Blutvergiftung durch Stich

  • Hi,


    mein Sohn ist gestern beim gemeinsamen Arbeiten an unseren Völkern von einer Biene in den Unterarm gestochen worden. Wir sehen das mehr mit Humor und führen auch eine "Trefferliste". Momentan steht es Papa/ Sohn 8:8 unentschieden. Heute morgen ging eine deutliche rote Linie vom Stich in der Mitte des Unterarms bis hoch in die Achselhöhle. Glücklicherweise bekam meine Frau Bedenken und fuhr mit ihm ins Krankenhaus. Es wurde eine Blutvergiftung, vermutlich durch einen verdreckten Stachel, diagnostiziert. Kommentar vom Arzt: "Viel später hätten sie nicht kommen sollen". Jetzt bekommt Sebastian Medikamente und dann ist es wohl o.k.. Er hatte sich die ganze Zeit über wohl gefühlt aber nach Angaben des Arztes hätte er bald Fieber bekommen.


    Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn so etwas häufiger vorkommt, muß die Möglichkeit der Blutvergiftung eigentlich in jedem Anfängerkurs angesprochen werde. Ich selber hätte an sowas nie gedacht und hatte mich in diesem Fall auch falsch verhalten. Ich dachte das gehört zu den üblichen Auswirkungen eines Stichs.

  • Hallo Freibad,


    jeder Stich durch ein Insekt oder aber auch durch einen Fremdkörper kann zu einer "Blutvergiftung" führen.
    Meist ist jedoch nicht das Insekt selber schuld, sondern das Einbringen von Erregern durch den Gestochenen, z.B. durch Kratzen, unsachgemäßes Entfernen des Stachels usw.
    Die Möglichkeit, durch einen Bienenstich infiziert zu werden ist vernachlässigbar gering, da der Stechapparat der Biene gut geschützt in einer Hülle verpackt liegt und nur im Bedarfsfall ausgefahren wird.
    Im Gegensatz dazu stehen saugenden Insekten, die mit ihren Mundwerkzeugen ja nicht nur Blut aspirieren, sondern ihren Speichel als "Anti-Gerinnungs-Mittel" in die Wunde injizieren.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • So etwas in der Art hatte ich letztes Jahr auch einmal.


    Auch wenn ich es eindeutig auf meine Kappe nehmen muss. Aus Faulheit die Hände vom Zuckersirup nicht mit sauberem Wasser abgespült, sondern die Regentonne genommen, und später nach dem Stick noch einfach so den Kompost umgesetzt. Kein Wunder, das da etwas passieren konnte.
    Der Stich ist halt nicht wie gewohnt bald wieder verschwunden, sondern ist am nächsten Tag ungewöhnlich stark angeschwollen und war ziemlich schmerzhaft.
    Diagnose war dann eine Blutvergiftung, Folge war eine Packung Antibiotika und eine (längst fällige) Auffrischung diverser Impfungen.


    So etwas kann zwar in einem Anfängerkurs durchaus erwähnt werden (wobei der Kurs ziemlich lang wird, wenn man mal alle "kann auch passieren" Punkte anspricht), das Risiko einer Blutvergiftung bei einer (auch kleinen) Wunde lernt man ja schon in der Grundschule.


    Mirthran


    Mirthran

    Wer Linksschreibfehler findet, darf sie behalten...

  • Hallo, freibad,


    den roten Streifen habe ich nach jedem (wirklich jedem) Bienenstich an Arm oder Hand. Es handelt sich um eine giftbedingte Reizung bzw. Entzündung der Lymphgefäße, die von dem Stich wegführen und hat erst mal nichts mit einer Blutvergiftung zu tun. Insofern glaube ich, daß Du recht hast mit Deiner Vermutung, daß es sich um die normale Auswirkung eines Bienenstiches handelt.


    (Die Geschichte mit dem "roten Streifen als Zeichen der Blutvergiftung" stammt wahrscheinlich ursprünglich von Krösa-Maja, der Zugehfrau in Astrid Lindgrens "Immer dieser Michel". Dort noch ergänzt um die schlimme Vermutung, daß man sicher stirbt, wenn der Streifen am Herzen ankommt. :wink: )


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    Du hast Recht. Auch bei meinem Sohn wurde eine Lymphangitis - also eine Entzündung der Lymphgefäße - diagnostiziert. Diese Erkrankung wird im Volksmund als "Blutvergiftung" bezeichnet. Ist aber eher ein Vorstadium und kann zu einer solchen führen. Hier ein Link, wo sie näher beschrieben ist: www.m-ww.de/krankheiten/innere_krankheiten/lymphangitis.html. Wir waren heute zur Nachschau bei einem anderen Arzt. Beide Ärzte halten die Lymphangitis für eine ausgesprochen ernsthafte Erkrankung. Wie kritisch ist denn diese Erkrankung bei Dir, wenn Du sie nach jedem Stich bekommst? Wirst Du jedesmal mit Antibiotika vollgepumpt oder wie verhältst Du dich und was haben Dir die Ärzte geraten? Wie oft hast Du denn schon die Lymphangitis gehabt?

  • Hi, Freibad,


    die Lymphangitis geht bei mir genau so schnell weg wie die Bienenstichschwellung, also nach 2-3 Tagen. Da es sich bei der Reaktion auf den Bienenstich um eine Reaktion des Immunsystems auf ein Toxin und nicht auf Bakterien handelt, ist bei dieser Art der Lymphangitis die Behandlung mit Antibiotika, polemisch ausgedrückt, so sinnvoll wie bei leerem Öltank die Reifen nachzupumpen. Die Lymphangitis ist hier ein Symptom und nicht eine Erkrankung. "Ernst" ist sie insofern, als daß sie auch z. B. bei infizierten Wunden auftreten kann und dann ein Zeichen einer "ernsten" Grunderkrankung ist. Dann braucht man u. U. auch Antibiotika. Behandeln tut man dann aber eigentlich nicht nur die Lymphangitis, sondern vor allem deren Ursache.


    Will sagen: ich nehme keine Antibiotika, wenn mich eine Biene sticht. :wink:


    Viele Grüße, Johannes

  • Nehmt das lieber ernst! Eine Lymphbahnentzündung ist lebensbedrohlich!


    Verursacht hauptsächlich durch Eindringen von Staphylokokken und Streptokokken in das Lymphbahnsystem durch Kratzer und kleinen Wunden. Es bilden sich rote Bahnen, die Stellen werden druckempfndlich und schmerzen. Später kommt es zu Fieber, Herzrasen und Schüttelfrost.


    Die Entzündung kann sich in das blutführende System fortsetzen (Blutvergiftung) und überspringen: ab dann geht es sehr schnell. Die Folgen sind Hirnhautentzündung, Herzinnenhautentzündug, Knochen- und Gelenkentzündungen. Mit dieser Art Entzündungen ist nicht zu spaßen, weswegen ich die Entscheidung der Ärzte zu sofortiger Behandlung mit Antibiotika nur unterstützen kann. Eine verzögerte Behandlung verringert die Überlebenschancen erheblich (bei einer Blutvergiftung).


    Johannes : erschien bei Dir eine rote Bahn unter der Hautoberfläche, die heiß war und schmerzte? Dann hast Du Glück gehabt, daß diese Infektion nicht übergesprungen ist. Oder war das nur eine Schwellung, die sich fortsetzte?


    Sollte jemand eine rote oder gar schwarze Bahn unter der Hautoberfläche entdecken, so ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. So etwas gehört nicht zu den normalen Reaktionen auf einen Bienenstich.


    Bernhard

  • Hallo!
    Nach meinen Erfahrungen sind Schwellungen der Lymphknoten normal.
    Bei mir sind diese Schwellungen sehr ausgeprägt, was aber ebenfalls mit einer Überempfindlichkeit (Allergie) auf das Bienengift zu tun hat. Wenn ich z.B. einen Stich in die Hand bekomme, kannes sein das der gesammte Unterarm anschwillt. Bei mehreren Stichen kann es sogar zu Bewegungsbeeinträchtigungen kommen. Deshalb heißt es für mich: Vermummung!
    Ich habe auch schon Fieber nach mehreren Bienenstichen bekommen, mein Arzt meinte allerdings, das das schon mal vorkommen kann.
    Ich bin aber auch der Meinung, das die Ausgeprägtheit der Schwellungen mit der Häufigkeit der Stiche zurückgeht. Meine Frau ist da allerdings anderer Meinung.
    Viele Grüße


    Klaus

    Viele Grüße aus dem hohen Norden
    Klaus

  • Hallo,


    ich habe auch gerade einen bis zum Ellenbogen geschwollenen Arm durch eine Stich in einen Finger verursacht. Im Gegensatz zu Klaus habe ich aber nicht das Gefühl, das die Ausgepräktheit der der Schwellung mit der Gewöhnung zurückgeht. Statt dessen habe ich beobachtet das die Schwellungen immer noch so schlimm wie vor 3 Jahren sind, aber schneller zurückgehen.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Imkers,


    habe am Sonntag einen Stich in den Handballen bekommen, der (wie immer) recht angeschwollen ist. Heute im Laufe des Tages hatte ich schmerzen in den Lymphdrüsen in den Achselhöhlen und den besagten roten Strich, der sich bis zur Hälfte vom Unterarm zog.


    Habe nun auch Antiobiotikum verschrieben bekommen und hoffe in ein paar Tagen wieder fit zu sein. Hab mir den Stachel mit dem Stockmeissel rausgekratzt (echt schlau), daran wirds wohl gelegen haben....


    viele Grüsse
    Thomas

  • Hat mit Tetanus aber nichts zu tun. Diese Infektionen machen meistens Staphylokokken.
    Ob es am Stockmeissel wirklich lag ?
    Ein Tip: Zusätzlich zum Antibiotikum (meist Amoxicillin) Alkoholumschläge mit einfachem Korn oder Quarkumschläge nachts. Es hat mich immer wieder verblüfft, wie effektiv diese einfachen Anwendungen sind.

  • Hallo,
    mal eine Frage am Rande.
    Kann es sein, das die Bienenstiche:Biene: im Frühjahr agressiver sind als im Sommer?
    Habe so das Gefühl, das die 2 Stiche, die ich bei meiner Frühjahrsdurchsicht mitgekrigt habe, länger eine Schwellung und gerötete Einstichstellen hinterlassen, als die vom letzten Sommer.


    Danke
    Gruß Fabi

    WO KÄMEN WIR DENN HIN, WENN JEDER SAGEN WÜRDE, WO KÄMEN WIR HIN, UND NIEMAND GINGE, UM ZU SCHAUEN, WOHIN MAN KÄME, WENN MAN GINGE?!!