Ja, zum 100. Mal, aber trotzdem...

  • ...kann ich oder kann ich nicht meinen Bienen statt Futtersirup kristallisierten Frühtracht- oder Sommerhonig in der Wabe einfach als Winterfutter aufsetzen?
    Oder früh genug aufreißen und untersetzen?
    Oder wie?
    Ich hab alle alten Beiträge durchforstet und bin jetzt völlig verwirrt...
    Wald- oder Melezitosehonig steht nicht zu erwarten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Liebe Mitimker,


    148 haben gelesen und keiner antwortet?
    Die Frage war ernstgemeint, weil ich bisher noch nie ein Volk auf eigenem Honig hab überwintern lassen.
    Keine Erfahrung, also bin ich unsicher und frage nach...


    Wer von euch überwintert denn überhaupt auf Honig?
    Und wie sind die Erfahrungen damit?


    Bitte! *ganz-lieb-guck*

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hi,
    ich denke, dass sollte schon funktionieren, die bienen legen den honigvorat ja eigentlich als winterfutter an.
    hab es abr noch nicht genacht.
    mfg jeffrey

  • Hallo Sabine,


    Zitat

    Bloß, für kristallisiertes Futter brauchen sie normalerweise Wasser zum Auflösen...
    Wo soll das im Winter herkommen?


    Aus der Luft ?!?
    Die Sache sollte recht simpel sein.
    Die Bienentraube belegt naturgemäß nicht alle Waben.
    Honig ist extrem hygroskopisch.
    Die Randwaben ziehen Feuchtigkeit und schon hast Du Wasser im Honig.
    Da braucht nichts und niemand nachzuhelfen. Funktioniert schon mächtig lange so :-) 
    Achte darauf, das es guter Mischblütenhonig ist, am besten lässt du Ihnen ihren Sommerhonig aus der Läppertracht.
    Da ist alles drinn was sie brauchen und er kristallisiert nicht so fest wie der aus der Frühtracht.


    --- Harry ---

  • sabi(e)ne schrieb:

    ...kann ich oder kann ich nicht meinen Bienen statt Futtersirup kristallisierten Frühtracht- oder Sommerhonig in der Wabe einfach als Winterfutter aufsetzen?
    Oder früh genug aufreißen und untersetzen?
    Oder wie?
    Ich hab alle alten Beiträge durchforstet und bin jetzt völlig verwirrt...
    Wald- oder Melezitosehonig steht nicht zu erwarten.


    Die Frage wäre genauso: Wie hat man früher ein Baby gefüttert als es noch kein Milupa gab. "Schuf der Herr ein Häslein, so schuf er auch ein Gräslein." Die Natur macht´s, nicht der Mensch.
    Detailiert hat es Harry ja schon erklärt.

  • Hallo Sabi(e)ne
    Bist genau so neugierig wie ich, aber das wußte ich ja ;-)
    Also, ich habe den Versuch in diesem Winter gemacht. Das Volk sieht sehr gut aus, Futtervorräte sind noch gut, aber ich will es noch nicht komplett durchschauen. Krankheiten kann ich bis jetzt noch nicht erkennen.
    Der Honig bestand aus Akazien/Sommerblüte, es wurde nichts entnommen, nach meiner Schätzung war es über 20 kg.
    Zur Zeit ist sehr starker Flug zu beobachten.
    Alles weitere nach der ersten Durchschau

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • ...ich überwintere meine Völker seit Jahren auf Honig, bisher ohne Nosema.


    die Futterwaben (Honigwaben) von Völkern, die im Winter gestorben sind, hänge ich im Herbst in Völker, die Futter brauchen. und zwar Leerwaben werden gegen Honigwaben einfach ausgetauscht. Bisher bin ich damit gut gefahren und die Bienen scheinen ohne Probleme den Honig verarbeiten zu können.
    Habe auch schon Honig aus Hobocks den Bienen gefüttert... einfach den festen Honig auf die Oberträger der Waben gelegt und die Bienen ihn umtragen lassen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:


    die Futterwaben (Honigwaben) von Völkern, die im Winter gestorben sind, hänge ich im Herbst in Völker,


    Hallo G.W.,


    bei Völkern bei denen Du nicht weist waran sie gstorben sind, halte ich das Weiterverwenden von Futterwaben als nicht zu unterschätzendes Risiko.



    Grüße
    Matthias

  • Hallo alle Miteinander,


    Ja, Matthias du sprichst mir aus dem Herzen, dieses Jahr war es ein Volk, nächstes Jahr die berühmten zehn Prozent und im Jahr darauf....
    Aber das Futter ist teuer??


    Ich wünsche viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo zusammen
    Hallo Matthias
    Bist ein "Schönwetter-Imker? Nur bei Sonne? :wink: 
    Aber auch bei mir kommt kein Altfutter in die Völker, wäre mir zu riskant!
    Ich denke, wenn es ersichtlich ist (weil es vom Futterstrom abriss), das das Volk verhungert ist, ist nichts gegen eine Wiederverwendung der Waben einzuwenden.
    Aber hier gilt: Im Zweifel gegen den Angeklagten!

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Zitat

    bei Völkern bei denen Du nicht weist waran sie gstorben sind, halte ich das Weiterverwenden von Futterwaben als nicht zu unterschätzendes Risiko.


    stimmt!
    welche Krankheiten der Biene werden über das Futter verbreitet? Nosema, Faulbrut (sowohl amerikanische, als auch europäische), Ruhr.
    .... Wabe aus Völkern ,die an Nosema, Ruhr eingegangen sind, werden natürlich eingeschmolzen. AFB-Untersuchungen mache ich seit Jahren (wegen der Beschickung von Belegstellen) und AFB-Sporen habe ich nicht in meinen Völkern (und ich hoffe, es bleibt auch ewig so).


    Aber ist es nicht so, dass man die Honigwaben des letzten Jahres wieder in die Völker hängt, ohne zu wissen, ob sie wieder in die gleichen Völker in den Honigraum kommen? (...bei mir ist es jedenfalls so.... das mag nicht der "guten imkerlichen Praxis" entsprechen, aber man muß immer die Relationen zwischen Aufwand und Nutzen abwägen). Damit können auch Krankheitserreger verbreitet werden.


    Wenn man mal vom Totalverlust eines Standes im Winter 2002/03 absieht, halten sich meine Winterverluste in Grenzen. Diesen Winter habe ich von 23 Völkern 1 eingebüßt. Und das an der Milbe (..ich habe das Sichtum seit September mitbekommen und konnte trotzdem nix mehr tun..... die Winterbienen waren einfach schon zu geschädigt).


    Klar ist, Honigüberwinterung funktioniert nur mit Blütenhonigen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • GLAS schrieb:


    Warum funktioniert Honigüberwinterung nur auf Blütenhonig ?


    Hallo Glas,


    Tauhonige belasten die Verdaunung der Bienen stärken. Diese können u.U. wegen den tiefen Temperaturen im Winter nicht ausfliegen, und koten im Stock ab. Gesundheitsrisiko, etc.


    Grüße
    Matthias