Ein "freies" Volk

  • Guten Morgen, allerseits,


    Es geht auch ohne Imker …


    In einem leerstehenden, abrissreifen Häuschen hat sich ein Bienenvolk eingenistet. Nach Auskunft des Nachbarn, ein Bio-Lehrer i. R. , lebt es schon jahrelang da im Fußboden des Speichers. Die Bienen fliegen aus einem Loch im Mauerwerk aus. Ihre Farbe ist carnica-grau, sie sind aber von deutlich kleinerer Körpergröße.
    Der Eigentümer ist erst Mitte Mai zu erreichen. Bis dahin kann ich die Bergung organisieren. Sicher wird mir ein Imkerkollege von der Dorffeuerwehr dabei helfen. Ich möchte ohne Rücksicht auf das Gebäude das Nest dokumentieren, das Wabenwerk vermessen und das Volk umsiedeln.
    Meine Fragen: Was ist besonders wichtig? Welche Fehler sind hierbei überflüssig?
    Bin selbst Imkerneuling im zweiten Lehrjahr.


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo, Peter,


    was für eine Chance!
    Allerdings könnte es sein, daß sie bis dahin schon einen Schwarm abgesetzt haben.


    Zum Umsiedeln auf jeden Fall genug Material mitnehmen, lieber zuviel als zu wenig; es ist manchmal erstaunlich, wie groß diese Nester sein können...
    Um die Wabenstücke in Rähmchen zu bekommen, reichen Gummibänder.
    Ansonsten Stichschutz, Rauch und/oder Wasser, und viel Ruhe dabei.
    Ich würde es abends machen, damit ihr so viele Flugbienen wie möglich mitbekommt.


    Und, wenn es irgendwie machbar ist, die Reihenfolge der Brutwaben beim Umsetzen beibehalten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Peter,


    wenn die Bienen da nicht unbedingt gleich weg müssen, kannst Du auch den Vorschwarm und vielleicht sogar einige Nachschwärme Abwarten.


    Dann hast Du die Alte auch und es sind deutlich weniger Bienen im Nest.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nabend, Sabi(e)ne und Henry,
    wie recht ihr hattet!
    Heute kam der erste Schwarm, mittlere Größe.
    Jedoch machen die Bienen einen weniger gesunden Eindruck, Totenfall.
    Ich gebe ihnen morgen nur Rähmchen mit Wachsstreifen und beobachte.
    Nach ein paar Tagen möchte ich diese entnehmen, einschmelzen und Mittelwände geben. Wie lange soll ich warten?
    Schöne Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo, Peter,


    warum erst auf Wachsstreifen und dann auf MW?


    Sorry fürs Editieren: Bitte unbedingt auf StarterStreifen einschlagen und MESSEN, was sie bauen! *gier*


    Ich denke, wegen AFB brauchst du dir keine Sorgen zu machen, schlag sie sofort in eine Beute ein, egal ob Starterstreifen oder MWs und laß sie bauen!
    Der Totenfall kommt eher von schlechter Versorgung oder Varroa. :cry:


    Ab übermorgen bitte flüssig füttern, wenn du keinen Raps in der Nähe hast.
    Drei Tage kommen sie maximal aus mit dem, was sie dabei haben.
    Aber ich würde schon morgen anfangen sie zu füttern...


    Und bitte denk dran, sie werden in den nächsten Wochen umweiseln, also evt. Zellen stehenlassen!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Peter56 schrieb:


    Heute kam der erste Schwarm, mittlere Größe.


    Ich gebe ihnen morgen nur Rähmchen mit Wachsstreifen und beobachte.


    Auch schon mal an Füttern gedacht ? :roll:

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo,


    nun übertreibt es mal nicht. Jetzt, wo das Obst und der Raps blühen, auch noch füttern? Wenn es ein normal großer Schwarm ist, sollte er ohne Hilfe über die Runden kommen.
    Oder war es ein Hungerschwarm?


    Grüße, Thomas

  • Hallo,


    wenn jetzt ein Volk schwärmt, kann man die Bienen voll vergessen, das sind doch Schwarmteufel und das bei Tracht.
    Ich will um diese Zeit keine Völker haben die in Schwarmstimmung sind, da hat wohl der Imker zu spät erweitert oder die Bienen sind so.
    Der Totfall kommt von den sterbenden Winterbienen die noch teils in den Völkern sind.
    thomas , hier bei mir blüht Äpfel, Löwenzahn, usw.…. außer Raps den es hier nicht gibt, die Stockwaage geht rauf und runter, das Wetter ist für gute Tracht einfach zu kühl und zu windig.
    23.4.2005 38,8 kg
    24.4.2005 39,6 kg
    25.4.2005 39,4 kg
    26.4.2005 38.9 kg
    Bei so ein komischen Wetter und geringer Tracht ist ratsam einen Schwarm etwas mit Honig zu füttern.
    Am Wochenende soll ich im Rheinland deutlich wärmer werden und bis zu 27 Grad warm werden.

  • Moin Michael2,


    lies doch vielleicht nochmal den allerersten Beitrag und dann erkläre uns mal, wie und wann man so einen Fußboden in einem abißreifen Häuschen fachgerecht im April erweitern muß, wenn man erst im Mai ran kann. Und vor allem womit. :lol:


    Nicht immer muß man gegen Schwarmbienen hetzen und Imker angreifen die die halten (oder zu halten versuchen :wink: ). Der Schuß hier war war jedenfalls ein echter Rohrkrepierer.


    Peter56 : behandle den Schwarm doch ganz einfach wie jeden andern auch und mach möglich nix anders. Dann hast Du auch den Vergeleich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,



    Schwarm hin oder her, ich würde den mit Honig füttern, denn wenn noch eine Tracht kommt kann man von dem Volk noch was ernten, und man hat keinen Zucker im Honig drin.

  • hier geht es NICHT um's Ernten von irgendwas, hier lebt ein Volk seit Jahren unbehandelt!!!


    ...und immerhin sind sie fit genug zum Schwärmen!


    Lieber Peter, bitte füttern, auf Anfangsstreifen setzen und uns INFORMIEREN! :wink: 
    (Wir sponsorn auch das Futter! :wink: )

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo
    Sabi(e)ne bringt es auf den Punkt.
    Dieses Volk darf man nicht verlieren.
    Vor einem allfälligen Umzug Maden umlarven (möglichst viele) und Königinnen nachziehen, damit die Genetik dieses Volkes nicht verloren geht.
    Bei Möglichkeit die Zellen dann an mehrere Imker verteilen, damit nicht einer alleine mit der Aufgabe überlastet wird und die Völker anschliessend auf einem separaten Stand halten.
    Also Chance nutzen.
    Mit freundlichem Gruss
    Hugo

  • Vorsicht Falle, bremst Euch,


    die alte Königin ist raus, was man jetzt umlarvt hat nicht unbedingt was mit der Königin zu tun die im Vorschwarm abschwärmte. Und das was aus den Larven der Vorschwarmkönigin gezogen wird, muß auch nichts mit dem Volk und den Eigenschaften des Bodenfundvolkes zu tun haben. Ja nichtmal die Vorschwarmkönigin ist sicher verantwortlich für das Überleben des alten Volkes. Vielleicht ist die, die die tollen Nachkommen macht, letzten Herbst noch spät davongeschwärmt ...


    Es gibt sehr viele Gründe dafür, daß die Königin nicht oder nicht mehr die ist, für die Ihr die haltet. Seid dann mal nicht so traurig. :cry:


    Außerdem ist es sehr häufig, daß da wo angeblich immer ein und das selbe Volk über Jahre eingenistet ist, in Wirklichkeit sich alle paar Jahre ein Schwarm neu einnistet. Gute Beuten sind rar. Ich habe schon sehr oft solche angeblich wilden Völker erlebt, die erst als winziger Nachschwarm gestartet sind und dann nach 4 Jahren eben doch vermutlich an der Milbe eingegangen sind. Vielleicht ja auch weil sie umgeweiselt haben oder die Alte abgeschwärmt ist. Man steckt nicht drin. Besonders nicht, wenn die Alte nicht gezeichnet ist. Und ist sie's doch, dann ist man vermutlich enttäuscht, weil sie ein rotes Plättchen trägt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ist den überhaupt sicher, das das Volk über Jahre überlebt hat?


    Bei uns im Ort gibt es eine Kirche mit einer zugemauerten Tür. Die Tür ist von innen zugemauert, von außen ist aber noch die Tür davor. Hier habe ich seit Jahren Bienen beobachtet, die durch einen Spalt in der Tür in den Zwischenraum fliegen. Die Tür kann man nicht mehr öffnen, also man kommt nicht ran an das Volk. Ich habe lange gedacht, dass hier auch so ein Volk lebt, was irgendwie mit der Varroa fertig wird. Bis ich mich mit einem Imker hier aus dem Ort unterhalten habe, der mir erklärt hat, dass das Volk immer zwei Jahre dort überlebt und dann über Winter eingeht. Im Frühjahr würde dann immer ein neuer Schwarm einziehen. Ich habe es erst nicht geglaubt, aber in diesem Frühjahr sind sie weg.


    Kann es nicht sein, dass es bei Peters Bienen genau so ist?

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)