Imkern in TBHs - eine Anleitung

  • Moin,


    in stundenlanger Übersetzung habe ich folgenden Text zu TBH übersetzt, um den interessierten Imker diese Betriebsweise vorzustellen, die sich nicht wesentlich von der konventionellen Betriebsweise unterscheidet.
    Ich bin selber nicht mit allen Passagen einverstanden und stehe durchaus kritisch der Sache gegenüber.


    Wie TBH gebaut werden und auf deutsche Verhältnisse angepasst werden können, werde ich nach und nach posten. (TBH gibt es übrigens schon in Holland). Und nun der Text, den ich hier fand:
    http://sunsite.sut.ac.jp/pub/a…/top_bar_faqs/tbhfaq2.txt


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    Grobe Übersetzung des "TOP BAR MANUALS" mit dem Originaltitel
    _MANAGEMENT AND MANIPULATIONS OF TOP BAR HIVES_


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    Disclaimer: Dieser Text ist "frei nach Schnauze" übersetzt und er-
    hebt überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder
    absoluter Richtigkeit.
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    I. Wo sollten TBH aufgestellt werden?


    Das hängt natürlich von der Region ab, in der Sie leben: vom Breiten-
    grad, den vorherrschenden Winden und der Menge des Niederschlags.
    [Zusatz Übersetzer: also vom Klima ...]


    Falls es sehr ein sehr heißes Klima ist, ist ein schattiger Platz
    wünschenswert. Überhitzung in der Sonne kann das Absacken und Fallen
    des Naturwabenbaus zur Folge haben. Bedenken Sie, daß es keine Drähte-
    oder Plastikverstärkung der Wabe gibt. Nach einiger Zeit werden die
    Brutwaben ziemlich kräftig und bemerkenswert stabil.


    Imker aus Ägypten, die meinen Freund in Atlanta-Georgia (USA)-Gegend
    besuchen, behaupten, daß unsere Beuten mehr in der Sonne stehen soll-
    ten. Schatten mache Krankheiten zu einem größeren Problem.


    Ich stelle meine Beuten auf einen Bock, so daß ich daran arbeiten kann,
    ohne mich bücken zu müssen. Paul Magnuson meint, daß in Südafrika man-
    che Beuten auf einen Stapel Reifen stehen, was gut klappt, obwohl die
    Beuten in heißen Wetter ein wenig absacken. Wenn die Beuten von Ameisen
    oder Insekten geplagt werden, werden die Beuten an Drähten aufgehangen.



    II. Wie kann ein schaden durch Bären, Dachse oder andere Tiere ver-
    hindert werden?


    [Zusatz Übersetzer: vielleicht nicht sooo interessant für uns Imker in
    Deutschland - aaber: es zeigt, daß auch in nordischen Breiten mit TBH
    geimkert wird]


    Schwarzbären haben drei meiner TBH nahe Ellijay, Georgia, etwa 80 Mei-
    len nördlich von Atlanta, geplündert. Die Bären aßen die Brut, Pollen,
    Wachs und den meisten Honig. Den Rest Wachs habe ich in den Sonnen-
    wachsschmelzer getan, die Oberträger [Zusatz Übersetzer: die ver-
    wendeten Trägerhölzer für die Waben bei der TBH-Imkerei] und den Rest
    der Beutenteile aufgesammelt. Alle waren noch brauchbar. Es waren keine
    zerbrochenen Rähmchen zu ersetzen, wie es mit konventionellen Beuten
    notwendig gewesen wäre. In einem Fall hatten sich die Bienen erholen
    können, indem sie sich mit einem anderem Volk vereinigten, aber ich
    weiß nicht, was mit den anderen zwei Völkern passiert ist, die von den
    Bären überfallen wurden.


    [Zusatz Übersetzer: wir haben zwar keine Bären, aber dafür Vandalen :< ]


    Es war nicht die Zeit oder Kosten wert, einen Elektrozaun als Maßnahme
    auszuprobieren. Paul M. erzählt von einem Freund in Südafrika, der Gru-
    ben unter seine TBH gräbt, die zudem noch an Drähten aufgehängt sind.
    Die Honigdachse fallen beim Versuch an die Beuten zu kommen in die Gru-
    ben und geben schließlich auf.
    [Zusatz Übersetzer: also, so ganz visualisieren konnte ich das jetzt
    nicht ....das Fallen schon, aber die Gruben? Naja.]


    Paul und ich denken, daß Gruben gegen Bären etwas zu groß geraten wür-
    den, weswegen wir von dieser Idee abkamen. ;o)


    >>Jerry Visel: Wenn die Beuten aufgehangen werden, anstatt auf dem Bo-
    den zu stehen, könnten sie hoch genug gezogen werden, um für die
    Bären unerreichbar zu sein.



    III. Kriegen Bienen - die in TBH gehalten werden - Krankheiten und
    Milben?


    Ja. Soweit ich es sagen kann, haben Bienen in TBH keinen besonderen
    Schutz gegen Milben und Krankheiten. Ich benutze "Extender Patties"
    [Zusatz Übersetzer: wußte nicht, was das sein soll...] und Apistan
    wie in der Gebrauchsanweisung empfohlen. Ein U-förmiges Stück
    Gitter (? wußte nicht die richtige Übersetzung für HARDWARE CLOTH) wird an einen Oberträger geheftet, was
    eine gute Futtertasche ergibt. Es ist außerdem sehr einfach, Apistan
    in TBH anzuwenden. Benutzen Sie einfach den Stockmeissel, um einen
    schmalen Spalt zwischen den Oberträgern im Bereich der Brut zu öffnen
    und setzen Sie den Apistanstreifen ein. Da ich eine Kerbe auf einer
    Seite des Oberträgers in der Mitte des Trägers habe, ist es besonders
    einfach den Streifen einzusetzen. Das Volk wird nicht gestört, kein
    Honigraum oder Brutraum wird angehoben. Es ist genauso einfach, den
    Streifen wieder raus zu ziehen. Manchmal ist jedoch nötig, den oberen
    Teil des Streifens mit einem dünnen Stockmeissel/Messer auf beiden
    Seiten von Propolis zu befreien.



    IV. Wie unterscheidet sich die Betriebsweise von TBH von der kon-
    ventionellen Betriebsweise?


    Die Prinzipien der Betriebsweisen -konventionell, oder TBH- sind
    größtensteils die gleichen. Der Imker muß die Trachtzeit und die Popu-
    lation von Flugbienen aufeinander abstimmen. TBH können "schlechte" Kö-
    niginnen haben, die ersetzt werden müssen. Das Umweiseln, die Ableger-
    bildung, die Bewertung der Wintervorräte etc. ist gleich der konventio-
    nellen Imkerei. Aber es gibt auch Unterschiede in der Betriebsweise.


    Wenn das Flugloch auf der Frontseite der Beute ist [Zusatz Übersetzer:
    TBH haben entweder seitlich oder an einem Ende Fluglöcher], befindet
    sich die Brut in den vorderen Waben, der Honig dementsprechend in den
    hinteren Waben. Entfernt vom Flugloch. Da die Bienen nach hinten erwei-
    tern müssen, ist es wohl besser, mehr Aufmerksamkeit auf die
    Verteilung der Brut zu richten. Das ist für die gute Entwicklung des
    Volkes wichtig und verhindert, daß die Bienen "honiggebunden" werden.


    Es kann notwendig sein, verdeckelte Honigwaben zu schneiden, und die
    frei geworden Oberträger näher an die Brut zu rücken. Während einige
    Absperrgitter nutzen, ist es vorzuziehen, eine volle, gedeckelte Honig-
    wabe zwischen dem gedachten Honig- und Brutraum als Teiler zu ver-
    wenden. So wird eine Honigbarriere geschaffen, die die Königin im Brut-
    raum hält.


    >>Tim Haarmann: Vielleicht ist an dieser Stelle interessant zu erwähnen
    wieviel Raum der TBH als Honig- und wieviel Raum als Brutraum zuge-
    wiesen werden sollte. Ich benutze 30 Oberträger. Die ersten 10-12 nahe
    des Flugloches sind Brutwaben, die restlichen 18-20 Waben sind Honig-
    waben. Einen Jungimker hilft diese Formel, um die Honiggebundenheit zu
    verhindern.


    Ich denke, daß der Gebrauch von Honigwaben als Barriere wunderbar funk-
    tioniert. In einer TBH-Beute ist die Weisel gezwungen, um die Honigwabe
    herum zu laufen- um zum hinteren Teil der Beute zu gelangen. In einer
    Langstrothbeute kann sie zu jedem der 10 Rähmchen gelangen, wenn sie
    in einen anderen Raum möchte. [Zusatz Übersetzer: in einer konv. Beute
    gibt es den Beespace oben-unten-seitlich, in einer TBH nur unten]
    Aus diesem Grund ist der Gebrauch von Absperrgittern in einer TBH den
    Aufwand einfach nicht wert. Wiederum bemerkt: man sollte aufpassen, daß
    die Bienen nicht honig-überlastet werden.




    V. Wie arbeite ich an TBH?


    Wenn sich das Flugloch nur an einer Seite der Beute befindet, gebe ich
    einen kleinen Rauchstoß in das Flugloch und warte circa eine Minute. Bei
    guter Tracht und gutem Wetter wird Rauch wahrscheinlich nicht nötig
    sein mit meinen italienischen Bienen, aber es kann auch nicht schaden.
    Etwas Rauch gebe ich unter die bogenförmige Abdeckung meiner Beuten, für
    den Fall, daß sich dort Wespen angesiedelt haben. Dann entferne ich die
    Abdeckung und die Markierung, an der ich sehe, wie weit die Bienen die
    Beute bisher ausgebaut haben.
    Von hinten beginnend, entferne ich den ersten Oberträger, der wahr-
    scheinlich nicht komplett ausgebaut sein wird. Diesen Oberträger hänge
    ich in eine Halterung. Ich habe dafür eine Gabel gebaut, die die Ober-
    träger hält, während ich arbeite. Man kann auch 5WK nehmen, um die ent-
    fernten Träger zu halten. Auch kann man die TBH selbst soweit ausein-
    ander stellen, daß der Zwischenraum groß genug ist, um als Halter zu
    fungieren.


    Ich entferne einige Träger, und arbeite dann nach vorne bis zum Brut-
    raum - die bereits bearbeiteten Waben nach hinten schiebend. Nur ein
    kleiner Spalt in der Größe der entfernten Träger ist notwendig, um
    sehr viel Platz zum Ziehen der Träger zu haben. Meistens sind die Waben
    im oberen Bereich an der Seite der Beute befestigt, aber die Verbind-
    ungen sind leicht entfernt mit einem Stockmeissel. Wenn der Träger mit-
    samt Wabe dann in der Gabel hängt, werden die rauhen, unebenen Seiten
    der Wabe mit einer Schere glatt geschnitten. Danach werden die Bienen
    die Wabe seitlich nicht mehr mit der Beutenwand verbinden, vor allem
    wenn die Seiten der Beutenwand ebenfalls geglättet wurden.
    Sehr sehr selten kommt es vor, daß eine Wabe auch an den Boden befest-
    igt worden ist, hier kommt wieder unser Stockmeißel zum Einsatz. Die
    Wachsreste gehen alle in den Sonnenwachsschmelzer.


    Mich auf den Brutraum zuarbeitend, mache ich mir ein Bild von der
    Kondition des Volkes. Genau wie in konventionellen Beuten. Wenn eine
    Wabe -aus welchen Gründen auch immer- ersetzt werden soll, hänge ich
    sie nach ganz hinten, wo die Bienen sie säubern werden. Dann geht diese
    Wabe beim nächsten Mal in den Sonnenwachsschmelzer. Ich ersetze den
    Träger mit einem Neuen inklusive Startstreifen. Am besten zwischen zwei
    geraden Waben, damit die Bienen die neue ebenfalls gerade bauen. Vor
    allem während einer guten Tracht. Nach der Inspektion des Volkes,
    bewege ich die Träger zurück nach vorne und setze die ein, zwei Träger,
    die ich anfangs entfernte.


    Wenn die Beute Fluglöcher an mehreren Seiten hat, beginne ich an einer
    Seite und arbeite mich zur Mitte. Dort angekommen, bewege ich die Träger
    zurück und beginne auf der anderen Seite wieder.


    Nach Kontrolle mache ich mir Notizen, was ich vorgefunden habe. Dies ge-
    schieht auf einer Karteikarte, die ich in einem zippbaren Plastikbeutel
    stecke. Dieser Beutel hängt an einer Wäscheklammer, die an die Beute ge-
    nagelt wurde. Wenn das Volk das nächste Mal weitere Maßnahmen benötigt,
    lege ich einen kleinen Stein oben auf den Deckel, um meine Aufmerksam-
    keit zu erregen. Wenn ich dann zur Beute gehe, reicht ein Blick auf die
    Karteikarte, um zu sehen, welche Arbeiten noch anstehen.


    >>Tim Haarmann: Tatsache ist, daß TBH etwas anders durchzuarbeiten sind
    als Langstrothbeuten. Immer sind ein paar Verbindungen zu den Beuten-
    wänden zu entfernen, oder Waben gerade zu richten. Keine große Sache,
    aber manche flippen aus, wenn sie sehen, wie Träger mit Waben gehandhabt
    werden müssen. Das ist schon gewöhnungsbedürftig. Ein bisschen schneiden
    hier, würfeln und Scheiben schneiden dort ;o). Ich trainiere meine Bienen
    ständig, indem ich kurvige oder missgestellte Waben korrigiere. Ich be-
    nutze ein Marken-Stockmeissel "MAXANT". Es ist flach und lang. Es
    scheidet leicht die Waben von den Seitenwänden der Beute. Ich denke, es
    ist von gleicher Bauart, wie Du es beschreibst.


    >>Tim Haarmann: TBHs sind ideal für Afrikanisierte Bienen, weil während
    der Arbeit nur ein kleiner Spalt geöffnet wird (indem nur einige wenige
    Träger entfernt werden), wo die Bienen herausrauschen können. Versuche
    das mit einer Magazinbeute, und Bienen schießen Dir von allen 10 Waben
    gleichzeitig entgegen - sobald Du die Abdeckung entfernst. Das ist eine
    nützliche Information für alle, die planen mit Afrik. Bienen zu arbeiten
    sobald die Bienen allgemein mehr akzeptiert werden. Ich kümmere mich nicht
    darum, was die Leute sagen: diese Bienen arbeiten hart und sammeln ex-
    cellente Mengen an Honig.


    [Anmerkung des ÜBersetzers: Naja, über das Thema afrikanisierte Bienen
    ist ja schon genug gesagt worden. Aber vielleicht ist diese Informa-
    tion auch für Liebhaber der angeblich so stichigen Dunklen Biene in-
    teressant]



    VI. Welche Werkzeuge werden für die Arbeit an einer TBH benötigt?


    Die gleichen Werkzeuge, wie bei konventionellen Beuten: Hut, Schleier,
    Raucher, Stockmeissel, sind hilfreich. Manchmal benutze ich Handschuhe
    und ein langärmeliges Hemd. Ich bevorzuge ein Stockmeissel, der 30 cm
    lang ist. Meiner ist aus einer Regalhalterung, aber die italienischen
    Stockmeissel die es bei den Händlern in den USA gibt sind ungefähr
    gleich groß. Viele Küchengeräte...Spatel, Scheren, Messer würden genauso
    funktionieren. Manchmal ist eine Sprühflasche mit Wasser oder Zucker-
    sirup mit einem ätherischem Öl hilfreich...ich genieße den Duft von
    Pfefferminze ;o)


    [Anmerkung des Übersetzers: ein angeschliffenes Sägeblatt einer alten
    Handsäge kann auch als Stockmeissel benutzt werden]



    VII. Sind Mittelwände notwendig für den Betrieb einer TBH?


    Es wird ein Startstreifen benötigt, da die Bienen ansonsten quer zu den
    Trägern bauen könnten und diese dann unbeweglich wären. Ein Startstrei-
    fen kann ein 2cm breites Papier sein, daß in geschmolzenes Wachs getaucht
    wurde. Paul Magnuson beschreibt, wie er ein Streifen Hartholz, 10 mm
    breit, nach unten in die Beute hängt, um den Bienen einen Anhaltspunkt
    zum Bauen zu geben. Er verwendet außerdem noch zwei Träger, um in deren
    Mitte einen Kanal zu bilden, in dem er flüssiges Bienenwachs gießt.
    Das Wachs wird eingegossen, etwas abgekühlt und mit den Fingern zu ein-
    em Anfangsstreifen geformt. Gekaufte Mittelwände können in Streifen ge-
    schnitten und an die Träger gewachst werden. Joel Govostes meint, daß
    er gelesen hätte, daß Schnüre in Wachs getaucht und dann unterhalb der
    Träger zentriert befestigt worden sind.


    Dünne Blätter Wachs können hergestellt werden, indem ein glattes, dün-
    nes Brett in flüssiges Wachs getaucht werden. Die Temperatur des Wachs-
    es, die Anzahl der Tauchvorgänge und die Geschwindigkeit des Tauchens
    bestimmen die Dicke der Wachsblätter. Das so getauchte Brett wird in
    kaltes Wasser geworfen, dann werden außen rum die Kanten des Bretts ge-
    schnitten - und schon haben wir zwei Blätter Wachs. Diese können dann
    in Streifen geschnitten werden. In heißem Wasser angewärmte Scheren
    eignen sich zum Schneiden des Wachses sehr gut.


    Ich habe mal meine Mittelwände selbst hergestellt, indem ich eine Pres-
    se gebaut habe. Die Druckplatten aus hochfesten Stempelgummi-Polymer be-
    kam ich von meinem Bruder. Die Bienen starten sowieso am Rand des An-
    fangsstreifens, weswegen ich nicht sicher bin, ob es die Arbeit wert
    ist, eine Wabenstruktur vorzugeben. Ich habe bemerkt, daß die Papier-
    streifenversion eher angenommen wird, als die bedruckte, wenn diese
    direkt nebeneinander in der Beute hängen.


    Benutzt man einen Anfangsstreifen größer als 2cm, oder sogar als 1cm,
    so ist das wenig wert. Ich habe über 10cm breite Anfangsstreifen aus-
    probiert. Das resultierte darin, daß die Bienen unterhalb des Streifens
    eine sehr dicke Wabe bauten und daß diese Waben durch die ungleiche
    Verteilung der Wabendicke in der Mitte schneller brechen.
    Ich rate zu schmalen Anfangsstreifen.


    Einige TBH-Imker haben dreieckige Träger versucht, mit einer Spitze
    des Dreiecks, die in den Beutenraum runter ragt. Diese wurde dann in
    Wachs getaucht.


    Baumzweige und Bambus in der passenden Breite werden unterhalb mit
    Wachs eingerieben, um den Bienen einen Ansatzpunkt zu geben.


    >>Tim Haarmann: Einige Leute haben Mittelwände verwendet, in der
    Form, wie sie die fertige Wabe haben wollten. Die Bienen bauen diese
    sehr schnell aus und die Waben werden immer gerade. Mich persönlich
    stört sowas nciht sehr, weil ich den Bienen lieber Anfangsstreifen
    gebe und sie dann den Rest selber machen lasse. Ich hatte ein Volk
    in Südamerika, die ihre Waben perfekt zu den Trägern ausgerichtet hat-
    ten. Ich hielt die Carnica, die Buckfast, die Italiener und Afrikani-
    sierte Bienen, einige Howard Weaver Hybriden und habe nie einen Unter-
    schied in der Fähigkeit gerade Waben zu bauen feststellen können.
    Manche Bienen kapieren es-manche eben nicht.


    VIII. Wie können Bienen angeregt werden, gerade Waben zu bauen?


    Gerade Waben werden gebaut, indem ein Anfangsstreifen verwendet wird und
    der Träger zwischen zwei geraden Waben gehängt wird. Vor allem, wenn
    Trachtzeit ist und das Volk stark ist.


    Ich habe ein Volk, daß eine Vorliebe hat, die Waben quer zu den Trägern
    zu bauen - sogar bei vorhandenen Anfangsstreifen. Warum das so ist -
    ist nicht ersichtlich. Vielleicht eine genetische Vererbung durch die
    Weisel. Ich habe keine Erkenntnisse darüber, aber wenn das nächstes Jahr
    nochmal passiert, versuche ich es mit einer anderen Königin.



    IX. Was mache ich, wenn die Bienen krumme Waben bauen?


    Ich würde die krummen Waben entfernen und in den Sonnenwachsschmelzer
    geben. Die Träger werden ersetzt mit einigen wenigen geraden Waben aus
    anderen Völkern, oder neuen Trägern mit Anfangsstreifen. Ich versuche die
    Bienen zu geraden Brutwaben zu stimulieren. Das ist ein praktisches Ziel
    und nicht schwierig. Alte, dunkle Wabe werden nach und nach ersetzt,
    wenn die Arbeiterinnenzellen zu klein werden.


    X. Die Zellen sind nicht zu 100% Arbeiterinnenzellen, ist das ein Problem?


    Während der Entwicklungsphase im Frühjahr während einer guten Tracht,
    werden hauptsächlich Arbeiterinnenzellen im Brutraum gezogen. An den
    Rändern dieser Waben, erscheinen auch Drohnenwaben. Ich sorge mich nicht
    um den Anteil Drohnen- zu Arbeiterinnenzellen...die Bienen wissen, was
    sie brauchen. Drohnenbrut kann zur Varroabekämpfung ausgeschnitten
    werden und diese Waben gehen (jawohl!) in den Sonnenwachsschmelzer.


    Es ist mir egal, welche Form die Waben im Honigraum haben, ob sie ge-
    rade oder miteinander verbunden sind. Die Waben werden letztendlich
    geerntet, der Honig ausgepresst und die Waben dann -jawoh!- in den
    Sonnenwachsschmelzer gegeben.



    XI. Was mache ich, wenn eine Wabe in einer TBH feststeckt?


    Die einzige Wabe, die mir Probleme bereitet, ist die erste Wabe, die in
    der TBH ist - besonders im 5W-Ablegerkasten. Es finden sich Verbindungen
    an den Seiten und zur Rückwand. In diesem Fall nehme ich ein dünnes,
    langes Messer, daß ich aus einem angeschliffenem Sägeblatt gemacht habe,
    und schneide die Brücken zwischen Wabe und Wand. Das befreit die Wabe
    von der Rückwand.
    Doch was ist mit den Seiten der Wabe? Der Idee von Wyatt Mangum folgend,
    benutze ich einen steifen Draht und biege diesen in eine Z-Form. Dieses
    Werkzeug sollte lang genug sein, um bis auf den Beutenboden zu kommen.
    Befreie den Träger etwas mit dem Stockmeissel, führe den Draht an einem
    Ende des Trägers ein. Schiebe den Draht bis zum Boden. Drehe den Draht
    und bringe das Ende der Z-Form unter die Wabe (am Rand), dann ziehe den
    Draht nach oben. Das löst die Wabe von den Seiten. Dasselbe noch mal an
    der anderen Seite des Trägers wiederholen.


    Wenn die Wabe im Honigraum feststeckt, so ziehe ich den Träger einfach
    ab (die Wabe löst sich ab und steckt in der Beute). Die Wabe schneide
    ich anschließend mit dem Stockmeissel (Sägeblatt) frei, ziehe die Wabe,
    verstaue sie in meinem Sammelhobbock. Die Waben werden schließlich ge-
    presst, so daß ich mich nicht darum kümmern muß, ob die Wabe in zwei
    Teile bricht. Die Bienen säubern jeden vertropften Honig.



    XII. Was mache ich, wenn eine Wabe bricht?


    Wenn die Wabe wertvolle Brut enthält, würde ich die Wabe zurück an den
    Träger binden und zurück in die Beute geben. Die Bienen verbinden die
    Wabe wieder zuverlässig an den Träger. Ich würde zwangsläufig etwas
    zum Unterlegen, wie Papier, Fliegendrahtor vielleicht kleine Zweige ver-
    wenden, um eine Konterung für den Bindfaden zu schaffen. Ansonsten wird
    der Faden die Waben zerschneiden und die Wabe wird fallen.


    Wenn die Wabe nicht gerettet werden soll, bringe die Wabe in den hin-
    teren Teil der Beute, wo die Bienen die Wabe bis zum nächsten Mal säu-
    bern. Danach kann das Wachs eingeschmolzen werden.


    >>Tim Haarmann: Nachdem ich 50 mal Bienen von konventionellen Beuten
    zu TBH umgesiedelt habe, denke ich, der leichteste, schnellste und
    effektivste Weg, die Waben anzubinden, ist die Verwendung von Zahnseide.
    Ich begradige die Seiten der Wabe, lasse jemanden den Träger und die
    Wabe halten und nähe die Wabe mit einer Nadel an den Träger. Vorsich-
    tig wird die Wabe sehr weit unten ansetzend angenäht. Weil die Zahnsei-
    de sich in die Wabe schneiden kann. Ich gehe einfach über den Träger
    und unten durch die Wabe. Nach 4-5 Stichen mache einen Knoten in die
    beiden losen Enden und bringe das Konstrukt in die Beute.
    Wenn die Bienen die Zahnseide durchgekaut haben, haben sie auch schon
    die Waben wieder befestigt. Diese Methode funktioniert bei sehr heißen
    Wetter natürlich nicht so gut, wenn die Bienen sehr viele Träger wieder
    neu verbinden müssen.


    >>Joel Govostes: Noch besser ist es, die Waben generell sehr vorsichtig
    zu behandeln. Stellen Sie sicher, daß Seiten von der Beutenwand gelöst
    sind, bevor die Wabe gezogen wird. Machen Sie nicht den Fehler, die
    Wabe auf die Seite zu legen, um die andere Seite zu betrachten. So wie
    Sie es von den Rähmchen gewohnt sind. Halten Sie die Wabe aufrecht. Die
    Naturwabe verträgt keine Drehung in sich.


    XIII. Wie bekomme ich die Bienen von den Waben?


    Ich benutze einen Abkehrbesen, um die Bienen von den Waben zu bekommen.
    Große Gänsefedern sind auch verwendbar, oder ein Büschel Gras. Ich habe
    die Blasgeräte nicht probiert.


    Gebräuchlicherweise fege ich die Bienen von oben nach unten ab. Sehr
    zügig in den Spalt, der sich durch die gezogenen Waben bildet. Die
    Bienen krabbeln schnell in die Dunkelheit der im Moment nicht bear-
    beiteten Träger. [Anmerkung des Übersetzers: das ist nun wirklich ein
    großer Vorteil der TBH. Das Volk wird nicht im Gesamten gestört, son-
    dern nur die Waben, die gerade bearbeitet werden. Die Träger bilden
    eine geschlossene Fläche, der beespace wird durch die Breite der Träger
    gewährleistet. Ich arbeite an meinen konventionellen Beuten nach Lesen
    dieser Anleitung mit 2 Folien, die ich ähnlich einem Operationstuch im
    Krankenhaus, so einsetze, daß nur ein Spalt der Beute von oben offen
    ist. Seitdem sind die Bienen besonders ruhig bei den Kontrollen. Auch
    die Stockwärme geht nicht so schnell verloren. ]


    Die Bienen von den Waben zu schütteln ist eine weniger gute Idee. Im
    Naturwabenbau sind die Honigwaben besonders schwer und sie werden
    brechen, wenn sie derart misshandelt werden ;o). Das gibt eine ganz
    schöne Sauerei.


    XIV. Schwärmen Bienen in TBH vermehrt?


    Ich habe nicht genug Erfahrung mit TBH um hier eine Feststellung machen
    zu können. Das Schwärmen ist ein natürliches Phänomen - es gibt keinen
    Grund anzunehmen, daß Bienen weniger schwärmen, als in einer konventio-
    nellen Beute.


    Einige meiner Völker in TBH schwärmten dieses Jahr - und es sieht nicht
    so aus, als wäre es durch die Größe des Volkes bestimmt. Ein Volk mit
    einer jungen Weisel hat einen massiven Schwarm gebildet, obwohl die
    Beute nicht zur Hälfte besetzt war. Auch in meinen konventionellen Beu-
    ten schwärmten einige Völker desselben Jahrganges. War es eine besondere
    schwarmfreudige Saison? Ich freue mich schon auf die kommenden Jahre, um
    weitere Vergleiche ziehen zu können.


    Vermutlich die gleichen Techniken der Schwarmverhinderung für konventio-
    nelle Beuten sind anwendbar bei der TBH-Betriebsweise. Mit Ausnahme der
    Zugabe von weiteren Magazinen als Brut- und Honigraum. Natürlich nur,
    wenn Du keine zusätzlichen Honigräume auf die TBH stellst. Das ginge
    auch.
    In einer TBH streue ich zur Schwarmverhinderung die Brut, entferne ver-
    deckelte Honigwaben, mache Ableger und halte die Weisel jung. Man könnte
    die Beute auf Schwarmzellen kontrollieren, aber die Zeit ist mir zu
    schade und ich hatte noch nie die Neigung dazu. Ich lasse sie einfach
    schwärmen und versuche den Schwarm zu fangen und mit einem schwachen
    Volk zu vereinigen. Wenn möglich. Der eine oder andere Schwarm geht ver-
    loren, aber das gehört eben zum Leben eines Imkers. :)


    >>Joel Govostes: die Entfernung von 2-4 Waben mit gedeckelter Brut, mit
    ansitzenden Bienen, um die Schwarmzeit herum, ist eine gute Methode zur
    Schwarmverhinderung. Die gezogenen Waben können mit Bauträgern oder
    Leerwaben ersetzt werden. Was immer verfügbar ist. Die Waben von einem
    oder mehreren Völkern können in eine neue Beute oder in ein schwaches
    Volk verbracht werden.


    >>Joel Govostes: wenn die Brut in eine neue Beute gesetzt wurde, werden
    sie sich zu einem neuen Wirtschaftsvolk entwickeln. Oder aber sie werden
    zum Ende der Schwarmzeit wieder zurück in das alte Volk verbracht werden.
    Wenn das angestrebt wird, so sollte der Ableger nahe des Muttervolkes
    stehen. Die Bienen im Ableger werden in der Zwischenzeit eine neue Wei-
    sel ziehen. Nach der Rückvereinigung wird nur eine Weisel überleben und
    häufig wird es die jüngere sein.


    XV. Wie werden Schwärme in eine TBH eingeschlagen?


    Schlage die Bienen ein, wie es bei konventionellen Beuten auch gemacht
    wird: Schlage sie in die Beute, decke die Beute mit den Trägern ab. Oder
    verwende ein Brett, daß vorne am Eingang befestigt wird, schlage die
    Bienen drauf ab und lasse sie in die neue Behausung einlaufen. Beobachte
    mit Staunen, wie der Schwarm in der Beute einzieht.
    Bedenke, daß sich dem Volk keine Oberfläche durch Rähmchen entgegen-
    stellt, die die Bienen innerhalb der Beute zerstreut! Die Bienen werden
    schnell Bautrauben bilden können. Am besten werden diese Trauben in der
    ersten Zeit nicht gestört, solange die ersten Wabenansätze nicht gebil-
    dert wurden. Wenn einige Leerwaben zur Verfügung stehen ist das gut,
    besser jedoch sind Waben mit offener Brut. Ich meine, die Bienen blei-
    ben eher in solch einem Falle. Füttere die Bienen in erster Zeit, um
    eine schnelle Bildung von Waben zu fördern. Die Fütterung kann zur
    Trachtzeit teilweise ignoriert werden durch die Bienen.


    XVI. Wie mache ich Ableger mit TBH?


    Persönlich nehme ich am liebsten zwei bis drei Waben mit Bienen, Pollen,
    Honig und Brut. Diese platziere ich in einem 5WK (Ablegerkasten). Die
    Weisel zieht mit um, oder eine neue Weisel wird in einem Käfig zuge-
    setzt. Diese Ableger zu füttern, hilft ihnen, sich zu entwickeln, bevor
    sie in eine neue Beute geschlagen werden. Aufpassen, daß beim Füttern
    keine Räuberei angeregt wird.


    XVII Wie schlage ich ein Bienenpaket ein?


    [Anmerkung des ÜBersetzers: ich weigere mich, diesen Part zu übersetzen,
    da ich diesen amerikanischen Brauch der Paketimkerei nicht unterstütze]



    XVIII. Können Waben aus einer konventionellen Beute umgewandelt werden
    in Oberträger?


    Sicherlich. Schüttel und fege die ansitzenden Bienen ab, schneide die
    Waben aus den Rähmchen. Lege die Waben auf eine Arbeitsoberfläche mit
    4-5 nebeneinander gelegten Fäden. Platziere ein Stück Papier, Fliegen-
    draht, Blätter oder ähnliches am unteren Ende der Wabe, um ein Einschn-
    eiden der Fäden zu vermeiden. Lege den Träger ans obere Ende der Wabe,
    und verknüpfe die Fäden oberhalb des Trägers. Hebe die Wabe an und jus-
    tiere die Position der Wabe. Setze diese Wabe in den Kasten und die
    Bienen werden sie fest an den Träger verbinden. Innerhalb weniger Tage.
    Das funktioniert auch für Bienen, die wild eingefangen wurden, sehr gut.


    Paul Magnuson benutzt auch U-förmig gebogenen Hühnerdraht; der Draht an
    beiden Seiten des Trägers angetackert.


    Das alles braucht sehr viel Zeit. Ich bevorzuge folgende Methode, um
    Bienen von einer konventionellen Beute zur TBH zu bekommen. Ich drehe
    eine konventionelle Beute um (natürlich ohne Inhalt), und setze die
    Rähmchen mit den ausgebauten Waben ein. Jetzt liegen diese nicht in der
    Rille, sondern auf dem Rand auf. So können zwischen den Rähmchen Träger
    mit Anfangsstreifen gesetzt werden, die zwischen den ausgebauten Waben
    gerade gezogen werden. So erhält man gerade Waben, die fest an den Trä-
    gern hängen. Diese werden dann in die TBH umgezogen. Die Rämchen können
    in den hinteren Teil der Beute gestellt werden, wo die Bienen sie säu-
    bern werden. Das Wachs wird später wieder eingeschmolzen.


    XIX. Können Absperrgitter in TBH verwendet werden?


    Einige Imker haben Absperrgitter passend für TBH zurechtgeschnitten, so
    daß diese senkrecht in die Beute passen. Es ist einfach, das in einer
    rechteckigen TBH zu tun, sollte aber auch in TBH mit schrägen Seiten
    nicht das große Problem sein.


    Eine volle, verdeckelte Honigwabe erfüllt in einer TBH denselben Zweck.
    Aber meistens ist mir das egal. Wenn die Weisel in den Honigraum ge-
    langt, entnehme ich einfach die Wabe und verwende sie anderweitig. Sie
    kann nach vorne zur Brutgegend versetzt oder einem Ableger zuge-
    setzt werden.


    XX. Wie überwintere ich TBHs?


    Dieselben Prinzipien wie bei der konventionellen Betriebsweise, werden
    auch hier angewandt. ausreichend Futterreserven, gute Belüftung, die
    Beuten nach Bedarf isolieren, das Flugloch verkleinern, und die Winter-
    behandlung.


    Ein Abtrennschied ist schnell erstellt, indem man Sperrholz an einen
    Träger tackert und kann zum Einengen der Beute benutzt werden.


    Paul Magnuson benutzt Zeitungspapier, das er über die Träger anbringt
    und dann zum Einengen in die Beute herabhängen läßt. Das hat den ein-
    deutigen Vorteil, daß die Bienen bei Ihrer Entwicklung im Frühjahr den
    Schied durchfressen können, wenn sie mehr Platz brauchen. Ein alter
    Sack dient als Isolierung von oben.


    Ich benutze Schaumstoffmatten, um die Isolation der Deckel zu gewähr-
    leisten. Zwei Kerben in den Trägern lasse ich unbedeckt, um gute Venti-
    lation herzustellen. In anfänglichen Tests, ließ ich ein Volk völlig
    unisoliert. Das Volk überlebte einen Nord-Georgia-Winter problemlos.
    Es gab keine Unterschiede zu den Völkern, die ich mit einem Trenn-
    schied einengte. Was Du schließlich machst, bleibt abhängig von der
    Gegend, in der Du wohnst.


    Allen Dick meint, daß in Westkanada viele alleinstehende TBH im Haus
    überwintert werden. Aufgestapelt, nur Fluglöcher unterhalb der TBH
    geöffnet. TBH scheinen auf "natürliche Art" für die Überwinterung im
    Haus geeignet zu sein.


    XXI. Wie füttere ich ein in TBHs?


    Die gute Nachricht: durch den Mobilbau können Vorratswaben sehr
    einfach von einer Beute zur nächsten bewegt werden. Wenn Zuckerwasser
    oder Sirup gefütter werden soll, ist es sehr einfach, Futterbehälter
    oder Futtertaschen innerhalb der Beute zu installieren.


    Wyatt Mangum benutzt selbstgebaute Füttereinrichtungen, wo eine Kanne
    ein PVC-Rohr speist, daß durch ein Flugloch in die Beute ragt. Das
    funktioniert ähnlich den BOARDMAN FEEDERs. Es scheint gut zu funktio-
    nieren.


    XXII. Kann Zuchtstoff, gutes Weiselmaterial aus TBH gewonnen werden?


    Ganz sicher. Fast diegleiche Prozedur, wie in konventionellen Beuten.
    Einige zusätzliche Vorteile gibt es. Ich habe ähnlich der konven-
    tionellen Weise einen Zuchtrahmen gebaut, an dem die Weiselnäpfe befest-
    igt sind. Die Zellen lasse ich dann in 5WK-Ablegern aufziehen.


    Aber immer noch der beste Weg, um an gutes Weiselzellen zu kommen, ist
    die Methode -beschrieben durch Marty Hardison im Heft "Devolopemental
    Beekeeping", Ausgabe 33, Dez 1994. Er nimmt eine Brutwabe eines Volkes
    in dem die Weisel wünschenswerte Qualtitäten hat. Man schneidet Eistrei-
    fen aus der Wabe, bindet diesen Streifen an einen Träger.
    Man kann diese Streifen auch an die Träger mit einem Lötkolben befesti-
    gen. Diese Methode ähnelt sehr der Miller-Methode, beschrieben in Laid-
    laws Buch über die Königinnenzucht.


    Das übliche Ergebnis sind sechs oder mehr Weiselzellen pro Träger. Nicht
    alle Zellen werden von bester Qualität sein - die besten, und schönge-
    formten Zellen werden ausgeschnitten, an einen Träger gewachst und wenn
    gewünscht gekäfigt. Junge gekäfigte Weiseln werden dann in Begattungs-
    kästchen verbracht.


    Ich habe die Blumentopf-Begattungs"kästchen", die von Dean Breaux und
    anderen beschrieben werden, versucht, hatte aber eingeschränkten Erfolg
    damit, wegen der Hitze im Sommer. Im kommenden Frühjahr werde ich bei
    kühlerem Wetter, diese Methode nochmal versuchen. Drei halblange Träger
    (ca. 25cm), werden pro Blumentopf verwendet.


    [Anmerkung des Übersetzers: Blumentöpfe als Begattungsstation. Das Flug-loch ist das Loch am Boden des Topfes. Oben werden die Träger aufgelegt
    und gut ist.]


    Für kleinere Ablegerkästen können vorhandene Träger mit Brutwaben dran
    in zwei Hälften gesägt werden und in einen kleinen 5Wk gesetzt werden.
    Aus einer Brutwabe mach zwei. Versuchen Sie das mit einer konventionel-
    len Rähmchenwabe. Kleine Futtertaschen werden zugehängt.


    XXIII. Wie werden TBH umgeweiselt?


    Naja, ich komme gut damit zurecht, daß meine Bienen sich selbst darum
    kümmern :o). Aber wenn gewünscht, funktionieren die meisten Möglich-
    keiten, die es in konventionellen Beuten gibt.


    Ich bevorzuge wirklich, eine bereits in einem Ablegerkasten arbeitende
    Weisel einzusetzen. Ich transferiere dann mindestens drei Waben Brut
    und die anhaftenden Arbeiterinnen in die Beute, aus der die alte Weisel
    entfernt wurde. Natürlich kann ich die zwei Weiseln das auskämpfen las-
    sen, aber diese Methode ist nicht sicher.


    Das letzte Jahr versuchte ich Weiseln in der Nähe meines Bienengarten
    nahe Canton zu ziehen. Dort habe ich 16 TBHs stehen. Ich denke, ich
    habe einen guten Teil zum Umweiseln einen Großteil meiner Völker getan,
    weil die Königinnen nach dem Hochzeitsflug nicht in meine Ableger,
    sondern in die Wirtschaftsvölker einkehrten. Das habe ich nicht geplant,
    und die Bienen haben vergessen mich zu fragen :o)


    XXIV. Können Honigräume auf TBH gesetzt werden?


    Ja, wenn Sie unbedingt Kästen heben wollen ;o) Ich habe es versucht,
    indem ich den ersten Träger am Eingang entfernte. so daß die Bienen
    nach oben gelangen können.


    >>Dave McFawn: Ich bin im Begriff, die Kenya TBH so zu modifizieren,
    daß ein Standard-Honigraum über den Trägern des hinteren Teils der
    Beute zu stellen. Da vorne die Brut, hinten aber der Honig gelagert wird.


    [Anmerkung des Übersezter: hier habe ich einiges rausgelassen, weil es
    für mich keinen wirklich Nutzen von zusätzlichen Raum für Honig gibt.
    Die Einfachheit der Kontrolle bei normalen TBH ist für mich ausschlag-
    gebend. In Kurzform erläutert: einige TBH-Imker basteln an einer Misch-
    form von TBH und Rämchenbeute; näheres im Originaltext]



    XXV. Welche Bienenrassen lassen sich in TBH halten?


    Diese Frage kann ich noch nicht bestimmt beantworten. Natürlich,
    diese Art Beute läßt die Haltung von anstrengenden, wehrhaften Rassen
    zu. Diese Art Beute ermöglicht eine relativ störungsfreie Arbeitsweise.
    Die Kontrolle der Brut und die Ernte des Honigs verlaufen weniger
    störend als in konventionellen Beuten.


    Ich halte Italienische Bienen, die sich sehr gut in den TBH machen. Die
    Kaukasische Biene soll sich horizontal besser ausdehnen - so hörte ich
    zumindest.


    Tim Haarmann bemerkte weiter oben, daß er keinen Unterschied erkennen
    kann, was die Fähigkeit gerade Waben zu bauen angeht. Manche Bienen
    kapieren es, manche eben nicht.


    ______________________________________________

  • Hallo Bernhard,


    die Übersetzung ist großartig. Besten Dank!


    Mich interesssieren hier noch einige Details aus dem Originaltext. Z.B. hätte ich auch gerne gewußt, wie der Autor das mit dem Aufsetzen einer Honigzarge gehandhabt hat.
    Wenn ich hierfür jetzt auf den von dir angegebenen Link klicke, wird die Seite nicht mehr gefunden. Wo kann ich den Originaltext finden?


    Bis dann,
    Martin

  • Hallo!


    Ich habe den Text bestimmt noch auf meinem Rechner - werde ihn hochladen, wenn ich wieder dran sitze. Das wird aber noch ein paar Wochen dauern. :o(


    Bernhard

  • Hallo Martina+Martin,
    vielleicht kann ich euch helfen, vielleicht auch nicht.
    Habe 2 TBH´s Beuten, die ich mir so konzipiert habe, daß ich Langstroth/Dadant Flchzargen als Ho-Raum aufsetzen kann.
    Darf natürlich dann die Rähmchenträger nicht 32mm oder 35mm
    breit machen, sondern nur 27mm oder 25mm oder ich müßte 1 bis 2 Träger rausnehmen. Bei den großen TBH´s kann man auch 2 Ho-Zargen nebeneinander auf den Trog stellen, hab ich auch schon gesehen.
    Grüße Simon