Absperrgitter jetzt schon?

  • Hallo,
    ich hätte da mal wieder ne Frage :wink: 
    und zwar haben wir derzeit 4 Völker, alle meiner Meinung nach recht stark. Da bei uns jetzt das große Blühen los geht, haben alle letzten Mittwoch den Honigraum bekommen. Bei 3 Völkern hatten wir ein Absperrgitter eingelegt (also es ist in einem Rahmen, liegt nicht direkt auf den Rähmchen auf), bei Nr. 4 nicht, weil wir eben nur 3 Gitter hatten.
    Situation heute: Wir konnten vor dem Gewitter noch 2 Völker mit und das Volk ohne Gitter kontrollieren. Bei den beiden "vergitterten" Völkern waren im Honigraum einige einsame Bienen (vielleicht so 30?) und kein Anzeichen von Bautätigkeit oder gar Honig.
    Bei dem Volk ohne Gitter waren die Wabengassen voller Bienen und deutlich sichtbar ist gebaut worden.
    Nun die Frage: war es falsch, gleich Absperrgitter einzulegen? Oder gewöhnen die sich schon noch dran? Und falls nicht jetzt, wann dann??
    Freue mich schon auf Eure (immer interessanten) Antworten.
    Grüßle
    Soni

  • Hallo Soni
    Ich denke, die zwei ersten brauchen den Honigraum noch nicht (Wetter), und das ohne Gitter denkt, es hat noch einen Brutraum dazu bekommen, und die Kinderstube muss schnell fertig werden.
    Wirst es sehen, wenn die ersten in der Mitte bestiftet sind.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Soni,


    ich erweitere nur ohne Absperrgitter weil die Bienen die neue Zarge viel besser annehmen, und weil es besser für die Bienen ist.
    Einen Honigraum gibt nur bei gutem Wetter und Zunahmen, da das Wetter jetzt eine Pause macht, ist ein Honigraum Unsinn.
    Hier noch paar schönes Fotos. :D


  • Hier ist schon viel über Absperrgitter ja oder nein diskutiert worden; ist Geschmackssache. Ich oute mich als Absperrgitterianer; es erleichtert die Ernte, weil du im Honigraum keine Brut hast.
    Aber nun zu deiner eigentlichen Frage. Wenn ich das richtig verstehe, hast du im Honigraum nur Mittelwände. Da wirst du die Bienen nur schwer bis gar nicht dazu bringen, durchs Absperrgitter zu gehen. Wenn du wenigstens eine ausgebaute Wabe oben reinhängst, gehen sie hinauf. Das reicht nach meiner Erfahrung - vorausgesetzt sie brauchen den Raum und es herrscht auch Tracht.


    lg, Stefan

  • Hallo Imkerkollegen,


    die entscheidende Frage ob mit oder ohne Absperrgitter kann man nicht grundsätzlich mit ja oder nein beantworten.


    Als Brutraum/Brutfläche benötigt ein starkes Volk ca. 40.000 Wabenzellen. Die sind in jedem Falle in zwei DN oder Zander Zargen gegeben. Es ist auch noch genug Fläche für Pollen und Futterkranz vorhanden.


    Die Königin wird in die dritte Zarge gehen, falls kein Absperrgitter vorhanden ist. Das untere Drittel von bis zu 6 Waben in der dritten Zarge wird wahrscheinlich mit Brut belegt. Die6 Waben werden als Schleuderwaben verloren sein. Bei Massentracht (Raps) ist der Rest nach oben sofort mit Nektar voll. Der Schwarmtrieb setzt ein, obwohl nach unten noch genügend Platz wäre.


    Mit Absperrgitter werden die Bienen den dritten Raum nach Platzbedarf für ihren Nektareintrag besetzen und entsprechen ausbauen. Der Schwarmdruck wegen Platzmangel entfällt.


