EAN-Strichcode auf DIB-Gewährstreifen für Freizeitimker

  • Hallo Imkerfreunde,


    ich habe dieses Jahr bei uns um Dorf-(Super)markt zum ersten mal Honig verkauft :lol: . Der Kaufmann hat dies auch gern gesehen(regionale Vermarktung, qualitativ hochwertiges Produkt). Er hat mittlerweile sein Kassensystem auf Scannerkassen umgestellt, und nun muss der Preis des Honigs extra ausgezeichnet und in der Kasse eingegeben werden.


    Ich habe versucht, beim DIB eine geringe Anzahl von Gewährverschlüssen mit EAN-Strichcode zu bekommen. Es gibt diese für Abfüller oder auch Grossabnehmer, auch wurden mir nach mehrmaligem Nachfragen von der Möglichkeit berichtet, diesen Stichcode als ein zusätzliches Etikett(25*27mm) oberhalb des CMA-Gütezeichens anzubringen. Der Druck hat in eigener Verantwortung zu erfolgen.
    Nun der Haken: Ich soll mich selbst um die Zuteilung einer betriebseigenen EAN-Nummer mit ILN-Basisnummer bei der Centrale für Coorganisation kümmern. Gebühr im ersten Jahr für 1000(!) verschieden Nummern, die unendlich oft gedruckt werden können: Grundlizenz 100€ plus Jahresgebühr 110€. Dazu kommt noch das Drucken. :cry::cry:
    Das hat sich damit erst einmal erledigt, und wir Imker sind bei der Vermarktung im Dorfsupermarkt ausgeschlossen. :(:(


    Hier sollte der DIB Initiative zeigen, und nicht- wie bei mir- , nur mauern, und diese kleinen Aufkleberchen als Lizenznehmer an die Mitglieder gegen z.B. eine Aufwandsentschädigung von 0.01-0.02€ pro Stck. ausgeben.
    Das ist für mich Marketing, also Absatzförderung und positive Öffentlichkeitsarbeit vor Ort durch zunehmenden Bekanntheitsgrad der regionalen Imkereien.


    Was sagt Ihr dazu, würde mich über eine rege Diskussion freunen, denn es könnte vielleicht was bewirken :roll:



    Andreas :wink:

  • Frag doch einfach mal im Dorfsupermarkt, ob die in der Lage sind, eine beliebige EAN-Nummer selbst zu erfassen. Oft können die das nicht, da die Daten über eine Zentrale gepflegt werden. Wenn die das doch können, dann mußt Du keine "echte" EAN Nummer verwenden, sondern kannst einfach den Strichcode für eine beliebige 13 Stellige Nummer auf Deine Etiketten drucken. Diese Nummer wird dann in der Kasse für Deinen Honig gespeichert und fertig.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Ein Problem sehe ich allerdings darin, daß ein 500gr.-Glas fast nie 500gr enthält, sondern entsprechende Toleranzen (oder auch mehr?) aufweist. Entweder du verzichtest auf den Mehrertrag oder wiegst wirklich genau aus und dafür wirst du wohl mehr als ein EAN benötigen.
    Da meine Erfahrungen aber auf einem anderen Warenwirtschafts-System beruhen kann es sein, daß es im Lebensmittelhandel, der ja auch Gemüse in variablen Gewichten verkauft (selbst wiegen), einfacher gehandhabt werden kann.
    Gruß
    Gaukler.

  • Bei dem Gemüse ist es so, dass durch den Barcode auf dem Etikett der Artikel und die Menge verschlüsselt ist. Das ist dann in der Regel kein EAN sondern einfach ein individuell vergebener Barcode

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Moin Jungs,


    mal ganz unter der Hand, man kann auch bestehende EAN's nehmen, die einem nicht gehören und für die man auch keine Gebühr bezahlt. Nimmt man beispielsweise den LIDL-Honigglas-EAN klappt das auch ganz gut ...


    Der Marktleiter weiß es, Ihr wißt es, die Kasse zeigt "Honig" an und wo kein Kläger da kein Richter ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Thomas,
    hallo Henry,


    auf so eine einfache Idee bin ich leider nicht selber gekommen.
    Das würde für ein paar Gläser im Dorfmarkt ja ausreichen. Es ist ja auch keine Handelskette, die die Warenwirtschaft und somit die Codes zentral verwaltet. Der einzelne Kaufmann kann eben selbst noch seine Codes bestimmen. :P 
    Vielen Dank für den Tipp.
    Nur weiss ich noch nicht, wer so etwas am einfachsten Drucken kann; an wen kann ich mich da wenden? Oder geht kopieren(worauf?)
    Wenn ich das ganze dann so weiter entwickele, dann bin ich bei selbst gestalteten Etiketten, was aber zunächst nicht meine Absicht ist.


    Freundliche Grüße :wink:


    Andreas

  • Hallo Gaukler,


    Du hast mich wohl mißverstanden.
    Ich möchte den Honig nicht nach Gewicht verkaufen, sondern im DIB-Glas.
    Und da sind dann auch 500g drin, wenn 500g draufsteht.
    Ich kenne bisher keinen Kunden, der Honig im fertigen Glas nach individueller Einwaage kauft.


    Gruß
    Andreas

  • Andreas schrieb:

    Du hast mich wohl mißverstanden.
    Ich möchte den Honig nicht nach Gewicht verkaufen, sondern im DIB-Glas.
    Und da sind dann auch 500g drin, wenn 500g draufsteht.


    Nee, lieber Andreas, ich habe Dich schon richtig verstanden. Wir haben hier mal mächtig was auf den Sender bekommen durch das Eichamt. Und seit dem wird hier alles gewogen. Und ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß meine DIB-Gläser bis zu +/- 25gr. variieren - bei Freihandfüllung ohne untergestellter Waage. Und das ist mehr als sogar das wohlwollende Eichamt akzeptiert. Aber das liegt wohl eher am eigenen "System".


    Gruß
    Gaukler.

  • Hallo Gaukler,
    die Unterschiede kommen oft daher, weil unterschiedliche
    Herstellungsserien des DIB-Glases manchmal abweichende
    Gewichte des Glases haben.
    Wieg doch mal verschiedene Gläser des DIB!
    Dann weißt Du, wie diese Abweichungen entstehen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Henry , Dein Vorschlag wäre mir zu heiss. Ich fürchte, das geht schon in Richtung Markenpiraterie, der EAN dient auch dem Zweck der Rückverfolgbarkeit. Du würdest Dich per Code als ein Hersteller ausgeben, der Du nicht bist. Zudem von einem ähnlichen Produkt.


    Andreas
    Den EAN-Code gibt es als EAN-8 und EAN-13, wobei ich den 8-stelligen (für Etikettierungen mit wenig Platz) erst einmal ausser acht lassen will.


    Beim EAN-13 geben die ersten 2-3 Stellen Auskunft über das Land des Herstellers, die nächsten 4-5 Stellen sind eine Hersteller-Nummer, dann folgt eine 5-stellige Produktnummer und die letzte Stelle ist eine Prüfziffer, die sich aus den vorherigen 12 Stellen berechnet.
    Deutsche Hersteller haben z.B. die Anfangsziffern 400-440, die USA z.B. 00-13. Aber nicht alle Ziffern sind mit Länderkennungen belegt. 99er Nummern dienen z.B. für ein Couponsystem, die Anfangsziffern 20-29 sind für lokale Anwendungen eines Warenhauses reserviert. Und DAS wäre wohl der richtigere Ansatzpunkt, hier könntest Du mit dem Ladenbesitzer abklären, welche Anfangsziffern im Bereich 20-29 er schon verwendet.


    Die Druckanforderungen an den EAN sind recht hoch, was mittlerweile relativ ist, da Matrixdrucker kaum noch vorkommen. Hoch deshalb, weil der EAN Informationen in den Strichen und in den Lücken zwischen den Strichen beinhaltet. Was auf jeden Fall auch stimmen muss, ist die Prüfziffer, sonst wird der Scanner das Einlesen verweigern.
    Mit einem anständigen Laserdrucker (mind. 600 dpi) auf weißem Hintergrund solltest Du brauchbare Ergebnisse erzielen. Das Höhen-/Breitenverhältnis des Barcodes solltest Du unbedingt beibehalten, da die Leser nur einen kleinen Toleranzbereich haben. Definiert ist die Normgröße mit 1,469" Breite und 1.02" Höhe (1 Zoll <> 2,54 cm). Der Code darf auf bis zu 80% verkleinert, oder bis zu 200% vergrößert werden.


    Einen Tintenstrahldrucker würde ich nicht einsetzen, schon leichte Verwischungen führen zur Unlesbarkeit. Ebenso ist Laserdruck durch verwischenden Toner kritisch, wenn die Barcodes mehrmals mit einem Stift gelesen werden. Aber Supermärkte scannen ja nur einmal und das berührungslos.


    Es gibt zahlreiche Programme und Fonts zur Erstellung von Barcodes, die meisten kosten aber zumindest einen Shareware-Beitrag von ca. 100 EUR.


    Eines der wenigen Freewareprogramm ist (1) Barcode 97 http://www.winsite.com/bin/Info?500000004706, ursprünglich für Win 3.1 geschrieben, sollte aber immer noch tun. Was Barcode 97 allerdings nicht macht, ist die Prüfzifferberechnung. Die kannst Du aber mit einem anderen Freewareprogramm (2) Barcode.exe berechnen http://www.zdnet.de/downloads/prg/6/7/en10309867-wc.html, indem Du dort "Check CRC" aktivierst. Das Programm kann zwar alle möglichen Codes darstellen, aber leider nicht die EAN-typische Darstellung, die du beim ersten Programm (1) mit der Einstellung "EAN Standard Code" erhältst. Also erst (2) und die 13. Stelle = Prüfziffer mit einer 12-Stelligen Eingabe rausfinden, dann in (1) den Code erstellen und rauskopieren.


    Viel Erfolg beim Labeln


    Mic

  • Moin mic,


    es ist natürlich nicht expizit erlaubt Barcodes anderer Produkte per Kopierer auf Etikettenbögen zu bringen. Doch der Originalverwender wird wegen seines eigenen Produktes darauf achten, daß unter diesem Code immer das selbe Produkt zu finden ist. Als guter Etikettendesigner hat er bei seinem Etikett auch schon die Radiusverzeichnung beim Druck eingerechnet, die der Kopierer flach auch anstandslos umsetzt. Man muß das Etikett dann halt im selben Winkel zum Radius verwenden.


    Für Markenverletzung bedarf es übrigens einer "Marke" und ganz im Ernst, glaubt hier jemand, daß LIDL-Honig ein eingetragenes Markenzeichen führt und führen darf, weil es einen belegbaren Wiedererkennungswert gibt? :lol: Und glaubt Ihr, daß LIDL ein belegbarer Schaden entsteht, wenn besser Honig mit dem EAN-Code von Billigzeug verkauft wird?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • mic


    jetzt habe ich einiges gelernt, vielen Dank. Ich besitze keinen Laserdrucker, aber das Drucken läßt sich ja denke ich auch noch organisieren.
    Auf den Honiggläsern sollte man dann wohl als Zusatzaufkleber oberhalb des CMA-Zeichns den 8-stelligen EAN-Code einsetzen, denke ich, da dieser dann nicht so groß ist.


    Infos zur Prüfziffer habe ich jetz auf der Seite der CCG gefunden, und auch verstanden, wozu diese nötig ist. Dort gibt es auch einen Prüfziffernrechner:http://www.gs1-germany.de/inte…/e221/e234/index_ger.html
    Ich melde mich mal, wenn ich erfolgreich geklebt habe.


    Aber mal ehrlich: diese Sache mit den Code bringt mich ganz von den Bienen weg, eigentlich sollte sich der DIB als Dienstleister mal darum kümmern, es muß ja nicht jeder Imker das Rad neu erfinden.




    gaukler


    daß die Gläser bei Freihandfüllung ohne untergestellte Waage um 25 g variireen ist klar. Deshalb verwende ich eine Digitalwaage mit Tara(ausgeliehen aus der Küche meiner Frau), geht ganz leicht , und kostet nur 20€, Einteilung 1g. Und wenn ein Glas mal 3g, oder bei den alten Gläsern mal 7g mehr oder weniger wiegt, kann ich leicht die 3g beim Sollgewicht dazuaddieren(Anzeige 503g) oder Tara drücken.
    Wenn wir Imker im Laden im Glas des DIB vekaufen, muß selbstverständlich auch das drin sein> innerhalb der Toleranzen<, was drauf steht. Die Wiegerei ist beim Abfüllen gar nicht soviel Mehrarbeit, das ordentliche Etikettieren braucht bei mir viel mehr Zeit. Die genaue Gewichtskontrolle für das Eichamt habe ich bei uns im Dorfladen auf der geeichten Gemüsewaage, oder am Postschalter im gleichen Laden auf der Briefwaage der Postfiliale; oder aber auf der geeichten Waage eines Imkerkollegen im IV.



    Gruß


    Andreas

  • jetzt noch mal zu meinem Anliegen:



    Haltet Ihr eine EAN-Strichcode-Aufklebervergabe beim DIB für sinnvoll?


    Haltet ihr es für sinvoll oder erfolgversprechend, sich beim DIB dafür einzusetzen?



    Die Vermarktung/der Markt wird (leider) moderner, und dem sollte sich auch der DIB anpassen.Auf eine telefonische Anfrage bei einer Mitarbeiterin des DIB bekam ich unter anderem die Antwort, das macht ja Arbeit, und dafür seien sie nicht zuständig. Der kann ja diese Aufgabe für die Imker übernehmen, damit Absatzmöglichkeitenschaffen, "Arbeitsplätze" beim DIB schaffen und dem DIB einen weiteren Sinn geben.
    Ich habe mich in diesem Anliegen kürzlich an den DIB gewand, und warte nun eine Antwort ab.


    MfG


    Andreas

  • Andreas,
    ich sehe da zwei Gründe, warum dies nicht gehen wird:


    1. Es gab vor Jahren eine Firma, die einzelne EANs weiterverkauft hat. Wenn ich mich recht erinnere, haben die damals gewaltig eine auf's Dach bekommen, da der Bezug zum Hersteller nicht mehr gegeben war. Genau die gleiche Situation wäre, wenn der DIB als Hersteller auftreten würde und einzelne Imker etikettieren.


    2. Der EAN darf pro Artikel nur einmal vergeben werden
    Nun stelle Dir vor ein Geschäft würde von zwei Imkern jeweils zwei Honigsorten zu unterschiedlichen Preisen anbieten wollen. Die Eindeutigkeit des EANs zum Produkt wäre nicht mehr gegeben. Schon alleine die Möglichkeit, dass dies vorkommen KÖNNTE wird ausreichen um das Ganze zu widerlegen.


    Es bliebe also wohl nur die Möglichkeit, dass der DIB als Hersteller auftreten und den Honig vermarkten würde.