Ablegerbildung

  • Hallo zusammen,


    wir haben heute eines unserer Völker nachgeschaut, das hatte schon zahlreiche ( mehr als 10) Schwarmzellen, teilweise verdeckelungsreif oder auch schon verdeckelt ... wir hatten vor 10 Tagen das letzte Mal reingeschaut. Nunja, wir haben zunächst alle Zellen, die zu finden waren ausgebrochen, aber das wird sicher nicht lange helfen. Das volk ist stark (für unsere Verhältnisse .. ), auf 2 Zargen 3/4 LS BR und 1 HR bisher ohne Absperrgitter. Im unteren Brutraum sind 8 Waben mit Brut ( 1 voller Drohnenrahmen), meistenteils verdeckelt, viele freie Zellen sind mit Honig/Futter gefüllt. In der oberen BR-Zarge sind 5 Waben mit Stiften und junger Brut und auch wieder ein Drohnenrahmen, auch bereits fast vollständig verdeckelt. Alle Brutwaben haben einen Futterkranz und einige auch reichliche Pollenlager. Im HR wurde fleißig, aber noch nicht alles ausgebaut.


    Da nun das Ausbrechen der Zellen nur vorübergehend das Ausschwärmen verhindern wird, wollen wir einen Ableger machen, das Volk verkleinern und Raum schaffen. Die Frage die sich stellt ist die, welche und wieviele Waben nehmen wir dafür heraus. Zunächst würden wir dem Volk zwei neue Drohnen/Baurahmen geben. Zwei Futter/Pollenwaben und drei Waben mit offener Brut und dazu noch die Bienen von weiteren 2 offenen Brutwaben würden den Ableger bilden und im Altvolk durch Mittelwände ersetzt. Dem Ableger würden wir dann wenigstens eine Weiselzelle gönnen, damit er wieder zu einer Königin kommt.


    Was sagt ihr zu dem Plan? Hab ich Denkfehler? Kann das gut funktionieren? Was schlagt ihr vor?


    Herzlichen Dank für Eure Tipps.
    Viele Grüße von uns und den Bienen


    Mike

  • Hallo Mike!


    Da das Volk schon in Schwarmstimmung ist, ist das Risiko, daß der Ableger auch schwärmt, sehr groß. Siehe hierzu den entsprechenden Beitrag unter dem Thema Bienenzucht: http://imkerforum.de/viewtopic.php?t=2140 .

    Viele liebe Grüße aus dem Saarland!
    Kai Kopmeier
    __________________________


    Das Staunen ist eine
    Sehnsucht nach Wissen!

  • Moin Mike,


    Du bist auf dem richtigen Weg nur die Dimensionen stimmen vielleicht nicht ganz. (po mojemu) Flugbienen willst Du ja im Volke halten nur Jungbienen und Brut soll geschröpft werden. Also BauR-Bienen und schlüpfende.


    1. schöne Schwarmzellen ausschneiden (retten :wink: ), je gedeckelter desto besser.
    2. entweder Du hast Blechwinkel oder Du wickelst Dir aus Draht eine Doppelschlaufe und hängst die schönsten Zellen mittig an eine etwas ausgekratzte Wabe oder MW für den oder die künftigen Ableger.
    3. Die Anzahl der ordentlich ausgeschnittenen Zellen bestimmt (örgendwie) die Anzahl der Ableger (wenn ansonsten genug Bienen und Material da ist)
    4. Anfang Mai kriegt ein Begattungs-Ableger nur 1 gedeckelte Brutwabe mit ansitzenden Bienen und wir haben noch ein oder zwei Wochen "Anfang Mai" (Sonst macht man lieber mehr Ableger und vereinigt hinterher oder gibt nochmal Zellen!)
    5. Ablegerkasten fertig machen mit Futterwabe, Lücke (für einen BauR und die Brutwabe), Wabe mit der Zelle (Zelle Richtung Futterwabe) WM oder Leerrahmen bis zum Rand oder auch ein Schied oder einen Styroporblock oder nichts.
    6. Brutwabe aus der Mitte entnehmen, auf Königinnenbefall :o kontrollieren und in die Ablegerkiste setzen. Brutnest wieder zusammenschieben. (es gibt jetzt am BauR eine Lücke oder zwei, wenn man gleich zwei Waben genommen hat)
    7. Baurahmen ziehen. Ist der voll oder fast voll gedeckelt samt Bienen in die Lücke an die Futterwabe im Ableger hängen. (Drohnenbrut, auch gedeckelte, bindet die Bienen) Ist er schnittreif also kurz vorm Schlupf (wäre dann allerding schon zu lange im Volk) nur Bienen in den Ableger abstoßen und wegstellen. Ist er offen oder unbestiftet dann auch, dann kommt er aber zurück ins Volk, wie ein neuer.
    8. Brutnestrand vom fehlenden Baurahmen aus suchen und zu ersetzende (entnommene) Waben als LW oder MW dort ans Brutnest stellen.
    9. Baurahmen leer wieder geben. Deckel drauf und Schluß.
    10. Ableger vorsichtig zusammenschieben. (Die Zelle hat Platz wenn sie zwischen Wabe und MW hängt) Kleines Flugloch, Daumenbreite, Deckel drauf und wegstellen. Abends eventuell nochmal verstellen. (Ist bei Drohnenbrutmitgabe unnötig, weil kaum Bienen zurückfliegen)


    Sonderfälle:
    Eine Schöne Zelle auf weitgehend gedeckelter Brutwabe -> Ohne umschneiden einfach diese Wabe in den Ableger geben. An den Platz für die Zelle denken und MW oder gekratzte Wabe daneben geben.


    Eine Schöne Zelle auf dem BauR -> auch gut :lol: (An den Schlupftermin der umliegenden Drohnen denken) Wenn Zelle und Drohnen aus dem selben Legedurchlauf und man nach dem Königinnenschlupf die Drohnen entnehmen kann ist Alles OK


    Volltracht, Morgen und Übermorgen Flugwetter, Baurahmen frisch verdeckelt, viel Futter/Pollen im o. BR -> Randwabe mit Bienen entnehmen und gleich als Futterwabe in den Ableger, BauR ebenfalls, wenn verwendbar. Jetzt kommt vermutlich eine sehr pollenlastige Wabe diese wird neue Randwabe, rutscht also von Pos. 3 auf 1, neuen BauR rein und Brutwabe für Ableger finden. Oft ist das gleich die nächste oder übernächste. Mit LW auffüllen. Fertich.


    Ich bevorzuge diese Variante, weil sie BauR-Entnahme, Entnahme der letzten Futterwabe, Mitgabe von wasserhaltigem Nektar, aufgewärmte Waben und das bei geringster Bienenquetschung und Störung im Brutnest gibt. (Und weil sie sehr schnell geht) Der BauR kann bei der nächsten Kontrolle im Ableger entnommen werden. Drohnen bleiben ja sehr lange (14 Tage) gedeckelt. Schlüpfen sollen sie dort nicht unbedingt.


    Alle jetzt mit Schwarmzellen oder überschüssigen Nachschaffungszellen gebildeten Begattungs-Ableger sind nur Zwischenprodukte und müssen später mit einer Zuchtzelle nach ordentlicher Aufzucht und von ordentlicher Abstammung neu beweiselt werden. Sonst bleibt es einfach nur Vermehrung, aber auch das kann ja am Anfang ein heres Ziel sein.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


    Unklar ist mir dennoch:
    a) reicht es denn aus, *eine* Brutwabe zu entnehmen? Freilich, es werden dann mind. 3 neue Waben ins Altvolk kommen - die Futterwabe, die Brutwabe und dann noch der(die) Drohnenrahmen.


    b) Was mach ich denn, wo ich doch jetzt alle Schwarmzellen augebrochen habe und keine mehr dem Ableger zuhängen kann .. Hm. Ich könnte in einem anderen Volk suchen, ob ich eine "verwertbare" finde ... die Möglichkeit ist ja gegeben.


    Eine weitere Möglichkeit wäre ja vielleicht auch, aus diesem und den anderen (insgesamt 6) Völkern einen Sammelbrutableger zu machen, um neue Weiseln nachzuziehen für die nächsten Ableger und die Umweiselung der vorhandenen Völker. Dr. Liebig hatte das wohl beschrieben.
    Was häältst du davon?



    viele Grüße


    Mike

  • Hallo Jungimker Mike
    Hast du Punkt 1 u. 2 von Henry´s Beitrag überlesen? :wink: 
    1. schöne Schwarmzellen ausschneiden (retten ), je gedeckelter desto besser.
    2. entweder Du hast Blechwinkel oder Du wickelst Dir aus Draht eine Doppelschlaufe und hängst die schönsten Zellen mittig an eine etwas ausgekratzte Wabe oder MW für den oder die künftigen Ableger.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • MM = Moin Mike,


    JungimkerMike schrieb:

    a) reicht es denn aus, *eine* Brutwabe zu entnehmen?

    Für den Ableger reicht es aus. Es ist aber keine Schwarmverhindernde Maßnahme es ist schwarmvorbeugend und hilft lediglich die Verhältnisse im Volk in Richtung weniger Futtersaftgeber zu mehr Futtersaftnehmern zu regulieren. Schwarmverhindernd wirkt das Zellenbrechen oder -entnehmen in diesem Verfahren.

    Zitat

    b) Was mach ich denn, wo ich doch jetzt alle Schwarmzellen augebrochen habe und keine mehr dem Ableger zuhängen kann .. Hm. Ich könnte in einem anderen Volk suchen, ob ich eine "verwertbare" finde ... die Möglichkeit ist ja gegeben.

    Wenn Dein Volk keine Schwarmzellen mehr ansetzt, dann hast Du das Schwarmtheater erstmal überstanden und kannst und must auch keine Zellen mehr brechen. Das kann ich allerdings nicht glauben. Ich wette, nächste Woche sind wieder Zellen da. Ansonsten kannst Du natürlich Deinem Ableger auch jede andere Zelle geben. Besser als die Brutlücke bei Nachschaffungsköniginnen und die oft miserable Qualaität dieser Königinnen ist das allemal

    Zitat

    Eine weitere Möglichkeit wäre ja vielleicht auch, aus diesem und den anderen (insgesamt 6) Völkern einen Sammelbrutableger zu machen, um neue Weiseln nachzuziehen für die nächsten Ableger und die Umweiselung der vorhandenen Völker. Dr. Liebig hatte das wohl beschrieben.
    Was hälst du davon?

    Ich mache keine Sammelbrutableger mehr, weil durch die Ablegerbildung bei Schröpfbedarf immer schon sehr viele Ableger mit unterschiedlichen Startterminen entstehen und ich nicht so viel Beutenmaterial hab und auch nicht soviel Ableger brauche. Ein Beispiel von einem Stand zeigt schon: 10 Völker ausgewintert, 2 als Einzarger verkauft, zwei Ableger davon behalten und im Raps (also jetzt) aus fast allen anderen Völkern nochmal zwei Ableger mit einer BW gebildet beim Auftreten der ersten bestifteten Zelle oder von Zellen auf dem mehrtraubigen BauR. Also stehen jetzt bei mir schon wieder 10 Begattungs-Ableger rum. Zum Glück in Zargen mit Schied :wink: Zur Entweiselung des Zuchtvolkes (Starter) entsteht (mindestens vorübergehend) nochmal ein Königinnenableger mit der offenen Brut. Warum sollte ich also noch Sammelbrut sammeln.


    Im Liebigschen Sammelbrutableger, der auch Starter und Pflegvolk ist kommt nicht nur gedeckelte Brut zum Einsatz, sonst reicht es nämlich hinten raus nicht. Offene Brut entnehmen heißt aber immer auch Futtersaftabnehmer entnehmen und Bienen für die Zeit in 6Wochen. Erst am 9. Tage bekommt der Ableger Larven. 9/21 der Brut sind jetzt geschlüpft. Bleiben noch 12/21. Wielange braucht die königliche Larve bis zum Schlupf? 13 Tage! Wieviel Brut bekommt also der Ableger? Null, nüschd, nix :cry: Die Ableger bekommen also nur Bienen und eine unbegatte Königin und sind alle vor dieser geschlüpft! Außerdem muß man den Sammelbrutableger am selben Tag bilden, sonst laufen ja die Brutwaben teilweise noch früher aus. Bei den Ablegern, die während der Durchsichten einfach so entstehen und die Schwarmzellen kurz vor dem Verdeckeln bekommen sieht das etwas anders aus. Die starten gleich mit hauptsächlich gedeckelter Brut und auf den paar Larven und Eiern ziehen sie nicht nach, weil die ja die "Schöne Zelle" haben. Dafür haben sie aber auch gleich zu Anfang fast nur noch für 12 Tage schlüpfende Brut. Jede dieser schlüpfenden Bienen findet nun nur eine, nämlich ihre Königinnenzelle vor und nicht den ganzen Rahmen. Gewöhnlich nach 8 bis 10 Tagen ist die "Schöne Zelle" geschlüpft und es gibt vielleicht sogar noch etwas Brut. Das Volk ist also immer warm und es mußte der neuen Königin auch bei Volltracht Legeplatz lassen. Da waren ja gestern noch die Bienen drin. Rennt die Königin erstmal rum, auch unbegattet bleiben immer Zellen für Eier frei. Wenn die neue Königin also nach weiteren 10 Tagen Eier legt dann haben wir schon Mitte/Ende Mai und die Zuchtzellen werden gerade verdeckelt. Anfang Juni ist der Raps-Streß sicher vorbei und Kehrbienen sind verfügbar (z.B. für Kunstschwärme mit den Königinnen aus den "Schönen Zellen" die inzwischen in den Ablegern legen) Klappt die Zucht gut bekommen die Ableger schlüpfreife Zellen im Austausch gegen ihre Königin. Wieder haben sie keinen Grund nachzuschaffen. Für die Zuchtzelle ist es schön warm, wegen der Brut ringsum und die Bienen haben ja eine Zelle und die schlüpft sogar schon morgen.


    Und ich mußte mich mit den Ablegern nur zweimal beschäftigen:
    Beim Bilden und der Volksdurchsicht und beim Umweiseln mit der schlupfreifen Zuchtzelle. Und das ganze klappt auch noch als echter Wochenendimker, weil ich ja niemals in Zeitnot gerate. Notfalls pflegen die Ableger (sie haben ja wärmende Brut) die Zuchtzelle auch paar Tage länger. Und Zellenbrechen und natürlich Übersehen kommt garnicht vor.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich hab' nachgedacht ich muß nochmal in die Ableger. Ich nehme die BauR mit noch gedeckelter Drohnenbrut am nächsten WE ersatzlos raus.
    Und wenn ich ehlich bin muß ich (es zwingt mich die Neugier) am WE drauf nachsehen, ob die Schöne Zelle geschlüpft ist.


    Beide Eingriffe sind aber nicht wirklich entscheidend. Drohen in den Ablegern schaden überhaupt nicht. (Nur die Varroen :cry: ) und ob die "Schöne Zelle" geschlüpft ist, ist auch nicht wichtig, außer man hat schon wieder eine "Schöne Zelle" in der Hand und will sie nicht zerdrücken.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry
    kannst Du den Satz mir etwas erläutern ?
    "Zum Glück in Zargen mit Schied Zur Entweiselung des Zuchtvolkes (Starter) entsteht (mindestens vorübergehend) nochmal ein Königinnenableger mit der offenen Brut"


    Danke
    Vitali

  • Vitali-FDS schrieb:

    Henry
    kannst Du den Satz mir etwas erläutern ?
    "Zum Glück in Zargen mit Schied Zur Entweiselung des Zuchtvolkes (Starter) entsteht (mindestens vorübergehend) nochmal ein Königinnenableger mit der offenen Brut"


    Danke
    Vitali

    Moin da fehlt ein Punkt. Hier ist er --> "." Mit Punkt wird's deutlicher. Oder?


    Zum Glück in Zargen mit Schied. 
    Weil es dann nicht 10 oder mehr Zargen und Böden oder Platz braucht, sondern nur Halbsoviele


    Zur Entweiselung des Zuchtvolkes (Starter) entsteht (mindestens vorübergehend) nochmal ein Königinnenableger mit der offenen Brut
    Damit möglichst viele Zellen angepflegt werden braucht man ein weiselloses Volk ohne offene junge Brut. (Starter) Deshalb sperrt man die Königin mit Gitter in einen Raum oder mit Schieden in auf paar Waben ab. Eine Woche reicht. Alle anderen Brutwaben altern jetzt ohne daß Zellen angesetz würden. Am Freitag Abend kommt die Königin dann von den Paar Waben die jetzt ordentlich bestiftet und belarvt sind ins Nicot-Gatter, das direkt daneben hing. Entweder stiftet sie da rein, dann sind die Eier Sonntag Abend gerade so am Kippen oder man muß halt umlarven. Dann kommt die Königin mit der offen Brut als Königinnenableger raus. Zurück bleibt die Zuchtlatte und viel schlüpfende Brut und mind. 7 Tage alte offene Brut. Am nächsten Sonntag sind die Zellen dann gedeckelt und man kann verschulen oder schon in Ableger geben und halt den Königinnenableger zurückvereinigen oder halt nicht.


    Wenn man nicotiert hat hat man noch eine Woche (also bis Freitag) Zeit, dann können die Eier bzw. Larven nicht älter sein. Hat man umgelarvt könnte es knapp werden, denn dann könnte die Larve auch schon etwas älter sein. Gibt man die Zelle gleich nach dem Deckeln in die Ableger stellt sich diese Frage nicht und im Ursprungsvolk ist die alte Alte jetzt wieder die Alte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    folgendes habe ich in deinen Ausführungen nicht verstanden:


    Zitat

    Ich mache keine Sammelbrutableger mehr, weil durch die Ablegerbildung bei Schröpfbedarf immer schon sehr viele Ableger mit unterschiedlichen Startterminen entstehen und ich nicht so viel Beutenmaterial hab und auch nicht soviel Ableger brauche.


    Wir haben z.zt. 6 Völker und 5 davon haben Schwarmzellen angesetzt. Wenn wir 5 einzelne Ableger bilden, brauchen wir doch wesentlich mehr Beutenmaterial oder?? Und es werden mehr Ableger, nämlich 5 und nicht einer.


    Weiterhin:


    Zitat

    10 Völker ausgewintert, 2 als Einzarger verkauft, zwei Ableger davon behalten und im Raps (also jetzt) aus fast allen anderen Völkern nochmal zwei Ableger mit einer BW gebildet beim Auftreten der ersten bestifteten Zelle oder von Zellen auf dem mehrtraubigen BauR. Also stehen jetzt bei mir schon wieder 10 Begattungs-Ableger rum.


    Heisst das, du entnimmst 2 BW und nicht eine oder im ABstand 2 BW, dann sind es doch 20 Ableger?


    Außerdem:


    Zitat

    Im Liebigschen Sammelbrutableger, der auch Starter und Pflegvolk ist kommt nicht nur gedeckelte Brut zum Einsatz, sonst reicht es nämlich hinten raus nicht.


    Soweit ich dass vertstanden habe, soll man hauptsächlich gedekcelte Brutwabven entnehmen, zusätzlich noch die Pflegebienen der Drohnenbaurahmen. Dann bekomme ich einen Sammelbrutableger mit mind. 5 gedeckelten BW, den Bienen der Drohnenwaben und ein paar Futter/Pollenwaben. Nach 9 Tagen kann ich einen Zuchtrahmen einhängen und habe jetzt einen Massenüberschuß an Ammenbienen in einem Weisellosem Volk, also beste Voraussetztungen für die Weiselzellen.


    Logischerweise habe ich eine Brutlücke von 9+14+10 Tagen (je nach Wetter), dann habe ich aber gleich Königinnen von Zuchtstoff wie ich es will und nicht von schwarmfreudigen Völkern Weiselzellen genommen, die ich später Umweiseln muss, wo also die letzten 10 Tage Brutfreiheit auch anfallen. Und die Königinnen stehen mir zur Verfügung, wenn ich sowieso erneutr Ableger bilden muss, wo ich also da wieder Zeit spare.
    Den Sammelbrutableger muss ich sicher zufüttern, er hat ja keine Flugbienen.


    Falls es irgendwann eng wird, kann ich ja noch auslaufende BW zugeben um für Bienenzuwachs zu soregm oder?


    Was sagst du dazu?
    Cerr

  • Moin Cerr,
    ich wills gerne erklären. :wink: Ein Ableger benötigt bei mir im Moment eine halbe Zarge, einen halben Boden und einen halben Deckel und ein ganzes Schied.


    Cerr schrieb:

    ...
    Wir haben z.zt. 6 Völker und 5 davon haben Schwarmzellen angesetzt. Wenn wir 5 einzelne Ableger bilden, brauchen wir doch wesentlich mehr Beutenmaterial oder?? Und es werden mehr Ableger, nämlich 5 und nicht einer.

    Schröpfen ist Schwarmvorbeugung nicht Verhinderung. Junge Königinnen für's nächste Jahr sind ebenfalls eine Schwarmvorbeugungsmaßnahme, man braucht also für die Bestandsvermehrung (oder Abgabe) und zur Umweiselung der Altvölker Junge begattete Königinnen in ausreichender Anzahl. Aus 5 Völkern je 2 Brutwaben mit Bienen erzeugt aber nur einen zugegeben volksstarken Ableger mit erstmal garkeiner Königin.


    Zitat

    10 Völker ausgewintert, 2 als Einzarger verkauft, zwei Ableger davon behalten

    macht 8 Völker und zwei Ableger

    Zitat

    und im Raps (also jetzt) aus fast allen anderen Völkern nochmal zwei Ableger mit einer BW gebildet

    Das waren nochmal 8 Ableger

    Zitat

    ... Also stehen jetzt bei mir schon wieder 10 Begattungs-Ableger rum.

    Zitat

    Heisst das, du entnimmst 2 BW

    ja manchmal

    Zitat

    und nicht eine oder im ABstand 2 BW

    ja auch das manchmal

    Zitat

    , dann sind es doch 20 Ableger?

    Wenn aus 10 Völkern je 2 Ableger würden, dann ja :wink:

    Zitat

    Außerdem:

    Zitat

    Im Liebigschen Sammelbrutableger... kommt nicht nur gedeckelte Brut zum Einsatz ...

    Soweit ich dass vertstanden habe, soll man hauptsächlich gedekcelte Brutwabven entnehmen

    das sind Waben die zu weiten Teilen gedeckelte Brut haben aber eben nicht nur, sonst müste er ja nicht noch 9 Tage warten und dann suchen und quetschen. Oder?

    Zitat

    , zusätzlich noch die Pflegebienen der Drohnenbaurahmen.

    Ich nehme gleich die ganzen Drohnenrahmen

    Zitat

    Dann bekomme ich einen Sammelbrutableger mit mind. 5 gedeckelten BW, den Bienen der Drohnenwaben und ein paar Futter/Pollenwaben. Nach 9 Tagen kann ich einen Zuchtrahmen einhängen und habe jetzt einen Massenüberschuß an Ammenbienen in einem Weisellosem Volk, also beste Voraussetztungen für die Weiselzellen.

    Das stimmt unbestritten und funktioniert auch, aber Du mußt auch noch Zellen brechen und darfst keine übersehen. Und Du mußt weiterrechnen ...

    Zitat


    Logischerweise habe ich eine Brutlücke von 9+14+10 Tagen (je nach Wetter), dann habe ich aber gleich Königinnen von Zuchtstoff wie ich es will und nicht von schwarmfreudigen Völkern Weiselzellen genommen, die ich später Umweiseln muss, wo also die letzten 10 Tage Brutfreiheit auch anfallen.

    Aber Du hast die Ableger nicht bilden können, wann Du wolltest und Du mustes immer wieder Schwarmzellen abquetschen und das obwohl die schon Vorsprung hatten

    Zitat

    Und die Königinnen stehen mir zur Verfügung, wenn ich sowieso erneutr Ableger bilden muss, wo ich also da wieder Zeit spare.

    Wieso mußt Du irgendwann erneut Ableger bilden und woher nimmst Du die Bienenbrut die Dir dann als Bienen in der Linde fehlt? Rechne mal nach, wann Du nochmal irgendwo Brut entnehmen must und wieviel Material Du brauchst, wenn Du den Sammelbrutableger auflöst. Und was wird passieren, wenn beim Nachziehen was schief läuft. Ich hab' immer Ableger mit Königinnen da. Auch zum Abgeben im Notfall und könnte auch anderswo übrige Zellen den ganzen Sommer über zur Begattung aufnehmen. Manchmal klappt ja bei anderen Imkern was besser als bei mir. :wink: 

    Zitat

    Den Sammelbrutableger muss ich sicher zufüttern, er hat ja keine Flugbienen.

    Da sagt auch Liebig ganz glasklar: Nein (siehe Seite 138 "Was tue ich nicht")

    Zitat

    Falls es irgendwann eng wird, kann ich ja noch auslaufende BW zugeben um für Bienenzuwachs zu soregm oder?

    Eng wird es nicht bei den Bienen, eng wird es bei der Anzahl der begatteten Königinnen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder