honigcreme mit haselnüssen

  • hallo zusammen,
    ich würde gerne eine honigcreme mit haselnüssen herstellen.
    ich hab jetzt cremehonig mit ca. 15 % sehr fein zerkleinerten haselnüssen gemischt. die nüsse hab ich erst gemahlen und dann mit einem großen mixer nochmal so lange gemixt, bis die nussmasse ölig wurde. das ganze schmeckt sehr lecker und alle meine testesser waren recht angetan. allerdings fühlt man beim essen noch die kleinkörnige nussmasse. besser wäre das, wenn die nüsse so zerkleinert wären, daß dieser effekt weg wäre.
    mit der mir zur verfügung stehenden technik krieg ich die nüsse aber nicht kleiner. ich weiß aber, daß es für die herstellung anderer lebensmittel nusscreme ohne weitere zusätze zu kaufen gibt.
    weiß von euch jemand, wo man derartige nusscreme in kleinen mengen beziehen kann?
    mein zweites problem in diesem zusammenhang ist die haltbarkeit, wenn ich unbehandelte haselnüsse verwende und diese selber zerkleinere. angeblich sollen auf nüssen ja viele sporen von pilzen usw. anhaften. reicht da wohl bei einem nuss-zusatz von 15% der zuckergehalt im fertigen aufstrich aus, um das ganze nicht verderben zu lassen?
    über antworten würde ich mich sehr freuen.
    gruß
    gerhard

  • Hallo, Gerhard,


    nein, es gibt keine Firma, die sowas in kleinen Mengen (eine Mindermenge ist eine Palette mit 468 kg!) verkauft. Glaub es mir einfach! :roll:


    Du mußt deine Nüsse erst trocken rösten, in der Pfanne oder sonstwo, dann die braunen Häute zwischen zwei Handtüchern abreiben, und dann fein mahlen und dann MÖRSERN!
    Alles andere funzt nicht. Glaub es mir einfach! :roll:


    Um die Haltbarkeit wegen Sporen, Pilze, etc. mußt du dir keine Gedanken machen.
    Der Zuckergehalt konserviert bei deiner geringen Menge genug, zumal wenn sie geröstet sind.
    Das einzige Problem ist das Ranzigwerden des Haselnußöls.
    Ich würde als Mindesthaltbarkeitsdatum bei kühler (10-15°C) Lagerung maximal 6 Monate angeben.
    Es kann auch länger halten, aber garantieren würde ich das nicht!
    Zumal du nicht weißt, wie und wo der Kunde es lagert.
    Ich würde sogar noch draufschreiben, nach Anbruch innerhalb von 4 Wochen verbrauchen. Sicher ist sicher und umsatzfördernd ist das auch noch... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Gerhard,
    es gibt auch Geräte die das können.
    Sind nicht ganz billig, aber dafür auch universell einsetzbar und in Deinem speziellen Fall auch für Nussbutter geeignet.
    Allerdings wirklich nur für Kleinmengen. 20 Kilo würde ich damit nicht verarbeiten.
    http://www.bionica.de/artikeldetails.php?aid=817&wid=516&sid=31149efa1bb36a4e67b73cddedd598f9
    http://www.bionica.de/artikeldetails.php?aid=821&wid=517&sid=31149efa1bb36a4e67b73cddedd598f9
    http://www.bionica.de/artikeldetails.php?aid=157&wid=518&sid=31149efa1bb36a4e67b73cddedd598f9
    Die Firma hat auch noch teurere Geräte, im Schnitt kosten sie um die 400 - 800 EUR. Von daher sind 200 ein schnäppchen.
    Ansonsten mal bei Ebay schauen. Dort hab ich meinen auch billiger bekommen.
    --- Harry ---

  • hallo sabi(e)ne, hallo harry,
    danke für die antworten.
    also das mit dem entsafter hört sich sehr gut an. ich denk ich werd mal den familienrat fragen, ob ich mir so ein gerät anschaffen werde, kann man ja auch für vielerlei anderes nützen.
    sabi(e)ne, warum muß ich denn die nüsse rösten und schälen? ich hab die nusscreme mit ganz normalen, getrockneten haselnüssen gemacht und das schmeckt recht gut. ist nur von der konsistenz her nicht so gut.
    wenn ich die nüsse schäle, gehen da nicht wie bei vielen anderen früchten ein großer teil der geschmacks- und aromastoffe verloren? und wird durch das rösten nicht der geschmack verändert (wie gebrannte nüsse)?
    ich füll die nusscreme wie andere honigcreme, die ich schon länger herstelle, in 250 g gläser ab. bei der kleinen menge wird die creme doch hoffentlich nicht vier wochen oder gar noch länger irgendwo im warmen rumstehen. gut aufgestrichen reicht so ein gläschen für ca. 10 - 12 frühstückssemmeln (messung wiederholt durchgeführt in der fünfköpfigen familie eissner). haltbarkeit gebe ich bei allen honigcremen 6 monate an. aber ich denke, ich werde hier deinem tip folgen und "verzehr innerhalb vier wochen nach dem öffnen" aufkleben.
    gruß
    gerhard

  • Hallo, Gerhard,


    das Bionika-Teil kannte ich zwar aus dem Katalog, aber im Gegensatz zu Harry hab ich keinen und damit auch keinen Schimmer, ob da Nüsse zu zermusen gehen. :wink:


    Zum Rösten: Haselnüsse haben die Eigenschaft, ihr bestes Aroma erst beim Rösten zu entwickeln.
    Du sollst sie ja auch nicht ankokeln, sondern nur so lange in der Pfanne trocken rühren, bis sie anfangen zu duften. Dabei geht schon viel von der braunen Haut ab, und dunkler als zart goldgelb sollen sie auch nicht werden.
    Also nix mit gebrannten Nüssen...
    Weil die Haut eh abgeht, macht man dann den Rest auch noch ab, weil die Stückchen davon eklig im Mund sind, weil leicht bitter.
    Du packst den Pfanneninhalt in ein Geschirrtuch, greifst dir die Ecken zusammen und rollst dann die Nüsse kräftig in diesem Beutel gegeneinander. Dabei geht alles ab.
    Und glaub mir :lol: , so schmeckt deine Creme noch besser!
    Den Nußanteil kann man bis auf 50% steigern, allerdings setzt sich dann gern das Nußöl oben ab und man muß mal öfters durchrühren, sieht auch nicht so toll aus. Schmeckt aber genial!


    Mit Mandeln, die allerdings erst gebrüht, abgezogen und dann geröstet, oder Macadamias geht das auch..*lecker*. Mit Walnüssen hab ich es noch nicht probiert, weil mir da die Abzieherei der Haut zu fusselig ist.


    Womit ich aktuell rumprobiere, sind Kürbiskerne, weil ich den Geschmack so liebe.
    Pellkartoffeln & steirisches Kürbiskernöl...außer Spaghetti aglio e olio kenn ich nix, was so einfach ist und genauso lecker ist*gg
    Allerdings gibt das dunkelgrüne Öl aus den Kürbiskernen mit dem Gelb vom Honig eine ätzende Farbe...*schüttel* Das ist so nicht verkaufsfähig...


    Experimentier doch einfach mal!
    Und erzähl uns von deinen Erfahrungen!



    Frage ans Forum: kann man Quittenbrot (das mit viel Zucker eingekochte Mus, was dann schnittfähige Paste wird) auch mit Honig machen?
    Letzten Herbst hab ich hier nicht mal auf dem Markt Quitten bekommen, aber für dieses Jahr hab ich einen Lieferanten *freu

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo sabi(e)ne,
    danke für die tips. das mit den haselnüssen werd ich so probieren. ich hab zwischenzeitlich mit einem bekannten darüber gesprochen, der lebensmittelwissenschaftler ist und eigentlich neue schokoladensorten erfindet. der hat gemeint, daß du ganz und gar recht hast und ich die nüsse rösten und schälen soll und erst danach zu creme mahlen oder mörsern.
    ich hab schon seit einigen jahren immer wieder mal was neues probiert. ganz gut und ganz einfach geht honig mit zimt. hab ich seit vielleicht drei jahren ständig im angebot und wird gut gekauft.
    andere "mischungen" wie z.B.
    mit sanddorn oder brombeere (schöne farbe aber schmeckt (nur!?) nach honig),
    mit erdbeere (schmeckt gewöhnungsbedürftig)
    mit kakao (schmeckt mit wenig komisch, mit mehr bitter)
    mit ganzen geschälten nüssen (sieht in flüssigem honig toll aus, kauft aber keiner)
    mit kokos (isst nur johannes, weil der alles isst was nach kokos schmeckt)
    mit chili und ingwer (gibt den besten schweinebraten und eine soße!!!!)
    waren alle nix für den verkauf. die familieninterne "marketing-abteilung" hat die produkte nicht für den verkauf zugelassen.
    gruß
    gerhard

  • Hallo, Gerhard,


    Zitat

    mit kokos (isst nur johannes, weil der alles isst was nach kokos schmeckt)


    Woher weißt Du das denn!? :wink:


    Das verrückteste, was ich mal zum Verkauf gesehen habe, war: Knoblauchzehe in Honig. Wie sich das verkaufte, weiß ich aber nicht.


    Gruß, Johannes

  • hallo johannes,
    einer unserer söhne wurde von meiner gattin und mir mit dem sehr schönen namen johannes bedacht. und dieser johannes ist schon immer ganz wild auf alles was nach kokos oder pfefferminze schmeckt.
    also knoblauch hab ich noch nicht versucht. vielleicht wag ichs mal.
    aber cremehonig mit ingwer und chili hört sich sicher auch ziemlich gewagt an. ist nix aufs brot, gibt aber wie schon geschrieben ganz tolle soßen oder salatdressing.
    gruß
    gerhard

  • Hallo, Gerhard,


    würdest du mir dein Chili-Ingwer-Rezept schicken?
    *ganz-lieb-gugg*
    Mein Männe liebt nix mehr als Schweinebraten, und auch noch scharf...


    Tausend Dank im voraus!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo sabine,


    wie für vieles andere habe ich nicht wirklich ein rezept.


    ich schreib dir aber gerne, wie ich das mittlerweile zweimal gemacht habe.
    zuerst eine ingwerwurzel mit gut 100 - 150g schälen, in dünne scheibchen schneiden und mit großem messer auf holzbrett ganz klein hacken. die masse etwas ausstreichen und ein frisches geschirrtuch draufdrücken. ca. 10 min. so liegen lassen. habe ich so gemacht, damit holzbrett und geschirrtuch den saft etwas aufnehmen und der inwer nicht so viel wasser mit in den honig nimmt. erst scheibchen schneiden ist wichtig, weil du sonst zu viele fasern drin hast. das mit dem antrocknen ist vermutlich gar nicht nötig und man nimmt damit einiges an geschmack weg. vielleicht probier ich das nächstes mal ohne geschirrtuch.
    in eine rührschüssel ca. 1 kg cremehonig, den ingwer und das chilipulver geben. ich hab das normale chili aus dem asia-regal im supermarkt genommen, nicht das pulver und nicht das ganz grobe, sondern das fein gehackte. davon etwa einen teelöffel voll. ist nicht ganz so scharf, weil bei uns immer drei kinder mitessen. wenn du das schärfer willst, gibst du einfach mehr rein.
    mit dem rührgerät mit den zwei sahnerührern mit der langsamsten geschwindigkeitsstufe die zutaten gleichmäßig verrühren. der cremehonig sollte vorher schon warm stehen, sonst wird dein rührgerät heiß.
    das ganze dann mit einem esslöffel in 250 g-gläser einfüllen.
    schmeckt honigsüß-säuerlich-scharf.


    wird von uns verwendet zum braten einstreichen, zu soßen, zu salatdressing (naturjoghurt mit einem esslöffel chilihonig, etwas frische oder gefrorene kräuter, pfeffer, salz, balsamico-essig und olivenöl und das ganze dann mit chicoree-blättern austunken!!!! und dazu toastbrot oder frisches baguette!!!!!! das kommt gut!!!!), ans gemüse und zu "chinesische nudeln" (jede menge gemüse, was gerade da ist, in der pfanne anbraten, reichlich chilihonig, reichlich curry, viiiiieeeele kräuter, salz, pfeffer dazu, je nach "mitessern" 500 - 750g (währenddessen gekochte) schmale bandnudeln druntermischen, schmeckt super und geht superschnell!)


    jetzt muß ich mich beherrschen, daß ich nicht noch endlos mehr rezepte reinschreib. außerdem hab ich jetzt ziemlich hunger.


    ich wünsch dir viel spaß beim ausprobieren.


    gruß
    gerhard

  • Hallo, Gerhard,


    allerherzlichsten Dank!*küßchen*
    Ich werde jetzt stracks in die Küche schleichen und anrühren, hab nämlich alles da, inkl. Schweinebraten.
    Testbericht morgen abend! :P

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen