Lagen die Imker früher wirklich so falsch?

  • Hallo,


    ich bin seit einiger Zeit ins grübeln gekommen, warum die moderne Imkerei so im Widerspruch zu den Methoden der Imker in der Vergangenheit steht. Wenn man dieses Forum hier verfolgt dann kommt man schnell zu folgenden Schlussfolgerungen:


    • Reinzucht Carnica Bienen sind ein Irrweg. Wenn man schon nicht mit der Buckfastbienen imkert dann sollte man doch wenigstens Basiszucht betreiben.
    • Bienen sollten am besten auf Naturbau gehalten werden
    • Der Imker sollte nur großräumige Beuten verwenden und wenn schon keine Datant dann wenigstens zweiräumig überwintern.


    Ich weiß, dass das etwas plakativ ist, aber wenn ich mich hier mit den ortsansässigen erfahrenen Imkern unterhalte dann bekomme ich genau so plakativ immer das genaue Gegenteil erzählt:


    Nämlich:
    • Alles andere außer Reinzucht gibt Stecher
    • Naturbau bringt viel zu viel Drohnenbau, die Völker bekommen ein Varroaproblem und außerdem sinkt der Honigertrag.
    • Völker müssen unbedingt eng gehalten werden, sonst können die das gar nicht alles heizen, werden krank, der Brutraum verhonigt und die Erträge gehen zurück.


    Ich habe jetzt im dritten Jahr Bienen und versuche irgendwie ein Mittelmaß zwischen beiden Extremen zu finden, was aber sehr schwierig ist, weil jedes Mal wenn ich mit einem Problem/Frage hier zu einem Imker gehe, bekomme ich gesagt, dass das so wie ich das mache ja sowieso nicht gehen kann. Ich bin immer mehr hin und her gerissen. Einerseits habe ich großen Respekt vor den Erfahrungen der „alten“ Imker hier. Sie haben in den letzten zwei Jahren auch immer mehr Honig geerntet als ich. Andererseits möchte ich aber im wesentlichen beeinflusst durch das Forum hier nicht so imkern. Deshalb hier einmal einige Fragen:


    • Was hat die Imker früher eigentlich dazu bewogen geprägte Mittelwände zu verwenden? Es geht doch auch mit ungeprägten. Die sind doch sicher in der Anfangszeit der Mittelwände billiger gewesen.
    • Was spricht für eine einräumige Überwinterung?
    • Warum hat sich die Basiszucht nicht bereits vor 100 Jahren durchgesetzt? Damals ist das doch vermutlich die im wesentlichen betriebene Zuchtmethode gewesen.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Thomas,


    es hängt sehr davon ab, welche Zeit man als Vergangenheit ansieht. Man findet zu jeder Zeit auch andere Ansichten aber auch gleichartige. Es ist verblüffend, wieviel Modernes in hundert Jahre alten Büchern steht.


    Zu ein paar Deiner Punkte:

    Thomas.Reimelt schrieb:


    • Reinzucht Carnica Bienen sind ein Irrweg. Wenn man schon nicht mit der Buckfastbienen imkert dann sollte man doch wenigstens Basiszucht betreiben.


    • Alles andere außer Reinzucht gibt Stecher
    • Völker müssen unbedingt eng gehalten werden, sonst können die das gar nicht alles heizen, werden krank, der Brutraum verhonigt und die Erträge gehen zurück.


    • Warum hat sich die Basiszucht nicht bereits vor 100 Jahren durchgesetzt? Damals ist das doch vermutlich die im wesentlichen betriebene Zuchtmethode gewesen.


    Reinzucht ist das Problem, nicht die Carnica. Jede Honigbiene zeigt bei solch einer Zucht Inzuchtdepressionen.


    Basiszucht wurde gewollt oder nicht gewollt doch meist betrieben - kaum eine Belegstelle ist sicher genug. Und bekanntermaßen haben Kreuzungsprodukte meist eine höhere Vitalität und wurden deshalb eher weitervermehrt als die weniger vitalen "Reinblüter".


    Mit den Stechern gab es historisch mal Probleme bei bestimmten Kreuzungen, meines Wissens mit Mellifera x Ligustica. So etwas kann es immer wieder geben, es ist aber die Ausnahme. Die Buckfastkreuzungen zeigen das deutlich.


    Was meinst Du, wie die Klotzbeute eingeengt wurde? Das geht nicht. Damals durften Bienen auf großem Raum überwintern.


    Die Basiszucht bringt keinem Unternehmen Profite. Deshalb wird ihre Durchsetzung behindert. Es reicht dazu, sie madig zu machen.
    Die Basiszucht ist aber auch nicht das Alleinseligmachende - ohne die großen Züchter wäre unsere Landbiene sicher nicht so produktiv geworden.


    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,


    mal als erstes: sie *sagen*, sie haben wesentlich mehr Honig als du geerntet. :wink: 
    Jäger, Angler, Imker und andere Lügner..... :lol::lol::lol:


    Ungeprägte = glatte MWs funktionieren gar nicht, weil die Bienen kein Packende finden.
    Sie möchten die MWs auch gern in einer bestimmten Dicke haben; das merkt man besonders, wenn man gegossene und gewalzte MWs gleichzeitig verwendet. Die gegossenen werden teilweise unter großen Mühen heruntergenagt, bis es passend ist.


    Ich selbst stelle grade langsam, aber komplett auf Naturbau um. Auch, wenn sie jetzt grad sehr viel Drohnenbau erstellen, sie stricken das schon wieder passend für ihre Bedürfnisse zurecht. Und wieviel ist viel? Für wen ist das wichtig, für die Bienen oder für uns?
    Die Völker können sehr genau einschätzen, was sie brauchen und ich habe da vollstes Vertrauen, daß sie das selbst regeln.


    Für eine einräumige Überwinterung spricht *meiner* Meinung nach gar nichts.
    Früher waren die Bienen entschieden mehr auf Sommer- und Waldtracht ausgerichtet, sprich sie starteten im Frühjahr viel langsamer als heute.
    Und das Bienenfrühjahr mit neuer Brut beginnt bereits nach Weihnachten.
    Wo haben sie denn in einem Raum genug Platz zum Brüten, wenn sie dafür nicht alle Vorräte wegputzen wollen?


    Damals war man noch der Meinung, die Bienen müßten warmgehalten werden.
    Wer reguliert den Platz im hohlen Baumstamm?
    Meinst du nicht, daß die Bienen sehr wohl in der Lage sind, gezielt zu heizen, wo sie es brauchen?
    Sie immer schön eng zu halten, löst Übervölkerungsschwärme aus. Die dienen aber nicht der Vermehrung der Art, sondern sollen das in Raumnot geratene Volk retten, das sich so eines Großteils überzähliger Bienen entledigt, ohne weiteres Interesse an ihrem Überleben.
    Ein normales Volk stimmt seine Vermehrung sehr fein auf den vorhandenen Platz ab, also sollte man ihm den auch anbieten!


    Die Mär der "Fleischvölker", die nichts einbringen, kann man auch in die Tonne hauen.
    Zumindest, wenn man keine Ligustica hat :wink:
    Je mehr Bienen das Volk produziert, desto mehr Flugbienen hast du drei Wochen später.
    Ist dann eine Trachtlücke - Pech gehabt.
    Ist dann Tracht und du gibst genug Honigräume (Nektar braucht 5 mal soviel Platz wie fertiger Honig!!!!!), wirst du den Unterschied merken...
    Je mehr Bienen, desto mehr Nektareintrag.


    Schau, ich hab zwar Buckis, aber ich hab KS letztes Jahr Anfang August bekommen. Sogar die saßen bis Anfang Oktober auf zwei Bruträumen.
    Nach der Einfütterung war dann kein Platz mehr, sie auf eine Zarge runterzusetzen.
    Völlig unmöglich!
    Bei meinen Carnis war es aber ähnlich. 4-W-Ableger von Anfang Juni besetzten bis September locker zwei DN-Bruträume.
    Sollte ich die dann mit Gewalt in einen Kasten stopfen?
    Die Königinnen sind heutzutage sehr viel mehr auf Legeleistung gezogen.
    Denk doch mal an die winzigen Hinterbehandler, da bekämst du heutzutage kein Volk, das den Namen verdient, drin untergebracht.
    Und ganz früher, noch um 1950/55 galten 8 kg pro Volk bei uns noch als Spitzenernte.


