Beuten und Betriebsweisen

  • Hallo,


    in der jüngsten ADIZ legt Liebig sehr ausführlich seine Gründe für die Zanderbeute mit zwei Bruträumen dar. Er grenzt sich dabei ausdrücklich von der Dadantimkerei und der damit verbundenen Betriebsweise ab. Wenn ich es ich es auf einen Satz zusammenfasse, sieht er den Hauptvorteil in der zargenweisen Betriebsweise. Die in dem Artikel benannten Gründe halte ich für sehr bedenkenswert.


    Viele Grüße
    Christoph

  • hallo, Christoph,
    dann lies mal von Schuster "Imkern im Flachzargenmagazin".
    Der ist auch sehr überzeugend.
    Ich habs hier in einem alten Thread mal erwähnt, die meisten echten Wildbauwaben in einem hohlen Baum sind sehr schmal, aber dafür sehr hoch.
    In einer Höhle können sie sehr breit, aber dafür sehr kurz sein.


    Was will die Biene wirklich??? :o

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Christoph, inwiefern findest du die Gründe für die Zargenbetriebsweise mit einheitlichem Rähmchenmaß für bedenkenswert?
    Ich glaube kaum, dass ich meine Imkerei mit unterschiedlichen Rähmchenmaßen genauso einfach organisiert hätte.
    Gruß
    SH

  • Hallo, Simon,


    ich hab sogar 2 komplett verschiedene Maße: Dadant und DNM, und auch noch jeweils halbhohe Honigräume. Allerdings auf dem System der Magazinimker.
    Keine Probleme.


    Wo sollten die sein?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Christoph


    bitte mach dir die Mühe und reiß uns besagte Gründe mal kurz an.
    Für alle Imker die sich die Adiz nicht leisten können und sie erst Monate später bekommen.


    Besten Dank im voraus

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Hallo Freunde,


    mit meinem Hinweis auf die Betriebsweise nach Liebig möchte ich hier keinen Streit lostreten. Auch wenn ich die in dem genannten Artikel aufgelisteten Gründe für sehr plausibel halte und sie meinen Vorstellungen sehr nahe kommen, möchte ich andere Betriebsweisen damit nicht abqualifizieren. Ich halte Bruder Adam, nachdem, was ich bisher gelesen habe, für einen genialen Imker und Bienenflüsterer. Tief beeindruckt hat mich auch Pfefferle (als Anfänger gelesen und auch heute immer gern in die Hand genommen). Meinen persönlichen Vorstellungen zur Betriebsweise mit dem Zandermagazin kommt alllerdings Liebig (Einfach imkern!) mir sehr entgegen.


    Den Artikel kann ich frühestens morgen genauer vorstellen, wenn sich kein anderer aus dem Forum finden sollte.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Christoph!


    Zitat

    Die in dem Artikel benannten Gründe halte ich für sehr bedenkenswert.


    Um es zu verstehen muß ich nachfragen. Meinst Du bedenkenstwert im Sinne von Empfehlung oder von Zweilfel?


    Gruß!


    Manne

  • Sabine ,
    mit vier verschiedenen Rähmchentypen hätte ich keine Geduld zu imkern. Das würde ich vielleicht noch mit 20 Völkern hinbekommen. Aber bei 40 Völkern mit verschiedenem Rähmchenmaß würden meine fleißigen Mitimker den Dienst verweigern. Denn die Arbeitsbelastung würde in meiner Imkerei steigen. Für diesen Luxus habe ich weder die passende Schleuder, den zusätzlichen Lagerplatz und Zeit für die unterschiedliche Sortierung, den passenden Kochkessel für die Desinfektion, den passenden Dampfwachsschmelzer, die passende Mittelwandgussform, passende Bienen, passende Ideologie.
    An den Umstand der Ablegereinheiten mit ihrem Maß habe ich noch gar nicht gedacht. Vielleicht können nur die Profis mit zwei Maßen arbeiten? Vielleicht wird durch diesen Umstand Imkern zum Beruf? :)
    Gruß
    Simon

  • Der Liebig-Artikel lautet: Welches ist das richtige Magazin? Dadant- oder Zander-Einfachbeute - ein Plädoyer für die Einfachbeute


    Seit 1984 werde in der LA Hohenheim mit beiden Beutentypen gearbeitet, um die Populationsdynamik hinsichtlich der Wabengröße erkennen zu können. Ergebnis: "Für Lege- und Bruttätigkeit, Schwarmneigung und Sammelleistung ist es ohne Belang, ob die Völker im Brutraum auf wenigen großen oder vielen kleinen Waben gehalten werden." Für Liebig gibt es andere Kriterien, die die Betriebsweise bestimmen:
    -Gewährleistung der Wabenhygiene - Durchführung der Schwarmkontrolle - Abernten von Wirtschaftsvölkern nach später Tannentracht - Vereinigen und Ausgleich von Völkern - Bildung und Pflege von Jungvölkern


    Wabenhygiene: ein Rähmchenmaß erleichtert diese Maßnahme enorm. Nach Trachtende (Spätsommerpflege) wird eine ganze Zarge mit ausgebauten jungen Waben aufgesetzt und die unterste Brutzarge etwas später entfernt (da i.d.R. Brutfrei). So sei alle zwei Jahre der komplette Brutraum erneuert. Nach Liebig habe Br. Adam nur 3 Brutraumwaben zur Erneuerung pro Jahr vorgesehen. Außerdem müsse der Dadantimker in der gesamten Saison sich um die Wabenpflege (auch während der Tracht) kümmern.


    Schwarmkontrolle: Liebig wirbt für die Kippkontrolle, die natürlich bei Dadantbeuten nicht möglich ist.
    (beide bisher genannten Punkte praktiziere ich - mit kleinen Abweichungen - und fahre bisher sehr gut damit: die Kippkontrolle halte ich für eine sehr gute Idee, schwarmtriebige Völker konnte ich so rechtzeitig erkennen, die anderen weniger belasten)


    Praktikables Spätabernten: Mitte September Einengung auf einen Raum mit 10 hellen Waben, sofortige Behandlung, und Auffütterung.


    Ausgleich im Frühjahr: Eine Idee von Br. Adam wir von Liebig aufgegriffen. Nur werden keine Brutwaben umgehängt, sondern ein schwächeres Volk einem starken über Absperrgitter aufgesetzt. Nach 4-5 Wochen wird das Doppelvolk geteilt. Das obere bleibt am Standort, das untere am Stand verstellt, so dass die Flugbienen dem schwächeren noch zugute kommen.
    wirkungsvolles Erweitern: Aufsatz des Honigraumes in korrelation zum Brutraum einfacher.


    rotierende Jungvolkbildung mit Standmaß: Bildung von Jungvölkern und Aufllösung von Altvölkern seien bei Br. Adam nicht vorgesehen. Er weiselt ein drittel aller Völker im März um. "In der Konsequenz bedeutet das, dass fast genau so viele "Königinnenspender" wie Wirtschaftsvölker unterhalten und überwintert werden müssen." Liebig und Hohenheim bevorzugen das Modell nach Pfefferle.


    So nun ganz grob unter vielen Weglassungen die Hauptgedanken zur Betriebsweise, wie Liebig (!!!!) sie bevorzugt. Ich muß zugeben, dass diese Betriebsweise mit dem Zandermagazin in meinen Augen etwas für sich hat.


    Viele Grüße
    Christoph
    (der Schnee ist heute Abend weg!)

  • Hallo Christoph,


    ich hab das auch in etwa so wie Liebig gemacht! seit ich im größeren Stiel Bienen hab! und ich hab schon über 30 Jahre viele Bienen. Ich hatte mit der "Liebigmethode" schon mal um die 450 Völker bewirtschaftet! :roll:


    und im Super Honigjahr 1995 :P hats dann Krach gemacht und meine Bandscheibe war hin! :cry:


    Vor allem die Kippkontrolle, wenn sie denn schnell gehen soll (ohne Klaperatismuß und so) ist sowas von Rückenmordend :evil: ,
    wie man es nicht falscher machen kann! :evil:


    ich hab seit damals weniger Völker und diese im Dadant und damit weniger Stress :lol: 
    und insgesammt doch genug (feinen) Honig zum leben! :wink:


    wer einen gesunden Rücken hat und auch nicht den honig mit der Bienenflucht ernten will, der ist mit der "Liebigmethode" gut bedient


    Liebig vergleicht hier die Betreibsweise von Bruder ADAM mit seiner!


    man kann aber auch etwas anders mit dem Dadant arbeiten! und hat dann jedes Jahr neuen Wabenbau im Brutraum! :P


    wenn man nehmlich die Völker im Spätsommer/Herbst brutfrei macht! und sie dann auf Mittelwände setzt! damit hat man die Varoa dann auch gleich mit bekämpft! :wink:


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • hallo toyotafan,


    könntest Du bitte das mit dem Brutfreimachen etwas genauer schildern?


    mfg bernie

    Imkeranfänger, Start April 2006,
    Standort: Kongo Bavaria * 4 Völker auf Eigenbau Dadant mod. * Brutraumzargen bestehen sich aus 2 einzelne, verschraubte Halbzargen * Zargeneckverbindung
    --> "Verdeckt Nut - Feder" verschraubt und genagelt* Wandstärke: 22mm Fichte

  • toyotafan schrieb:

    Hallo Christoph,
    wenn man nehmlich die Völker im Spätsommer/Herbst brutfrei macht! und sie dann auf Mittelwände setzt! damit hat man die Varoa dann auch gleich mit bekämpft! :wink: 
    Grüßle


    Hallo Cristoph,
    kannst Du das mit den Mittelwänden noch mal erklären, ich habe gehört, Völker sollen auf Mittelwänden nicht so gut überwintern ? Welche Erfahrungen hast DU damit gemacht. Man soll ja im Herbst die Waben noch mal sortieren, um den Wintersitz zu bauen, da kommt es darauf an, das keine Jungfernwaben zwischen drin sind.


    Grüsse


    8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Bernie911,


    ich gebe nach der Sommertracht keine Mittelwände mehr. Überhaupt werden die MW bei mir hauptsächlich im Honigraum ausgebaut. Im Brutraum werden Drohnen-Baurahmen (über die Saison werden 3-4 ausgeschnitten) eingehängt und im Austauch mit überflüssigen Futterwaben und bei Ablegerbildung auch MW.


    Nach der Sommerhonigernte, erster Futtergabe gegen die Not und Varroabehandlung, wird auf jedes Wirtschaftsvolk eine Zarge mit den ausgeschleuderten, hellen, Waben gestellt, ohne Absperrgitter. Man kann füttern und nach kurzer Zeit wird der unterste Brutraum keine Brut mehr enthalten. Wenn es soweit ist, wird die unterste Zarge komplett entfernt. dann Auffüttern, zweite Varroabehandlung und fertig. Die Brut wird nach der Auffütterung im unteren Brutraum sein. Bei jungen Königinnen evtl. auch im zweiten. Spielt aber keine Rolle, denn im nächsten Frühjahr ist das Volk in den hellen Bereich eigezogen und findet eine saubere Wohnstatt vor.


    So sind alle zwei Jahre die Brutwaben komplett ausgetauscht.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Berni911,


    noch eine kleine Ergänzung. In der Literatur wird viel davon geschrieben, den Bienensitz im Herbst nocheinmal zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Zu meiner Schande muß ich gestehen, das habe ich noch nie gemacht. Wenn tatsächlich ein Volk den Winter nicht überlebt, hat es daran m.E. bisher nicht gelegen.


    Bei der Futterüberprüfung im Frühjahr schaue ich, ob die Waben am Bienenrand genügend Futter haben, die ich dann im Zweifel austausche.


    Toyotafan setzt auch, soweit ich das richtig verstanden habe, nicht irgendwo in der Beute im Spätsommer MWe ein, sondern er bildet quasi Kunstschwärme, die dann mit Flüssigfutter nocheinmal so richtig auf Bautouren kommen.


    Grüße
    Christoph