Krankheiten durch Bienenschwärme

  • Hallo alle Zusammen!


    Gerade haben wir von der Feuerwehr gehört, daß sie ihre Schwärme letztes Jahr nicht losgeworden sind, da viele Imker fürchten, sich durch fremde Schwärme ihren Stand mit Krankheiten zu infizieren.


    Meine Frage daher: Welche Krankheiten kann man sich durch Schwärme einfangen? Ist einem von Euch so etwas schon einmal passiert?


    Eigentlich müßten sich doch durch die völlig normale stille Räuberei Krankheiten im Flugradius recht schnell ausbreiten, oder? Insofern sollte ein neuer Schwarm keine allzu große Gefahr darstellen.


    Viele Grüße,


    Effendi

  • Zitat

    Meine Frage daher: Welche Krankheiten kann man sich durch Schwärme einfangen?


    Faulbrut!


    Zitat

    Eigentlich müßten sich doch durch die völlig normale stille Räuberei Krankheiten im Flugradius recht schnell ausbreiten, oder?


    nicht unbedingt. Die Ausbreitung der Faulbrut dauert meist ihre Zeit. Durch die Untersuchung von Futterkranzproben weiß man, dass anfangs nur sehr wenige bzw. einzelne Völker eines Standes infiziert sein können. Bis zum Zusammenbruch der Völker (...bis es sogar der Imker riecht...) können Jahre vergehen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • hallo effendi
    wie ich sehe bist du aus der muenchener gegend. um muenchen hat es letztes jahr einige faulbrutsperrbezirke gegeben. deshalb mussten alle von der feuerwehr eingefangenen schwaerme (ueber 300 soviel ich weiss) unter quarantaene gestellt werden und vom amtstierarzt untersucht werden.
    vorletztes jahr war nicht so ein theater. ausserdem waren es da nur um die 50 schwaerme.

  • Die Faulbrutsperrbezirke bestehen leider heuer auch noch. Im moment sind es zwei, Lochhausen und noch einer. Und so wie es aussieht wird Lochhausen weiterhin bestehen bleiben.


    Gruss doogie

  • Hallo zusammen
    Habe ich das richtig verstanden in Gesprächen, oder liegen da manche falsch ?
    Schwärme, 3 Tage in Dunkelhaft, (besser, bis die ersten vor Hunger absterben), sollte doch alle Faulbrutsporen beseitigen. Der Honigmagen ist dann leer, und im Darm können die Sporen nichts mehr anrichten. Also ohne Gefahr den Schwarm einschlagen.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Guido schrieb:


    Schwärme, 3 Tage in Dunkelhaft, (besser, bis die ersten vor Hunger absterben), sollte doch alle Faulbrutsporen beseitigen. Der Honigmagen ist dann leer, und im Darm können die Sporen nichts mehr anrichten. Also ohne Gefahr den Schwarm einschlagen.


    Völlig richtig Guido, auf diesem Prinzip basiert auch das Sanieren der Völker bei Faulbrut, wobei leider von Amtstierärzten das Abschwefeln immer noch bevorzugt wird.
    Sogar viele Imker wollen lieber die ca. 60 € der Tierseuchenkasse für ein abgeschwefeltes Volk einstreichen, als über Kunstschwärme sanieren.


    Bin derzeit da auf dem Laufenden, da gestern sich die Amtstierärztin bei mir angekündigt hat, um Proben bei menen Völkern zu entnehmen, da ich derzeit von Faulbrutgebiet umgeben bin.


    Ein ca. 1 km von mir entfernten Bioimker mit ca. 50 oder 60 Völkern wurde das Abschwefeln auferlegt, wie er mir in einem Gespräch mitteilte. Gegen diese Maßnahme hat er Einspruch erhoben.


    Schau mer mal, wie der Beckenbauer immer zu sagen pflegt.

  • Grüß Euch,


    das mit der Faulbrut wußte ich schon, wißt Ihr sonst noch durch Schwärme übertragbare Krankheiten?


    Die Faulbrut ist sowieso eine Geschichte für sich - da werden unsterile Importhonige verkauft und hinterher dürfen die Imker hier den Schaden ausbaden. Jedenfalls habe ich das Gefühl, daß sich die Faulbrutsperrbezirke vermehren. Wißt Ihr, ob es der Faulbrut entgegenwirkt, wenn man immer mit frischem Wachs statt mit schwarzen Rähmchen imkert?


    Wir sind im Moment am überlegen, wie wir die Kellerhaft für zukünftige Schwärme realisieren können. Wir wohnen in einem Wohnsilo, es wäre schon interessant, was die Nachbarn sagen, wenn es im Keller plötzlich summt. Na, vielleicht finden wir noch etwas besseres...


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Ist wirklich am. Faulbrut so "fremd" und gefährlich?
    Ist nur Importhonig an Faulbrut schuld?


    In Finland mehr als 30% von Futterkranzproben sind positiv. Faulbrut war vor tausende von Jahren da und es ist unmöglich ganz auszurotten. Ist es nicht wichtiger, das die Völker können gewisse Konzentration austragen und nicht krank werden als Sterilität zu wünschen?


    Früher die Säuglinge waren sehr steril behandelt, jetzt herrst der Meinung das verschiedene Bakterien und andered "bösen Wesen" stärken die Imunität.


    P.S. habe von kurzem ein Spruch gelesen -" zu viel gut auch ist schlecht" :D

  • Schon mal einen Stand an der Faubrut eingehen sehen? Eine sehr stinkige Angelegenheit! Und genau das ist auch das Tückige an der Faulbrut, wenn der Imker sie bemerkt, ist alles zu spät. Gefährlich ist sie allemal, weil Völker, bei denen sie ausgebrochen ist, nicht mehr zu retten sind!


    Darum finde ich die Futterkranz-Untersuchungen auf Faulbrutsporen auch gut und richtig. Sanierung über Kunstschwärme ist gut und richtig, wenn man seine Völker retten will und nur wenige Sporen gefunden werden. Ist aber natürlich sehr viel Arbeit.


    Amerikanische Faulbrut wird nicht nur durch das Verfüttern von ausländischem Honig verbreitet, sondern auch durch illegalen Handel und Wanderung (... also ohne Gesundheitszeugnis).


    Lt. Aussagen des hießigen Veterinärs wird die Faulbrut ein immer größeres Problem.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • @ G. Wustmann


    Du schreibst :


    Bis zum Zusammenbruch der Völker (...bis es sogar der Imker riecht...)


    Fängt also die Kiste an zu Stinken und wenn ja, nach was Riecht das Ganze?
    Bekomme langsam Bauchschmerzen habe Gestern meinen ersten Fremden Schwarm gefangen :cry:


    Gruß Ruben

  • Dieses Thema trägt eindeutig mehr zur Verunsicherung als zur sachlichen Aufklärung des Themas bei.


    Wäre mal interessant ob schonmal jemand einen "Faulbrut-Schwarm" eingefangen hat?


    Ruben


    Weiß leider nicht wo Östringen genau liegt und ob es dort einen Faulbrutsperrbezirk gibt. Aber kannst ihn ja sofern er noch nicht eingeschlagen ist, erstmal in Kellerhaft nehmen. Falls möglich kannst du dann direkt auch den natürlichen Abfall der Milben kontrollieren... <- Was meiner Meinung nach das Hauptproblem bei fremden Schwärmen ist!


    Ciao,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Ruben schrieb:


    Fängt also die Kiste an zu Stinken und wenn ja, nach was Riecht das Ganze?
    Bekomme langsam Bauchschmerzen habe Gestern meinen ersten Fremden Schwarm gefangen :cry:
    Gruß Ruben


    Hallo Ruben,
    cool bleiben. Die amerikanische Faulbrut ist zu erkennen am eingesunkenen, z. größten Teil löchrigen Zelldeckeln. Stichst du mit einem Streichholz rein, ist die Brut zu einer breiigen, milchkaffeartigen (immer fadenziehenden) Masse zersetzt. Der Geruch erinnert an Fußschweiß. Wenn du selber keinen hast, musst du dir zur Diagnose einen fußschweißgeplagten Menschen suchen :lol::lol::lol::lol: 
    Wenn du einen Schwarm 3 Tage hungern lässt, sollte die Gefahr der Übertragung gebannt sein, denn das sporenhaltige Futter wird dahin verbraucht sein und die Zahl der Sporen in dem Haarkleid der Biene reichen normalerweise nicht zu einem erneuten Ausbruch der AFB aus.
    Deswegen funktionert auch das Heilungsverfahren über den Kunstschwarm.
    Leider glaubt unsere Amtstierärztin nicht an diese Theorie, sie meint, dass der Stress der Dunkelhaft die Abwehrkraft des Schwarms so ungünstig beeinflußt, dass die Krankheit weiter geht und hält an ihrer Theorie der Endheilung über das Abschwefeln stand. :evil::evil::evil::evil::evil:

  • Zitat

    Der Geruch erinnert an Fußschweiß.

    :D ..perfekte Umschreibung!


    ..ich habe nochmal in alten Bienenbüchern geblättert, bezüglich Faulbrut: und alle Autoren (von 1922 bis 1984!) Von "Jung-Klaus" über Zander, Sklenar, Thie bis Bremer sind sich einig: schwach befallene Völker können über Kunstschwarmverfahren saniert werden!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Xaver
    Bis man bei einem Schwarm die "Streichholzprobe" anwenden kann, dauert es aber sehr lange :-(
    Wenns stinkt, ist es auch schon zu spät :-(
    In einem Faulbrutsperrbezirk würde ich mir keine Schwärme fangen! Wie in der Literatur zu lesen ist, kann auch der Mensch die AFB übertragen durch nicht gereinigte Kleidung/Werkzeuge/Hände!

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....