Und zum x-ten Mal....Holzbeuten anstreichen

  • Hallöli @all,


    in einem alten Beitrag hier bin ich über einen (Lein?)öl-Wachs-Balsam gestoßen, den hier jemand selbst macht, um damit die Beuten zu streichen?


    Leider finde ich den Beitrag nicht mehr wieder, weder über Suchfunktion noch durch alles-durchlesen.
    Ich hätte so gern das Rezept dafür... :cry:


    Es war kein Leinöl mit Pigmenten, sondern eben die Rede von einem Balsam.
    Damals hatte ich noch Segeberger und da interessierte mich das Thema Holzbeute halt nicht so...


    Wer kann mir helfen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    Zitat

    n einem alten Beitrag hier bin ich über einen (Lein?)öl-Wachs-Balsam gestoßen, den hier jemand selbst macht, um damit die Beuten zu streichen?


    Ich hatte das Rezept vom Kollegen Reiner Schwarz, der sich leider aus unserem Diskussionskreis abgemeldet hatte.
    Man nehme:
    -Leinöl (meines war von "Raiffeisen", zum Pferde füttern)
    -Bienenwachs (aus eigener Produktion)


    Das Bienenwachs wird klein gebrockt, und dann in das erwärmte Leinöl gegeben.
    So lange, bis du merkst, die Lösung wird richtig schön wachsfarben.
    Mußt du halt ausprobieren.
    Aber mache es nicht in der Küche, der Geruch ist nicht unbedingt meine Sache gewesen!
    Das Wachs löst sich komplett im Leinöl auf und wird auch nach dem Erkalten nicht mehr hart.
    Damit habe ich meine Holzbeuten zweimal gestrichen.
    Es dauert eine ganze Weile, bis diese Lasur einzieht.
    Es sieht anfangs wunderschön aus, das Wasser perlt auch wunderbar ab.
    Allerdings haben mehrere meiner Beuten über den Winter hinweg an den Regenseiten regelrecht eine Art Algen angesetzt. Sieht etwas unschön aus, allerdings kann man die mit Wasser abwaschen und dann sehen die Beuten wieder gut aus.
    Meine 2. Beutenlieferung habe ich gar nicht mehr gestrichen, und die sehen auch noch super aus.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo, Michael,


    vielen herzlichen Dank! :wink: 
    Ich werd es mal antesten...


    Die Methode mit Wachs und Brenner ist zu zeitaufwendig, außerdem hab ich nicht genug Wachs dafür.
    Paraffin, wie bei R.Zimmer, spricht mich auch nicht so an.
    Normal anstreichen möchte ich auch nicht, also entweder in Öl kochen oder eben Balsam streichen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,


    nach der letzten Diskussion vor ein paar Wochen habe ich zwischenzeitlich einen Austausch mit einem befreundeten Schreinermeister aus dem Allgäu gehabt. Er hat mir ganz von einer Behandlung abgeraten - auch von der mit Leinöl.
    Er sagt, dass Holz halt arbeitet und dadurch unvermeidlich früher oder später (feine) Risse entstehen, durch die die Feuchtigkeit Einzug hält - mit oder ohne schützende Lasur.
    Das Problem ist dann, dass es diese Feuchtigkeit wegen der Lasur schwer hat, wieder dem Holz zu entweichen, wohingegen unbehandeltes Holz die Feuchtigkeit schneller wieder abgeben kann.


    Wichtig ist nur, dass der Holzboden nicht in der Feuchtigkeit steht.


    Ich habe mich nun entschlossen, keine Behandlung durchzuführen. Lediglich für die Optik flamme ich mit einem großen Gasbrenner das Holz an. Ich hoffe, dass dadurch das Vergrauen des Holzes etwas abgemildert wird und die "Kiste" nicht gar so "verschlammpert" aussieht.


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo Erich,


    der Schreiner hat nur teilweise recht. Ein Öl-Anstrich bremst das Ein- und das Austreten von Wasser in das/aus dem Holz, soweit richtig. Untersuchungen eines Institutes für Bauphysik zeigten, daß auf Dauer der Feuchtegehalt geölten Holzes unter der ungeölten Holzes liegt. Zusätzlich verhindert das Öl Feuchtespitzen. Beides fördert die Lebensdauer des holzes.
    Die im Holz entstehenden Risse sind bei Ölung weniger kritisch als bei einem Anstrich (z.B. Alkydharz). Diese Anstriche liegen auf dem Holz, damit kommt durch Risse eingedrungenes Wasser schwer wieder aus dem Holz. Öl dringt tief, etwa 1cm, in das Holz ein. Damit kann das Wasser vom Riß aus auch schlecht in das Holz weiterwandern.
    Das Abflammen vertuscht das Vergrauen nur, verhindert es aber nicht. Das Holz vergraut durch die UV-Strahlung, es ist ein Zersetzungsprozeß. Es ist bessser, ihn nicht zuzulassen.


    Hallo Sabi(e)ne,


    Wachs sehe ich kritisch. Es ist eher eine Verschleißschicht und vermindert das Anhaften von Schmutz. Auf Möbel ist es gut, der Ästhetik wegen, auf Beuten aber unangebracht. Meine Versuche mit Wachs an Beuten gingen komplett "in die Hose". Die reinen Leinölanstriche sind noch ausgezeichnet.


    Ein konstruktiver Holzschutz - dauerhafte Nässe vom Holz abhalten - ist jedoch das Wichtigste vor jedem Anstrich.


    Grüße, Thomas

  • thomas : Wie gehts mit heissem Leinöl als Beuten - Anstrich?


    mfg bernie

    Imkeranfänger, Start April 2006,
    Standort: Kongo Bavaria * 4 Völker auf Eigenbau Dadant mod. * Brutraumzargen bestehen sich aus 2 einzelne, verschraubte Halbzargen * Zargeneckverbindung
    --> "Verdeckt Nut - Feder" verschraubt und genagelt* Wandstärke: 22mm Fichte

  • Hallo Berniebee,


    heißes Leinöl wird oft als Anstrich empfohlen. Leinöl bildet eine etwas dickere Schicht als Leinölfirnis, da es zäher ist.
    Erhitzt wird das Öl, damit es tiefer in das Holz eindringt. Das bedeutet für mich, auch unbedingt das Holz zu erwärmen, sonst wird das Öl sofort kalt und steif. Ob erwärmtes Öl pur oder Öl+Verdünner (kalt) besser sind, um ein tieferes Eindricngen zu erreichen, weiß ich nicht.
    Auch bei Leinöl würde ich Pigmente zusetzen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Mike,


    JungimkerMike schrieb:


    was sind in dem Sinne "Pigmente" ? Heißt das "Farbe"?


    Pigmente sind Farbpartikel (Pulver), die man dem Leinöl beimischen kann. So kannst Du den gewünschten Farbton - aber auch das verwendete Material, denn Pigmente werden aus den verschiedensten, manchmal giftigen Stoffen hergestellt, selber bestimmen.


    Viele Grüße
    Erich

  • Hallo,


    ein alter Imker hat mir einmal erzählt, dass er seine Holzbeuten außen abflammt bis sie schwarz sind, um einen dauerhaften Schutz zu erhalten. Er hat mir auch Beuten gezeigt, die viele Jahre im Freien standen und tatsächlich noch sehr gut aussahen. Was haltet Ihr von der Methode ?


    Gerhard

  • Hallo,


    Abflammen veringert den Befall durch Pilze (aber nicht durch Bläue). Beuten haben aber kaum das Problem des Verpilzens, außer sie sind schlecht aufgestellt. Das Abflammen nimmt damit höchstens das Vergrauen durch die UV-Strahlung vorweg.
    Anders sieht es mit den Böden aus, die werden ja oft dauerhaft feucht. Da kann Abflammen etwas helfen. Besser wären aber geigneteres Holz (z.B. Lärche) und eine Aufstellung derart, daß Wasser sich nicht stauen kann.
    Ich hatte einen Boden aus Weyhmutskiefer auf Ziegelsteine gestellt. Nach drei Jahren fertigten die Bienen ihre eigenen Fluglöcher in ihm an.


    Grüße, Thomas

  • Hallo in die Runde! Ich bin neu hier. Seit kurzen habe ich meine ersten beiden Völker.
    Nun möchte ich eine meiner beiden Beuten etwas aufwerten und streichen, während diese nun schon bevölkert ist. Die Farbe, welche ich nehmen möchte, basiert auf ungiftigen natürlichen Ölen, ist offenporig und in der Anwendung sind auch "Bienenhäuser" oder "Spielzeuge" u.ä. ausdrücklich erwähnt.
    Nun zu den Fragen:
    Kann man Beuten überhaupt streichen, während diese bevölkert sind?
    Stellt es ein Problem dar, wenn die Fluglochseite nun einen etwas anderen Farbton besitzt als wie früher? (Aus hellem "Lindgrün" wird ein kräftigeres "Nilgrün" oder geraten die Bienen dann schon in Verwirrung?


    Für euer Auskünfte oder Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.


    Mit freundlicen Grüßen
    Arndt Ackermann