Bienen zu faul zum kacken?

  • Ich habe gestern bei der Durchsicht meiner Völker etwas seltsames festgestellt:


    Direkt unter dem Deckel und auch auf den Waben sind mir relativ viele Bienen aufgefallen, die einen dicken, etwas gelb schimmernden Hinterleib hatten und schon so schwer waren, dass die kaum mehr fliegen konnten.


    Ein paar sind auf der Aussenseite der Beute gekrabbelt und haben auch sofort einen dicken Haufen gemacht.
    Daraufhin habe ich alle Bienen, die noch auf dem Deckel krabbelten ins Gras geschlagen.
    Resultat das gleiche: Diverse Bienen haben hier erstmal ordentlich einen Haufen hingesetzt, das Gras war anschließend richtig gelb gesprenkelt.


    Was mir aufgefallen ist: Alle diese vollgefressenen Bienen machten einen etwas faulen, lethargischen Eindruck.


    Jetzt habe ich natürlich ein wenig Angst vor der "Maikrankheit".


    Wie ist das zu erklären??
    Die Völker waren stark und warm.
    Wassermangel kann es ebenfalls nicht sein, es gibt überall genug Wasser.
    Draussen war es die letzten Tage mit 14-17° auch bestes Flugwetter und es herrschte reger Flugbetrieb.


    Der vielgeschmähte Löwenzahnpollen kann es ebenfalls nicht sein, der ist noch nicht soweit. Ansonsten ist hier ein super Pollenangebot vorwiegend aus der Weide, also doch alles bestens?


    Waren die Bienen einfach zu faul zum ausfliegen??


    Irgendwer eine Idee?

  • Hallo Obstbrenner, ich habe die gleichen Symtome bei einem meiner Völker beobachtet und weis nicht genau wie ich mich hier verhalten soll.
    Ich muß mich nur wundern das zu diesem Artikel so wenig Resonanz im Vorum erscheint. Vieleicht ist es ja auch eine seltene Krankheit die niemand kennt. Ich würde aber gerne wissen ist sie ansteckend´oder wie sollte man sich verhalten ? :evil::evil:

  • Hallo,
    kein Grund zu allzu großer Sorge - früher nannte man das "Maikrankheit".
    Tritt nach guter Pollentracht bei Kälterückschlägen (und demzufolge Wassermangel) ein - helfen kann man mit dünner(!) Zuckerlösung. Insgesamt liegt hier wohl ein "Verdauungsproblem" (Verstopfung) vor.
    Grüße ralf_2

  • @oswin

    Zitat

    Ich muß mich nur wundern das zu diesem Artikel so wenig Resonanz im Vorum erscheint.


    Ja, das wundert mich auch!!


    @ralf2

    Zitat

    kein Grund zu allzu großer Sorge - früher nannte man das "Maikrankheit".
    Tritt nach guter Pollentracht bei Kälterückschlägen (und demzufolge Wassermangel) ein


    Tja, mit dieser Diagnose habe ich nur zwei Probleme:


    1. Es gab keinen Kälterückschlag
    2. Genau 2,5 m von den Beuten entfernt ist ein Tümpel, aus dem die Bienen ständig Wasser geholt haben. Wassermangel scheidet eigentlich auch aus.


    Ich habe die letzten Tage noch mal reingesehen, das Phänomen ist auf alle Fälle erledigt.


    Die einzige Erklärung die ich habe ist die, das es sich bei diesen Bienen evtl. um Ammenbienen handelte, die einfach noch nicht "reif" für den Aussendienst waren und deshalb auch nicht ausgeflogen sind.
    Könnte das angehen??

  • Moin!


    Zitat


    Die einzige Erklärung die ich habe ist die, das es sich bei diesen Bienen evtl. um Ammenbienen handelte, die einfach noch nicht "reif" für den Aussendienst waren und deshalb auch nicht ausgeflogen sind.
    Könnte das angehen??


    Das würde mich aber verwundern. Wie machen es die denn dann sonst, wenn alles in Ordnung ist. Entweder müssen die dann nicht, bis sie raus dürfen (Aussendienst), was mich verwundern würde, oder die gehen einfach.


    Gruss
    Manuel

  • Moin Manuel!


    Zitat

    Wie machen es die denn dann sonst, wenn alles in Ordnung ist.


    Ich denke mal das könnte mit der besonderen Situation im Frühjahr zusammenhängen, bevor die erste nennenswerte Brut geschlüpft ist.
    Es könnte sich bei den "maikranken" Bienen um die ersten Bienen handeln, die im Frühjahr geschlüpft sind.
    Diese Bienen haben mit der Brut ja eine wahnsinnige Arbeitsbelastung, tragen allein die Verantwortung für die gesamte Volksentwicklung und müssen seeehr viel Futtersaft für die ganzen kleinen Maden produzieren. (Und müssen dementsprechend auch viel Pollen fressen)


    Die Winterbienen sind ja eigentlich - insbesondere mit der Futtersaftproduktion - schon lange über der Zeit und geben diese Arbeit dann nur zu gerne ab.


    Diese ersten Bienen können dann erst wieder aufatmen und sich um sich selber kümmern, wenn der neue Nachwuchs geschlüpft ist und sie mit der Brutpflege entlastet. Für das Volk sind diese ersten "frischen" Bienen die die Brutpflege übernehmen ja unendlich wertvoll.
    Könnte mir vorstellen, das die Bienen aus diesem Grunde einfach nicht rausfliegen.


    Mittlerweile scheint mir diese (von mir selbst zusammengebastelte) Erklärung aber um einiges sinnvoller, als die in den Lehrbüchern verbreitete Meinung mit Kälte, Wassermangel, Löwenzahn etc pp..


    Wobei Kälte und Wassermangel diesen Zustand der "Maikrankheit" mit Sicherheit stark begünstigen, denn wenn die Brut friert, fliegen die Brutpflegebienen ja erst recht nicht aus....


    Ich werde das auf alle Fälle im nächsten Frühjahr sehr genau beobachten.