Preisfrage Königin

  • Moin Züchter und Vermehrer,


    ich kann, Mangels dauerhafter Erfahrung auch mit Haltbarkeiten von Gerätschaften, recht wenig über den Aufwand zur Erzeugung von Königinnen sagen und will mich deshalb im sozusagen ersten Vermehrungjahr gern an Euren Preisen bzw. Aufwänden orientieren. Ich habe derzeit zwei Pflegevölker und 26 EWK's im Einsatz. Dazu kommen nochmal mehrere Begattungsableger und Minipluse, in denen ich die Begattungvölkchen für einen frühen Start im nächsten Jahr und Reserveköniginnen überwintern will. Ich hatte dieses Jahr überproportional hohe Aufwändungen, weil ich meine "Belegstelle" aufbauen und herrichten mußte. Auch mußte ich viele Geräte oder Hilfsmittel bauen, wie Träger für Weiselzellen mit Nicot-Sockel für EWK's und Nicot-Leisten für die MiniPluse. Auch hab ich ohne Ende Rähmchen gebaut, gebohrt und gedrahtet, Schutzhäuser repariert usw. Alles aber Dinge, die in den nächsten Jahren dann nicht gleich nochmal auf mich zukommen. Weil ich aber nicht sagen kann, wie lange denn nun so eine MiniPlus hält was sie verspricht und wie oft man darin das Wabenwerk wechseln muß ect. bitte ich um Eure geschätzten Erfahrungen.


    Ich erzeuge nur standbegattete Nachkommen der günen 25 von Michael Plein und es fliegen hier fast nur ihre Drohnen und die ihrer Schwestern. Über die Imkerliche Nachbarschaft bzw. deren Drohnen kann ich in Kombination mit Töchtern der 25 natürlich noch nicht sehr viel sagen. Schwarmsucht liegt hier aber wohl eher an der Pollenüberversorgung im Frühjahr als an den Herkünften. Ich werde wohl auch in Zukunft regelmäßig immer eine Gruppe von gekauften begatteten Königinnen gegeneinander antreten lassen und dann auch wieder von der besten vermehren. In der Kostenrechnung bedeutet das alle 2 Jahre den Kauf von 5 solchen Königinnen. (Über kurz oder lang fliegen dann nur noch Drohnen der Pleinschen Mütter hier :wink: )


    Was, meint Ihr, ist unter diesen Umständen (und warum) ein gerechtfertigter Preis für eine hier begattete Königin gezeichnet (und 5 Begleitbienen :wink: ) und für unbegattete ungezeichnete Königinnen (ebenfalls mit Bienenzugabe :wink: )?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi Henry,


    prüfst du die Königinnen nochmal in Ablegern auf Brutnest, Sanftmut, Wabenfestigkeit etc. oder würdest du die dann direkt aus dem EWK verkaufen wollen. Für geprüfte wäre ein Preis von 25-30 Euro sicher angebracht, für ungeprüfte vielleicht 15 Euro. Unbegattete liegen in etwa bei 3-5 Euro ...


    Ciao

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Einen wundeschönen guten Nachmittag an diesem wunderschönen guten Nachmittag.
    HeyMarcoNrw,
    ich lade dich zu mir ein und laß dich bei mir mal mit arbeiten für eine Saison (vieleicht bist du besser wie mein Pole :D ).
    Dann überlegst du mal den Preis den du für deine Unbegatteten u. vorgep.
    Königinen verschlägst.
    Zucht ist Arbeit und kein Vergnügen.


    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hi Heike,


    ist mir schon klar, dass du mehr verlangst - da dein Material wahrscheinlich viel besser ist, als die Vermehrung aus einer standortangepassten F1,F2 ...


    Aber wie Henry geschrieben hat will er ja garnicht der großartige Züchter sein, sondern das Material das er von Michael bekommt vermehren um dann damit die Kosten dafür zu decken? :roll:


    Na klar kannst mich einladen und ich würde sogar vorbeikommen, wenn uns nicht geschätzte 400 km trennen würden :P


    Ciao

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Moin Mädels und Dschungs,


    nu streitet ma nicht ehe es hier richtig los geht. Bitte! Sonst kommen wir wieder vom 100sten ins 1000ste und ich nicht zu meinem sinnvollen Preis.


    Die Königinnen kommen direkt aus dem EWK zum Empfänger. Gedeckelte Brut will ich nicht unbedingt abwarten, weil ich die Königin nicht so lange in den EWK's halten will. Das wäre Quälerei und erhöht ganz sinnlos die Chance sie doch noch einzubüßen. Außerdem soll das EWK ja gleich wieder 'ne Zelle kriegen.


    Den Zuchtaufwand mit Auslese über viele Schwestervölker mache ich mir noch nicht bzw. nur teilweise, dafür habe ich die Gegend noch nicht mit genügend Drohnen verseucht. Die Auswahl aus Schwestern reicht mir im Moment. Erst muß mal der Rest der Zucht- bzw. Vermehrungslogistik stimmen. Das ist das Ziel für dieses Jahr. Und das ist keine kleine Aufgabe.


    Marco : Warum sollte Heikes Material besser sein? Und vor allem was ist eigentlich "besser"? Jeder, auch der großartigste Züchter, mußte irgendwann mal anfangen und warum soll ich mit Bienen anfangen, an denen ich einiges wegselektieren müßte, was Michaels Bienen schon nicht mehr machen. Stechen zum Beispiel oder zu Klumpen rennen. Deshalb werde ich andere an meiner in den folgenden Jahren sicher zu verändernden Strategie drohnenmäßig teilhaben lassen. Und Drohnen von F1 sind immer reinerbig. Natürlich auch bei Standbegattung. Das geht nun mal nicht anders. Und am Ende der Zucht steht, wenn man's denn zu Geld machen will irgendwie ja immer die Vermehrung. Das Ausgangsmaterial ist das eine, der Vermehrungsaufwand ist der selbe, ob ich nun von meinem Brachialstecher 40 superschöne Königinnen erzeuge oder von Michaels Nr. 25.


    Heike : Wie liegen denn bei Dir die Preise? (Daß ordentlich Arbeit dahinter steckt, hab' ich wohl gemerkt und daß nicht alles so klappt wie's soll und in Büchern steht auch. :cry: Und daß deshalb manchmal Arbeit, Arbeit nach sich zieht und manches doppelt gemacht werden muß.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hey Henry,


    das hat doch garnichts mit Streit zu tun :D. Ich bin genauso der Meinung, dass standbegattete Könginnen für Wirtschaftsvölker vollkommen ausreichen unter der Voraussetzung, der Zuchtstoff ist ok.


    Was du meiner Meinung nach etwas vernachlässigst ist die Flugbereitschaft von Drohnen die bis zu 20km und mehr fliegen - daher mein Einwand und so spaltet sich dann deine Zuchtserie in 1/3 schlechte bis mässige, 1/3 durchschnittliche und 1/3 gut bis sehr gute Königinnen.


    Ciao,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Moin Marco,


    MarcoNrw schrieb:

    Was du meiner Meinung nach etwas vernachlässigst ist die Flugbereitschaft von Drohnen die bis zu 20km und mehr fliegen - daher mein Einwand und so spaltet sich dann deine Zuchtserie in 1/3 schlechte bis mässige, 1/3 durchschnittliche und 1/3 gut bis sehr gute Königinnen.


    Aber wo liegt dann der Unterschied zu einer standbegatten Königin eines anerkannten Reinzüchters? Ich treibe ja sogar Auslese, wenn auch keine sehr breite, weil ich ja nur von der besten Schwester nachziehe. Und die Leistung meiner Königin kann gewöhnlich der Züchter ja auch nicht in seine Pläne integrieren. Er kennt sie ja gewöhnlich nicht, denn sie legt ja erst bei mir ein ordentliches Volk an. Wenn also ein Reinzüchter jährlich 250 standbegattete Königinnen erzeugt, sprich vermehrt, dann ist das nicht der Pool aus dem er seine Zucht schöpft, sondern dann ist das der Pool mit dem er den Ertrag seiner Arbeit abschöpft.


    Vielleicht sollte ich tatsächlich mit einer besamten oder wenigstens sicher beinselten Königin beginnen, nur glaube ich nicht, daß ich mir derer 5 leisten will, wenn ich doch nur von einer nachziehe und die Logistik noch nicht stimmt. Ich bin ja eben kein Züchter, der nun mehrere getrennte Serien zieht und sie gegeneinander vergleicht. Ich vermehre mein Lieblingsvolk. Das reicht mir. Der Rest ist Zufall und liegt in Gottes Hand.


    Nächstes Jahr wird vielleicht ein von irgendeinem hier ansässigen Drohn begattest Mädel noch etwas besser als seine Mutti sein. Das werd' ich abwarten und erleben, denn alle Jungvölker haben Mütter, die Töchter der NR. 25 sind. Schon, weil ich auch Honig ernten will, werd' ich immer wieder selbst vergleichen. Auf's Hören-sagen verlaß' ich mich jedenfalls nicht mehr. Das waren bislang immer Reinfälle.


    Dieses Jahr stammt auch der Zuchtstoff noch aus einem Witschaftsvolk. Nächstes Jahr wird es ein Ableger sein. Sehr wahrscheinlich werde ich dann einfach der Lieblingskönigin ein längeres Leben gönnen und wie BA verfahren.


    Mehr Zucht muß nicht sein. Da hab' ich auch noch zu wenig "guten Ruf". Aber das wird schon noch werden. :wink: Wenn ich ein Ausleseziel formulieren müßte, dann würde ich mich dem Liebig anschließen (der es inzwischen ganz genauso macht und seine Standbegattungen gegen Reinzuchten und besamte Testet) Sanftmut vor allem andern und dann Schwarmträgheit und Gesundheit. Doch soweit ist es noch nicht. Leicht zu bearbeitende Bienen optimal zu vermehren ist meiner Meinung nach die Voraussetzung um sie anschließend irgendwie vergleichen zu können. Da will ich erstmal hin. Das ist mir Ziel genug.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    rechne doch einfach Deine Aufwändungen in Gläser Honig um und teil das durch die Anzahl Königinnen, dann hast Du einen reellen Preis.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zeitaufwand und Materialaufwand geteilt durch (Abschreibung auf ) 5 Jahre plus angestrebter Gewinn= Preis für Königin.


    Wo ist das Problem? :wink:


    ( Ich hab beim Beutenbauen, Völker nachguggsen, etc ne Stoppuhr in der Tasche und kenne meinen Aufwand....)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :D 
    Morgen Henry und natürlich alle anderen :wink: 
    Lieblingskönigin hin oder her, eine Königin wurde in Ihrem Jungfrauenleben, wenn es auch nur sehr kurz, wird von bis zu 35-40 Drohnen begattet, ist ja bekannt.
    Jeder Drohne hat anderes Erbgut, das eine Mal hast du Superköniginen, das nachste mal Schrott, ich glaube nicht das das zu einem guten Ruf aufbauen hilft.
    Überlege Dir sehr gut Henry,ob du Dir die Zucht antun willst.
    50-60 Königinnen nebenher zu ziehen, vieleicht auch 100, ist kein Problem.
    Aber wenn du wie beschrieben 250 Kö. ziehen willst, wirst du aus den Wolken fallen.
    Da kommen ganz liebe "Anrufe", deine Familie wird von ungeduldigen Anrufen (am Tag bis zu 15 mal immer der Gleiche) schickaniert u.s.w.
    Ich habe auch nicht gewust auf was ich mich da einlasse, Honigerzeugung ist ein Kinderspiel im gegensatz zu Zucht (Vermehrung).
    Könnt Ihr mir glauben oder nicht.
    Der Preis für eine Unbegattete ist : 10.00 € ab 10 Stück 9.00€
    für eine Wirtschaftskönigin : 23.00 € " " 21.00 €
    Nur um deine Frage zu beantworten.
    Gruß
    Heike

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Zitat

    Vielleicht sollte ich tatsächlich mit einer besamten oder wenigstens sicher beinselten Königin beginnen, nur glaube ich nicht, daß ich mir derer 5 leisten will,



    ...ob es eine besamte oder eine Inselkönigin oder eine "Waldundwiese" ist, ist doch völlig egal. Entscheidend sind die Eigenschaften des Volkes! hat es alle die Eigenschaften, die ich selbst definiere? (bei mir sind das: Honigleistung, Schwarmtrieb, Wabenstetheit, Putztrieb und Sanftmut). Wenn man so eine Königin besitzt kann man von ihr ruhigen Gewissens nachziehen (klar: besser wäre es, eine Geschwistergruppe zu haben, um zu sehen, wie die Eigenschaften in dieser Gruppe variieren. Je weniger, desto besser, weil es etwas über die "Erbfestheit" - ein schreckliches Wort - Homocygotiegrad wäre besser) des Ausgangsmaterils aussagt.
    Und eine andere sehr wichtige Vorraussetzung: die Drohnen der Umgebung!! passen sie oder nicht! Ich habe z.B .einen Stand ,da ist es mir nicht möglich Königinnen standzubegatten, weil fast nur Stecher entstehen. Da muß jemand eine schlimme Biene in der Umgebung halten. Das Begattungsergebnis auf einem anderen Stand sieht wiederum völlig anders aus.
    Bevor man im großen stil standbegattete Königinnen ziehen will, sollte man wissen, wie in etwa das Ergebnis aussehen wird.
    Auch wenn Belegstellen keinen guten Ruf besitzen: sie wären eine Alternative zur Begattung von Wirtschaftsköniginnen, weil bei ihnen eine größere Sicherheit bezüglich Eigenschaften der Nachkommen gewährleistet ist.


    Die Preise, wie sie Heike hier vorschlägt sind völlig o.k. und entsprechen in etwa dem Aufwand!


    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Heike


    Heike Aumeier schrieb:

    ...
    Aber wenn du wie beschrieben 250 Kö. ziehen willst, wirst du aus den Wolken fallen.


    nein Heike, will ich nicht. Ich verweise nur darauf, daß auch ein Züchter sein Material in genau dem selben Prozeß oder Zyklus vermehren muß wie einer, der parktisch nur vermehrt, aber keinen züchterischen Ansatz ausprägt. Ich merke schon (und mein Weibchen sagt es mir :cry: ), daß es durchaus Zeit und körperliche Leistungskraft in Anspruch nimmt 40 EWK's zu befüllen und zu beweiseln, zu kontrollieren, auszufangen, zu zeichnen, wieder zu beweiseln usw. Die Arbeit wird nach hinten hin immer anstrengender. Zwanzig, dreißig Näpfchen in Pflege zu geben und gepflegt zu sehen ist gegen die Arbeit die nachkommt echt Spielerei. Es ist also durchaus gut, deutlich kleinere Serien zu fahren und auch mal eine auszusetzen. Mir ist inszwischen jedenfalls schleierhaft, wie manch Züchter mit Brutschrank und Serien von 50 und mehr Königinnen und der nächsten schon in Pflege überhaupt rund kommt ... 10-20 Königinnen im Wochenrythmus auf 40 EWK's sind schon zuviel und alles was besser lief als geplant ist übrig. :cry: Was mach ich bloß wenn, wegen Regenwetter die Begattung länger braucht und die EWK's nicht frei werden?


    Genau die Erfahrungen wollte ich sammeln und erst im nächsten Jahr oder den nächsten Jahren, wenn ich sie auch sicher verkaufen kann, größere Stückzahlen durchziehen. Wahrscheinlich werde ich aber ganz von den EWK's weg gehen und Ganzwaben-Begattungs-Ableger zu vieren in Zargen nehmen. Die Bienenquetscherei beim EWK-Befüllen (ohne CO2) ist einfach zu hart für mein Seelchen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder