Jetzt noch zufüttern?

  • Hallo,


    ich bin hier neu und hoffe auf einen Austausch damit ich vieles richtig mache.


    Jetzt ist es aktuell so, das laut unserem Bekannten die Bienen kaum Brut haben (2 Völker) und wenig eingetragen haben. geflogen sind sie auch schwach!
    Wir sollten unbedingt zufüttern mit Zuckerwasser. Das haben wir gemacht und innerhalb 1,5 Tage (kann auch schon früher gewesen sein) war alles leer. Das Zuckerwasser sollen wir zur Hälfte mit Wasser verdünnen.


    Meine Oma, die jahrzentelang die Imkerei (20 Völker) mit meinem Opa mitgemacht hat, meinte sowas hat es noch niemals gegeben das man im April zufüttert wo doch Ende Mai schon geschleudert wird.
    Sonst würden die Bienen zu faul werden selber was zu suchen.


    Ein Imkernachbar der mit meiner Mutter gesprochen hatte, meinte auf gar keinen Fall noch zufüttern, das wäre der Tod!


    Mein "Praxisanleiter" - ein Imker! bleibt aber dabei. Ja was mache ich denn dann richtig? Ich will denen ja nicht schaden....


    Also am Samstag haben wir zugefüttert das erste mal (1 Liter) und heute nocheinmal nachgefüttert (war alles ratzeputz leer)


    Danke schon mal LG Elke

  • Hallo Elke,


    zunächst willkommen im Club bzw. Forum - eine gute Entscheidung!


    Ob gefüttert werden muß, hängt immer von der Situation ab, generell kann man keine Aussage machen. Im März und April verhungern die meisten Völker. Also 4 Kilo Futter sollten die Völker eigentlich noch haben. Es kann immer schlechtes Wetter kommen. Etwas anderes gibt mir aber zu denken: Nur wenig Brut ende April, das ist zuwenig (eigentlich müssen sie aus allen Nähten platzen), liegt es am Futtermangel, alten Königinnen oder gar Weisellosigkeit? Wie ist die Brut beschaffen (alle Stadien vorhanden)? Wie stark sind die Völker in den Winter gegangen? Wieviel Kilo hast du ihnen für den Winter mitgegeben? Wie sah die Varroabehandlung aus?


    Bevor die Völker verhungern und du sonst keine Alternative hast, hast du jetzt das Richtige getan.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Elke,


    wie ist eigentlich bei euch das Wetter?
    Bei uns in Nord Baden tragen die Bienen zur Zeit eifrig Nektar ein.
    Größerer Brutflächen sind schon seit längerer Zeit angelegt.
    Füttern um diese Jahreszeit ist eigentlich nicht normal. Wenn das Volk stark aus dem Winter kommt, und noch ca. zwei volle Futterwaben aus dem Wintervorat besitzt braucht nicht zugefüttert werden. Wenn das Volk um diese Jahreszeit schwach fliegt, und wenig Brut hat stimmt vielleicht mit der Königin etwas nicht. Besser du holst dir einen zweiten "Expertenrat "vor Ort ein. Eventuell kennst Di jemand vom örtlichen Imkerverein.


    Gruß,
    Stefan

  • Hallo Christoph,


    tut mir leid das ich erst jetzt zum schreiben komme, aber mir ging es schlecht (Gehörgangsvereiterung, Fieber und warscheinl. auch noch schwanger so dass man nichts nehmen kann gegen die Schmerzen). Hab schon überlegt ob ich nicht Propolis rund ums Ohr und Kiefergelenk verteile. Ist doch auch gegen Entzündung, Schwellung usw. oder? Das Kiefergelenk bekomme ich vor Schwellung nicht mal auf...


    zunächst willkommen im Club bzw. Forum - eine gute Entscheidung!
    +++dankeschön. So eine Tradition muss man weiterführen


    Im März und April verhungern die meisten Völker.
    ++also wir haben jetzt gefüttert bis die Völker nichts mehr agenommen haben und jetzt gehts los mit bestiftete Waben wie die die Weltmeister!


    Nur wenig Brut ende April, das ist zuwenig (eigentlich müssen sie aus allen Nähten platzen), liegt es am Futtermangel, alten Königinnen oder gar Weisellosigkeit?
    +++vielleicht lag es am Futtermangel, obwohl wir doch immer gefüttert haben. Wie alt die königin ist wissen wir nicht (waren Schwärme). 1 Mittelwand haben wir allerdings reingehängt, die wird aber komischerweise von dem 1 Volk noch nicht angenommen.


    Wie ist die Brut beschaffen (alle Stadien vorhanden)?
    +++jetzt schon nachdem wir gut gefüttert haben


    Wie stark sind die Völker in den Winter gegangen? Wieviel Kilo hast du ihnen für den Winter mitgegeben?
    +++das kann ich gar nicht so genau sagen...


    Wie sah die Varroabehandlung aus?
    +++mit Ameisensäure


    Liebe Grüße
    Elke

  • Hallo Elke,


    vieles deutete wirklich auf Futtermangel hin. Gib deinen Völkern jetzt Möglichkeiten zu Bauen und sich auszudehnen.


    Wenn im vergangenen Jahr nur mit Ameisensäure behandelt worden ist, nehme ich an, dass es keine Winterbehandlung (bei Brutfreiheit) mit Oxalsäure, Milchsäure oder Perizin gegeben hat. Deshalb solltest du unbedingt auf Entwicklung der Varroen in deinen Völkern achten! Kontrolliere also regelmäßig den natürlichen Totenfall, damit du rechtzeitig eingreifen kannst.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hab mich heute entschieden, ein bischen zu zufüttern.
    Besonders um meine Buckis mache ich mir Sorgen.
    Viel Futter ist nicht mehr da und die Wetterprognose bis Mitte nächster Woche ist sehr düster.



    Gruß aus dem verregneten Süden


    bucneria

  • buchneria schrieb:

    Hab mich heute entschieden, ein bischen zu zufüttern.
    Besonders um meine Buckis mache ich mir Sorgen.
    Viel Futter ist nicht mehr da und die Wetterprognose bis Mitte nächster Woche ist sehr düster.
    Gruß aus dem verregneten Süden
    bucneria


    Hallo buchneria,
    da ich auch ein Südstaatler bin, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Bienen in unserer Region nichts eingetragen haben. Jetzt zu füttern ist bedenklich!

  • Hallo Franz,


    lieber füttern, als nachher vor leeren Kästen zu stehen. Wir haben Dir bereits zahlreiche Wetterbericht zukommenlassen, daher weißt Du doch, dass es bescheidenes Wetter auch in Bayern geben wird. Mit drei Bruträumen kann man sich da wirklich mal Gedanken machen, was so ein Volk in der Woche verbraucht. Also lieber auf Nummer sicher gehen und füttern, für solche schwierigen Jahre empfehle ich dann immer ein paar Carnica-Völker, damit man wenigstens ein wenig unverfälschten Blüten-Honig ernten kann. Bis bei Euch die Waldtracht einsetzt, sollte das Futter dann doch schon verbraucht sein. Also Null Problemo.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Bernie,
    warum nicht ein paar Mellifera-Völker?
    Die fliegen auch bei schlechteren Wetter und sollen dann auch noch
    immerhin einen Honigraum voll schaffen.
    Klar, das stärkere Völker, egal welcher Herkunft, mehr Eigenbedarf haben.
    Aber von nichts kömmt nichts.
    Schöne Grüße nach Rapswig-Holstein, oder Schleswig-Rapsstein
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Berni911 schrieb:

    Hallo Franz,
    lieber füttern, als nachher vor leeren Kästen zu stehen. Wir haben Dir bereits zahlreiche Wetterbericht zukommenlassen, daher weißt Du doch, dass es bescheidenes Wetter auch in Bayern geben wird.
    Grüsse 8)


    Hallo Matthias,
    auch in der Imkerei gilt das Schlagwort "Wissen ist Macht". Ein starkes Buckfastvolk steht bei mir auf der Waage, daher weiß ich, dass in der letzten Woche ca. 12 kg Honig eingetragen wurde. Erst seit vorgestern Stagnation +- 0 g und gestern - 300 g. Wo will ich da vor leeren Kästen stehen? Ein schwächeres Volk, dass bisher weniger eintrug, verbraucht auch jetzt weniger Reserven, daher kann man auch hier seine Schlüsse davon ableiten.
    Jetzt bricht die Tracht normalerweise bis E. Juni nicht mehr ab und dass das Wetter nicht besser wird, glaube ich nicht. Die Apfelbäume stehen in voller Blüte. Der Löwenzahn blüht massenweise. Jetzt kommen die Ahornarten, die auch sehr viel Nektar absondern. Dann kommen die Himbeeren, die Brombeeren, die Linden. Ein sehr großer Nektarspender ist auch der Faulbaum, der sehr lange blüht. Viele Kleesorten, besonders der Weißklee, im Gegensatz zum Rotklee, ist den Bienen zugänglich. Vieles blüht und sondert Nektar an den Bachläufen oder Straßenrändern ab, das ich hier gar nicht detailiert aufführen kann.
    Sollte dann M - E- Juni der Wald beginnen zu honigen, überschneidet sich das Blüten - Waldspektrum sogar. Jetzt zu füttern wäre völlig falsch. Jetzt ein oder zwei Wochen schlechtes Wetter, lässt meine Bienen nicht verhungern. Ich füttere erst wieder nach dem Ableudern, denn im Juli können dann wirklich trachtlose Zeiten, dem Bienenvolk das Leben schwer machen und dass da ein Buckivolk mehr "Zuwendung" als ein Carnicavolk braucht, lässt sich nicht abstreiten, da das Carnicavolk sehr schnell aus der Brut bei Trachtlosigkeit geht, im Gegensatz zum Buckfastvolk, dass meist bis zur letzten Reserve durchbrütet und bei weitem volksstärker dadurch ist. Deshalb ist ein Buckfastvolk nach Trachtschluss immer gut, um problemlos Kunstschwärme zu ernten. Dies kann aber aber erst sehr deutlich beobachten, wenn man kein Rassengemisch am Stand hat.
    Es hat eben alles Vor - und Nachteile.
    Wisssen ist eben doch Macht, auch in der Behandlung der Bienen und sogar rassenunterschiedlich. Wobei ich mir nicht dass "alleinige Wissen" zusprechen will. Meine Sicherheit, dass ich jetzt nichts falsch mache, wenn ich nicht füttere, führe ich auf meine jahrzehntelange intensive Beobachtung der Natur in meiner Region zurück und eben auch einer exakten Kontrolle des Futterverbrauches mittels eines Waagstockes, ohne die Bienen stichprobenartig durchsehen zu müssen.


    Dass ich alles selbst ausprobiere und mich nicht nur aufs Lesen oder Zuhören beschräncke, tut ein übriges dazu bei, ein Imker zu sein, der selbstsicher hinter den Beuten steht. Das kann aber ein jeder andere Imker sich genauso aneignen, nur Interesse ist dabei vonnöten.


    Falls man seinen Honig selbst verbraucht, ist ein Füttern der Bienen zu jetztigen Zeitpänkt vertretbar, dann dann ißt man eben selbst sein Honig - Zuckergemisch.

  • Hallo,
    wenn der Verhaltensunterschied (Zehrung) zwischen Buckfast und Carnica so wesentlich ist, müssten doch diese Fakten in einem Herkunftsvergleich in der Fachpresse veröffentlicht werden. Mir genügt nicht irgendein Bienenbüchlein oder ein Erfahrungsbericht mit wenigen Völkern.
    Ich bin mir bei der Herkunft meiner Bienen am Stand nicht mehr so sicher. Sie sehen zwar rassetypisch nach Carnica aus, haben aber nicht die "typischen" Eigenschaften, die ich hier im Forum immer wieder lese.
    Aber unstreitbar ist: 300g verbraucht mein Waagvolk am Tag.
    Gruß
    SH

  • Hallo Franz Xaver,


    bei dir scheint die Tracht wohl besser zu verlaufen.
    Bei uns hat es in diesem Jahr zur Kirschenblüte geregnet.
    Dann kamen Äpfel und Birnen. Auch da hinein hat es geregnet.
    Und der Ahorn und die Akazie im Auwald wird gerade von den Raupen gefressen ( Frostspanner), die sich mal wieder in Massen vermehrt haben.


    Aber noch mal zum Füttern:


    Natürlich habe ich die Dreizargigen Völker mit Honig gefüttert.
    Nur die zweizarger bekamen ein wenig Futterteig obendrauf.
    Ich war einfach erschrocken, als ich die Vorräte letzte Woche kontroliert habe.
    Und da ich mit Buckis noch keine große Ahnung habe, aber inzwischen einiges gelesen habe, hatte ich einfach Bedenken, daß die Völker bis zur Waldtracht nicht mehr durchhalten.
    In etwa 5 - 10 Tagen rechne ich mit dem Beginn der Himbeerblüte in den Lothar - Kahlflächen im Bergwald.



    buchneria

  • Bumblebee schrieb:

    Hallo,
    wenn der Verhaltensunterschied (Zehrung) zwischen Buckfast und Carnica so wesentlich ist, müssten doch diese Fakten in einem Herkunftsvergleich in der Fachpresse veröffentlicht werden. Mir genügt nicht irgendein Bienenbüchlein oder ein Erfahrungsbericht mit wenigen Völkern.
    SH


    Es gibt Leute, die probieren das eben aus und wenn es nur mit wenigen Völkern wäre. Welche Fachpresse meinst du speziell?. Es gibt auch Imker, die reden mit Imkern, die hier schon Erfahrung habe. Kann dir ein paar Adressen geben von sehr guten Imkern geben, die hier schon lange mir Buckfast und auch Carnica gearbeitet haben und auch arttypische Verhaltensmuster beurteilen können, das diese Imker auch die Bienen "artgerecht" geführt haben, denn eine Bucki braucht ein anderes "Handling" wie eine Carnica.
    Ich würde mir wetten trauen, dass keiner meiner alten Imkerkollegen aus unserem Imkereiverein mit jahrzehntelanger Carnicaerfahrung mit der Buckfast zufriedenstellend auf Anhienb arbeiten könnten.

  • buchneria schrieb:

    Hallo Franz Xaver,
    Aber noch mal zum Füttern:
    Natürlich habe ich die Dreizargigen Völker mit Honig gefüttert.
    buchneria


    Super buchneria, einwandfrei mit der Situation fertig geworden, da kann man dir nur gratulieren. Dann kannst du auch mit gutem Gewissen unverfälschten Waldhonig ernten, falls sich die Lachniden wohlfühlen heuer.