Bienenwiese

  • Hallo zusammen,
    gibt es eine Möglichkeit mein Baumstück (Wiese) mit blühenden Blumen "aufzuforsten"?
    Es gibt im Handel ja Samenmischungen. Kann ich diese nur ausstreuen?
    Welche Pflanzenarten kann ich ausserdem in eine Wiese pflanzen oder sähen?


    Für Infos wäre ich sehr dankbar.
    Thx Achim

    Grüsse aus dem (sym)badischen Bretten

  • Hallo Achim,


    das Beste wäre, sich in einer ungewöhnlichen Tugend zu üben: Geduld.
    Mähe Deine Wiese nur noch einmal im Jahr (einschürige Mahd) und warte ab, was sich an standortgemäßen Stauden so ansiedelt. Ist die Umgebung nicht völlig ausgeräumt, ist nach ein paar Jahren ein recht ordentlicher Bestand an blühenden Stauden eingewandert.
    Einsaat hat die Tücken, daß meist nicht angepaßte Pflanzen ausgesäht werden, es i.d.R. fast nichts von der Einsaat übrig bleibt. Und wenn doch etwas aufkommt, ist es oft nicht autochthon (heimisch in der engeren Umgebung). Wenn Du unbedingt einsähen willst, geh' zu einem Nachbarn, dessen Wiese so aussieht wie Dein Ziel, und laß' Dir Saatgut geben (seinen Heuboden mal auskehren).
    Saatgut immer etwas einharken, sonst vertrocknet der Keimling zu leicht. Auch kann man im ersten Jahr die Konkurrenz beseitigen.
    Zwiebelpflanzen sind einen Versuch wert, sie zu stecken. Aber bis auf Scilla vermehrt sich bei mir keine von allein.


    Grüße, Thomas

  • Moin AJ,


    einmal im Jahr schneiden, möglichst nicht jedes Jahr in die selbe Blüte, und ansonsten nüschd machen. Arbeitsaufwand und Erfolg stehen in keinem sinnvollen Verhältnis. Wiesenmischungen verlieren sich schon im nächsten Jahr, wenn die Pflanzen nicht zum Boden und den anderen Umgebungsverhältnissen passen. Dann bleiben aus 50 ausgesäten Arten zwei übrig und die wuchern dann sinnlos und machen es den heimischen Kräutern der Gegend schwer.


    Wenn Du allerdings einige Säcke aussortierte Krokusse billig kriegen kannst, dann steck die in losen aber dichten Gruppen, denn es kommen ohnehin nicht alle wieder, und gib nur über den Krokussen etwas Dünger. Auf die Weise hasat Du eine Wiese, die gleichzeitig mager und fett ist und wegen der Krokusse weißt Du wo Du auch nächstes Jahr in der Krokussblüte wieder düngen solltest.


    Krokusse stecken geht jetzt im Frühjahr gut bei dem nassen Boden mit der Grabegabel. Reinstecken. Nach vorne drücken, rausziehen. Eine Zwiebel in jeder Loch. Grabegabel um 5cm versetzen und damit die Löcher zudrücken und in die vier entstandenen Löcher wieder je eine Zwiebel einlegen ... Nur blühen werden die dieses Jahr wohl nicht mehr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    es gibt auch Firmen, die verschiedenen Bodenverhältnissen angepasste
    Saatgutmischungen, mit nur einheimischen Wildarten anbieten.
    (Ausnahme beim Rotklee, da gibt es auf der Wildsorte(!) ein Patent)
    Das Saatgut gibt es nach einjährigen Pflanzen und Stauden getrennt.
    Die Stauden sät man auf einen Extrabeet und verpflanzt sie später, wenn
    die Einjährigen schlapp machen, auf die Wiesenfläche.
    Hoffentlich habe ich den richtigen Link:
    www. naturagart.de
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    mit autochthon ist ein viel engeres "Heimisch" gemeint als im Allgemeingebrauch. Pflanzen der gleichen Art aus dem Thüringer Wald und dem Erzgebirge z.B. können sich gewaltig unterscheiden. Dabei liegen die Unterschiede weniger im Äußeren als in der Angepaßtheit an den Standort.
    Kommerziell angebotenes Saatgut stammt meist aus einer einzigen Quelle, ist also keinesfalls autochthon.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,
    so eng, wie Du den Begriff "Heimisch" auslegst, würde ich das als Maßstab
    für ein Naturschutzprojekt anlegen.
    Es geht bei Achim nur um eine Wiese, die als Bienenweide (fast wörtlich)
    angelegt ist. Da reichen doch einheimische Wildpflanzen durchaus.
    So lange in der verwendeten Saatgutmischung keine Pflanzen z.B. aus
    Amerika, Asien u.s.w. enthalten sind, halte ich dieses für verträglich.
    Durch Ausbringen von fremdländischen Bienenweidepflanzen haben sich leider unsere Imkervorfahren hervorgetan. (Riesenhonigklee, Herkulesstaude, Goldrute, Jap. Knöterich, Heckenkirsche, Robinie, u.s.w.)
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    man kann sich darüber streiten, ab wann Einflüsse "fremd" sind. In Städten und Gartenanlagen ist sowieso nichts mehr zu retten. Auf einer Wiese außerhalb der Stadt überwiegen aber noch die heimischen Populationen (im engeren Sinne). Da wäre es schade, unnötigerweise fremdes Erbgut einzumischen, auch wenn es sich "heimisch" nennt. Wie schon gesagt, die Unterschiede sind meist nur von Spezialisten auszumachen.
    Auch für Achim wäre es von Vorteil, Saatgut aus der unmittelbaren Umgebung zu verwenden - die Sicherheit, daß es für genau seinen Standort das am besten angepaßte ist, ist viel größer.


    Du hast recht, die Neophyten, die auch durch Imker zu uns gebracht wurden, sind mancherorts wirklich schon störend.


    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas
    Ich kann die ein Lied davon singen! :evil: 
    Ich bin jedes Jahr dabei, wenn es darum geht, den Rießenbärenklau, Rohrknöterich und manchmal auch das Springkraut zu beseitigen.
    Die Imker hier denken da anders, aber die Natur wird es mir danken!

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....