    Da können wir Imker zwar noch nicht mit den Zuchtfortschritten der Milchbauern mithalten, aber es ist trotzdem ein Fortschritt.


    Da gab es aber auch noch keine Massentrachten zu einem so frühen Zeitpunkt, die es heute zu nutzen gilt.
    Damals war die Frühjahrsentwicklung viel langsamer, und die Carni ist erst nach dem Krieg wirklich flächendeckend als die "bessere" Biene eingeführt worden.


    Basiszucht vor 100 Jahren? Weil man damals noch sehr viel obrigkeitshöriger war als heute, aus Mangel an Informationen.
    Wenn dir der Pfarrer als zweithöchste Autorität im Dorf nach dem Bürgermeister und vor dem Lehrer sagt, nur die guten Reinzuchtköniginnen taugen was, was tust du dann?


    Du siehst, du kannst damals (wann genau?) und heute schon deshalb nicht vergleichen, weil sich die Bedingungen sowohl bei den Bienen als auch bei den Imkern massiv verändert haben.


    Du wirst wie wir alle deinen eigenen Weg finden müssen...
    Halte Augen und Ohren offen, trau dich, selbst was auszuprobieren und bitte, auch wenn das jetzt ketzerisch klingt: man kann 30 Jahre Erfahrung haben und trotzdem 30 jahre nur Mist gebaut haben, (gell, bisy? :wink: )
    Übernimm nichts einfach so, weil es dir andere gesagt haben; denk drüber nach, und probier es aus.
    Du wirst Fehlschläge erleben, aber auch außerordentliche Erfolge.
    Nur so kommt man weiter...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Thomas,


    wie die Imker zur Mittelwand gekommen sind weiß ich nicht das liegt zu weit zurück, ich habe mich damit auch noch nie richtig beschäftigt.
    Der Naturbau ist durch die Rückstandproblematik verstärkt in der Vortergrund gedrungen,
    ich bin kein Gegner von Naturbau, das funktioniert vieleicht bei paar Völkern aber im Großen ist das einfach zu aufwendig und umständlich.
    Mit der Basiszucht will man scheinbar versuchen eine Biene zu schaffen die Varroaresistent ist, was nie funktionieren wird.
    Mit so eine Auslese hat man keine Rassentypische Biene mehr, sonst ein Rassenkauterwälsch,
    was mir nicht gefällt, und wenn man Pech hat, zu sehr bösen Stechern kommt, wer hat denn die Zeit und die Völkermenge eine Auslese zubetreiben, wenn man ein Imker mit paar Völkern nur ist. Ich bin von dem Ganzen ehrlich nicht angetan, und mir ist es ehrlich gesagt egal wer sich so ein Mist in der Kiste hält.
    Ich betreibe jetzt schon einige Jahre Carnicareinzucht bin mit dem ganzem sehr zufrieden, habe gute Erträge und sanfte Bienen, geringe Schwarmneigung und keine Inzucht die einen ja gern nach gesagt wird.
    Inzucht bekommt man wenn nicht genügend frisches Blut in seine Linie einkreuzt, dieses Problem hab ich nicht, das Material was auf die Belegstelle kommt, trägt immer neues Material von anderen Imkern, also wird im Jahr da vor eine Königin mit einen Drohn besamt, das Material kommt jedes mal wo anders her, davon werden Königinnen gezogen, diese Töchter kann man Standbegatten lassen, man braucht nur die Drohnen, die Königinnen liefern die Drohnen für die Belegstelle fürs nächste Jahr, die Qualität der der Drohnen ist Rassentypisch.
    Das ganze kann man mit jeder Rasse mach, nur werden Drohnen und Königin bei Carnica vor dem besamen vermessen, Hantelindex und Discoidalverschiebung um Rassentypische Bienen zu erhalten, wenn man eine bestimmte Rasse typisch erhalten will dann sollte man auch auf andere Eigenschaften achten, wie Hantelindex und Discoidalverschiebung, was auch bei Mellifera angewahnt wird.
    Ich überwintere mein ganzen Völker nur auf einer Zarge, hat für mich mehre Vorteile, ich sehe wie sich die Völker entwickeln ob die Vitalität stimmt, der Wabenbau kann besser erneuert werden, die Varroabehandlung ist einfacher wirkt besser.

  • Michael2


    Zitat

    ich bin kein Gegner von Naturbau, das funktioniert vieleicht bei paar Völkern aber im Großen ist das einfach zu aufwendig und umständlich.


    Wieso das denn? Ich finde es im Gegenteil sehr viel bequemer und weniger aufwendig.


    Zitat

    Mit der Basiszucht will man scheinbar versuchen eine Biene zu
    schaffen die Varroaresistent ist, was nie funktionieren wird.


    Nö, varroatolerant reicht schon... :wink: 
    Wie funktioniert es denn in der Natur?
    Überleben des bestangepaßtesten...
    Und wie kommt man dahin?
    Alles stirbt, was sich nicht anpassen kann.


    Zitat

    Mit so eine Auslese hat man keine Rassentypische Biene mehr, sonst
    ein Rassenkauterwälsch,
    was mir nicht gefällt, und wenn man Pech hat, zu sehr bösen Stechern
    kommt, wer hat denn die Zeit und die Völkermenge eine Auslese
    zubetreiben, wenn man ein Imker mit paar Völkern nur ist.


    Mir ist die Rasse völlig wurscht, von mir aus können meine Bienen auch lila-grün-kariert mit nachtleuchtenden Streifen rumfliegen...
    Hätten wir hier ein konstant gutes Klima ohne Kälterückschläge, hätte ich Ligustica, weil ich noch nie solche riesigen Bienenmengen in einem Volk gesehen habe.
    Stecher?
    Klar kann man Pech haben, siehe Henry :wink: 
    Aber mal ehrlich, wann hat man sowas Extremes schon mal?
    Königin tauschen und Ruhe ist...


    Auch mit wenigen Völkern kann man eine Auslese betreiben; du hast IMMER Völker, die herausragen und welche, die abfallen, egal, was du als Maßstab nimmst.


    Zitat

    also wird im Jahr da vor eine Königin mit einen Drohn besamt, das
    Material kommt jedes mal wo anders her, davon werden Königinnen
    gezogen, diese Töchter kann man Standbegatten lassen, man braucht
    nur die Drohnen,


    Also, ich kenne niemanden, der mit Sperma von nur EINEM Drohn besamt.
    Und die Töchter der Königinnen werden gewiß NICHT von den eigenen Drohnen begattet.
    Sie fliegen unterschiedlich weit, du erinnerst dich?


    Und, was jucken mich irgendwelche Flügel-Indices?
    Mein Kriterium ist der Honig-Kübel-Index.... :lol:


    Zitat

    Ich überwintere mein ganzen Völker nur auf einer Zarge, hat für mich
    mehre Vorteile, ich sehe wie sich die Völker entwickeln ob die
    Vitalität stimmt, der Wabenbau kann besser erneuert werden, die
    Varroabehandlung ist einfacher wirkt besser.


    Tja, der Wabenbau kann auf zwei Zargen einfacher erneuert werden...
    ...und ICH komme ohne jede Varroa-Behandlung aus.
    Halt kleine Zellen.


    Und ich verrate dir was: *tuschel* ich werde dieses Jahr etliche Carnis auf kleine Zellen setzen.
    Und ich wette mit dir, daß meine Winterverluste unter 10% liegen... :wink: 
    Egal, ob Carni oder Bucki.
    OHNE JEDE BEHANDLUNG.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,
    was war früher anders?
    Zuerst der Mangel an Zucker.
    Da hat man gelehrt, die Bienen überwintern besser auf Zucker.
    Aber genug Zucker gab es nicht.
    Also mussten die Bienen mit wenig auskommen.
    Wenig passt nun einmal nur auf wenige Waben.
    Also einengen, soweit wie es geht.
    Dieser Mangel reichte noch bis zur Einstellung der Abgabe von vergällten Zucker, etwa Anfang der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts.
    Dann musste noch der Erfinderwut Rechnung getragen werden und die Bienen wurden in viel zu kleine Beuten passend dafür ausgelesen.
    Dann gab es noch die "Reichsfachgruppe Imker", nach dessen Grundsätzen vieles noch heute in der Zucht Gültigkeit hat.
    Dazu kam noch, das eine Unterart der Dunklen Bienen verallgemeinert wurde, um diese schlecht zu machen.
    (Die Heidebiene ist nun einmal keine "Kastenbiene", ähnlich der Biene aus den Kärntner Bauernkästen).


    Michael 2 :
    Basiszucht hat nicht unbedingt Varroatoleranz zum Ziel.
    Umgekehrt kann man ja auch nicht behaupten, das Reinzucht diese
    n i c h t zum Ziel hat.
    Aber der Basiszüchter, der bei seinen Völkern Varroatoleranz feststellt, wird diese bei der Nachzucht genauso versuchen,
    diese zu festigen wie der Reinzüchter.
    Warum vermutest Du, das bei Basiszucht ein "Rassenkauderwelsch" herauskommt?
    Es gibt in Deutschland Gegenden, in denen bei Standbegattung eine reinere Carnica herauskommt, als in deren Ursprungsgebiet.
    Auch wird die "Landbiene" als carnicatypisch beschrieben.
    Auch ein Erfolg von fast 60 Jahren Carnicareinzucht, vor allem die propagierte "F1-Methode".
    Basiszucht hat mehr wirtschaftliche Eigenschaften als Zuchtziel.
    Beide Zuchtarten sollten gleichberechtigt existieren.


    Noch zur Mittelwand:
    Diese zu "erfinden" ist eigentlich ganz einfach.
    Man muss nur die Zellen auf beiden Seiten bis zum Boden hernterschneiden.


    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Sabienchen,



    Dann hoffe ich das du nicht zu viel Drohnenbrut in den Völker hast, für mich ist das nichts, mit so viele Drohnestern in den Völkern erhöht man sein Varroaateil sehr schnell, und das kann gefährlich werden.
    Die Varroa ist noch nicht sehr lange bei uns, das sich da eine Biene entwickeln kann die Anzeichen von Resistenz aufweißt.
    Klar hab ich auch Völker die nicht meiner Erwartung sind, das ist normal und kommt bei jedem Züchter vor.
    Das mit den einen Drohnen ist was besonderes, wenn man etwas Nachdenkt dann fällt es mit Sicherheit ein warum man das eigentlich macht, es geht in der ersten Linie darum erbfestes Rassentypischen Drohnenmaterial zu schaffen und nicht örgend welches Drohnen am Stand fliegen zu haben was ja auf den Insel der Fall ist, und schon einige Zeit für Wirbel sorgt.
    Das hat nichts mit normaler Paarung zu tun sondern Auslese.
    Züchten und halten ist ein Unterschied.
    Mir ist der Flügelindex wichtig um zu wissen was ich in der Kiste habe, nur einfach Bienen zu halten und nicht zu wissen was man hat, ist mir einfach zu langweilig, dann kann ich gleich Kühe oder andere Tiere halten, dafür bin ich Züchter und das aus Leidenschaft,
    das ist genau so mit der Mellifera die will ja auch erhalten werden was nur über Auslese und Merkmalsuntersuchung geht.
    Ich hoffe dir geht nichts ein und du hast Erfolg mit den kleinen Zellen, interessant ist das ganze auf jeden Fall.
    Ich habe noch gar nicht die kleine Mittelwandgießform von mir gessen, ich werde es die Tage mal genau messen und schreibe es dir.
    Die Mini Plus Völkchen entwickeln sich gut auf den Zellen, wenn ich schätze könnten das 4,9er sein, ich messe erst mal dann sehen wir was genau los ist. :D

  • Danke, michael2,


    wenn du es nicht gesagt hättest, wäre ich nie darauf gekommen, daß zwischen Züchten und Halten ein Unterschied besteht. :P


    Allerdings frage ich mich schon, wie das Sperma eines einzigen Drohns für eine ausreichende Begattung der Königin sorgen soll....*kratz*
    In freier Wildbahn braucht es dazu zehn oder mehr...


    Komisch, ich muß nicht wissen, was ich jetzt genau in meinen Kisten habe.
    Es kommt das dabei heraus, was ich anstrebe; das reicht.


    Allerdings würde ich mir auch bei 500 Völkern nicht anmaßen, mich "Züchter" zu nennen.


    Ich bin genial gut als Aufzieher und Vermehrer, egal bei welchem Viehzeugs, aber die Hohe Schule des Züchtens wird mir wohl auf ewig verschlossen bleiben...
    Dafür bin ich nicht schlau genug...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Lothar,


    der Rassenkauterwälsch kommt automatisch, weil bei der Basiszucht nicht auf Rassen und Aussehen geachtet wird, die Königinnen werden ja am Stand begattet und da kann sich alles kreuzen was will.
    Wenn die Varroa nicht wäre dann könnte man sich das ganze sparen und es gäbe auch keine Basiszucht, die Varroaproblematik hat schon einiges ins rollen gebracht, das ist genau so mit der Anreicherung des Wachses mit Rückständen, gäbe es die Varroa nicht dann hätten wir einige Probleme weniger und eine sehr vitale Biene die Leistung bringt und stark ist. :wink:

  • 'n Morgen
    um mal auf das Thema zurück zukommen:
    Auch die alten Imker lagen nicht immer falsch, allerdings ist wohl auch nicht alles, was heute als modern (und ökologisch) daher kommt, wirklich besser und auch praktikabel.
    Kleine Zellen z.B. halte ich für einen Irrweg. Wenn für sowas von Naturbauprotagonisten geworben wird, hab ich ein Übermittlungsproblem (zu meinen Bienen). Ich hab mal gelernt, daß junge Waben mit großen Zellen für große Bienen mit entsprechend großer Honigblase sorgen.
    Das halte ich auch heute noch für gültig.
    Außerdem...bin ich zwar ein Naturfreund, aber... da ich die Befindlichkeiten meiner Bienen nur an ihren Lebensäußerungen (Wachstum, Schwarmneigung, Pollen- und Nektareintrag u.ä.) deuten kann, behaupte ich nicht, den Stein der Weisen zu besitzen.
    Ich denke mal, daß Moden kommen und gehen (auch der Ökowahn wird irgenwann dem Pragmatismus geopfert). Die Imkerei wird bleiben was sie war - ein Nebenerwerbszweig der Landwirtschaft.
    Man kann ruhig mal dem Rat der "Alten" zuhören, was man dann macht, ist doch jedermanns eigenes Risiko.
    Vielleicht wäre auch eine Nachfrage zum Grund dieser oder jener Ansicht
    zum Vertändnis besser als ignorante Besserwisserei.
    Der Jugendwahn gereicht m.E. unserer Gesellschaft nicht zu Ehre. Wer die Erwerbsfähigkeit der Leute über 45 anzweifelt, der sollte denen dann auch eine angemessene Rente zahlen.
    Grüße ralf_2

  • ich finde es am interessantesten mit erwerbsimkern zu reden. die muessen alleine 150 oder mehr voelker schmeissen und auch ihre koeniginnen effizient vermehren. da kann man sehr viel ueber rationelle abetriebsweisen lernen. die kollegen in meiner umgebung sind mit ihren maximal 10 voelkern alle vollauf beschaeftigt (und machen auch nicht mehr honig). es gibt nun mal viele betriebsweisen die nur dazu da sind den imker zu beschaeftigen damit ihm nicht langweilig wird.


    gruss wolfgang
    der mit drei zargen in den naechsten winter gehen wird :lol:

  • Hallo Thomas,


    als langjähriger Mitleser dieses Forums habe ich mir die selben Fragen gestellt.


    Hier im Forum sind zur Zeit 980 Imker(inen) angemeldet. Das entspricht der Anzahl von 3 Imkervereinen in unserer Nachbarschaft. Nicht besonders viele Imker(inen) also - aber darunter hast Du hier eine Reihe sehr aktiver Imker mit den verschiedensten (Imker-)Zielrichtungen.


    Auch Imker(inen) die teilweise vehement ihre Betriebsweise vertreten. Was hier verteten wird, ist teilweise so fortschrittlich im Denken, dasss es vielleicht ein Großteil der jetzt noch lebenden Altimkerschaft nicht mehr erreichen wird. Aber warum auch, Spass an der Imkerei haben sie auch so. Muss es immer einen Königsweg geben?


    Ich bin auch über die Erzählungen der Buckfast/Dadant fasziniert. Wäre ich auch, wenn ich die z. T. Horrorgeschichten der Carnica hier lese. Hätte ich schlechte Erfahrungen gemacht, wäre ich auch schnell zu einer anderen Biene bzw. Betriebsweise gewechselt.


    Habe das Glück über meine Imkerfreund Carnica´s zu bekommen die hinsichtlich ihres Verhaltens absolut top sind (3 Schwärme in 18 Jahren bei durchschnittlich über 10 Wirtschaftsvölkern, keine Stecher). Er imkert aber MIT den Bienen und nicht mit einer Betriebsweise. :wink:


    Wieviel Völker willst Du bewirtschaften, welche Art der Betriebsweise macht Dir Spass? Bei Diskussion über 22 oder 20 Rähmchen ziehen - kann ich nur schmunzeln. Wenn ich meine Bienen fertig habe, fahre ich zu ein paar Altimkern und schaue deren Völker auch noch durch. Das Rechnen mit "Rähmchenanzahl mal Beute geteilt durch Kippkontrolle mal Honigraum" :D ist für mich völlig egal. Wir reden bei mir über ein Hobby. Ich habe andere Hobbies die kosten viel mehr Geld und Zeit!


    Das schöne an der Imkerei ist, dass Du Naturbau, andere Beutengröße selber ausprobieren kannst, mit anderen Imkern darüber fachsimplen kannst und Dir selber Deinen Weg aussuchen kannst.


    Den "hochmodernen Königsweg" gibt es in meinen Augen nicht. Auch wenn es manche Leute gerne hätten.


    Und deshalb würde ich mich durch die ganzen verschiedenen Sichtweisen und Anregeungen hier im Forum nicht "abschrecken" lassen sondern freu Dich über diese tolle Art des Informationsaustausches. Ich lerne hier auch jeden Tag dazu.


    LG


    Raphael

  • Hallo, Raphael,


    eben!
    Dieses Forum dient dem Informationsaustausch und ist nicht zum Missionieren da.
    Es erwartet doch niemand hier, daß seine Meinung ungeprüft und kommentarlos übernommen wird.
    Aber um Erfahrungen auszutauschen, muß einer doch immer den Anfang machen und sagen, wie er es denn macht.
    Daß es dabei manchmal etwas direkter wird, kann nicht ausbleiben.
    Als Beispiel: wenn ich höre, daß Anfängern immer noch geraten wird, für den Honigraum "schöne dunkle und stabile ehemalige Brutwaben" zu nehmen, gehe ich in die Ketten, weil es in der heutigen Zeit einfach unhygienisch ist, von der Belastung der Brutwaben mit Milbenmitteln mal gar nicht zu reden.
    Ich halte das auch nicht für "zu fortschrittlich".
    Vor 50 Jahren hatte auch kaum einer einen Kühlschrank, und es wurde vieles gegessen, was man heute als verdorben bezeichnen würde.


    Und wie du schon sagst, grade als Hobbyist kann ich doch ungeniert ausprobieren, ohne den Kostendruck des Überlebens im Nacken zu haben.


    Was Wolfgang schreibt, ist genauso richtig. Eine wirklich rationelle Betriebsweise ist doch beim Publikum gar nicht erwünscht. Wie soll man denn dann seine Zeit rumbringen? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin liebe Gemeinde,


    sabi(e)ne schrieb:

    Es erwartet doch niemand hier, daß seine Meinung ungeprüft und kommentarlos übernommen wird. :wink:


    Na ich eigentlich doch ... :evil: Also nicht ganz kommentarlos, ich erwarte grenzenlose Dankbarkeit :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder