Folie oder nicht Folie?

  • Benutzt ihr eine Folie zur Abdeckung unter dem Holzdeckel ? 3

    1. ja (2) 67%
    2. nein (1) 33%

    Hallo Forum,


    ich lese immer wieder Postings der Art: "Und wenn ich dann vorsichtig die Folie ein Stück zur Seite..." oder "Unter der Folie sammelt sich Kondenswasser..."
    Mich würde tatsächlich mal interessieren, wie viele von euch mit Folie arbeiten, und evtl. auch warum sie das tun.
    Die ohne Folie natürlich auch, vielleicht auch mit Begründung.
    Ich persönlich verzichte darauf seit einigen Jahren. weil ich 1. keinen vernünftigen Grund gesehen habe, und 2.keinen Bock mehr hatte, bei Wind mit den fortgewehten Folien "Hasch mich" in meiner Wiese zu spielen. :wink: 
    Ich weiß, nicht ganz neu das Thema, aber ich bin mal gespannt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Noch ein kleiner Zusatz:


    Bei meinen Segebergern mit der Deckelaussparung war natürlich der Wildbau im Deckel vorprogrammiert.
    Allerdings war er für mich ein gutes Barometer zur Erkennung der Volksstimmung.
    Wenn ich da oben Weiselnäpfe fand, konnte ich sicher sein, Schwarmstimmung vorzufinden.
    Bei den Segebergern ohne Loch und erst recht bei den Dadantbeuten stimmt der "Bee-Space", so dass ein Verbauen nicht erfolgt.
    Daher ohne Folie.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ich arbeite nur noch mit Folie, weil ich bei meinem ersten Volk keine hatte. Die haben dann innerhalb von zwei Tagen den Deckel jeweils so fest gekittet, dass man ihn quasie nur noch abreißen konnte. Das Ergebnis war dann immer ein gründlich geweckte Volk mit vielen sofort auffliegenden Bienen.


    Mit Folie kann ich den Deckel abnehemen und dann die Folie vorsichtig ablösen. Dadurch fliegt fast keine Biene auf. Außerdem kann man ängstlichen Besuchern auf den Stand mal schnell zeigen das da wirklich viele Bienen drin sind.


    Mittlerweile habe ich auch ein Buckfast Volk das fast gar nicht kittet. Hier zählt das erste Argument wahrscheinlich nicht mehr so.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Namensvetter,


    Michael schieb es schon: der Bienenabstand muß auch beim Deckel stimmen, dann wird er nicht/nur minimal verbaut.
    Gegen die Folie spricht: sie ist immer ganzflächig verkittet, ein ordentlicher Deckel nur am Rand wie eine Zarge.


    Grüße, Thomas

  • Hallo, Michael,


    ich kenne ja nur die Dadantbeuten mit dem Beespace unter dem Deckel. Da habe ich die Folien schon nach den ersten 3 Wochen weggelassen. Seitdem arbeitet es sich viel einfacher. Verbaut wird nix, gekittet wird ein bißchen wie zwischen Zargen. Geht aber mit ein bißchen Gefühl und Stockmeißel problemlos auf.


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo!


    Ich habe ganzjährig die Futterzarge aufgesetzt. Da wird nichts verbaut, nur am Rand angekittet. Zur Zeit habe ich aber eine Beute noch ohne Futterzarge. HIer habe ich eine Folie eingelegt, denn im Deckel sind ca. 5 cm Freiraum. Ich verwende normalerweise keine Folie und weiß auch nicht was sie bringen sollte, außer in diesem "Notall", wenn ich aber eine Futterzarge habe kommt diese auf den Honigraum und die Folie weg.
    lg
    Andreas

  • Moin Michael,


    ich verwende eine Acrylplatte, weil ich sehen will, was die so machen ohne daß die sehen, daß ich die sehe ...


    Außerdem bleibt die Platte beim Abnehmen der Zarge gleich drauf und die Bienen bleiben drin.


    Ich will keine Folien mehr auch keine dicken, wegen der Wegfliegerei. Gazegitter als Abdeckung ist gut wegen der Reinraucherei. Aber wer will schon seine HR bequalmen. Außerdem werden die total verbaut und propolisiert.


    Ich hab viel ausprobiert, ich bleibe bei der Platte, und die ist auch gleich ein Zwischenboden bei Deckelflugloch und ein Einlaufbrett mit Duft beim Wabenkehren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Kollegen,


    möchte auch die Folie weglassen. Nach dem Motto: So einfach wie möglich. Habe aber die Hälfte von euren Tipps nicht kapiert.


    Also wie war das genau? Welcher Abstand muss der Deckel innen von der Rähmchenoberseite haben?


    Geht das auch bei stark kittenden Bienen?