    Wegen einer eventuell nicht sofort besetzten dritten Zarge würde ich mir keine Gedanken machen, besser zu früh als zu spät. solange du nicht unnötiger Weise das Brutnest auseinander nimmst, und den Wärmehaushalt darin für einige Stunden durcheinander bringst.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Vielen Dank est mal für eure Antworten und Dir, Michael, für die schönen Bilder. Im Honigraum habe ich in erster Linie Mittelwände, aber auch einige wenige ausgebaute Waben. Die sind aber auch nicht besser "besucht" als der Rest. Letztes Jahr hatten wir das Absperrgitter zu spät reingemacht und konnten sehr lange nicht schleudern, weil eben Brut in den Honigwaben war. Deswegen dachte ich jetzt halt, lieber zu früh als zu spät. War wohl auch nichts ??? :-? 
    Grüßle
    Soni

  • Hallo, Soni,


    ich habe im letzten Jahr Mittelwänder über Absperrgitter aufgesetzt (mangels Honigraumwaben) und hatte anfangs die gleichen Sorgen. Aber wenn die Tracht dann irgendwann so richtig losgeht und unten alles voll ist, bauen die oben plötzlich los, was das Zeug hält. Bei den Dadantbeuten hatte ich allerdings die Möglichkeit, mit der nächsten MW für den Brutraum zu warten, bis sie im Honigraum sind, und dann erst unten das nächste Rähmchen einzuhängen. Sie also auf diese Weise zum Weg durch das Gitter "aufzufordern".


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Zusammen,


    ich arbeite schon einige Zeit ohne Absperrgitter, und habe das wie es Dieter beschrieben hat noch nicht erlebt.
    Wichtig bei der ganzen Sache ist das die Völker stark sind und Tracht haben, dazu muss man manchmal Waben umhängen.
    Ohne Tracht bringt das ganze überhaupt nichts, MW über Gitter zu setzten ist Schwachsinn,
    diese werden einfach schlecht ausgebaut oder gar nicht, ich hatte schon das Problem das die Bienen den Honig unter dem Gitter abgelagert haben und die MW oben nicht ausgebaut wurden.
    Am besten ist es wenn man die Zarge erst ohne Gitter aufsetzt und später ein Gitter einlegt das man sorgenfrei auch Honig ernten kann. :D

  • Moin Imkers,


    zwei Tricks zur bessren Annahme von HR über AS-Gitter (und auch HR aus nur MW)


    1.: Beim Aufsetzten den BauR genau in die Mitte geben, direkt über das Brutnest und unten einen Neuen. Der BauR sollte bis zur nächsten Kontrolle keine Drohnen schlüpfen lassen. Wenn der in einem Schwung bestiftet wurde (viele gleichalte Larven oder Eier) dann wird der auch zur gleichen Zeit schlüpfen. Wenn also viel offen Brut da ist, hat man mindestens eine Woche Zeit. Ansonsten hat man Drohen im HR.


    2.: Beute abbauen. leeren neuen HR auf's Bodenbrett stellen. Gitter auflegen. Beute wieder aufbauen. Warten bzw. Warten. Bei bzw. nach Flugwetter abends oder bei großen Völkern, die in den HR durchhängen, auch einfach am nächsten Morgen - Beute abbauen, HR voller Flugbienen parken, Beute wieder aufbauen, Gitter drauf HR drauf. Vorsicht: Bei Flugwettervariante könnten fremde oder eigene Frühstart-Drohnen im HR eingeschlossen sein, dagegen könnte man noch ein Gitter direkt auf den Boden legen. Wenn bei der Variante mit über Nacht warten, keine Bienen im HR sind, dann brauchen die auch keinen HR. Dann nützt es auch nichts die beim Abheben durch Rummähren und Rauchen nach unten zu treiben. Dann hauen die aus dem HR auch wieder ab.


    Ich bevorzuge Variante 1., weil nach einer Woche der neuen BauR noch nicht kontrolliert werden muß, der BauR mit (manchmal) offener Drohnenbrut dicht am Brutnestkern Varroen fängt und die Baubienen unten abgezogen wurden. Außerdem kann man so drei BauR im Volk haben. Der BauR kann nach einer Woche einfach entnommen und gegen eine MW getauscht werden. Die Bienen kehrt man einfach in den HR.


    Wenn man einen BauR mit Bienen und Brut hat, dann ist's auch Zeit für den HR. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich hab am Freitag angesichts der beginnenden Raps- und Löwenzahnblüte überall eine Zarge Leerrähmchen mit Anfangsstreifen aufgesetzt.
    Gestern überall kurz unter den Deckel gelugt: man baut. :D 
    Teilweise war der Klumpen der Baubienen 5 Rähmchen breit :o
    Ich bin gespannt, wie lange sie brauchen.
    Die Drohnenrahmen vor viereinhalb Wochen waren innerhalb von drei Tagen komplett ausgebaut und bestiftet.
    Wegen mir dürfen die Königinnen auch gern noch in der dritten Zarge komplett brüten; je mehr Bienen, desto mehr Honig. :wink: 
    Den Bienen vorzurechnen, daß sie in zwei Zargen doch genug Platz für alles haben, hat sich in der Vergangenheit als ziemlich nutzlos herausgestellt.
    Eine Evolution, die in hohen hohlen Baumstämmen stattfand, und auf hohe und eher schmale Waben selektierte, werden wir in knapp 500 Jahren nicht umgekrempelt kriegen.


    Ich muß doch sowieso alle Waben auf Verdeckelungsgrad kontrollieren, und unreife drinlassen; wo ist dann das Problem, auch bebrütete drinzulassen? :o


    Mir ist es ganz entschieden lieber, daß die Königin ihr volles Potential zeigen und alle ihre Bedürfnisse befriedigt werden, als sie mit Gewalt auf zwei Zargen zu beschränken um meiner Bequemlichkeit willen.


    Auch wenn mein Brutraum nicht ungeteilt ist, denke ich, daß ich der Forderung nach unbegrenztem Platz für die Königin auf diese Art und Weise besser nachkomme, als wenn ich sie in einen nur theoretisch ausreichenden Raum einsperre.


    Abgerechnet wird im Herbst; mal sehen, was dabei rauskommt... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabi(e)ne,


    sabi(e)ne schrieb:

    Eine Evolution, die in hohen hohlen Baumstämmen stattfand, und auf hohe und eher schmale Waben selektierte, werden wir in knapp 500 Jahren nicht umgekrempelt kriegen.

    Große hohle Bäume hatten auch vor 500 Jahren schon große also auch bereite Hohlräume und hohle Äste waren in einer Dimmension sogar sehr breit :o

    Zitat

    Ich muß doch sowieso alle Waben auf Verdeckelungsgrad kontrollieren, und unreife drinlassen; wo ist dann das Problem, auch bebrütete drinzulassen? :o


    1. berütete Waben werden beim Verfahren mit der Bienenflucht nicht verlassen.
    2. Rapshonig ist nach 21 Tagen nach dem Schleudertermin nicht mehr schleuderbar. (bei der Schleuderung im Juni zerstören Rapshonigecken die Waben)
    3. Honig aus bebrüteten Waben wollten wir doch nicht ernten :wink: 
    4. Bebrütete Waben sollen im Winter nicht außerhalb der Völker sein.
    5. Wer Honigwaben abkehren muß, braucht nicht auch noch die Sorge um die Königin.
    6. Zucht im weiselrichtigen Volk oder das "Parken" von Zellen klappt nur über Gitter.
    7. Im HR muß man mit Gitter nicht nach Zellen suchen. (Im Raps sind das 22 Waben weniger)
    ...

    Zitat

    Mir ist es ganz entschieden lieber, daß die Königin ihr volles Potential zeigen und alle ihre Bedürfnisse befriedigt werden, als sie mit Gewalt auf zwei Zargen zu beschränken um meiner Bequemlichkeit willen.

    Dann gib ihr doch unten eine dritte Zarge mit Anfangsstreifen oder auch ausgeschnittene alte Waben. Im hohlen Baume wuchs das Volk doch auch nach unten und nicht nach oben

    Zitat

    Abgerechnet wird im Herbst; mal sehen, was dabei rauskommt... :wink:

    Willst Du Frühtracht mit hohem Rapsanteil oder Frühen Honig aus Löwenzahn bis Weißdorn ernten, dann bleit der halbe Honig bis in den Sommer im Volk. Bei jeder Folgetracht verhonigt das Brutnest. (Für Waldhonig kann ich nicht sprechen. Bei mir "blüht" leider kein Wald.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, Henry,


    nein, Honig aus bebrüteten Waben will ich ganz gewiß nicht haben; das dürfte doch schon länger hier bekannt sein*schüttel*


    Auch ansonsten hast du mich nicht richtig verstanden... :cry::cry:


    Ich muß doch vor Einsammeln der Honigwaben durchgucken, ob und wie weit sie verdeckelt sind, und ggfs. passend umhängen.
    Ich hatte, zumindest in der Vergangenheit, in jedem Volk mindestens zwei Waben, wo es ungedeckelt noch spritzte, also wieder rein damit...
    Allerdings nicht unbedingt ins selbe Volk wie vorher.
    Wenn ich eine Zarge so halbreifen Honigs zusammen hab, kommt die unter die Bienenflucht.
    Angebrütete kommen in eine Extrakiste und dann auch wo drauf, meist auf einen Ableger.
    Ich fahr immer mit viel Zeugs im Auto rum... :wink:


    Und ich hab noch nie die Königin im Honigraum spazierengehen sehen :wink: 
    Mal ganz ernsthaft, spätestens in der vierten Zarge sind nur noch zwei, drei Waben am unteren Rand bebrütet. Und es ist da nicht soooo voll, daß ich ihre Majestät übersehen würde...


    Daß Rapshonig manchmal schon in der Wabe kristallisiert, weiß ich doch...*anstups*
    Bebrütete Waben habe ich NICHT außerhalb der Völker, ich hatte bislang spätestens Ende Oktober überhaupt keine leeren Waben mehr, weil eingeschmolzen.
    Bebrütete für Kerzen, unbebrütete für Mittelwände.
    Ich ziehe nicht im weiselrichtigen Volk nach.
    ich mache bei einem Volk ganz bewußt nichts außer alle 5 Tage reingucken.
    Tauchen die ersten Weiselnäpfchen auf (bestiftet), mach ich sofort einen Königinnenableger, warte zwei Stunden und hänge dann den Zuchtrahmen rein.
    Am nächsten Tag sicherheitshalber noch mal nach neu angesetzten Näpfchen gucken.
    Einen Tag vor dem Schlüpfen ziehen dann alle in Einzelapartments (Begattungskästchen) um oder werden entweiselten Völkern zugehängt.
    Bis jetzt bin ich ganz gut damit gefahren, allerdings ziehe ich auch nicht sooo viele Königinnen.
    Mit dem checker-boarding sollte es nur noch stille Umweiselungen geben, aber keine Schwarmzellen mehr.


    Mit "abrechnen im Herbst" war NICHT gemeint, daß ich erst zum Saisonende ernte!
    Ich meinte damit lediglich die Gesamtmenge.
    Hier habe ich ja auch Heide in nicht unwesentlichen Mengen und jede Menge Buchen und Eichen. Mal sehen, was so alles passiert; normalerweise ist es hier auch zu kalt für Honigtauläuse, aber man weiß ja nie... :wink: 
    Der im August blühende Spargel gibt jede Menge Pollen her, das weiß ich vom letzten Jahr; nur wieviel Nektar, ist mir unbekannt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen