Drohnensammelplätze?

  • Hallo @all!


    Wie findet man Drohnensammelplätze, wenn man keine Königin ist? :wink: 
    Nein, mal im Ernst, da hier sowieso ziemlich wenig Völker sind, und die lieben Kollegen auch alle brav und fleißig Drohnenwaben schneiden, mache ich mir zur Zeit sehr ernsthafte Gedanken wegen Standbegattung.
    Da ich so ein Debakel mit unzureichend begatteten selbstgezogenen Königinnen schon mal hatte, (wobei ich nicht abstreiten kann, daß es AUCH am grausam schlechten Wetter damals gelegen haben könnte) würde ich gern rauskriegen, wo es in meiner Umgebung wohl Drohnensammelplätze geben mag.
    Natürlich nicht jetzt, sondern in 6 Wochen oder so....


    Ich hab mal wieder alles abgesucht, was die Literatur und das Netz so hergeben, aber nix gefunden, außer verschiedenen Meinungen, die aber nicht so ganz konkret belegbar sind.
    Irgendwo stand was von "Kreuzungspunkten des Erdmagnetfelds"; schade, daß sich magnetische Feldlinien rein physikalisch nicht kreuzen KÖNNEN. :wink:


    Wer weiß was zu diesem Thema?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Man sucht sie mit einem Ballon, an den eine unbegattete Königin gebunden ist, und schreitet das Gelände ab.Wird sie umflogen, hat man einen gefunden.
    Wenn ich den Abschnitt in einem meiner vielen Bücher wieder finde, sende ich dir den Bericht mit Bild.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo, Guido,


    dankeschön, das Buch dazu hab ich auch irgendwo...
    Ich dachte eigentlich an etwas bodennähere Methoden, denn ich kann doch hier nicht die ganze Weser-Pampa mit einer Königin am Ballon abmarschieren :lol: 
    Das wär dann mit Sicherheit einen Titel im Lokalteil der hiesigen Zeitung wert... :wink:


    Ich denke eigentlich, daß solche Orte eine bestimmte Qualität im Sinne von wiedererkennbaren Merkmalen haben müßten.
    Sowas wie eine Talsenke oder Bergspitze oder sonstwas Landschaftsmarkantes.
    Hier ist nur leider das einzig Markante die Weser und die Kirchtürme in den Dörfern, ansonsten alles platt....
    Wie orientieren sich die Königinnen dann?
    Sie kommt ja nicht aus dem Flugloch, merkt sich wo sie wohnt und fliegt dann einfach so ins Blaue rein.
    Irgendwoher muß sie ja einen Impuls bekommen, jetzt in genau diese Richtung zu fliegen, um begattet zu werden.
    Wie bestimmt sich dieser Richtungsimpuls für sie?
    Meistens klappt das mit der Begattung ja auch recht zügig, so daß sie also nicht erst tagelang die Umgebung absuchen muß.
    Bestimmte Seidenspinnerarten können ihre Partnerin auf 10 km riechen, aber entsprechend sind auch ihre Riechorgane, nämlich größer als der ganze Kopf.


    Wie funktioniert das bei den Bienen??? :o

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,


    genau so machens die drohenen auch.
    sie riechen, ob irgendwo eine Königin begattet werden will.
    Jeder Züchter, der schon einmal künstlich besamt hat, kann ein Lied davon singen:
    Wenn er mühsam so um die 600 Drohnen gezeichnet hat und die Herren über Nacht verschwunden sind, weil beim Nachbarn die Mädels mit dem Hintern wackeln. :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, Michael,


    das erklärt aber nicht das Vorhandensein von Drohnensammelplätzen.
    Da ist ja erst mal keine Königin...


    Nach deiner Theorie müßten sie ja dann wie bei Hummeln direkt vor dem Flugloch auf ausfliegende Königinnen warten und Sofortvollzug wäre angesagt...


    *kratz-weiter-am-Kopf*

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nee, nee Sabine,
    das ist keine Theorie.
    Das stimmt schon mit den Drohnensammelplätzen.
    Und die Drohnen rotten sich schon in den Völkern zusammen, werden unruhig, fliegen sich schon mal ein usw. das kann man ja beobachten.
    Mein Imkervater hat über 40 Jahre lang versucht, die Drohnensammelplätze rund um unsere Belegstelle zu finden!
    Zu guter Letzt meinte er: "Hauptsache die Drohnen und die Königin finden hin"
    Und das dies über Pheromone geht, glaube ich sicher zu wissen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, Michael,


    ich will ja gar nicht abstreiten, daß durchaus Pheromone eine gewisse Rolle spielen können, aber das erklärt es auch nciht vollständig.


    Zitat

    Und die Drohnen rotten sich schon in den Völkern zusammen, werden unruhig, fliegen sich schon mal ein usw. das kann man ja beobachten.


    Worauf fliegen sie sich denn schon mal ein?


    Nicht auf den Stock und erst recht nicht auf die Königin...
    Lockstoffe ist zu einfach, IMHO.
    Da muß noch mehr sein...
    Weil, wieso fliegt eine Königin u.U. soviel weiter als die Drohnen aus dem gleichen Stock?
    Wenn es nur über Pheromone ginge, hättest du keinerlei Schutz gegen Inzucht, weil dann immer die Drohnen, die am nächsten dran sind, zum Zuge kämen....


    Es ist tatsächlich so, je mehr ich lerne, desto mehr Fragen stellen sich........
    Nicht unbedingt zur direkten praktischen Nutzanwendung, aber es macht mich rasend, wenn ich etwas nicht verstehen kann.
    Und es liegt ja nicht daran, daß ich zu blöd bin, sondern daß es einfach niemand genau weiß...


    *ziemlich frustriert*

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi, Sabine,


    mein Vorschlag: Mach' das doch einfach mit dem Ballon! 10-ct-Luftballon mit Ballongas müßte doch gehen. Und sag' rechtzeitig bescheid.


    (Es geht mir nämlich um das Photo: Imkerin streift mit Gummistiefeln und Ballon an langer Schnur durch Norddeutschland. Das wäre doch nicht nur für Guidos Photosammlung der Knaller!)
    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Sabiene,


    Zitat

    Wenn es nur über Pheromone ginge, hättest du keinerlei Schutz gegen Inzucht, weil dann immer die Drohnen, die am nächsten dran sind, zum Zuge kämen....


    Lies doch einfach mal die richtigen Bücher! :wink: 
    Inzucht gibt es nicht, weil es bei Honigbienen die Mehrfachpaarung gibt.
    Die Drohnen fliegen (z.B.im sog."Baltrumversuch" noch einmal bestätigt) deutlich weniger weit als die Königin.
    Die Drohnen "fliegen" sich tatsächlich ein. Jeder Imker wird dir bestätigen, daß die Drohnen tägliche Ausflüge unternehmen, immer länger werdend, meist gegen Mittag oder früher Nachmittag.Ob sie da ihresgleichen suchen oder einfach schon mal "trainieren" weiß ich nicht.
    Inzucht vermeidet Mutter Natur bei den Bienen auch dadurch, daß Drohnen im Sommer in allen Völkern geduldet werden.
    Es ist eine Faszination, wenn man -wie beschrieben- die Drohnen eines Volkes kennzeichnet und die dann nach drei Tagen im Umkreis von 5 Km wiederfindet. So hat man übrigens früher die Sicherheit von Belegstellen zu testen versucht.
    Außerdem gibt es unsere Bienen so ungefähr seit 60 Mill. Jahren.
    Also scheint es zu funktionieren.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Nach meinen Infos ist das wissenschaftlich noch nicht geklärt. Man vermutet etwas unsichtbares wie Erdmagnetismus oder ähnliches. Oder weiss jemand etwas Gegenteiliges?
    Pheromone überzeugen mich nicht wirklich bei Gegenwind und mehreren Kilometern.

  • Also, ich habe kürzlich gelesen (und fragt jetzt bloß nicht wo! Habe in der letzten Zeit Unmengen an Literatur verschlungen), dass die Drohnen sich den tiefsten Einschnitt am Horizont raussuchen und dorthin fliegen. Könnte ich mir in meiner Gegend ganz gut vorstellen. Wie das aber auf dem platten Lande funktionieren soll :-? 
    Grüßle
    Soni