Checker boarding

  • Hallo,


    wer hat sich von meinem dank Johannes wiedergefundenem Lieblingsimker Dennis Murell den Teil der HP "Walt Wright's nectar management" reingezogen und kann mir was dazu sagen? :o


    http://wind.prohosting.com/tbhguy/bee/check.htm


    Da sitzt ein Mensch in Tennessee, und hat sehr genau hingeguckt, was die Bienen wann machen. Und hat sogar rausgekriegt, warum sie es so machen...
    Von einem Institut hab ich Vergleichbares noch nicht gelesen.
    Okay, das Original hab ich noch nicht, aber allein die Zusammenfassung sagt doch schon einiges.


    Basically, two principles control colony behavior. Reproductive swarming is the colonies primary focus during the late winter/spring. At some point, this focus will change to colony survival. These two principles aren’t mutually exclusive. A colony will not risk its survival to swarm. Nor will the swarm’s chance of survival be risked for colony health. In any given cavity, a colony will balance food and brood to safely achieve these objectives with the minimum amount of risk.


    Grundsätzlich kontrollieren zwei Prinzipien das Verhalten der Völker.
    Das primäre Ziel des Volkes im späten Winter/Frühling ist die Vermehrung durch Schwärme.
    An einem gewissen Punkt ändert sich dieses Ziel auf das Überleben des des Volkes.
    Diese beiden Prinzipien schließen sich nicht gegenseitig aus (können also gleichzeitig vorhanden sein).
    Ein Volk wird nicht sein eigenes Überleben für einen Schwarm riskieren.
    Noch wird die Chance des Schwarmes auf Überleben für die Gesundheit des Volkes riskiert.
    In jeder gegebenen Höhlung wird ein Volk Futter und Brut sorgfältig ausbalancieren, um diese Ziele mit minimalem Risiko sicher zu erreichen.


    Okay, grundsätzlich hat das jeder Imker im Hinterkopf, aber wo steht es so explizit?
    Man muß den ganzen Artikel lesen, um zu begreifen, wie sehr sich da jemand in die Bienen hineingedacht hat, und mit welchen Konsequenzen....
    Allerdings denke ich, daß das nur funktionieren wird, wenn man grundsätzlich bereit ist, sich dem Rhythmus der Bienen anzupassen statt umgekehrt.
    Beachtenswert fand ich Dennis' Beobachtungen dazu an seinen TBHs, so als direkter Vergleich zwischen horizontalem und vertikalem Stock. Auch dabei bestätigt er Wrights Beobachtungen vollkommen.


    Wer weiß und sagt was dazu?*Neugier*

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:


    Da sitzt ein Mensch in Tennessee


    und da sollte er auch bleiben. Mir reichte es schon bis an die Haarwurzeln, immer amerikanische Dinge als Vorbilder zu hören. Kommt den von Amerika was nachahmenswertes zu uns?.
    In unserer Firma mussten wir uns vor ca. vor 2 Jahrzehnten immer wieder anhören, wie gut es in unserer Zweigstelle in Portland funzzt. Dann war unser Chefentwickler einige Jahre drüben, seine Erkenntnis. "Ich glaube nie, dass die Amerikaner bei deren Arbeitsweise und Auffassung jemals auf dem Mond waren, das wurde mit Sicherheit in Hollywood gedreht."
    Auch meine benachbarten Landwirte waren im vorigen Jahr auf einer Studienreise durch Amerika, deren Fazit war ähnlich. Farmer, die die Maschinen nicht verschrotten, die den Ölwechsel generell in freier Prärie machen und das Öl im Boden versickern lassen und , und......
    Für mich ist Amerika in keinster Weise ein Vorbild, wobei ich nicht mal auf die Politik eingehen möchte, aber allein schon aus dem Aspekt der Landwirtschaft, zu der ich auch die Imkerei zähle, mit Sicherheit nichts Nachahmenswertes für uns Deutsche.

  • Hallo, Sabine,


    die Gedanken zum Lebensrhythmus des Bienenvolkes während des Jahres finde ich interessant und nachvollziehbar. Es klingt jedenfalls sehr nach einer Imkerei, die sich auf die Beobachtung des Bienenvolkes stützt, offenbar ist da jemand schon lange und mit Liebe bei der Sache, und hat zum Ziel, sich die Impulse des Bienenvolkes zunutze zu machen statt sie zu unterdrücken oder zu stören. Auf die Weise erinnert es ein bißchen an Gerstung oder Demeter (wenn auch die Konsequenzen, die gezogen werden, ganz andere sind).


    Das mit dem "checker boarding" habe ich noch nicht so ganz verstanden. Wo nimmt man denn zu Trachtbeginn die Honigwaben her, die man dazu in den Aufsätzen braucht? Möglicherweise geht es aber um Völker, die bewußt auf Honig überwintert werden - dann könnte das restliche Winterfutter, das ohnehin in der Beute ist, dazu verwendet werden. So verstehe ich das jedenfalls. Man müßte mal fragen.


    "nectar lull" dürfte von der Beschreibung her ungefähr dem "Schwarmdusel" entsprechen, oder?


    Viele Grüße, Johannes

  • Guten Morgen @all!


    xare : Du machst den gleichen Fehler, den du anderen immer vorwirfst, nämlich alle über einen Kamm zu scheren.
    Wenn mehr in den USA zu Imkerei zu lesen ist als hier, woran liegt es denn?
    Hier achtet doch jeder auf seine "Betriebsgeheimnisse" und würde schon gar nicht dran denken, etwas auf seiner HP zu veröffentlichen, was andere vielleicht nachmachen könnten...
    Und warum soll ich etwas, nur weil es aus den USA ist, von vorneherein verwerfen???
    Ich versuche zu lernen, wo es nur geht, was nicht heißt, daß ich kritiklos alles übernehme.
    Aber wenn jemand schon das Rad erfunden hat, warum muß ich die gleiche Mühsal nochmal machen wollen?


    Johannes :
    Ja, da grundsätzlich auf Honig überwintert und nur in Notfällen zugefüttert wird, nimmt man die übrigen Futterwaben, läßt aber die notwendige Reserve unten drin.
    Wie wissen die Bienen, wieviel Honig sie haben?*kratz
    Ich versuche grade übers Forum, das Buch zu bekommen, aber Fragen werden dort auch beantwortet.*zwink
    Ja, nectar lull ist dasselbe wie Schwarmdusel.


    Ich werd mich auf jeden Fall weiter mit dem Thema befassen, weil ich denke, daß es wieder ein Schritt in der richtigen Richtung ist, MIT den Bienen zu arbeiten statt dagegen.
    Vor allem scheint das auch wieder weniger Arbeit durch Wegfall der Schwarmkontrolle zu sein...:wink: und das ist ja etwas, was wir alle wollen, oder?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Guten Morgen @all!
    Und warum soll ich etwas, nur weil es aus den USA ist, von vorneherein verwerfen???


    Hallo Sabine,
    du willst doch nicht etwas sagen, dass die Landwirtschaft, bzw. die Imkerei in den USA und deren Umgang mit der Umwelt bzw. Mutter Erde für uns als Vorbild dienen sollte. Im Gegenteil, schämen sollten sie sich.


    Schon aus diesem Grund möchte ich in meiner Imkerei nichts davon übernehmen.

  • Hallo Sabine,


    ich will dir mit meinen Beiträgen absolut nicht auf die "Füße treten", aber hier sollen Tatsachen auch zu lesen sein und nicht nur die Berichte einiger "Abgehobener".


    Laut dem Verein der Amerikanischen Honigerzeuger haben die Amerikanischen Imker im Durchschnitt jedes Jahr, seit mehreren Jahren, 50% Verluste. Anscheinend sollen sogar die Bestäubungen der großen Obstplantagen durch die wandernenden "Bestäubungsimker", die von diesen Prämien leben, in Gefahr sein.


    Für mich kein Vorbild, da bin ich lieber mein "eigenes". So gut kann ich es auch ohne zu Behandeln.

  • Hallo Sabine,


    seit über 4 Jahren kennen wir dich im "Forum".
    Ich gehe davon aus, daß Du dich schon vorher mit Imkerei befaßt hast.
    Nur, so langsam mußt du den Schritt machen, von der Theorie zur Praxis. Es ist faszinierend zu lesen, dass in Arizona Imker ihre Bienen beflüstern, andere in New Mexico mit dreikantigen Waben und ein Kollege in South Carolina womöglich mit Bienen arbeitet, die eine Kotblase von ungeheuerer Dimension haben.
    Aber, ist das in der Praxis, hier in Deutschland, von irgend einer Relevanz? Fehlanzeige!
    Gleichzeitig kommen dann von dir Postings wie "Kann ich auf Honig überwintern?"
    Sabine, lesen und lernen, ein Leben lang! Das ist wichtig!Darin unterstütze ich dich, ja da bewundere ich dich und deine Ausdauer.
    Aber das imkerliche Leben spielt sich an den Beuten ab, in der Natur, nicht im Internet.
    Und wer den Schritt hin zur Praxis nicht macht, bleibt ein Leben lang ein guter Bienentheoretiker, aber wird nie und nimmer ein Imker.
    Sei mir bitte nicht böse, ich schreibe diese Zeilen in aller gebotenen Freundschaft, andere denken genau so, dir will niemand etwas Böses. Im Gegenteil, wir alle schätzen deine Art, aber es mußte mal gesagt werden.
    Bevor es andere tun, mit härteren Worten.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo alle Miteinander,


    Hallo Franz Xaver,
    Du weist wie schwer es mir fällt, aber ich muss dir uneingeschränkt Recht geben.
    Es mag für die Theorie alles wunderbar erscheinen was aus Amerika kommt, aber in der Praxis ist dann mit einem Mal alles anders.
    Mir ist jede Biene die ich opfere um irgendwelchen fragwürdigen Methoden nachzueifern, um meinen Umsatz hochzutreiben und darum geht es meistens, zu wertvoll.
    Mich wundert es nicht dass diese Theorie-Imker große Probleme haben ihre Bienen vollständig über das Jahr zu bekommen, wenn sie auf Betriebsweisen fixiert sind die hier nicht machbar sind.
    Wir befinden uns in Mitteleuropa und müssen eine Biene halten die mit Unseren natürlichen Gegebenheiten und Unserer Nachbarschaft klarkommen muss.
    Gerhard du hast es voll auf den Punkt getroffen, ich habe auch sehr viel gelesen und werde es auch weiterhin machen, und ich habe mir eine Betriebsweise angenommen die meinen Bedürfnissen entspricht.
    Ich habe aber keine Lust mir meine Macken beim Umgang mit meinen Bienen, theoretisch auseinander reißen zu lassen, denn praktisch belohnt mich mein Erfolg.
    So habe ich oft Probleme damit, wenn jemand über seinen Misserfolg berichtet dass sich ausgerechnet diejenigen auf den Armen stürzen die selbst Verluste gehabt haben.
    Die wenigsten versuchen die Ursache herauszufinden sondern es wird theoretisiert oder mit dem prozentualen Misserfolgstuch zugedeckt.
    Und man freut sich, dass es anderen auch passiert ist!!?
    Im Beispiel Berni, Walter oder Guido, wird nicht mal nachgefragt welchen Fehler sie denn gemacht haben!


    Michael Weiler setzt sich hier hin, nachdem er gebeten wurde über seine Betriebsweise und Anschauung zu berichten und wird zerrissen und lächerlich gemacht.
    Für eine, viel größere Anzahl Kollegen als Die, die sich darüber amüsieren konnten, war es interessant!
    Wenn schon ein Thema angekündigt ist oder gewünscht wird, sollte man doch den Respekt gegenüber dem Referendar haben und seine Ausführungen zwar mit Skepsis lesen, aber nicht der Unwahrscheinlichkeit preisgeben.


    Und das liebe Sabiene ist der Punkt warum hier viele ein Geheimnis aus ihren Betriebsweisen machen.
    Hast du alles von deinen Erfolgen und Fehlern berichtet?
    So schrieb ich auch in einem anderen Beitrag vor kurzer Zeit, dass ich einige Völker auf ihrem Honig im Naturbau überwintern lasse und wieder in einigen anderen Beiträgen in den vergangenen Jahren dass meine Bienen eine Tee-, Honig-, Ambrosialösung als Winterfutter bekommen.
    Keine Reaktion!
    Ich selbst habe mir solche und andere Beiträge in verschiedenen Ordnern gespeichert und nachdem aus dem Forum nichts weiter kam, per PM mit den Kollegen nachbearbeitet.
    Und wenige Wochen später kommt ein Beitrag mit der Frage „ Wer…?
    Hätte ich lieber im Amerikanischen.....


    Solange ich imkere, nun schon über zehn Jahre, habe ich ein Volk durch die Ruhr verloren und in diesem Jahr ein Volk durch eine fehlgeleitete Sylvesterrakete.


    Alles Glücksache ?


    Und kein Mann aus Tennessy hat mir geholfen sondern ein kleiner Mann aus Hamwarde, der nie über seine Betriebsweise schreiben wird, er hat sie mir vorgelebt!


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • bisy schrieb:

    Hallo Franz Xaver,
    Du weist wie schwer es mir fällt, aber ich muss dir uneingeschränkt Recht geben.


    Hallo Margret,
    dieser Satz wird mich ein Leben lang erfreuen. :D:D:D:D:D



    bisy schrieb:

    Wir befinden uns in Mitteleuropa und müssen eine Biene halten die mit Unseren natürlichen Gegebenheiten und Unserer Nachbarschaft klarkommen muss.



    In diesem Satz steckt die Imkerweisheit, die einen erfolgreichen Imker, der mit den Begebenheiten nicht in Mitteleuropa, sondern dies würde ich sogar auf meine Region beschräncken klar kommt, ausmacht.


    Ich würde sogar soweit gehen, dass ich meine lb. Margreth, wenn wir unsere Wohnorte tauschen würden, wir beide Schiffbruch die ersten Jahre erleiden würden.


    Ich behaupte auch immer wieder, dass ein erfolgreicher Imker nicht von ungefähr kommt. In unserem Verein und bei euch wird es ähnlich sein, gibt es immer wieder die "Füchse" die im Frühjahr Völker zu verkaufen haben und andere, die jedes Jahr kaufen.


    Liegt es nur am Standort?. Dieser wird mit Sicherheit eine große Rolle, wenn nicht sogar die größte Rolle spielen. Aber jahrelanges Beobachten der Natur vor Ort, schaffen von Pollenspendern, einstellen der Betriebsweise auf die regionalen Trachtmöglichkeiten, ständige Zucht und Auslese an seinen Imkerstand, das macht den erfolgreichen Imker aus. Aber copy exactly sogar über den großen Teich halte ich für unbrauchbar.


    Zu den Beiträgen meiner Vorredner möchte ich sagen, dass das theoretisches Wissen bei dir unwahrscheinlich groß ist und du durch diesen Umstand mit Sicherheit das Zeug zu einer sehr fähigen Imkerin hast. Diese wirst du aber erst in der Praxis mit deinen Bienen in deiner Region und da werden dir amerikanische Vorbilder nicht helfen können.

  • Bitte gönnt jetzt allen Beteiligten zu diesem Thema Ruhe; es ist genug dazu gesagt. Mir fällt ein, wie FX einmal die mehrfache Wirkungsweise von Ratschlägen erklärte.
    Sabine, ich hörte Deine Völker winterten gut aus. Hast Du vielleicht für den einen oder anderen Anfänger einen Ableger über, Buckfast natürlich, intelligente Bienen.


    Gruß!


    Manne

  • Manne schrieb:

    Bitte gönnt jetzt allen Beteiligten zu diesem Thema Ruhe; es ist genug dazu gesagt. Hast Du vielleicht für den einen oder anderen Anfänger einen Ableger über, Buckfast natürlich, intelligente Bienen.
    Gruß!
    Manne


    Warum sollte genug gesagt sein Manne?
    Sollen die CA Imker das so stehen lassen, das die Buckfast intelligentere Bienen sind.
    Ich halte sebst Buckis, ich kann Ihnen nichts schlechtes nachsagen, aber Intelligenz zeigen sie nicht. Im Gegenteil, denn wer schlechter nach Hause findet als die CA, den kann man intelligenzmäßig nicht über diese einordnen.
     :lol::lol::lol::lol::lol:

  • Hallo FX,


    bei aller Hochachtung Dir gegenüber, da vermengst Du aber etwas.


    Und was die Buckfast betrifft, sollten wir uns darauf einigen können, dass es die Buckfast nicht gibt, seit sich die Zucht außerhalb der Klostermauern etablierte, sondern den Zuchtweg, den Bruder Adam im Kloster Buckfast erarbeitete. Unter diesem Aspekt ist auch der Orientierungssinn zu sehen, der sehr unterschiedlich ausfällt.


    Gruß!


    Manne


  • Wenn sich deine nicht so stark verfliegen, vielleicht hast du gar keine Buckis :D:D:D