Verkausstand auf Wochenmärkten ect.

  • Guten Tag,


    ich möchte in nächster Zeit meinen Honig auf unserem Wochenmarkt oder bei sonstigen Veranstaltungen am Ort auf eine eigenen Stand anbieten.


    Da ich das ganz nur als Hobby betreibe und keine Ahnung habe worauf ich dabei achten muss, hier die Frage nach:


    1) Muss ich einen Gewerbeschein besitzen ?
    2) Welche Rahmenbedingungen muss man erfüllen.
    3) Wie sieht die Angelegenheit das Finanzamt ?


    Grüße



    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo Dr. Harper,


    in dem Moment, wo du Honig in größerem Umfang verkaufen willst, hat das im Grunde nix mehr mit Hobby zu tun!


    anderer Seits bist du noch lange kein Vollerwerbslandwirt, wenn du nicht mehr als 100 Völker betreust!


    Das was dazwischen liegt ist Zuerwerb oder Nebenerwerb!


    Dafür gibt es natürlich ganz klare Regelungen.


    Als erstes ist zu empfehlen, daß du deine kleine Landwirtschaft anmeldest. Das macht man auf der Gemeinde!


    In dem Moment wo deine Imkerei als Landwirtschaft angemeldet ist, brauchst du für den Wochenmarkt oder andere Märkte keinen Gewerbeschein! sofern du nur deinen eigenen Honig / Produkte verkaufst!


    Es gibt auch eine Regelung, wo nach man auch gelegentlich bis zu 30% zukaufen kann!


    Finanzamt:


    Grundsätzlich kann man die Imkerei als Teil der Landwirtschaft nach dem 13a Gesetz pauschalieren lassen, was für die meisten kleineren Imkereien das sinnvollste ist. Hierzu ist es aber sehr ratsam das Buch über Steuern in der Imkerei mal genauer zu studieren!


    gibts beim Imkereifachhandel!


    Berufsgenossenschaft:


    In dem Moment wo du die Imkerei bei der Gemeinde angemeldet hast, sind auch Beiträge für die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft fällig!


    bei mir in BW ist das ab 25 Völkern! die Beiträge halten sich aber bei uns im Rahmen. Jedes Bundesland hat hier bis jetzt eigene Regelungen! Das soll sich aber noch ändern!


    mehr brauchts im Grunde nicht!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Thomas,


    ja dann brauchst du einen Gewerbeschein :cry: ,
    den bekommt man ebenfalls auf der Gemeinde!
    Dazu mußt du dann ein Gewerbe anmelden :cry: .
    Das wiederum bedeutet, daß du dann auch eine Umsatzsteuermeldung ans Finanzamt machen mußt :cry: !
    und zusätzlich auch Aufzeichnungen führen mußt über den Gewinn bzw. Verlust :evil: !
    und dann je nach dem auch zur Einkommensteuer veranlagt wirst! :evil:


    Da kommt es dann auch drauf an wie viel Geld man sonst verdient! 8)


    Es gibt auch Fälle, wo das Finanzamt die Imkerei zur Liebhaberei erklärt hat :P ,
    weil im Bereich Imkerei zu lange zu viele Verluste gemacht wurden, und das wiederum die Einkommensteuer aus dem anderen Bereich logischer Weise ja zu sehr gedrückt hat! :wink:


    um die Berufsgenossenschaft kannst du dich dann eventuell drücken, z.B. wenn du weniger als 25 Völker hast!


    nur wenn die BG dir mal auf die Schliche kommt dann können sie es dir nachfordern! dann wird es z.T. teuer :evil:


    Haftpflicht usw ist ja über den Imkerverein geregelt! da gibts bei beiden Varianten keine Probleme, es sei den du bist nicht in einem Verein gemeldet!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ich möchte mal diesen alten Faden wiederbeleben.


    Kann mir einer das genau sagen, obenstehendes finde ich zu viel Rundumschlag:


    Als Kleinimker mit bis zu 30 Völkern mit landwirtschaftlicher Betriebsnummer der normalerweise von daheim und bekannte Kunden verkauft, braucht man doch keinen Gewerbeschein nur weil man mal ausnahmsweise auf den Wochenmarkt seinen eigenen produzierten Honig verkaufen möchte, oder? Stichwort: landw. Urproduktion. Den Verkauf von zugekauften Produkten will ich mal außen vor lassen.


    Kann mir zusätzlich da jemand ein paar mehr Details dazu sagen, auch über zu erwartende Kosten bei einem minimalgroßen Stand (kl. Tisch mit Honig drauf)? [Ja, es von Ort zu Ort unterschiedlich, will aber nur ne Hausnummer wissen]

  • Bei einer aktuellen Schulung wurde gesagt, daß ein Imker für den Verkauf von Urprodukten auch auf Weihnachts- oder Wochenmärkten keinen Reisegewerbeschein benötigt.
    Mir bekannte Kollegen, die im Supermarkt Honig verkaufen haben ebenfalls keinen.
    Eine Quelle hierzu: Link

  • Kann mir zusätzlich da jemand ein paar mehr Details dazu sagen,

    Was möchtest Du denn gerne wissen ? Es gibt da einige " mehr Details" ;). Zum Thema Wochenmarkt könnte ich Infos beisteuern.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von 08022019 ()

  • Steht auch ausdrücklich in § 55a Gewerbeordnung:

    "1) Einer Reisegewerbekarte bedarf nicht, wer (...) selbstgewonnene Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, des Gemüse-, Obst- und Gartenbaues, der Geflügelzucht und Imkerei sowie der Jagd und Fischerei vertreibt;"


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Vielen Dank für die Antworten bisher.


    Also ich fasse mal zusammen:

    [1] Gewerbeschein ist bei eignen Imkereierzeugnissen nicht nötig.

    [2] Ein Stand kostet wenige Euro / qm. Billiger wird es auch wenn man einen regelmäßigen Standplatz hat.


    Weitere Fragen wäre ob es eine Mindestgröße gibt und wohin man sich wegen Wochenmärkten genau hinwenden soll. Wenn einer Erfahrungen mit Honigverkauf auf Wochenmärkten hat, wäre ich über einen Erfahrungsbericht sehr dankbar.

  • Weitere Fragen wäre ob es eine Mindestgröße gibt und wohin man sich wegen Wochenmärkten genau hinwenden soll. Wenn einer Erfahrungen mit Honigverkauf auf Wochenmärkten hat, wäre ich über einen Erfahrungsbericht sehr dankbar.

    Auch das wird dir der zuständige Wochenmarktmeister sagen können ob Sie Lust auf einen Imker haben der einen 1m Tapeziertisch braucht oder einen mit 5m.


    Aber da macht man sich doch SELBER Gedanken wie groß der Stand ist den ich benötige.

    Wenn bei Regen ein Sonnenschirm reicht, ist dein Stand bis 2m breit, möchte man seine Ware etwas aufwendiger zur Schau stellen sollten es schon 3m mit Tischdecke und Pavillon sein also eher 3-4m breite.

    Wer viel schleppt möchte sein Auto oder Anhänger gerne am Stand haben oder der Anhänger ist der Stand, dann ergeben sich andere größen...


    Und um Erfolgreich zu sein ist regelmäßiges erscheinen an immer dem gleichen Stand von sehr großem Vorteil, dann ergibt sich die Kundschaft.


    Zugekaufte Bienenprodukte wie, Bonbons, Lollies (jedes Kind bekommt einen wenn Mammi kauft), Seife, Kerze... ergänzen das Portfolio sehr gut.


    Auf die Verfügbarkeit des Honig höchsten Wert legen...

  • Dr. Harper  

    Moin,
    für mich stellt sich die Frage einer Marktbeschickung nicht, daher sehe ich die administrativen Belange hierfür auch eher zweitrangig. Notwendige Formularitäten sind entsprechend den Vorgaben zu beschaffen und stellen im allgemeinen keine Hürden da.

    Aus Sicht des Endverbrauchers/Kunden sehe ich allerdings schon deutliche Unterschiede in der Präsentation von Imkerprodukten. Da lädt ein einfach aufgestellter Klapptisch mit 10 trapierten Honiggläser unter einem im Wind wackelndem Sonnenschirm, für den Kunden weniger zum verweilen und kaufen ein, als ein Stand mit entsprechendem Accessoire, evtl. Probiermöglichkeiten, Bienenkörben zur Deko oder auch im Sommer einen Schaubienenkasten.

    Daneben gehören eindeutige, auffällige Hinweise der Regionalen Herkunft, Erhalt der Natur durch Bestäubung wie auch das informative Kundengespräch über die angebotenen Produkte im weitesten Sinne.
    Das die Produkte selbst in einer entsprechenden Aufmachung vom Etikett mit allen rechtlichen Vorgaben bis hin zur zweckmäßigen Transportverpackung dargereicht werden versteht sich von selbst.


    Die am Stand für den Verkauf anwesenden Damen und Herren sollten vermitteln können, dass sie mit Herzblut hinter den Produkten stehen und neben dem Verkaufen, auch Informationen wiedergeben können.

    Leider gibt es für mich zu viele Honigverkaufsstände die dieses nicht beherrschen und somit glauben, wenn "ihr Honig" 50 ct. billiger ist als beim Nachbarstand ist, es für eine Kaufentscheidung beim Kunden ausschlaggebend ist.


    Wenn eine vernünftige Präsentation eines eigenen Verkaufstandes aus welchen Gründen auch immer, nicht umgesetzt werden kann, halte ich es für sinnvoller Imkerartikel/Honig als Portfolioerweiterung einem anderen Händler zum Mitverkauf an zu bieten.

    Grüsse aus Cuxhaven

    Bernhard