Komische Kotwürstchen...

  • Hallo,


    heute (das erste mal wieder ein bißchen Flug nach einigen kühl-nassen Tagen) bemerkte ich an allen Völkern an den Außenwänden lange, dünne Kotwürstchen (1/2 mm dick, bis 3 cm lang); teils schwärzlich (vertrocknet), teils auch gelb. Nicht flüssig oder unförmig wie man es auf den Bildern von Nosema oder Ruhr sieht, sondern gleichmäßig draht- oder fadenförmig.


    In den Büchern habe ich nichts dazu gefunden, auch nicht bei Heinrich Storch (Am Flugloch).


    Kennt das jemand?
    Könnte das Wassermangel bei fehlender Flugmöglichkeit in den letzten Tagen sein, also eine Art "verfrühte Maikrankheit"?


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    vielleicht ist es:



    http://www13.ages.at/web/ages/content.nsf/73b5f92ac245b957c1256a9a004e1676/1c09553db79456d9c1256e2a00626a7e/$FILE/mb08maikr03.pdf


    http://www.fh-weihenstephan.de…/infos/kurzinfo.php?id=50


    "Gerade zur Löwenzahnblüte kann man immer wieder beobachten, daß bei schlechter Witterung zwar viel Pollen eingetragen wird aber der Löwenzahn nicht honigt. Da der Löwenzahnpollen vom Eiweißgehalt her minderwertig ist, müssen die Ammenbienen zur Futtersafterzeugung große Mengen dieses Pollens aufnehmen. Kommt dann noch Wassermangel dazu, ist die Maikrankheit vorprogrammiert. Eine Fütterung mit Blütenhonigwasser 1 : 1 kann hier im Vorfeld Abhilfe schaffen. Ist die Maikrankheit erkennbar - Jungbienen mit prallen Hinterleibern verlassen die Beute und fallen flugunfähig zu Boden, so kommt für diese Bienen jede Hilfe zu spät. Die früher empfohlene Fütterung mit Glaubersalzzusatz sollte nicht mehr gemacht werden, da das Salz eine lebensverkürzende Wirkung auf Bienen hat. Die Bettlacher Maikrankheit, eine heute nur noch selten vorkommende Erscheinung, tritt bei der Verdauung von Hahnenfußpollen auf. Das im Pollen enthaltene Anemon-Gift lähmt den Darm der Biene, so daß sie weder Futtersaft produzieren noch sich selbst erhalten kann."

  • Moin Johannes,


    diese Fäden liegen auch auf meinen Fluglöchern auf dem Balkon und auch vereinzelter auf den Fluglöchern in Trebsen. Andere Bienen stehen nicht in Auwaldnähe. Das Phänomen tritt jedes Jahr auf, mal stärker mal schwächer. Die Bienen koten noch bevor sie zum Vorspiel starten sofort nachdem sie Licht sehen ab. Ich glaube auch, daß es Jungbienen sind. Auf den Boden fallen sie allerdings nicht und pralle Hinterleiber haben die Mädels nur bis zum Schiß und der fällt nur wenige Flug-cm vorm oder überm Flugschlitz.


    Bei mir hat das noch nie zu Totenfall geführt und ich denke auch, daß es an irgendeiner Pollenart liegt. Anemonen sind von beiden Ständen aus gut erreichbar. Vielleicht sind die wirklich die Ursache. Wassermangel scheidet aus. Gefrorener Pollen auch.


    Probleme nachhaltiger Art gab das noch nie. Der nächste Regen beseitigt die Spuren und die Anemonen haben auch nicht mehr lange.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,


    gibt es zu den Symptomen "lange dünne dunkelbraune Kotwürstchen" inzwischen neuere Erkenntnisse oder bleibt es dabei, dass sich das nach ein paar Tagen wieder legt? Ich habe gerade an allen meinen Beuten und auf den Flugbrettern solche Spuren gesehen...


    Auwald könnte vom Kleinklima her passen, auch Buschwindröschen blühen gerade auf. Es sind aber nur ganz wenige.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo,


    an meinen Beuten habe ich auch seit letzter Woche diese drahtförmigen Kotwürstchen gesehen, an verschiedenen Ständen. Ok, das Wetter war zuletzt etwas kühler, aber soweit ich weiß konnten die Bienen fast jeden Tag zumindest am frühen Nachmittag ausfliegen, falls sie wirklich unter Wassermangel gelitten hätten, hätten sie auch erstmal die Folie trockenlecken können, aber die war nass. Keine Ahnung, was die Tierchen plagt.
    Großflächige Anemonenbestände kenne ich hier nicht, nur kleinere Flächen in Gärten.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    was meinst Du denn mit Anemonenbeständen?
    Da bei mir alle Völker zugleich betroffen sind, gehe ich auch davon aus, dass es irgendwas mit dem Pollen, dem Wasser o.ä. zu tun hat.
    In dem Post oben war ja von Hahnenfußgewächsen die Rede. Von denen blühen jetzt gerade (hier jedenfalls) die Buschwindröschen und gerade bei mir in der Kleingartenanlage noch sehr viele Christrosen.


    Ich habe gestern noch mal genau beobachtet, Krabbler habe ich nicht gesehen. Es ist, wie Henry beschrieben hatte: sie kommen raus und laufen entweder die Beutenfront hoch und koten dort oder lassen es fliegend sofort über dem Flugloch fallen. Kein Totenfall.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.