Futterwaben entnehmen

  • Hallo zusammen,


    ich habe gestern hier in eins unserer Völker reingeschaut und mußte feststellen, dass die Kiste ( 2 Zargen 3/4LS ) knackevoll ist - meistenteils mit Futter. Die Futterwaben sind teilweise noch vom Winterfutter, aber auch schon neu eingetragener Honig ist dabei. Nicht alle Waben sind voll verdeckelt. Auf den 4 Waben über dem Brutnest befindet sich zudem ein reichliches Pollenlager, wie eine Glocke. Ich habe derzeit 5 Waben großflächig mit Brut in der unteren Zarge.


    Ich muß also unbedingt Platz schaffen, damit Madame legen kann. Was mache ich aber mit den nicht voll verdeckelten Futterwaben? Wieviele nehme ich überhaupt raus bzw. wieviel sollte ich drin lassen. Was mache ich mit den Pollenwaben? Die sollte man doch sicher drin lassen ?! Könnte man da auch einen Teil rausnehmen und anderweitig wiederverwenden?


    Auf eure Meinung gespannt sag ich: bis gleich


    Mike

  • Moin Mike,


    wenn Pollen draußen bei Flugwetter verfügbar ist und die Futterwaben gedeckeltes Futter und frischen Pollen enthalten, dann entnimm die hübsch einzeln und hebe die für die Ableger des Sommers auf. Ansonsten und außerdem entnimm die verdeckelten Futterwaben am Rand und rücke die offenen aus der Brutnestmitte heraus, langsam an den Rand und fülle die Mitte mit Leerwaben auf. Vergiß den Baurahmen nicht, für den auch eine Futterwabe raus kann.


    Wenig offenes Futter oder frischer Nektar sind auf ansonsten voll verdeckelten Futterwaben kein Problem, wenn die Waben im Sommer, also in zwei Monaten, wieder zum Einsatz kommen. Pollen hält auch nicht ewig, wenn er nicht unter Hongig verschlossen ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    danke für deine Ausführungen ...


    bei mir hängen die offenen Futterwaben irgendwie aussen und die verdeckelten weiter innen - hm. Ich werd also die verdeckelten rausnehmen und alle offenen drin lassen, neben dem Brutnest in der unteren Zarge hänge ich je eine Mittelwand ein (Leerwaben habe ich leider noch keine) und oberhalb des vorhandenen Brutnestes ebenfalls Mittelwände (statt der Futterwaben) . Müssen die Mädels da nich recht weit zum Futter laufen, wenn rund ums Nest MWs hängen?
    Was meinst du?


    Gruß


    Mike

  • Hallo Mike,


    wenn das Volk stark genug ist, machen die MW gar nicht, werden schnell ausgebaut und gleich bestiftet.
    Bei schwächeren Völkern kann das etwas länger dauern.
    Zu viel Pollen ist entwicklungshemmend, zuwenig auch, man sollte das richtige Maß finden, aber auch nicht zu viele Pollenwaben entnehmen.
    Als Anfänger hat man meinst wenig oder keine Waben, da muss man viel bauen lassen das man einen Wabenvorrat bekommt.

  • Hallo Mike,


    Ich vermisse in deiner Antwort, wo du den Baurahmen hingehängt hast.
    Ein Baurahmen ist einfach ein vollkommen leeres Rähmchen - manche Imker löten auch einen schmalen Anfangsstreifen an den Oberträger (meine Bienen machen es immer problemlos auswendig!) - in das die Damen ihre Drohnenwabe bauen. Du kannst dann ganz leicht Drohnenwaben zur Varroabekämpfung schneiden. Man kann an dem Baurahmen auch sehr gut den Schwarmtrieb sehen.
    Der Platz dafür ist je nach Betriebsweise je eine rechts und links ganz außen in der unteren Zarge, oder als vierte vom Rand her gesehen. Sicher gibt es da noch ein paar andere Vorgehensweisen..


    Viele Grüße
    wunderbiene

  • Hallo Wunderbiene,


    ich habe einen Baurahmen reingehängt, im 10er Magazin auf 2, in der unteren Zarge. Wie Henry in einem anderen Thread sehr ausführlich und schön ausgeführt hat, ist das sicher nicht genug, aber für den Moment sicher noch ausreichend. Ich war mit meiner Aktion vermutlich leider etwas zu spät dran, denn auf den meisten beim letzten Eingriff noch verdeckelten Futterwaben in der oberen Zarge hatten die lieben Bienen bereits Platz für Brut geschaffen, so dass ich da nichts mehr rausnehmen kann. Insgesamt haben wir also nur 3MW und den Baurahmen durch Entnahme von Futterwaben reinhängen können.
    Dieses Volk hat nun auf 6 Waben in der unteren Zarge sowie in der oberen jeweils den unteren Rand von ebenfalls 5 Waben Brut. Es gibt auch schon Drohnenecken (verdeckelt) auf den Brutwaben.


    Um dem Bautrieb Raum zu geben, haben wir auch schon den HR über Absperrgitter aufgesetzt. Ob das allerdings ne gute Idee war, bezweifle ich noch. Eigentlich ist noch zuviel Futter in den unteren Zargen, das jetzt womöglich in den HR umgetragen wird.



    viele Grüße


    Mike

  • Moin Mike,


    Zitat

    Baurahmen reingehängt, im 10er Magazin auf 2, in der unteren Zarge. Wie Henry in einem anderen Thread sehr ausführlich und schön ausgeführt hat


    vom unteren BR hab ich nicht geschrieben. Der BauR gehört dahin, wo die Jungbienen auch Arbeit brauchen. Nämlich dort wo sie geschlüpft sind, also oben. Der BauR unten hat einen magnetischen Effekt. Er zieht Baubienen, Königin und Brutnest nach unten und ist dort gelinde gesagt bescheiden zu erreichen.


    Ich empfehle Dir (soweit ich die Situation richtig verstanden habe) oben eine Futterwabe, auch wenn sie ein Wenig Brut oder Eier enthalten sollte oder eine Pollenwabe nach unten zu geben und den BauR nach oben. Der ist dort gut erreichbar und bildet schonmal eine Lücke in der Futterkappe. Dann solltest Du, vor angesagtem Regenwetter oder Kälteeinbruch den Honigkranz mit dem Stockmeisel leicht eindrücken. Dazu müssen nur dort die Bienen runter. Man muß nicht die ganze Wabe bienenfrei machen. Dort entsteht dan schnell eine weitere Lücke und ein weiterer Weg nach oben.


    Futterwaben die wenig Brut enthalten können auch weit an den Rand gerückt werden bis dort die Brut schlüpft und dann entnommen. Damit soll aber nicht das Brutnest in die Breite gezogen werden. Wenn neben dem BauR am Rand aber noch 50 Arbeiterinnenzellen ausgebrütet werden. ist das kein Problem.


    Wenn Du ganz clever vorgehen willst und das Futter über der Brut verdeckelt die Zellen also weitestgehend gefüllt und damit nicht mehr mit viel Honig belegbar sind, dann kannst Du auch Futterwaben über den abgesperrten HR ausscheiden. Also einfach (ohne Königin) in die Mitte hochhängen, schlüpfen lassen und raus. Das ist der schnelle Weg für schnell wachsende Völker und bringt außerdem eine gute Annahme der HR.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Michael2


    Zitat

    Zu viel Pollen ist entwicklungshemmend, zuwenig auch, man sollte das richtige Maß finden, aber auch nicht zu viele Pollenwaben entnehmen.


    Zuviel Pollen ist entwicklungshemmend??? Kannst Du dazu noch was sagen?
    Ich dachte eigentlich bis heute man kann den Bienen gar nicht genug Pollen anbieten.
    Woran soll das liegen?? An der Bruteinschränkung durch Platzmangel?

  • Nein.
    Eiweiß, in diesem Fall Pollen, ist der absolut limitierende Faktor des Lebens in allen Umgebungen.
    Zuviel Pollen gibt es grundsätzlich NICHT.
    Es gibt nur unter Umständen zu wenig Platz dafür.
    Je mehr Eiweiß, desto mehr Brut, desto mehr Bienen.
    Wer bringt den Honig?
    Die Bienen.


    Schlußfolgerung: Platz anbieten, jede Menge davon... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Obstbrenner,


    wenn kein Platz in den Völkern ist und zu spät erweitert wird schadet zu viel Pollen, und das Volk kommt in Schwarmstimmung, dazu kommt meist noch ein verhonigtes Brutnest, hier bei mir wird sehr stark von Kirsche eingetragen, auch von Birne, und teils von Löwenzahn, der Raum sollte dem Volk und Tracht angepasst werden.