    Kann ich die Folie auch weglassen wenn ich mit einem Innendeckel arbeite der ja normalerweise direkt auf der Folie bzw. dann auf den Rähmchen liegt. Der Innendeckel ist aus einer Faserplatte. Die ist braun und man kann sie durchbrechen (Ich glaube die nennt man Mineralfaserplatte). Auch Wagner verwendet dieses Material bei seinen Dadantbeuten.


    Frage an Henry: Was ist das für eine Platte. Wohl durchsichtig, aber wie stark? Und warum wird diese nicht angekittet?


    Bitte um eure Antworten.


    Vorab Danke

  • Hallo, Walter,


    Der Deckel, den ich verwende (Dadant von Wagner oder Weber bleibt sich da gleich) ist wie ein Trog aufgebaut, der mit der Vertiefung nach oben auf die Zargen aufgesetzt wird. Diese "Wanne" ist ca. 5 cm hoch, in sie kann man eine Weichfaserplatte als Dämmung einlegen, die keinen Bienenkontakt hat. Die Seitenwände des Troges haben die gleiche Dicke wie die Seitenwände der Zargen. Der Boden des "Troges" besteht aus einer Sperrholzplatte. Unten stehen die Seitenwände des Troges ca. 8 mm nach unten über die Sperrholzplatte über, so daß der Boden des Deckels zu den Rähmchenoberträgern den Bienenabstand einhält. Darum wird dort nicht verbaut, es sei denn, die Rähmchenoberträger sind nach unten verzogen und dadurch zu weit vom Deckel entfernt.


    Ich hoffe, das ist verständlich...


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin kamuf,


    Walter Kamuf schrieb:

    Frage an Henry: Was ist das für eine Platte.

    Acrylglas ausm Baumarkt

    Zitat

    Wohl durchsichtig, aber wie stark?

    2mm

    Zitat

    Und warum wird diese nicht angekittet?

    Doch wird sie. Und ich hab nüschd dagegen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Johannes Haller schrieb:

    Unten stehen die Seitenwände des Troges ca. 8 mm nach unten über die Sperrholzplatte über, so daß der Boden des Deckels zu den Rähmchenoberträgern den Bienenabstand einhält.


    Hallo Johannes,


    ich glaube, das stimmt so nicht. Der Bienenabstand von 8mm wird aufgeteilt in einen oberen und eine unteren Abstand. Oberhalb der Rähmchen beträgt er 6mm (Rähmchenoberkante - Zargenoberkante), da sich oben die Bienen sammeln. Unten beträgt er 2mm, einfach um bei den vorhandenen Toleranzen kein Rähmchen unter der Zarge durchhängen zu haben.


    Grüße, Thomas

  • Mit 2 Völkern fing ich ano dazumal an und mein Imkervater benützte Folien. Also ich auch. Später ließ ich sie weg. Irgendwie waren sie lästig. Jetzt, nach über 20 Jahern benütze ich wieder welche. Ich imkere mit EMB. Die Folie wird schwächer verbaut als der Deckel aber es ist angenehm da beim öffnen keine Unruhe entsteht.
    Gruß, Hermann.

    Hermann Eiglmaier
    Veilchenweg 18
    85591 Vaterstetten

  • Hallo Imkerkollegen,


    ich verwende Grundsätzlich ab Herbst eine Folie. Nur so kann ich (Magazinimker) auch im Winter bzw. Frühjahr leicht feststellen, ob sich ein Volk noch oder schon in Brut befindet, ohne einen Eingriff vornehmen zu müssen, weil sich dann das Kondeswasser, welches bei der Brutpflege entsteht als Wassertropfen an der Folie niederschlägt.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Moin Dieter Luft,


    drohne2000 schrieb:

    ... Nur so kann ich (Magazinimker) auch im Winter bzw. Frühjahr leicht feststellen, ob sich ein Volk noch oder schon in Brut befindet ...


    Nö, das geht auch mit einer Acrylplatte sehr sehr gut. Und die fliegt nicht weg, wenn Bißl Wind kommt und man kann sie mit Volksgeruch und mit einer Ecke in den Flugschlitz gesteckt oder auf das Flugbrett gelegt klasse als Einlaufbrett benutzen und muß sie daher nichtmal abstoßen. Sie liegt auch auf einer Futterzarge und muß dann nicht weggeräumt werden und auch dann nicht, wenn darüber noch Waben gelagert werden, an die die Bienen nicht kommen sollen.


    (Räuchern, Deckel weg und als Untersatz irgendw hingelegt, Acrylplatte an einer Ecke angehoben und geräuchert, Platte ringsum mit Stockmeisel umfahren, Platte abheben und Innenseite nach oben vor's Flugloch ...)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder