Kunstschwarm

  • Hallöchen,


    ich habe in der letzten Woche aus mehreren Völkern einen Kuntsschwarm zusammen gestellt und wie folgt eingeschlagen:


    Erste Zarge mit Rähmchen und Anfangsstreifen und in der zweiten Zarge
    Honig und gebrochen Honigwaben in einen Behälter zur Fütterung gestellt.
    Die Königin in einem Käfig eingesetzt und die Bienen einlaufen gelassen.
    Soweit alles OK.
    Bei meiner Kontrolle nach drei Tagen, habe die Bienen in der zweiten Zarge an der Abdeckfolie wilde Waben gebaut und die Rähmchen mit Anfangsstreifen in der ersten Zarge vollständig ignoriert. :cry:


    Wie kann ich dies wieder korrigieren ?
    Was muss ich beim nächsten Kunstschwarm ändern ?


    Für die Antworten im Voraus herzlichen Dank.



    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Guten Morgen, Dr.Harper,


    Zargen tauschen, sofort.
    Ein Schwarm fängt immer oben an zu bauen.
    Leider Folie abkratzen und nochmal von vorn beginnen lassen.


    Hierzulande werden Kunstschwärme entweder mit Futterteig auf dem Boden der Beute aufgelegt gefüttert, oder flüssig mit einer Futterzarge obenauf.


    Um Futterteig oder Honig fressen zu können, brauchen die Bienen sehr viel Wasser.
    Ich persönlich ziehe daher eine 1:1 Zuckerlösung vor, das spart den Bienen unter Umständen viele Flugmeter.


    Wie sieht deine Pollenversorgung in der Umgebung aus?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    die Pollenversorgung ist ausreichend, da sich der Bienenstand inmitten
    eine Kleingartenanlage befindet mit angrenzenden Parkflächen.


    Wenn ich flüssig füttere und den Futterbehälter in der oberen Etage
    habe, passiert den dann nicht, das die Bienen erneut in der oberen
    Etage Waben bauen und nicht in die Rahmen der unteren Etage einziehen ?



    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo, Dr.Harper,


    flüssig füttern geht nur mit Futterzarge oben ÜBER dem Brutraum oder mit einer Futtertasche mit Schwimmer IM Brutraum statt zwei Rähmchen.


    Wenn du ihnen nach oben Luft läßt, geht das genauso wieder los wie vorher...


    Warum nimmst du überhaupt 2 Bruträume?


    Hast du einen hohen Boden oder einen niedrigen?
    Bei hohem kannst du deinen Honig in eine ganz flache Plastikschüssel geben und unten reinstellen.
    Allerdings würde das mit Sicherheit Räuberei geben, weil der Kunstschwarm noch nicht richtig am Flugloch aufpaßt, also nicht zu empfehlen.


    Wenn du weder Futterzarge noch Futtertasche hast, kanst du folgendes ausprobieren:
    klau deiner Frau aus der Küche einen Vorratsplastikbehälter, schmal, aber breit und so hoch, daß er noch gut in die Zarge paßt.
    Da packst du deinen Honigmatsch rein.
    Dann obere Zarge komplett weg (Bienen vorher abschütteln), unten gegenüber vom Flugloch zwei oder drei Rähmchen raus, so daß dein Plastikpott da gut hinpaßt, und Deckel drauf.


    Dann sollten sie sich an die Rähmchen zum Ausbauen machen; allerdings rechne damit, daß sie den Plastiktopf miteinbauen werden, wenn du nicht jeden zweiten Tag den Wildbau wegmachst.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Dr. Harper,


    ich kann so richtig nicht verstehen warum Du so früh im Jahr einen Kunstschwarm bildest. Vielleicht kannst Du das kurz erklären.


    Ein weiterer Punkt, der mir nicht klar ist, ist die Frage warum Du den Kunstschwarm dann nur auf Anfangsstreifen einschlägst. Die Regel (doch was ist schon die Regel) sagt doch, Einschlagen auf MW und (dünn-) flüssig füttern.


    Die MW haben durchaus auch noch einen anderen Sinn als nur die Baurichtung vorzugeben. Das tun die Anfangstreifen ja auch. Sie ermöglichen nämlich das schnelle Verfügbarmachen von Fläche. Fläche für Nektar, dazu müssen sie nicht mal voll ausgebaut sein, und Fläche für Brut und natürlich auch für Pollen. Viel Kraft der Schwärme geht verloren, wenn nach spätestens 4 Wochen die mitgegebenen Bienen aussterben und jetzt erst die kleinen Brutflächen aus dem jeweils verfügbaren Neubau aus der Zeit kurz nach dem Einschlagen schlüpfen. Du hast ja selbst gesehen, wie relativ wenig Zellen im reinen Naturbau nach 8 Tagen verfügbar und bestiftet sind und kannst Dir vorstellen wie viele das bei MW wären. Auch Deine Anfangsstreifen müßten es ja schon zeigen. Die werden sicher fast komplett ausgezogen und belegt sein. Wenn es denn genug Bienen waren :wink: und Du sie nun artig nach oben gehängt hast. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Dr. Harper nochemal,


    also ich will ihn wirklich wissen, den Grund für Kunstschwärme jetzt und ich will keinen vergraulen.


    Ich will Dir auch gerne noch einen Rat geben und begründen warum ich Schwärme immer auf zwei Zargen einschlage.


    1. der Rat: Setze über Deine Anfangstreifen eine Zarge MW und schneide in die MW die Waben von der Folie ein, wenn sie schon die größe von Handflächen haben. Diese Waben sind zwar bestiftet aber eben noch unbebrütet und lassen sich ganz einfach umschneiden. Einfach auf eine eingelötete MW legen, mit einem scharfen Messer umschneiden (also die MW durchtrennen und die Drähte stehen lassen) dann die umschnittenen MW entfernen und die junge Wabe mit der flachen Hand auf die Drähte drücken. Sie wird in der MW-Mitte sofort wieder festgebaut und Du büßt nur die paar Eier der Zellen ein, die der Draht beschädigt hat. Oder löte die junge Wabe wie eine MW in das Rähmchen und hänge die in Deine Anfangsstreifen-Zarge. (Und bleib meinetwegen einzargig)


    Der Grund für das Einschlagen gleich auf zwei Zargen MW ist, das der Bautrieb nicht mangels Bauplatz aufhören muß und das Problem, daß ich nie genau weiß, ob die nächste Zarge nun besser auf- oder doch untergesetzt werden soll. Haben die gleich zwei Zargen, ist das jedenfalls nicht mein, sondern deren Problem und die sind die Bienen, die sollten sich mit Brutnestordnung und Honigspeicherung also auskennen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin,


    ich habe nach meiner ersten Frühjahrskontrolle zwei kleine Völker ohne Kö und Brut und ein kl. Volk mit Kö entdeckt. Daraus habe ich einen Kunstschwarm gemacht.


    Ich benutze nur Rahmen mit Anfangsstreifen, weil ich möglichst unbelasteten Wachs haben möchte.


    In der Vergangenheit habe ich auch immer zwei Zargen verwendet.
    In der Unteren habe ich die Rähmchen mit Anfangsstreifen und in der oberen den Zuckereimer ( 3:2 ). Soetwas wie diesmal habe ich aber nocht nie erlebt.
    Lag es vielleicht daran, dass ich in der oberen Zarge anstatt den Futtereimer die Wabenreste mit Honig in einen kleiner Eimer zur
    Fütterung gegeben habe ?


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen