Königinnenentnahme

  • Moin Imkers,


    auf meiner kleine "Privatbelegstelle" beginnt gerade die Begattungskontrolle. Ich erwarte also recht bald viele auszufangende Königinnen. Meine "Belegstelle" ist chaosorientiert und ich will die Begattungsvölker sofort nach der Weiselentnahme mit einer schlupfreifen Zelle beweiseln und wieder an der selben Stelle aufstellen. Noch sind die Schutzhäuser nicht nummeriert. Es gibt kein System. Die EWK's haben Lauf-Zettel mit Schlupfdatum und Stiftedatum. Die stiftenden Weiseln bleiben bei kleinem Flugloch immer bis Sonntagabend in den EWK's, auch wenn sie freitags oder mittwochs schon stiften. Es muß also zügig gehen mit dem Ausfangen und Zeichnen und dem Wiederbeweiseln. (Sonst drängelt mein Weibchen rum :cry: ) Ich habe ein allseits befenstertes Gerätehaus im Schatten. Noch steht nichts darin, außer die EWK's in den Transportkisten für den Kellerhaft bzw. Dunkelhafttag.


    Wie geht Ihr vor? Was könnt Ihr mir empfehlen? Wie kriegt Ihr die Königinnen aus den EWK's in das Zeichenrohr oder in die Finger? Macht Ihr das direkt am EWK oder im Gerätehaus?


    PS: Laßt Euch mit der Antwort ruhig Zeit, der Streß geht erst übermorgen los. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Servus Henry,


    grundsätzlich finde ich gerade die EWKs zum Ausfangen der Königin sehr umständlich und zeitraubend. Die Kö. kann sich hier in allerhand Winkeln, Durchgängen, Scheiben und im Futterraum hin und her bewegen. Meist muss das EWK dann komplett zerlegt werden, bis man an die Kö. ran kommt.
    Apideas finde ich besser, da die Kö. nicht in den Futterraum kann und das Begattungskästchen großräumiger und übersichtlicher ist.



    Ich gehe so vor:


    EWK aus dem Schutzhäuschen nehmen und Flugloch mit dem Finger zuhalten. Das noch geschlossene EWK nach der Kö. absuchen. Ungeöffnet ist alles noch ruhig, und die Kö. läuft meist auf einer Wabenseite rum. Wasserzerstäuber, Zeichengeräte, Kö-Käfige und alles was du sonst noch brauchst in Griffweite bereit halten.


    Wenn du die Kö. siehst, dann von Anfang an fixieren und nicht aus den Augen lassen, sonst fängt die umständliche Sucherei mit Zerlegen an! Jetzt die Scheibe aufmachen und sofort die Bienen leicht mit Wasser ansprühen, dann bleiben sie alle ruhig sitzen (ansonsten würden jetzt alle aufgeregt rumrennen).


    Dann möglichst rasch die Kö. ausfangen. Am schnellsten geht das Ausfangen mit der Hand (die Kö. zw. Daumen und Zeigefinger leicht auf die Wabe drücken und dann packen), sie kann dann gleich auch gezeichnet werden. Ansonsten mit Ausfangclip oder Lockenwickler-Schlupfkäfig abfangen und ins Zeichenrohr einlaufen lassen.


    Gerade die jungen Königinnen, die gerade erst begonnen haben zu legen, sind noch sehr flink und es kommt auch nicht selten vor, dass mal eine auffliegt. Besonders wenn das mit dem Ausfangen nicht recht klappt und zu lange dauert-dann werden die Bienen recht unruhig.


    Meiner Erfahrung nach bleibt die Kö am ehesten sitzen, solange sie Kontakt mit der Wabe hat. Sitzt sie aber z.B. auf der Scheibe oder entwischt dir z.B. aus dem Abfangclip, dann fliegt sie sehr schnell auf (und tschüss).


    Solltest du dir unsicher sein, würde ich dir empfehlen, die EWKs im Geräteschuppen zu öffnen und dort die Kö. auszufangen. Da kannst du flüchtige Kö. an der Glasscheibe abfangen.


    Viel Erfolg


    Grüße, Reinhard.

    Wanderimkerei, Nebenerwerb mit derzeit ca. 50 Wirtschaftsvölkern, mehr oder weniger Carnica-Landmädels, nur Standbegattung, Langstroth-Flachzargen in Brut- und Honigraum. imkere seit 1987.

  • Hallo Henry,


    ein EWK ist für das fangen der Königin umständlich, zum Glück habe ich nur 6 solche Dinger, habe ich noch 32 MWK aus Kunststoff.
    Am besten nimmst du paar Käschen mit ins Auto und öffnest diese dort, da kann dir keine Königin weg fliegen.
    Wenn ich Königinnen aus dem Begattungskästchen fange nehme ich meist einen Lockenwickler, wenn die Königin in Eilage ist, suche ich diese und scheide der gleich einen Teil des rechten Flügels ab, dann kann nichts mehr passieren und die Tante keine Dummheiten mehr machen, gezeichnet werden diese kurz vor dem einsetzten in die Begattungskästchen.
    Morgen werde ich 32 Begattungskästchen zur Belegstelle bringen. :D
    Die neue Serie ist schon wieder in Arbeit, von 30 gegebenen Zellen waren heute bei der Nachschau 30 Angezogen.

  • Hallo zusammen,
    sicherlich habt Ihr oben schöne Beiträge geschrieben.
    Aber Ihr wisst ja, mein "Mausarm"!
    Also Hartmut, sei mal wieder mein Nothelfer
    und "stutz" die Beiträge auf "Normal-Breit".

    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Danke Hartmut,
    so kann ich das vernünftig lesen.
    Eine Wohltat für meinen armen Arm.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Imkers,


    inzwischen bin ich mit dem Ausfangen deutlich schneller geworden. Ich nehme jetzt immer 6 EWK's mit ins Bienenhaus und wenn ich die Königin nicht sofort sehe, stelle ich das EWK erst mal wieder in die Kiste. Auf dem nächsten oder übernächsten sitzt sie dann in der Mitte und kann sofort abgefangen werden.


    Die EWK's, die übrig bleiben werden dann auf Wäbchen in Aufstieg und Futterkammer kontrolliert und wenn die Königin nicht dort ist, stecke ich einen Schaumgummipfropf in den Aufstieg. Und dann krieg ich die schon. Abhauen kann die dann ja nicht mehr. Trotzdem ist das nicht das ultimative Verfahren. Für bessere Ideeen bin ich nach wie vor dankbar.


    Begleitbienen sammle ich von der EWK-Scheibe (nicht von der Wabe) mit den Nicot Lockenwicklern und stelle mir gleich drei oder vier solche Lockenwickler mit je 2 bis 3 Bienen zurecht. Dort lasse ich dann die Königin nach dem Zeichnen reinlaufen und sie kann sich ihre Ohrmarke nicht verschuffeln, weil das in den Lockenwicklern von Nicot nicht geht. Dann ersts gebe ich weitere geparke Begleitbienen dazu. Da ist die Königin schon am unteren Ende des Lockenwicklers am Honigschlecken und die Begleitbienen knuddeln schon. Der Lockenwickler wird mit einem Napf voll Futterteig verschlossen und am Ende bekommen die mit der Kanüle paar Tropfen Wasser in den Lockenwickler.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Am EWK wird immer bemängelt das schwierige Ausfangen der Königin, weil sie sich überall verkriechen könnte.
    Einfache Lösung: Ich hab ein Absperrgitter im Aufstieg zur Futterkammer und nun kann die Königin sich weder verstecken noch oben brüten.
    Ich habe auch Apdea und auch hier gehört das Futterabteil separat abgedeckt weil mir beim öffnen schon manche Königin oben drübergelaufen ist und dann im Futterabteil eingesperrt war. Passiert nicht oft, kam aber schon vor.
    Grüße
    H.Strohmer