Überzählige Futterwaben

  • Hallo zusammen,
    wie es scheint,habe ich in diesem Jahr eine größere Anzahl von Futterwaben übrig.
    Diese werde ich mit Sicherheit auch nicht alle für die Ableger brauchen.
    Meine eigentliche Frage ist folgende:
    Wie gehe ich am besten vor,um die Waben vor Wachsmotten zu schützen?


    Danke für Eure Antworten

  • 'n Abend,
    nach meiner Erfahrung werden richtig volle Futterwaben von Wachsmotten nicht zerstört, weil selbige mit dem flüssigen Futter (Honig wäre ähnlich) nicht so recht klarkommen.
    Schwefeln sollte man diese Waben allerdings nicht, wegen der schwefligen Säure, die sich im Futter bilden kann. Beste Verwendung wäre bei Ablegerbildung mit zugeben, die Bienen passen meisten am Besten auf ihre Vorräte auf, schon seit einigen Jahren.
    Grüße ralf_2

  • Hi,


    Svens Frage geht in die Richtung der meinen, darum hänge ich sie gleich hintenran:


    Was soll ich mit den Futterwaben tun?


    Meine Idee war, die hellen und mittleren zu verwahren, die dunklen Schwarten anzuritzen und hinter Schied in die Beuten zu hängen. Die erste Mittelwand zum Ausbauen hängt seit heute neben dem Brutnest. Eigentlich wäre das ja eine Art Reizfütterung. Hat jemand abgesehen davon, daß sie nichts bringen soll, Erfahrungen damit, wie die Völker darauf reagieren? (Mehr Brut, weil Pseudotracht? Weniger Brut, weil das zusätzliche Futter Platz wegnimmt? Gleich viel Brut, aber später Zucker im Honig? Schnelleres Ausbauen der gegebenene Mittelwand?)


    Kurz: Soll ich's tun?


    Vielen Dank im Voraus,


    Johannes

  • Hallo zusammen,
    habt Ihr j e t z t s c h o n überzählige Futterwaben?
    Der Frühling hat doch gerade erst angefangen, Wetterrückschläge wird es sicherlich noch geben. Diese können auch noch länger dauern.
    Lasst die Futterwaben noch drin. Es kommt im Moment nicht viel mehr rein, als die Bienen verbrauchen.
    Man braucht die Futterwaben auch nicht aufdeckeln. Soll nicht viel bringen. Die Bienen wissen es selbst besser, wann und wieviel Futter sie brauchen.
    Komischerweise sind es die Imker, die jetzt alles Mögliche und Unmögliche tun, um die Völker voranzutreiben, die dann über Schwarmstimmung und deren Folgen klagen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,


    vielen Dank für Deine Antwort, sie macht mich unsicher...


    Also, hier sind die Weiden abgeblüht, die Schlehen sind zum Teil schon auf, die Pflaumenbäume folgen bald. Und da ich im Herbst großzügig eingefüttert hatte, dachte ich heute, ich nehme die randständigen Zuckerhonig-Bretter 'raus. Vorräte sind trotzdem noch reichlich drin.


    War das falsch? (Wenn DU das sagst, überlege ich mir das nämlich noch mal.)


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,
    wenn Du sicher sein kannst, das es die nächsten Tage so schön bleibt, dann ist es ok. Aber wir haben April. Die Wetterlage ändert sich häufig.
    Wenn über den Waben ausreichend Futterkränze vorhanden sind, wird
    das schon gut verlaufen.
    Aber sicherlich hast Du im Ruhrgebiet wie wir in Lippe eine Frühtracht als Haupttracht. Was spricht dagegen, die Vorratswaben am Rand zu lassen, da die Brut sich meist nach oben ausbreitet? Diese Waben erst zu Beginn der Rapsblüte herauszunehmen, wenn sich das Wetter wieder stabilisiert hat, ist doch eine Arbeitsersparnis, zumal die Lagerung auch wegfällt.
    Ich kann mich an ein Frühjahr erinnern, da hatten wir erst Mitte Mai so ein Wetter wie Heute. Gut das damals die Bienen die Futterwaben im Stock hatten, da bei dem Wetter auch nicht daran zu denken war, die Völker zu öffnen (lange Frostperiode).
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
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  • Hallo,


    bei guten Wetter sollte man zu viel Futterwaben aus den Völkern nehmen, wenn hier der Raps blüht wer das schon viel zu spät und die Futterwaben enthalten schon Honig, dazu kommt noch das die Völker schon längst in Schwarmstimmung sind wenn zu viel Futter drin ist.
    Man sollte damit sehr vorsichtig sein, einen genauen Zeitpunkt gibt es nicht man soll seine Gegend kennen und wie das Wetter wird, wenn ich Futterwaben zu Rapstracht entnehmen ist das schon viel zu Spät Lothar .
    Hier blüht der Raps wenn es welchen gibt schon Mitte ende April, da müssen Futterwaben schon längst entfernt sein, natürlich bei guten Wetter.
    Ein Volk was eine Zarge belegt sollte um diese Zeit nicht mehr als 4 Futterwaben haben, setzt bei warmen Wetter Tracht ein haben die Bienen kein Platz zur Ablagerung, die Völker kommen ganz schnell frühzeitig in Schwarmstimmung, des Weiteren kann sich das Volk nicht weiter entwickeln.
    Ich habe schon bei jedem Volk eine Futterwaben entnommen und gegen Baurahmen ersetzt.
    Ich will kein Futter im Honig haben.
    Wenn man zu viele Futterwaben hat kann man diese auch schleudern und das Futter später verfüttern.
    Zu beachten ist das wir in Deutschland sehr unterschiedliche klimatische Regionen haben und die Völker sich unterschiedlich entwickeln.

  • Hallo,


    bin gerade von meinem Außenstand gekommen, die Völker da haben sich sehr gut entwickelt, die Brutwabenzahl schwankt zwischen 5 und 7 Waben, zum teil wurde schon Nektar getragen, es blüht einiges, an sonnigen Stellen fängt der Löwenzahn an und die Schlehen fangen auch schon an, in paar Tagen kann man mit Wildkirschen rechnen.
    Dem starken Volk hab ich die zweite Zarge geben die anderen zwei brauchen noch etwa 8 Tage, es hängt auch vom Wetter ab.
    Anmerkung, ich habe den Baurahmen nur bei starken Völkern eingehangen die schwächeren haben eine Leerwabe gegen einer Futterwaben bekommen.
    Ich muss sagen diese Jahr wird es spät Drohnen geben zu frühes einhängen des Baurahmen hat den Nachteil das die Bienen Arbeiterinnenbrut errichten, deshalb erst mit Leerwaben wenn Tracht ist mit MW erweitern.
    Die Natur hat die Verspätung langsam wieder aufgeholt der Nachteil ist das die Bienen mit der Entwicklung hinterher hängen, letztes Jahr um diese Zeit waren schon bei jedem Volk der Baurahmen drin und es wurde reichlich eingetragen.
    ,

  • Hallo Lothar,
    vielleicht habe ich das mit den Futterwaben etwas falsch formuliert.
    Ich bin mit Sicherheit momentan noch nicht damit beschäftigt den Völkern Futterwaben zu entnehmen die sie evtl.nicht brauchen könnten.
    Mir sind 3 Altvölker varroabedingt eingegangen,was schon recht früh im Winter gewesen sein muß.Die Magazine waren bienenleer und außer ein paar Brutzellen und reichlich Futterwaben war nichts mehr da.
    Da in den übrigen Völkern noch reichlich Futterwaben vorhanden sind,welche mit Sicherheit nicht alle gebraucht werden, habe ich einen Überschuß,den ich nicht komplett für die paar Ableger die ich mache verwenden kann.
    Mir geht es eigentlich um die Lagerung der Futterwaben,bis ich sie zB.bei Ablegern einsetzen kann.

  • Hallo Sven,


    Futterwaben hebe ich in meinen Wabenschrank auf, Motten gehen da nicht sehr gern dran, zur Sicherheit gebe ich dir einen Tipp mit.
    Du gehst hin und läst die Waben zwei Tage bei mehren minusgraden in der Tiefkühltruhe,
    dann steckst du die Waben in Säcke luftdicht, da kommen keine Motten mehr ran, mögliche Motten und Eier, Falter geht bei der Kälte ein.
    Eine weitere Möglichkeit ist ein Mittel mit den Namen Mellonex, biologisches Mittel gegen Wachsmotten, ich selbst hab es noch nicht benutzt es soll laut Bienenzeitung sehr gut sein für die nächste Saison werden ich es einsetzten, es funktioniert auf Bakterienbasis was völlig harmlos für Bienen Waben und Honig ist.
    Ich habe ernsthaft was gegen Schwefel, ich habe keine Lust diesen mist in meinen Waben so haben, Schwefel ist hoch giftig.
    Ich betreibe eine naturnahe Imkerei, und möchte auf so Zeug verzichten, eine Weitere Mittel sind Ameisensäure und Essigsäure die man verdunsten läst, für Futterwaben nicht so gut finde ich.
    Ich hoffe ich Konnte dir etwas helfen, hier bekommst du Mellonex. :D 
    http://www.holtermann-shop.de/index.php?cPath=9_97

  • Hallo Bienenmichel,
    den Tipp, die Futterwaben lange im Volk zu lassen, auch bis zum Beginn der Rapstracht, ist eine Erfahrung für unsere nördlichere Ecke.
    Johannes wohnt fast auf gleicher Höhe, mit ähnlichen Wetterverhältnissen.
    Deshalb kann dieser Tipp für ihn gut brauchbar sein.
    Für Deinen Raum Koblenz sieht das sicherlich anders aus.
    Man sieht das, wenn Ihr aus dem süddeutschen Raum schreibt, wann Ihr Reinigungsflug habt oder was schon bei Euch blüht.
    Deine Bedenken, das diese Futterwaben evtl. schon eingetragenen Rapsnektar enthalten könnten, kann ich nicht teilen.
    Bis Du so gierig, das Du diesen Verlust nicht verschmerzen kannst?
    Wahrscheinlich nimmst Du übrige Futterwaben auch zur Ablegerbildung.
    Befürchtest Du durch den bisschen offenen Honig Räubereigefahr?
    Für mich ist es immer ein gutes Gefühl, wenn ich dann auch sehr spät diese Waben entnehme; und denke: "Gut, das ihr nicht gebraucht wurdet." Oder aber umgekehrt :"Gut, das ihr noch drin wart."
    Auch kann ich diese Waben dann noch stockwarm in die Ableger geben.
    Aufbewahrt haben die Völker diese Waben ohnehin besser als ich.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, alle,


    ich (nochmal 100 km nördlicher als Lothar) hab gegenüber dem Stand vor drei Wochen folgendes festgestellt:


    Nix mehr mit 7-8 Futterwaben im Schnitt.
    Bei den schwächeren noch 5-6, bei den anderen um die 4...
    Aber: jede Menge frisch eingetragener Nektar, bei den starken sogar schon verdeckelt.
    Zu erkennen an den Deckeln; nicht frisch.weiß alles, sondern mit altem Wachs zugemacht, gelber und flacher.
    Ganz eindeutig Weiden- und was-weiß-ich-Honig. Hab ich zum ersten Mal probieren können...*lecker* :D
    Bei den starken Völkern verhonigen die Brutnester, trotz genug Platz, und ich hab schon die ersten (bestifteten!!!) Weiselnäpfchen gesehen. Also sind wir schon voll in Schwarmvorbereitungen...
    Das wäre dann neuer Rekord; bislang war mein frühester bekannter Schwarm am 21.4., wenn ich hier weiterrechne, und die Dame bei Verdeckelung ihrer Nachfolgerin ausziehen will, dann wäre das nächstes WE, so um den 10. , :o
    Seit vorgestern blüht hier jede Menge, Wildkirsche, Weide, Wildpflaume(!), die Blattknospen der Kastanien sind offen und die Magnolien auch...
    Wenn es so bliebe, dauerte es keine Woche mehr bis zur Apfelblüte...


    Meinem stärksten Volk habe ich gestern die oberste Zarge für einen Ableger geklaut.
    Auf 3 Etagen Brut, 4-8-5...
    Ich glaube, wenn ich noch eine Zarge aufgesetzt hätte, wär auch die noch bebrütet worden, Ihre Hoheit scheint nicht zu bremsen..Und jede Menge frischer Weidenhonig, auch schon verdeckelt.
    Was sich in der kurzen Zeit alles verändert hat, ich staune nur noch :o


    ...und bin tierisch gespannt, wie es weitergeht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    ich finde es wichtig, mal daruf heinzuweisen, dass man sich die PLZ oder den Wohnort des Fragers anschaut, schließlich gibt es keine Pauschalantworten.


    Daher finde ich es gut, dass ihr auch darauf hinweißt, dass diese Empfehlungen nicht für ganz Deutschland gelten. Wir hier im Norden haben z.Z. 5 Bruträhmchen. Dieses WE waren die Tage 2 und 3 des Jahres, wo ich sagen würde, es waren bienentaugliche Tage. Waren am Freitag die Bienen noch mit Krokus und Schneeheide beschäftigt, waren es am Sonntag die Weiden.
    Ich habe meine Völker durchgeschaut und festgestellt , dass sich eine Lücke zwischen dem Brutnest und den Vorräten gebildet hat. Die Bienen saßen zu Hauf an den Futterwaben und waren damit beschäftigt, die Vorräte an das Brutnest zu schlepen. Ich habe die Futterwaben aufgeritzt, damit der Vorgang beschleunigt wird.
    Auch mal schön zu erzählen, wir haben hier am Do und Fr Morgen noch den Reif von der Windschuttzuscheibe gekratzt.


    Es gibt Imker im Saarland, die haben schon zwischen 7 und 9 verdeckelte Brutwaben im Volk. Nicht Kuntsch sondern 1,5 DNM !


    Hier hilft leider nur der Verweis darauf, sich selbst von seinem imkerlichen Gefühl leiten zu lassen und die Erfahrung zu sammeln, wie es am besten für seine Bienen und seinen Standort ist.


    Ich kann meine Futterwaben bequem bis zur Rapsblüte in den Völkern lassen. Kumpel Richard aus Freiburg, muss sich zu dem Zeitpunkt schon Gedanken über das Schröpfen machen !


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Imkers,


    es ist nicht nur eine Frage der PLZ sondern ganz besonders auch eine Frage des Kleinklimas und der erreichbaren Aufbautracht.


    Meine Bienen stehen an einem fast schon kitschig idalen Standort, auch wenn ich den erst nicht für so günstig hielt. Im Süden hab ich einen Hügel mit Wald, also keine warmen Winde im Winter und keine tiefe Sonne und dafür lange Schnee um die Bienen. Im Westen und Nordwesten tiefer liegende freie Feldbrache bis zu einem Waldrand und drei flachen Seen mit Weiden und Erlen drum rum. Die morgendliche Kaltluft fließt dorthin ab, aber erst wenn die Sonne weit genug im Süden steht vergeht der Reif um die Bienen. Wenn die ausfliegen ist es also ringsum schon wärmer. Vom Südlichen Hügel fließen Rinnsaale zu den Seen herunter. Das ganze Tal hat sehr lange Nachtfröste, so auch gestern und heute. Im Osten steht eine Eichengruppe in einem Tümpel (und macht morgens lange, lange Schatten :wink: ), gerade 10m neben den Bienen und im Nordosten liegt eine 2.2ha große uralte Kirschwiese.


    So ein Standort war mir immer zu kalt und widrig und ich machte mir Sorgen, weil die Natur hier schonmal 14 Tage länger braucht als im Grimmaer Muldental oder hier in Leipzig. Aber es ist geradezu ideal.


    Die Weiden bekommen wegen des kühlen Standortes der Bienen einen Vorsprung und ich hatte gestern, als ich nur einige Kletterzargen wegnehmen wollte, schon mit Gewichtszunahmen zu tun. Gleich das zweite Volk habe ich mit BauR und Leerwabe versorgen müssen. Denn sonst hätten die keinen Platz gehabt in der Herberge. Trotzdem haben die noch mehr als genug Futter in der unteren Zarge. Futterwabenentnahme darf hier also nicht warten bis die Kirsche blüht.


    Bei einem anderen Volk ( Michael : grün 29) waren bereits Waben zu Drohnenbau umgebaut und mitten in der Drohnenecke hing ein Weiselnapf allerdings ohne (gerade noch ohne) Ei. Das Mädel hatte schon sein zweites Komplettes Brutsystem durchbestiftet und war schon an den Rand der auslaufenden Brut gestoßen und hatte schon darüberhinaus gestiftet. Dort stieß sie an Pollenbretter auf der Innenseite von Futterwaben. Nektar wurde in der unteren Zarge eingelagert und verdeckelt.


    Mit soviel Brut und soviel Weidennektar hatte ich nach dem Arschkalten und fast Flugtaglosen März nicht gerechnet und habe die Bodenausschütterei und Kletterzargenwegnahme erstmal abgebrochen. Ich werde große Durchsichten machen müssen und wohl allen Völkern Baurahmen und Leerwaben gegen Futterwaben geben müssen, denn es wird wirklich sehr eng. (Zur Weide hin und zurück fliegen die ab 9:30 Uhr morgens wie die Pfeile und Wasser müssen sie kaum extra holen und das dann auch nur aus 20m Entfernung)


    So wie das aussieht wird das ein Schwarm-Jahr allererster Sahne, denn selbst wenn es jetzt nochmal länger kalt bliebe, die Brut ist ja schon drin in den Zellen. Schwarmkontrollen sind auf alle Fälle zeitig angesagt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder