Bienenumzug

  • Hallo, Mitstreiter,


    ich will zwei Völker auf einen 3 km entfernten Standplatz verbringen (schrieb ich früher schon mal). Die klassische Wanderlogistik "im Morgengrauen ankommen und die Fluglöcher öffnen" funktioniert in diesem Fall nicht, da ich dann allein fahren müßte und die Beuten nicht allein schleppen will.


    Abends würde das mit dem gemeinsamen Tragen aber gehen; ich dachte an die Zeit um den Sonnenuntergang.


    Sollte man in diesem Fall die Fluglöcher über Nacht noch zu lassen, damit sich die Bienen nicht ins einbrechende Dunkel stürzen? Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang könnte ich da sein und die Löcher öffnen. Oder sollte der Keil auf jeden Fall gleich bei der Ankunft 'raus? (Die Gitterböden sind offen).


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    warte doch einfach auf schlechtes Wetter. Bei Regen sollte es egal sein, ob Du die Bienen morgens oder Abends umstellst.


    Zur Fluglochgröße kann ich leider nichts sagen.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo Johannes
    Die Wanderimker verladen doch auch meißt Abends und fahren früh morgens los. ;-)
    Also verschließe das Flugloch nach Flugeinstellung, und ab an den neuen Standort. Lass ihnen dann 5 Minuten, bevor du üffnest. So mach ich es auch, und ich hatte noch keine Probleme.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Guido,


    also ich weiß nicht, ob man die Völker über nacht so stehen lässt. Ich halte das für keinen guten Rat. Zu dieser Zeit ist das noch ok aber wenn die voll mit frischem Honig sind und nervös werden, dann nützt dir auch kein Wanderboden. Wer das mal geshen hat , wie ein verbraustest Volk aussieht, der weiß, dass das eine ganzschöne Schweinerei ist. Daher würde ich die Völker erst zumachen, kurz bevor ich abwandere.
    Auch ist dabei zu beachten, wie die Belüftung ist. Bei den Segebergern, hast du ja 1/4 m² Drahtboden, das kann mit Wandervaranda schon ganz anders ausehen. Einige haben auch nur Wanderdeckel. Ich habe hier jetzt Holzbeuten, die haben keine Drahtgaze sondern ein Lochblech hinten und vorne als Klappe im Boden, wenn man da nicht den Deckel öffnet, sind die nach dem Transport bestimmt hin. Da stecken dann ein paar hundert Bienen die Köpfe in die Löcher und dicht ist die Kiste.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Johannes,


    "Das Wandern ist des Imkers Frust ..."


    Ich kenne Dein Problem, besonders beim Abwandern vom Balkon habich das selbe. Abends wegwandern ist nur deshalb nicht gut, weil die über Nacht wieder beruhigten Bienen morgens in aller Ruhe ohne sich nochmal umzusehen ausfliegen und das Neu-Einfliegen vergessen. Wenn die nach nächtlicher oder morgendlicher Wanderung erst mal stinkig rauskommen um den Imker zu stechen, dann merken die im Gegensatz dazu sehr schnell, wo der Stock steht den sie verteidigen wollen.


    Der Rat bei Regenwetter abzuwandern ist absolut empfehlenswert. Wenn man kann und es April ist, kann man jeden kurzen Niederschlag, der die Bienen heim treibt nutzen. Fluglöcher mit naßem Schwamm verschließen und ab geht's. Man sollte halt so timen, daß die Bienen nach der Regenhusche schon noch fliegen können. Der Blick auf das Regenradar im Internet lohnt da wirklich. Am Zielort sofort die Fluglocher auf und vielleicht nochmal Bißchen auf die Beuten haun (vorher :wink: ). Wenigstens soll man die Beuten nicht lange vorm öffnen ruhig stehen lassen. Nur so daß die gerade nicht mehr volles Rohr brausen. Oft reicht die Zeit die man braucht den Wandergurt zu lösen und alles, was mit muß wieder zu verstauen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ein Umzug am Abend sollte kein Problem sein, das sehr ich genauso wie Guido. Auch wir haben unsere Viecherl am Abend verstellt - Nach dem Ende des Flugbetriebes den Stock schließen, umziehen und dann nach ca. 5-10 min Stehen wieder öffnen. Die Bienen merken, daß sie bewegt werden und kommen dann vorsichtig aus dem Flugloch. Beim Verstellen darf es übrigens ruhig ein wenig holprig zugehen - dann merken die Bienen auch sicher, daß sie verstellt werden.


    Viele Grüße,
    Effendi

  • Hallo zusammen
    Hallo Berni und Henry
    Ich verstehe eure Einwände nicht! :roll: 
    1. Es geht hier um 3 Km, sonst hätte ich es anders geschrieben.
    2. Johannes will "jetzt" wandern, wo sollen da bitte schön volle Honigräume herkommen? :o
    Bei Fernwanderungen sieht es natürlich anderst aus. Da ist bei mir der Boden (das ganze Jahr) und das Wandergitter auf der ganzen Fläche auf.
    Wenn man am Heimwandern ist, wird ja auch nach dem Bienenflug aufgeladen und abgefahren und es werden ja auch die Honigräume abgenommen (zumindest auf dem Hänger), denn sonst können die vollen Waben abreißen.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo,
    Wandern ist eigentlich gar kein Problem. Günstig ist ein Tag, an dem die Bienen den Flugbetrieb gegen Abend zeitig eintellen. Bei Dunkelheit ist ja dann meist Ruhe, dann schließt man halt das Flugloch. Wenn der Boden der Beute (Magazin) aus Gaze besteht, ist auch genug Luft vorhanden, um 3 km weit zu fahren. Bei gleicher Luftzufuhr (Wanderbeuten) im Wagen konnte man die ganze Nacht durchfahren und u.U. von Berlin aus die Mecklenburger Rapsfelder erreichen.
    Beim Transport muss mann auf erschütterunsfreies Handling achten, so hat man am Zielort bei so kurzen Distanzen überhaupt kein Problem.
    Als altem Wanderimker juckt es beinahe, den Transport zu übernehmen...
    Grüße ralf_2

  • Moin Guido,


    wo war mein Einwand? Hab ich mich verschrieben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    also, mein Plan sieht jetzt so aus (bitte um Einwände!):


    1. am Vorabend nach Einstellung des Bienenflugs die Beuten verschließen und in den Kombi laden; Heckklappe offen lassen wg. Lüftung,


    2. am nächsten Morgen 'rüberfahren, abladen, Fluglöcher öffnen.


    Die 12er-Dadantbeuten haben derzeit 9 Waben, neben dem Trennschied ist also eine Art seitlicher Trommelraum. Die großen Gitterböden sind offen.


    Berni : ist die Gefahr wirklich so groß, daß sie dann verbrausen?

  • Guido schrieb:

    Hallo zusammen
    Hallo Berni und Henry
    Ich verstehe eure Einwände nicht! :roll: 
    .


    Lieber Guido,


    warum mauss man den immer nur den direkt nachgefragten Fall eindeutig beschreuiben, wenn es ein anderer mal unter zur Hilfenahme der Suchfunktion findet, kann er hier glaube ich auch noch gute Ratschläge herauslesen.
    Ich finde es nicht so gut einen Ratschlag für eine bestimmte Situation zu geben, man sollte dann auch mal die Überlegungsweise für andere Beispiele geben. Das hilft meist mehr.


    Was nutzt es mir wenn ich weiß das 4+2 = 6 ist aber für 5+1 und 3
    +3 keine Antwort habe.


    Dann zu den drei Kilometern, das ist schon das Minimum, Flugbienen können noch weiter fliegen und es werden auch welche zurückfinden.


    Johannes sollte die einfach nach Flugbetrieb einpacken und rüber schaffen. Es werd doch abends schnell kalt, also null Problemo.


    Eine andere Erfahrung die ich weitergeben kann, die Völker verbrausen meist nicht beim Transport, das ist wie mit Kleinkindern in der Karre, die machen auch erst Streß, wenn es keine Bewegung mehr gibt. Ist schön zu hören, wenn man die im Kobi transportiert, nach ein paar Metern fahrt, sind die Völker ganz ruhig. Nur beim Rasten gibt es da Probleme, so meine Erfahrung.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Johannes,


    der Trick ist ganz einfach: wenn die den Bienenflug einstellen, dann sprüh' mit der Blumenspritze Bißchen vor den Beuten rum. Die, die erste jetzt noch heimkommen stört das nicht und die die doch nochmal spät raus wollen merken sofort: Sch... es regnet schon wieder. (So kann man auch tags abwandern, muß dann allerding ganz schön lange sprühen) Dann stopft Du den Flugschlitz mit nassem Schwamm zu und hebst die Kisten gleich in den Kombi. Dabei hilft Dir doch jemand? Das sollte nämlich wirklich sehr ruhig ablaufen, weil die anschließend nicht raus können. Die sollen es eigentlich nicht bemerken. Es soll sein wie ein Frühjahrsturm.


    Wenn die Böden eine Hand breit Luft drunter haben mußt Du nichtmal die Klappe offen lassen. (Könnte ja sein, daß es nachts tatsächlich regnet :wink: )


    Wenn Völker, meist ja Ableger oder Anbrüter, im Auto verbrausen, dann liegt das oft an voller Sonne durch's Heckfenster, also nicht direkt ein Nachtproblem :wink: , an verstellter Bodenlüftung und an Pausen während des Transports. Ich hab'mal gelesen und kann auch nachvollziehen, daß Bienen als Baumbewohner mit sturmtypischen Erschütterungen gut umgehen können. Die wollen dann auch nicht raus ganz egal, ob sie's könnten und nur wenn sie rauswollen und es nicht können, dann gibt's Panik und Verbrausen. Es ist wie bei uns Menschen, wenn uns nachts oder bei Regensturm jemand einmauert, schlafen wir ja auch gelassen bis zum nächsten Morgen oder sitzen friedlich drin rum. Nur wenn wir dann nach Nacht und Sturm nicht raus können gibts Panik.


    Der nasse Schwamm signalisiert jeder Biene, die sich doch schon nach draußen begeben möchte, Kälte und Nässe. Wetter also, bei dem keine Biene freiwillig vor's Flugloch geht.


    Mach's so. Es wird schon klappen und ich hab' auf ganz ähnliche Weise schon Ableger von Trebsen aus nach Emden gebracht. Problemlos und auch ohne Nachtfahrt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • wenn du die voelker gerade durchgesehen hast solltest du ihnen ein paar tage zeit lassen um die raehmchen wieder richtig festzukitten. ist gerade bei dadant wichtig. ansonsten hab ich mit dem umstellen am abend und transport (ueber 200km) nie probleme gehabt.


    gruss
    wolfgang