Naturwabenbau

  • Guten Tag,


    ich möchte in meinen Langstrohtbeuten möglichst viele Naturbauwaben
    bekommen. Ist es ausreichend, wenn ich in den Rähmchen nur einen
    Anfangsstreifen von ca. 3 cm mit Wachs in der Fräsung befestige und sonst nichts, oder muß dieser Anfangsstreifen breiter sein ?
    Sollte ich zusätzlich das Rähmchen verdrahten, damit der Naturbau beim späteren scheudern besser hält und kein Wabenbruch entstreht ?


    Vielen Dank für die Rückantworten.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo Doc Harper,


    Ich gehe davon aus das du Brutraumwaben nicht schleudern willst, dann würde ich aber trotzdem zwei/drei Drähte (bei Langstroth) zur Stabilisierung empfehlen, in heißen Sommern ist es eine Versicherung gegen herunterfallen.
    Im Brutraum gebe ich immer drei komplette Wabenreihen als Anfangsstreifen hinein.
    Bei Honigraumwaben empfehlen sich Flachzargen ob nun Dickwaben oder Normalwaben, ist dann mehr den Bienen überlassen auch Anfangsstreifen benötigst du dann nicht.
    Sie bauen je nach Bedarf oder Wetterlage große und/oder kleine Zellen.


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • ein wunderschönes Hallo!
    ich hab aus mw-mangel meine honigräume nur mit halben mws bestückt.
    nun hab ich festgestellt, dass die bienen dort neben arbeiter- auch drohnenzellen bauen.
    im prinzip ist es mir egal, doch hab ich den eindruck, dass sie in drohnenwaben keinen honig einlagern.
    stimmt das so? doer tun sie das erst, wenn die kleinen zellen voll sind.

    ___________
    Ich bin nicht die Signatur,
    ich putze hier nur.


  • Hallo Aquarius,


    welches Rähmchenmaß (HR/BR) hast Du ?
    Bei mir kommt es vor daß das Volk die Zellen unmittelbar über dem Brutnest (Absperrgitter) erst mal frei lassen, in der Hoffnung die Königin fängt oben an zu legen. :roll:
    Für Naturwabeninteressierte befindet sich in der ADIZ 5/2005 ein interessanter Artikel. Teil 2 folgt in ADIZ 6/2005.


    Gruß
    Matthias

  • hallo matthias,
    ich hab im honigraum 2/3 zander und im brurtraum 1/1 +2/3.
    hast du den artikel zufällig? und könntest ihn mir eventuell faxen oder so?
    beste grüße

    ___________
    Ich bin nicht die Signatur,
    ich putze hier nur.

  • Hallo, Matthias,


    an dem Artikel wäre ich auch brennend interessiert, gern auch per Fax oder per Post, Porto würde ich übernehmen. Es hätte auch Zeit, bis der 2. Teil erschienen ist...


    (Wenn Dir das nicht zu viel Streß ist jetzt in der Saison.)


    Viele Grüße, Johannes


  • Guten Morgen ihr beiden,


    ich kann euch die Artikel (1+2) dann Anfang Juni als Kopie schicken. Bitte teilt mir Eure Adresse per pMail mit.
    Zur Vorbereitung kann ich euch noch folgendes miteilen. Der Autor beschreibt die Basis für einen guten Naturbau wäre die Bildung über einen Schwarm (z.B. Vorwegnahme oder Kunstschwarm). Diese Völker bauen zuerst Arbeiterinnenbau und erst später in den Randwaben Drohnenbau. Dieser kann dann Ende (des Bienenjahres) entnommen werden. Die Rähmchen sollten beim einschlagen mit einem Anfangsstreifen oder mit einem gewachsten Holzwinkel am Oberträger und versehen sein. Weiterhin sollen die Rähmchen zur Stabilisierung des Wabenbaus senkrecht gedrahtet sein.


    Gruß
    Matthias

  • Hallole,
    habe bei meinem Naturbau festgestellt, dass die Waben um die Drähte ausweichen, also Wellen schlagen.
    Der Drat wird anscheinend als Fremdkörper erkannt.
    Mach ich da was falsch?

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Guten Tag,


    vielen Dank für die informativen Beiträge.
    Gibt es beim Naturbau auch die Möglichkeit, die Bienen dazu zu bewegen
    in eine von mir vorbestimmte Drohnenwabe auch tatsächlich Drohnen
    zu bebrüten ? Wenn ich mit kpl. Mittelwänden arbeite und einen Rahmen
    nur mit Anfangsstreifen, kann ich die Bienen dazu bewegen nur in dem
    Rahmen mit Anfangstriefen Drohnenzellen zu bauen. Gibt es diese
    Variante auch mit Naturwabenbau ?


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo, DrHarper,


    im Naturbau leider nicht.


    Sie bauen wie die Weltmeister, fangen auch in vielen Rähmchen Drohnenbau an, füllen den aber eher mit Nektar, wenn sie merken, daß sie genug Drohnen haben.
    Ich habe mehrere Rähmchen, die als Drohnenbau begonnen wurden, und wo nach 2 cm auf normalen Arbeiterinnenbau umgestellt wurde.
    Und mindestens 2 unbebrütete Waben mit Drohnenzellen, in denen aber "nur" gedeckelter frischer Honig ist.
    Außerdem weiß ich, daß sie auch Waben von Drohnenzellen auf normale Zellen zurückbauen, wenn es sein muß. Sehr mühsam, aber sie machen es... :roll:


    Mit meinen Völkern liege ich aktuell bei 20%; ich denke, wenn die ersten vollen gedeckelten geschlüpft sind, wird es von selbst weniger werden.


    Ein Bienenvolk ist nun mal selbstregulierend (wenn man es läßt :wink: )

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Dr. Harper,


    ich vermute, es geht Dir um die Möglichkeit, Drohnenbrut zu schneiden (korrigiere mich, wenn ich falsch liege). Im naturgebauten Brutnest wird kein Bienenvolk seine Drohnen auf eine Wabe konzentrieren, sondern sie in der Peripherie der Bienkugel (und damit über mehrere Waben verteilt) erbrüten. Meine persönliche Meinung ist, daß sich eine Naturbaubetriebsweise und das Ausschneiden von Drohnenbrut nur schlecht vertragen.


    Viele Grüße, Johannes

  • Meine Erfahrungen mit Naturbau sind da etwas anders, als Sabine es beschreibt. Ich habe im letzten Jahr spät einen Kunstschwarm gebildet und komplett auf eine Zarge (DNM) Leerrähmchen gesetzt. Die Rähmchen waren wirklich leer und komplett neu. Keine Anfangsstreifen oder sonstiges. Nach 3 Tagen musste ich den Wabenbau bei einer Wabe etwas korrigieren (Mit der Hand um 90 Grad drehen) ansonsten haben die Bienen die erste Zarge sehr schön ausgebaut. Als wenn sie es gelesen hätten, haben sie ca. 80 % Arbeiterinnenbau und 20 % Drohnenbau errichtet. Im September nach der Auffütterung fing hier bei schönem Wetter der Senf so richtig an zu blühen und ich habe noch einmal eine Zarge nur mit Leerrähmchen untergesetzt. Diese Zarge wurde noch vollständig ausgebaut. Da es bei der ersten Zarge so schön geklappt hatte, habe ich mich nicht mehr mit der Zellgröße beschäftigt. Korrigieren musste ich die Baurichtung auch nicht. In diesem Frühjahr musste ich feststellen, dass die untere Zarge zu 90 % Drohnenbrut enthält. Die obere Zarge mit der Arbeiterinnenzellgrößte war, größtenteils verhonigt. Diesem Volk fehlten aus diesem Grund zur Frühtracht die Bienen, so dass es für die Honigernte (Löwenzahn/Raps) sicher ausfallen wird. In der unteren Zarge waren mir die beiden Randwaben verschimmelt. Ich habe diese durch zwei Leerrahmen ersetzt und siehe da, sie wurden sofort wieder im Drohnenzellmaß ausgebaut.


    Zur „Sanierung“ habe ich jetzt die Zarge mit der Drohnenbrut nach oben gesetzt und zwischen die beiden Zargen eine Zarge nur mit Mittelwänden. Ich werde so den Drohnenbrutraum als Honigraum nutzen und versuchen das beste daraus zu machen.


    OK, ich habe wahrscheinlich den Fehler gemacht, dass ich das mit dem Drohnenbau im Herbst nicht mehr gemerkt habe und in diesem Frühjahr auch erst sehr spät, aber von der Regulierung von der Sabine schreibt konnte ich nichts merken.


    Mein Fazit aus der ganzen Sache ist, das Naturbau für den Start eines Volkes (Ableger/Kunstschwarm) auf einer Zarge anscheinend wunderbar funktioniert, dass ich aber beim erweitern nur noch Mittelwände verwenden werde.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo, Thomas,


    das mag eher daran gelegen haben, daß du die Zarge *unter*gesetzt hast statt obenauf.
    Ich setze grundsätzlich oben auf.


    Halt umgedrehtes Höhlenprinzip :wink:


    Lies mal das hier, von Harry:


    Zitat

    Füttere gut und er wird gut Bauen. Kümmere dich nicht um Arbeiter oder Drohnenzellen, der Bien wird wissen was er braucht. Am Anfang wird es Schwierigkeiten geben (Drohnenbau) aber die Bienen müssen erst wieder Naturbau lernen. Da sie in Drohnenbau keine längerfristigen Vorräte anlegen wird sie spätestens zur Wintereinfütterung genügend Arbeiterbau errichten. Wenn Du keine Spättracht hast füttere weiter bis die Waben ausgebaut sind. Einen Naturschwarm kannst Du natürlich sofort einschlagen.


    Da ging es allerdings um einen vorweggenommenen Schwarm, also im Frühjahr.
    An deiner Stelle würde ich es nochmal versuchen, aber eben jetzt und dann aufsetzen, statt untersetzen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen