Minikleine Nachschaffungszellen im Ableger; viele Fragen

  • Hallo allerseits.
    Ich habe zur Bestäubung meiner Obstbäume und -sträucher vor 8 Tagen einen kleinen Ableger gebaut. Mehr konnte ich meinen Nachbarn im Reihenhausgarten nicht zumuten. Eigentlich bin ich sicher, daß die Brut zu alt für die Nachschaffung war. Daher habe ich zwei kleine Eistreifen eingehängt.


    Gestern habe ich nachgeschaut. Die Eistreifen ignoriert! Zwei verdeckelte Nachschaffungszellen mitten in der überwiegend verdeckelten Arbeiterinnen-Brut. Sehen aber (nach meiner bescheidenen Meinung) eher kläglich klein aus. Nicht zu vergleichen mit Fotos von Zellen, die ich bisher gesehen habe.
    Und jetzt kommt ihr:
    Ist die Größe der Zelle ein Indiz für die Gesundheit/Vitalität der daraus schlüpfenden Königin?
    Könnten die Larven schon zu alt gewesen sein?
    Sollte ich ggf. ausbrechen und neue Eistreifen geben?
    Warum wurden die Eistreifen ignoriert?


    Viele Grüße
    Friedhelm

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Hallo, Friedhelm,


    meinst du mit Eistreifen tatsächlich Zellen mit Eiern oder jüngste Maden?


    Nachschaffungszellen entstehen öfters mitten in der anderen Brut; wegen Platzmangels sind die Zellen dann oft deutlich kleiner.


    Deswegen wird dafür gelegentlich der Bogenschnitt angewandt, um Platz zu geben für den Zellenausbau.


    Die reine Größe sagt nichts über die Qualität der Königin aus.


    Warum meinst du, daß die Larven schon zu alt gewesen seien?


    Die Eistreifen wurden ignoriert, weil die Bienen es eiliger haben als du. Sie suchen sich dann lieber Zellen aus, in denen die Larven schon älter sind und trotzdem noch zur Weisel werden können.
    Sind sie im Lauf der Saison dann mit der nicht zufrieden, weiseln sie bei nächster Gelegenheit nochmal um, dann meist mit "richtigen" Weiselzellen irgendwo, wo mehr Platz ist.


    Auf jeden Fall solltest du dir klarmachen, daß die Situation für den Ableger potentiell lebensbedrohlich ist, aus Sicht der Bienen.
    So ohne Königin geht es denen um jeden Tag und es kommt nur drauf an, möglichst schnell eine neue zu haben.
    Ist die dann da und legt, kann man sich immer noch um "richtigen" Ersatz kümmern.
    Deswegen befassen sie sich auch nicht mit deinen Streifen.


    Ich würde an deiner Stelle der Sache ihren Lauf lassen.


    Wie klein ist dein Ableger?
    Eventuell empfiehlt es sich, nochmal eine verdeckelte Brutwabe zur Stärkung beizugeben.


    Schau in drei Wochen wieder rein, ob du offene Brut hast...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    danke für die Tips.


    sabi(e)ne schrieb:


    meinst du mit Eistreifen tatsächlich Zellen mit Eiern oder jüngste Maden?


    Ja, ich hatte aus einer Wabe ein Stück mit Eiern ausgeschnitten. Waren noch senkrecht, bzw. leicht gekippt.


    sabi(e)ne schrieb:


    Deswegen wird dafür gelegentlich der Bogenschnitt angewandt, um Platz zu geben für den Zellenausbau.


    Ich hatte den Begriff bereits irgendwo gelesen, aber bisher den Zweck nicht verstanden....



    sabi(e)ne schrieb:


    Warum meinst du, daß die Larven schon zu alt gewesen seien?


    Weil ich zwei Waben mit fast vollständig verdeckelter Brut genommen habe. Eier, oder jüngste Maden hatte ich keine gesehen. Das war dann ja auch der Grund für die Eistreifen...



    sabi(e)ne schrieb:


    Schau in drei Wochen wieder rein, ob du offene Brut hast...


    So soll es sein.
    Vielen Dank
    Friedhelm

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Hallo Friedhelm,
    Am Anfang schon lag der Fehler.
    Wenn Du einen Ableger mit verdeckelter Brut machen möchtest,
    sollte man die Waben mind. sieben bis neun Tage über Absperrgitter
    eines Volkes geben. Braucht nicht unbedingt das selbe Volk zu sein.
    Dann die Nachschaffungszellen entfernen, und erst jetzt ein Wabenstück mit jungen Larven zugeben. Auch erst jetzt den Ableger trennen
    und auf neuem Platz aufstellen.
    Nach weiteren neun Tagen bis auf eine Nachschaffungszelle alle entfernen. Nimm nicht unbedingt die größte, diese könnte eine abgerutschte Larve enthalten. Besser eine nicht ganz so große, aber die gut belagert wird von den Bienen.
    Dieses entspricht in etwa der "2x9-Methode" nach Golz.
    Im Moment hast Du die Situation nach den ersten neun Tagen.
    Also Nachschaffungszellen entfernen und erneut ein Wabenstück mit jüngster Brut hinein.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,


    ja, so kann man es auch machen, natürlich! *rechtgeb*


    Aber ich hab noch nie Ableger mit NUR verdeckelter Brut gemacht, sondern immer drauf geachtet, noch Eier und jüngste Maden drin zu haben...


    Mangelnde Erfahrung meinerseits.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    Ableger mit NUR verdeckelter Brut sind eigentlich eine Weiterverwertung eines Sauglings.
    Allerdings findet man auch eine natürliche Begebenheit wieder:
    Wenn eine Königin nach dem Schwärmen im Restvolk schlüpft, sind die Brutflächen auch alle verdeckelt. (Ausnahme Buckfast?)
    Und sagt man nicht auch, verdeckelte Brut treibt eine Königin zur Begattung?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,


    ich mach nur Brutwabenableger und Königinnenableger; von allem anderen kenne ich zwar die Theorie, aber ist mir zu aufwendig :wink:


    Keep it simple...


    [quoteUnd sagt man nicht auch, verdeckelte Brut treibt eine Königin zur Begattung? [/quote]


    Ich kenne es eher umgekehrt: solange die Brut der Vorgängerin nicht verdeckelt ist, fliegt die Neue nicht zur Begattung aus....

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    Bruce Springsteen

  • Meinen wir da nicht das Gleiche?
    Offene Brut der Vorgängerin - die Neue fliegt nicht aus.
    Verdeckelte Brut der Vorgängerin - die Neue treibt es nach draussen.
    Einen Punkt möchte ich da noch anführen:
    Die ausschlüpfende Brut der Vorgängerin schafft nach und nach den Platz, den die Neue braucht, um ihr Brutnest anzulegen.
    Schön, das die Vorgängerin ihre Eilage vor dem Schwarm einschränkt.
    Braucht sich die Neue nicht gleich verausgaben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Sabine, hallo Lothar.
    Ich habe gemacht was Sabine vorgeschlagen hat. Ich habe abgewartet.
    Nun habe ich zwei Waben mit Brut. Teils schon verdeckelt.
    Die Königin ist aber (zumindest optisch) tatsächlich niks Gutes.
    Ein richtiger Zwerg/IN. Die fiele glatt durch jedes Absperrgitter.


    Da ich in diesem Frühjahr mit der Weiselzucht beginne (unterstützt von meinem Imkerpaten) werde ich wohl im Sommer umweiseln.



    Viele Grüße
    Friedhelm

    Frische Wachteleier und ausgeblasene Wachteleier immer zu haben.

  • Hallo, Friedhelm,


    laß sie einfach machen....
    Wenn die Bienen mit ihr nicht glücklich sind, weiseln sie selbst bei nächster Gelegenheit um!


    Die Größe der Königin allein sagt nix über ihre Qualität und die ihrer Nachkommen aus.
    Sie kann per Zufall die tollsten Gene haben....
    (Oder seid ihr alle nur mit Miß Universum verheiratet?:P :P:P )
    Laß die Bienen entscheiden.
    Ich würde nur eingreifen, wenn die Legeleistung merkbar nachläßt.
    Gib ihr ne Chance... :D

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen