www.honigweinkeller.de/Wine/FAQ.htm


    http://www.foren.de/system/for…onigweinkafaq-212610.html


    Ich selbst stelle seit einigen Jahren Met her und immer mit guten Ergebnis. Mein Rezept ist ganz einfach: Menge Wasser zu Honig 2:1 bis 3:1, je nach dem ob das Ergebnis ein trockener oder etwas süßlich schmeckender Wein werden soll, Gärhefe aus meinen vorhergehenden Weinbereitungen und zerriebene Äpfel. Einen ganz leckeren Met kannst Du bekommen, wenn Du anstatt Wasser naturtrüben Apfelsaft verwendest. Wichtig scheint mir, das Gärgefäß mit dem Süßmost bei Zimmertemperatur (bei mir stehen 2 mal 30 Liter Behälter in der Küche) aufstellst. Das gewährleistet, dass die Gärung schnell einsetzt. Haltbar gemacht wird mein Honigwein durch den durch die Gärung entstandenden Alkohol (ca. 15 Volumen%), da ich nicht schwefeln möchte. Dazu benötigst Du aber eine Hefe, die bei höheren Alkoholgehalten nicht abstirbt z.B. Cherry- oder Portweinhefe. Was ist noch wichtig: sauber arbeiten und den Gärspund nicht vergessen, dann sollte nichts schief gehen. Gutes Gelingen wünscht Pit.

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Was ich noch vergessen habe: das Wasser oder den Apfelsaft nur bis ca. 45°C erwärmen - nicht heiß machen oder pasteurisieren - und dann den Honig einrühren. Durch die Zugabe von Reinzuchthefe und das Aufstellen in einem warmen Raum beginnt das Gemisch schnell zu gären, evtl. schädliche Hefen werden schnell verdrängt. Noch ein Tipp: 3 bis 4 Tage vor dem Gemischansatz löse ich die Hefe in einer zu 2/3 mit Apfelsaft gefüllten Flasche auf und gebe ca. 2 Eßlöffel Honig hinzu. Das Ganze wird gut durchgeschüttelt und mit einem Stopfen aus gewöhnlichem Haushaltspapier verschlossen (keinen Schraubverschluß oder Korken verwenden - gibt sonst eine prima Bombe und macht viel Sauerei). In diesem Starter vermehrt sich die Hefe sehr stark. Diesen "Federweißen" gibt man dann in das Gärgut. So wird gewährleistet, dass eine schnelle Gärung einsetzt. Ich empfehle Dir ein Vinometer zuzulegen, um gelegentlich den Alkoholgehalt zu messen. Viel Erfolg wünscht Pit.

    Imkeranfänger 1973, nach 3 Jahren wegen Schul- und Berufsausbildung Aufgabe des Hobbys, 1996 Wiedereinstieg, zwischen 15 und 25 Völker, Landrasse auf Hohenheimer Einfachbeute im Selbstbau, AS auf Schwammtuch und Tropfflasche.

  • Ich kann mich meinem Vorposter nur anschließen. Besonders auf www.fruchtweinkeller.de bekommt man sehr viele Hintergrundinformationen.


    Eine Sache: Vinometer: Wenn man damit während der Gärung den Alkoholgehalt messen möchte wird der Wert ungenau sein, falls noch Zucker im Ansatz ist (was der Fall sein wird, sofern die Gärung nicht durch Zuckermangel zum Stillstand gekommen ist). Messen kann man mit einem Vinometer nur ungefähr, oder es darf kein Zucker mehr drin sein. Als Orientierung ist ein Vinometer dennoch Gold wert.


    Zu den Hefen: Honig gärt ohne Zusatz von Schwefel so gut wie garnicht, und dass dort Naturhefen drin sind, naja. Falls der Ansatz doch anfängt zu gären spricht man von einer "Wildgärung". Kann durchaus passieren, aber das Ergebnis ist so nicht kontrollierbar. Die alten Germanen, die noch keine Reinzuchthefe besaßen, spuckten "zum guten Gelingen" einige Male in den Metansatz, und förderten damit instinktiv die Gärung. Backhefe ist meiner Ansicht nach nicht geeignet um einen guten Met herzustellen, da gibt es eben die speziellen Reinzuchthefen für. Auch der Geschmack ist von Hefesorte zu Hefesorte doch sehr unterschiedlich. Ich selbst verwende "Steinberg", aber auch "Portwein" und "Cherry" eignen sich für Met gut. Ehrlich gesagt rollen sich mir bei "Backhefe" die Zehennägel hoch, verzeiht...


    Früher hat man den Ansatz aufgekocht (daher kommt auch der Begriff "Met sieden"), unter anderem, weil der Honig früher unreif den Bienen geklaut worden ist. Das macht man heute nicht mehr, und um die Honig nicht zu schädigen sollte man den Ansatz auf nicht mehr als 40 Grad erhitzen (das kann dir wohl auch jeder Inker sagen, dass Honig bei über 40 Grad Schaden nimmt).


    Nährsalz braucht man nicht unbedingt, aber es hilft der Hefe und damit der Gärung ungemein. Wenn man kein Risiko eingehen möchte empfehle ich daher Nährsalz. Ich wüsste nicht, dass Honig die erforderlichen Mineralien enthält; und falls dann sicher nicht in den für die Gärung relevanten Mengen.


    Eine gute Reinzuchthefe und die Sauberkeit sind die wichtigsten Faktoren. Dann kann kaum was schef gehn. Den Ansatz nach dem Auflösen des Honigs vor der Zugabe unbedingt auf unter 30 Grad abkühlen lassen, sonst stirbt die Hefe sofort.


    Einen "Hefestarter", wie er beschrieben wird braucht man nicht unbedingt, aber schadet sicher auch nicht. Wenn man aber 50 Liter Met machen will und Gärhefe für bis zu 300 Liter Ansatz nimmt kann man sich den Starter sicher sparen. Ich selbst mache aber immer einen.


    Was das Schwefeln oder nicht-Schwefeln angeht: Einen Wein zu Schwefeln hat eher wenig mit Gärstopp oder Bekämpfung von Mikroorganismen zu tun. Der Schwefel macht den Wein haltbar, was Geschmack und Farbe angeht. Um einen Wein zu sterilisieren oder gar eine Gärung zu stoppen (man spricht dann von "stillschwefeln") müsste man soviel Schwefel einsetzen, dass der Wein ungenießbar werden würde. Ich empfehle jedenfalls den Wein zu schwefeln, um ihn zu stabilisieren.


    Ich selbst kenne die Rezepte von Bruder Adam nicht, und will sie hier auch nicht schlechtmachen. Generell ist es aber sicher nicht verkehrt, sich den Erkenntnissen aus der Winzerei zu bedienen (vor allem aus der Fruchtweinherstellung). Daher ist www.fruchtweinkeller.de ein guter Anlaufpunkt, finde ich.


    Huch, jetzt habe ich doch viel mehr getippt als ich wollte *g*


    Gruß
    Carsten

  • Tag tag


    Einige Anmerkungen zu diesem geposteten Arbeitsblatt von mir. Nein ich bin kein Winzer, und auch kein Met-Experte.


    Die Anleitungen selbst finde ich ich extrem knapp gehalten und teilweise auch fragwürdig (z.B. Thema Hefe). Ich rate jedem davon ab mit Bäckerhefe Met zu machen, dafür gibts Reinzuchthefe.
    Dazu kann ich dem "Honig auflösen, aufkochen und mehrmals abschäumen" ganz und garnicht zustimmen. Dann kann man auch gleich Zuckerwasser vergären, von den Inhaltsstoffen im Honig ist nicht mehr viel übrig. Warum abschäumen? Ist der Schaum schlecht? Ich verstehe es nicht...
    Dann das "in Flaschen füllen und gut verkorken". Kein Hinweis darauf dass der Honigwein leicht nachgären kann und einem die Flaschen leicht um die Ohren fliegen, was im wahrsten Sinne ins Auge gehen kann.


    Ich persönlich kann dieses Arbeitsblatt nicht empfehlen, bei bestem Willen nicht.


    Gruß aus Trier
    Carsten