Jenter und Nicot System?

  • Das erste Problem ist: die Königin legt sehr schlecht Eier in die Näpfchen,
    wenn sie eingesperrt ist.
    Zum Teil werden beim Nicot System die Eier oder Jungmaden ausgetragen.
    Wie macht man es richtig, dass die Königin nach kurzer Zeit auch die
    Näpfchen bestiftet?
    Von beiden Systemen kommen die einen Tag alten Maden in den Starter.
    Wie macht man einen Starter, dass ein Großteil der umgesteckten Näpfchen
    auch angenommen werden?
    Nach 2 Tagen werden die angeblasenen Näpfchen zur Endpflege in den
    Honigraum eines Pflegevolks gehängt.
    Pflegevolk: Wie macht man es richtig, dass das Pflegevolk die Maden
    zu Ende pflegt?
    Wir bitten um eine Beschreibung oder Tipps zum besseren Erfolg.

  • Moin Barbara,


    Barbara schrieb:

    Das erste Problem ist: die Königin legt sehr schlecht Eier in die Näpfchen, wenn sie eingesperrt ist.

    Ich kann nur das Gegenteil bestätigen. Wenn Cupularve lange Zeit im Volk verbleibt (mit Näpfchen!) werden die Näpfe von den Bienen vorbereitet, also perfekt gereinigt und von der Königin innerhalb kurzer Zeit bestiftet

    Zitat


    Zum Teil werden beim Nicot System die Eier oder Jungmaden ausgetragen.

    Auch das kann ich nicht bestätigen. Beim Umlarven gibt es mehr Verlust.

    Zitat


    Wie macht man es richtig, dass die Königin nach kurzer Zeit auch die
    Näpfchen bestiftet?

    Lange die Cupularve in einem Volke belassen, den Rest der Wabe bebrüten lassen und voll integrieren, 48 Stunden (oder eher) vorm Einsperren die Wabe in die Mitte des Brutnestes geben, am besten zwischen Zellen schlüpfender Bienen oder zwischen bereits geputze Zellen.

    Zitat


    Von beiden Systemen kommen die einen Tag alten Maden in den Starter.
    Wie macht man einen Starter, dass ein Großteil der umgesteckten Näpfchen auch angenommen werden?

    Entweder Klassisch als Anbrüter aus vielen abgekehrten Bienen von offener Brut in einen Anbrütekasten oder moderner durch Wegnahme von 2/3 des Raumes, aller(!) offener Brut und der Königin. Dazu kann man diese 9 Tage vorher absperren. Sperrt man sie oben ab, entnimmt man sehr viel Verdeckelte Brut, die schon wieder teilweise bestiftet sein könnte, wenn man die obere Zarge insgesamt entfernt. Sperrt man sie dagegen unten ab, entnimmt man viel Pollen. Besser ist's, man sperrt sie auf wenige Waben ab. Hier sind Trogbeutler im Vorteil :wink:

    Zitat


    Nach 2 Tagen werden die angeblasenen Näpfchen zur Endpflege in den
    Honigraum eines Pflegevolks gehängt. Pflegevolk: Wie macht man es richtig, dass das Pflegevolk die Maden zu Ende pflegt?.

    Jedes starke Volk pflegt fernab (s)einer Königin angepflegte Zellen weiter. Wenn es viele Jungbienen hat oder gar ohnehin Schwarmtriebig ist um so besser. Die Jungbienen müssen natürlich in der Nähe der zu pflegenden Zelle sein. Deshalb Zellen zwische zwei offen Brutwaben samt Bienen einhängen und nicht zwischen Honigschinken. Sind sie erst mal gedeckelt ist das nicht mehr wichtig. Ob die Pflege oberhalb optimaler Versorgung mit Wärme und Futtersaft überhaupt verbesserbar ist, weiß ich nicht. Aber der Weiß der weiß das sicher :wink: Deshalb kann man auch den Starter nachdem der bereits mehrfach gestartet hat und gleichzeitig Bienen geschlüpft sind Zellen zu Ende pflegen lassen. Man muß hal mit den 9 Tagen Vorsprung rechnen. 12 Tage später schlüpft schon nichts mehr! Ober man gibt die Brutwaben, die anderwo geparkt wurden (sinnvollerweise in den Finishern neben den Zellen) nach und nach wieder zu.


    Das Jenterpatent ist OK. Das Prinzip ist genial. Doch das Nicot-System ist die folgerichtige und deutlich professionellere Weiterentwicklung zum kleineren Preis.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder