Was ist wesensgemäße Bienenhaltung?

  • Zitat


    An den Lebewesen der Natur beobachten wir deren Gestalt und ihr Verhalten. Immer mehr erkennt die Wissenschaft, dass sich beides gegenseitig bedingt. Die Frage nach dem Wesen ist der Schlüssel zu beidem. Die Gestalt eines ganzen Bienenvolkes ist schwer auszumachen. Ist es die Schwarm- oder die Wintertraube, ist es der über das Land ausgebreitete Bien, der eins wird mit der Blütenwelt?
    ……..
    Wesensgemäße Bienenhaltung steht und fällt mit dem inneren Bild das der Bienenfreund von seinem "Geziefer" hat. Er gleicht hier dem Pädagogen oder dem Arzt. So wie diese aus einem spirituellen Menschenbild zu richtigen Intuitionen kommen können, so auch der Bienenfreund aus jenem inneren Bild des Bien als individuellem Gesamtwesen, welches geistiger Art ist. Und die Bienen antworten erstaunlich genau auf solche innere Haltung. Gefragt ist das Bemühen, nicht unbedingt schon eine volle Erkenntnis. Aber arbeiten müssen wir daran, sie fliegt uns nicht zu wie ein Schwarm.
    (http://www.mellifera.de/wesen1.htm) von Manfred Hahn


    Wo fängt die wesensgemäße Bienenhaltung an?
    Beginnen wir doch einfach beim Schwarm:
    Wissen wir was kurz vor und während des Schwarmaktes im Bien vorgeht?
    Ich war noch nicht dabei. :)
    Vielleicht ist es etwas sehr wichtiges, was die Biene als Volksgemeinschaft unbedingt braucht und wir halten ihr es durch Zucht und Betriebsweise seit Jahrzehnten einfach vor.
    Kann es nicht sein, dass sie dadurch an Lebenskraft verliert und immer schwächer und anfälliger für Krankheiten und Parasiten wird?
    Warum strotzt eine vom und im Volk gezogene „Schwarmkönigin“ vor Vitalität?
    Genau wie eine „still“ Umgeweiselte wurde sie von anfang an schon als Ei wie eine Königin behandelt.
    Ihre Wiege war nicht eine Arbeiterinzelle sondern direkt das Weiselnäpfchen.
    Eine besondere Form innerhalb des Wabenbaus. Einzig reserviert für die königliche Brut.


    Das hat doch seinen Grund……


    Wenn wir Königinnen züchten nehmen wir möglichst 1 tägige Maden.
    Zusammen mit der Eizeit hat diese Made schon mindestens 72 Stunden, i.d.R. aber noch länger in der sechseckigen Arbeiterinzelle verbracht.
    Was soll´s – werden viele denken…..
    Aber wer sagt denn, dass die Form der Zelle keinen Einfluss auf ihren Inhalt hat?
    Es ist bewiesen, das im Zentrum einer Pyramide „Kräfte“ wirksam sind, die nicht „gemessen“ werden können, wohl aber „Wirkungen“ zeigen.
    Im Modell der Gize-Pyramide fault kein Fleisch und verdirbt keine Frucht, sie vertrocknen lediglich. Selbst auf Metalle wird eine "Wirkung" erzielt.
    Die äußere Form kann also einen Einfluss auf den Inhalt haben.
    Nachschaffungsköniginnen, die die Bienen aus Arbeiterinnenbrut erzeugen, werden immer gerne aus ältesten Larven gewonnen.
    Warum?
    Sie werden eh nicht alt. Bei nächstbester Gelegenheit werden sie „still“ Umgeweiselt und das Volk hat wieder eine „Vollwertige“ Weisel.


    Seit Jahrzehnten betreiben wir künstliche Königinnenzucht mit Larven aus sechseckigen Zellen.
    Seit tausenden Bienen-Generationen halten wir womöglich unseren Völkern „Vollwertige“ Königinnen vor.
    Kann es nicht sein das unsere Völker schon dadurch degeneriert sind;
    - alleine durch die fehlenden „Kräfte“ der runden königlichen Wiege in die die Königin schon als Ei gelegt werden muss?



    Der Wabenbau:
    Was ist der Wabenbau? Woraus besteht er?
    Aus Wachs.. ! Na Klar. Aber was für Wachs?
    Die Biene baut die Mittelwände aus und der Wabenbau entsteht.
    Durch die Mittelwände baut die Biene nur noch 1/3 des Wabenbaus aus EIGENEM Wachs.
    2/3 besteht aus….. ja aus was eigentlich?
    Altwaben.... eingeschmolzene Altwaben, gefiltert, geklärt, entkalkt und…
    vom Verarbeitungsbetrieb unter Hochdruck bei mindestens 120 Grad sterilisiert und leblos gemacht.


    Wachs ist ein körpereigenes Sekret der Biene, es wird mit wertvollen Inhaltsstoffen von den Bienen bei der Verarbeitung der Wachsplättchen zum Bauwachs angereichert und aufgewertet. Nicht nur die Brut wird in diesem Wachs zum Leben erweckt und aufgezogen, auch das gesamte Futter wie Nektar, Honig, Pollen und Bienenbrot wird darin gelagert.


    Seit Jahrzehnten besteht dieses Vorratslager und die Kinderstube, ja die gesamte Lebensgrundlage der Bienen zu 2/3 aus uraltem zigfach recyceltem Wachsschrott,
    ultrahoch erhitzt um der Seuchengefahr zu entgehen.
    Kann man sich vorstellen, dass dieses minderwertige Wachs, das wir tonnenweise in unsere Völker eingebracht haben negative Auswirkungen auf die Völker hat?
    Auch die Rückstände der Trennmittel auf den Mittelwänden tragen sicherlich nicht zur Gesundung der Bienen bei.


    Dies waren nur zwei Punkte denen man Beachtung schenken sollte.


    Es gibt da noch so viel mehr:


    - Zuckerfütterung im Winter; wichtige Honiginhaltsstoffe werden den Bienen unterschlagen


    - fremde Bienenrassen; Ihnen können wir nicht den Nektar und Pollen bieten den sie brauchen


    - ungünstige Betriebsweisen; regelmäßige Störungen der Volksharmonie


    - Bearbeitung der Völker zum „falschen“ Zeitpunkt; nichtbeachtung von Mondkalenderdaten und günstigen/ungünstigen Konstellationen (Thun)


    - Wanderungen; ständiges umorientieren und Neuanpassung an Klima und Trachten


    - Die Bienenweide; Renaturierung und Wideranbieten einer „gemischten“ Tracht, weg von den Monokulturen und schon gar nicht so etwas anwandern (Raps)


    Auch diese Aufzählung ist natürlich noch lange nicht komplett, aber dient vielleicht als Grundlage zu Diskussion.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • Lieber Harry,


    ich danke Dir für Deine Denkanstöße. Sie haben mich "zufällig" zur rechten Zeit getroffen. :D


    Ich denke nämlich auch schon einige Zeit darüber nach, die Bienen natürlich zu behandeln. "Behandeln", damit meine ich meinen Umgang mit ihnen. Das beinhaltet auch, sie als freie, eigenständige Wesen in der Schöpfung Gottes zu behandeln.


    Dazu gehört - das sehe ich genauso - das Geben von Mittelwänden, das Füttern mit Zuckerwasser, das Behandeln mit ätzenden Materialien, das Wandern etc p.p.


    Ich glaube auch, dass es bei uns Imkern an der Zeit ist, umzudenken. So abgehoben das klingen mag, aber die Bewusstseinsentwicklung, die sich in unserer Zeit vollzieht (auch wenn ich selber den esoterischen Schlachtruf des "Wassermannzeitalter" nicht sonderlich mag), wird sich früher oder später in allen Bereichen ausbreiten. Und das gilt bestimmt auch für augenscheinlich widersprechende Bereiche wie Industrie und Wirtschaft.


    Ich vermute, dass vor allem wirtschaftlich orientierte Imker nur den Kopf schütteln angesichts solcher "Spinnereien", aber ich bin davon überzeugt, dass wirtschaftlicher Ertrag und ein respektvoller und naturgemäßer Umgang mit den Bienen auf Dauer kein Widerspruch sind.


    Nochmals Danke für Deine Anstöße


    Viele Grüße
    Erich

  • Auch Haltung in Rämchenbeuten ist nicht wesengemäss. Die Bienen sollen in die Höhlen von Bäume leben, oder wenigstens in Klotzbeuten.
    Auch das Lesen von Bücher ist nicht gesund für Menschen, vor 5000 Jahren waren keine Bücher, es ist nicht gesund für Augen und Geist (zu viel fremde Information). Gar keine Rede von TV und Internet.


    Die Gedanken von Harry sind interessant, aber ich kann nicht zustimmen. Es ist so das einiges wird (oder wurde) falsch gemacht -Zerstörung von heimische Bienenrassen, Verwendung von chemischen Mittel die verursachen Resistenz, aber nichts ist wie vor 500 Jahren oder sogar 100 Jahren.


    Das Wissenschaft und Hobby-imker können sich die exclusive Betriebsweise leisten, aber nicht der Berufs oder Nebenerwerbimker. Es ist auch die Frage, was ist "wesensgemäss". Ist Wandern nicht wesensgemäss? Ist wesensgemäss, wenn die Bienen kein Tracht haben und hungern? Ist wesensgemäss, das der Imker raubt der Bienen 5, 10 oder 20 kg Honig? Die Bienen hatten es nicht für Menschen getragen, sondern für der Vorrat.

  • @ Ainars
    Deine Interessen sind Bienen, Natur, Umwelt. Das tönt gut, aber wo stehst Du? Daneben? Lebst Du täglich umweltbewusst, lebst Du täglich naturbewusst. Kann man das, wenn die materielle Denkweise noch Dein Leben zu sehr beeinflusst. Beim Imkern stehst Du neben Deinen Bienen, Du begleitest, Du schaust sicher gut zu Ihnen, aber im Hinterkopf ist immer die Ernte. Hast Du Dich schon mal gefragt was für Bedürfnisse die Bienen haben. Hast du Dich schon mal gefragt, was Bienen wirklich brauchen um zufrieden (gesund) zu sein? Soweit ein paar Gedankenanstösse für Dich.
    Harry ist da schon einiges weiter. Er liebt die Natur, blüht in ihr auf, er steht nicht daneben, sondern versucht ein Teil davon zu sein. Er forscht was die Bienen brauchen und geht im Zwiegespräch mit den Bienen Kompromisse ein. Er stellt seine Bedürfnisse (Honigernte) etwas in den Hintergrund. Die Bienen bedanken sich bei ihm mit besseren Vitalität und damit auch mit einer anständigen Honigernte. Aber klar ist das auch wesensgerechtes Imkern immer ein Kompromiss zwischen Mensch und der Bien bedeutet. Wie weit ein Imker seinen Bienen (wesens-)gerecht wird, dass ist jedem frei gestellt.
    Ainars, Du fragst Dich: Ist Wandern nicht wesensgemäss? Ist wesensgemäss, wenn die Bienen kein Tracht haben und hungern?
    Nach meiner Meinung ist Wandern nicht wesensgerecht, aber lieber wandern als die Völkern verhungern lassen. Umgekehrt muss der Imker sich fragen ist der Standort wesengerecht, welcher nicht vom Frühling bis zum Herbst ein genügendes Honig- und Pollenangebot anbietet. Beim wesensgerechter Imkerei wäre hier der Kompromiss nur innerhalb der näheren Umgebung zu wandern, um auch mal zusätzliche ergiebige Trachtquellen auszunützen. Aber da muss man sich sofort wieder fragen sind z.B. Rapsfelder, bezw. reine Sortenhonige wesensgerecht.
    Übrigens kann man wesensgerechte Imkerei auch im Nebenerwerb oder sogar beruflich betreiben, aber nur mit der richtigen Einstellung und mit der nötigen Erfahrungen. Die Kompromisse Richtung Bedürfnisse Bien können hier sicher auch nicht so weit gehen wie in einer Freizeitimkerei.

  • Moin Ainars,


    ich denke genauso wie Du. Allerdings gehe ich auch noch weiter. Ich spreche auch noch den wesensgemäß Imkernden ab, daß sie das "Wesen" der Bienen wirklich verstanden haben. Sie versuchen es oft zu erklären und werfen auch interessante Fragen auf, können aber mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht umgehen, wenn sie sich nicht mit ihrer Vorstellung von "wesensgemäß" decken.


    Schon Gerstung hat mit seiner Futtersaftlehre die Abläufe im Bienenvolk entmystifiziert. Er hat dargelegt, daß der Bien nicht denkt, plant und fühlt. Und eben auch kein Wesen hat und kein höheres Ziel und dennoch als Ganzes verstanden werden kann, ja sogar muß. So bereitet sich der Bien eben nicht auf den Schwarmakt vor und handelt planvoll, sondern er kann nicht anders, weil ihn seine eigene Entwicklung treibt.


    Und da kommen auch keine nicht messbaren Erdstrahlen und Wasseradern vor und auch kein Trockenfleisch in Pyramiden. ( Harry : Hätten sich die Ägypter da nicht einfach die Mumiefizierung sparen können? :lol: Schließlich haben sie doch sicher die Pyramiden genau deshalb als Pyramiden gebaut, weil ihnen die Wirkung bekannt war. Oder hält Doppelt einfach besser? )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Guten Morgen @all !


    Ich antworte jetzt mal etwas unsortiert...


    Daß die Form einen Einfluß auf den Inhalt hat, beweist schon das runde Goldfischglas. Da lebt der Fisch für gewöhnlich nicht lange, obwohl er in freier Wildbahn auch nicht im Viereck schwimmt.
    Warum soll es bei der Biene andersrum nicht genauso sein?


    Wachs, etc.: wer seinen Honig als absolutes Naturprodukt verkauft, sollte vielleicht nochmal drüber nachdenken, inwieweit das tatsächlich stimmt unter den Bedingungen der normalen Imkerei.


    Henry, du denkst zu kurz, meine ich.
    Bei der wesensgemäßen Bienenhaltung geht es ja eben nicht nur um die Bienen.
    Sondern um die Natur allgemein, und um den Versuch, nicht nur so wenig Schaden wie möglich zu verursachen, sondern auch bestehende Schäden zu reparieren, sprich Renaturierung etc.
    Nicht nur Teile, sondern das Ganze sehen...


    Zitat

    So bereitet sich der Bien eben nicht auf den Schwarmakt vor und handelt planvoll, sondern er kann nicht anders, weil ihn seine eigene Entwicklung treibt.


    Meine Hündin hat ihren ersten Wurf ganz allein zur Welt gebracht und prächtigst versorgt; woher wußte sie, was zu tun war?
    Bei der Geburt an sich wurde sie von ihrer eigenen Entwicklung getrieben, aber danach?


    Daß es Schlüsselreize gibt, auf die mit bestimmten Reaktionen reagiert wird, ist wissenschaftlich bewiesen.


    Welche wissenschaftlichen Ergebnisse meinst du, die nicht in das Bild von "wesensgemäß" passen?
    Gehören die evt. in die gleiche Kategorie wie "Die Wissenschaft hat bewiesen, daß der Mensch bei Geschwindigkeiten über 30km/h sterben wird."?:wink:


    Ich kenne nur die offizielle Demeter-Richtlinie, die Feinheiten nicht. Und von Steiner und seiner Anthroposophie auch nur wenig. Würde aber gern mehr erfahren.


    Wenn ich sage, ich möchte versuchen, so nah an den Bedürfnissen der Biene zu arbeiten, wie es nur geht, bilde ich mir allerdings nicht ein, die auch tatsächlich und in letzter Konsequenz verstanden zu haben. Ich bin Mensch und kein Insekt, damit ist ausgeschlossen, daß ich einen echten Zugang zu dieser Welt finde.
    Die Welt meiner Hunde und Katzen bleibt mir letztlich genauso verschlossen, weil ich eben nicht so wahrnehme wie sie.
    Aber ich kann meine Schlüsselreize wahrnehmen und reagieren.
    Die Bienen haben kein Futter? Also muß ich füttern.
    Die Bienen haben keinen Platz? Also muß ich welchen schaffen. Usw.


    Mit dem Mondkalender hatte ich auch so meine Schwierigkeiten... :lol: 
    Als ich aber dann mal probehalber einen Teil meines Gemüsegartens danach bearbeitete, und das nicht nur ein, sondern vier Jahre, war der Unterschied nicht mehr mit Zufall zu erklären. :o
    Und schuld daran waren die hochkatholischen Damen der Abtei Fulda, deren Gärten ja hochberühmt sind; sozusagen das botanische Gegenstück zur BuckfastAbbey.
    Ich bin für alles offen und scheue mich nicht, auch Sachen auszuprobieren, von denen ich denke, daß es "Spinnerei" ist.
    Und ich mußte erstaunlich oft meine Meinung hinterher ändern...


    In der Medizin gilt das Wort:"Wer heilt, hat recht."
    Ob die Begründung im nachhinein esoterisch oder rational ist, interessiert dann keinen mehr.


    Ich mag dieses Schlagwort vom Wassermann-Zeitalter auch nicht, aber ich denke, es tut uns allen ganz gut, mal über den Tellerrand zu gucken und das Ganze zu sehen und nicht nur unser kleines Stück.
    Ich möchte eigentlich völlig ohne jede Ideologie einfach nur das tun, was funktioniert und nicht nur keinen Schaden anrichtet, sondern auch ein bißchen dazu beiträgt, daß es hier wieder besser wird...


    Rudi :
    Ich war bisher der Meinung, daß spätestens im zweiten oder dritten Jahr ein altes Nest durch die Nachschwärme völlig geräumt wird?
    Und natürlich hast du recht; in dem von dir genannten Fall käme auch ich schwerstens in Versuchung zu verstärken. :wink:


    Ich hoffe, noch ganz viele Gedanken zu diesem Thema zu lesen.
    Wenn man den Ausdruck "wesensgemäße" durch artgerecht ersetzt und von ein paar Esoterik-Staubflusen befreit, die da immer so dran kleben, dann sollte doch eigentlich jeder was dazu sagen können, oder?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Henry, Hallo Ainars!


    Vielleicht sollten die, die das Wesensgemäße für den Bien erkannt zu haben glauben, sich fragen, was analog wesensgemäß für den Menschen sei. Dazu geben Eure Überlegungen ausgezeichnete Hinweise.
    Vielleicht sollten die Verfechter es einmal demonstrieren, indem sie sich gemeinsam aber ohne alle Segnungen der letzten 200 Jahre ein beliebiges Stück Kulturlandschaft aussuchen, um dort für immer und nur auf ihre Hände und ihren Verstand angewiesen, zu leben, ohne von den "Früchten" der anderen zu naschen. Die einzige Ausnahme wäre, wenn einmal im Jahr die anderen ihnen Felle, Pilze und Beeren wegnehmen und dafür einen Sack Korn hinstellen.


    Ich bitte um den Sturm der Entrüstung!!!


    Gruß!


    Manne

  • HansPeter
    Materielle Denkweise... Ist es schwarz oder weiss? In altindischen Wedas (ich weiss nich wie das heisst auf Deutsch, aber die Name scheint international zu sein) und Bhagavadgita steht -"bedauerlich ist der, der nur über materielles denkt, aber noch bedauerlicher ist der, der das nicht merkt". Das Leben ist Kunst des Kompromisses und die Frage ist wo ist die Grenze. Alles in Natur hat beides-materielles und geistiges.
    Hanspeter, ich auch liebe die Natur (ich weiss nicht ob diese Liebe kann man messen und ist es grosser oder kleiner als Harry :wink: ). Ich versuche auch umweltbewusst zu leben, da kann ich noch vieles verbessern. Ich mache Imkerei, weil ich die Bienen liebe und wenn auch der Honigertrag im Hinterkopf ist, die Hauptsache sind die Bienen und mir ist nicht egal wie die Bienen sich fühlen und was sie brauchen. Zur Zeit ich habe 26 Völker, dieses Jahr ich plane auf 100-120 meine Imkerei vergrössern und dann ich sollte meine Gedanken umstellen (oder genauer zu sagen-Kompromisse zu üben) und mehr für die Rentabilität zu denken. Ist es nicht gut für Umwelt das es wird in meiner Gegend 5.000.000 mehr Bestäuber fliegen?
    Es ist wie im Christentum. Es ist nur einen Testament. Wer versteht es richtig? Es sind viele Glaubenkriege entstanden. Genauso is es bei Moslems und Imker :D 
    Ich schätze der Harry und auch ich ihm nur von Imkerforum kenne, was ich lesen kann ist das er liebt Natur, kümmert über Bienen und sucht sein Weg. Das ist sehr sympatisch für mich, aber mit einige Gedanken ich bin nicht einverstanden.


    Henry
    es ist so, viele Leute denken das sie wissen "die einzige Wahrheit" und können nicht zugeben, das (vielleicht) kann auch anders sein.

  • SaBiene
    Es ist richtig das nicht alles kann man wissenschaftlich beweisen. Wir handeln nur im Rahmen unseres Wissens und das Wissen ist begrenzt.
    Rudolf Steiner war überzeugt das man kann beweisen nicht nur mit Fakten und wissenschaftliche Versuchen, sondern auch mit Denken un Fühlen (mit "Herz") Ich kann nur zustimmen.
    Das kann auch für Bienen verwenden und Beweise suchen -was halten die Bienen für das beste.
    Aber es ist wie mit dem Mondkalendar, wenn auch bewiesen ist das bestimmte Gemüsen sollen an bestimmte Tagen säen, ich habe meine eigene Realität. Wenn es möglich ist genau in diesen Tagen zu säen, ich werde das machen. Wenn nicht ich habe 2 Möglickeiten-nicht säen und für nächtes Jahr warten , oder säen am falschen Tag und giessen,düngen, von Unkraut schutzen und alles anderes machen, was nach meiner Wissen gut für Pflanzen ist. Auch Unkraut ist besser nach Mondphasen bekämpfen. Aber wenn ich verpasse diese Tage, ich soll sowieso jäten.
    Das heisst ich muss immer Komprommisse machen. Die Bauern und Imker die machen biodynamische Landwirtschaft, sind weniger bereit auf Kompromisse und auch Demeter Richtlinien sind die Grenzen. Man sollte alles mit Herz verstehen, aber von andere Seite es sind schon streng geregelte Massnahmen und Richtlienien un für biodynamische Bauer ist nicht viel Möglichkeit ihr schöpferischen Geist herauzufordern. Das ist ihr Wahl, aber es darf in keinem Fall die einzige " wesensgemässe Wahrheit" sein. Ich habe meine Diplomaarbeit über Düngung in biodynamischen Landwirtschaft geschrieben. Es sind sehr viele interessante Sachen da und es entsteht das Willen an das zu glauben.
    Kompromiss und Toleranz, ich mag diese Wörter.

  • Ainars schrieb:


    es ist so, viele Leute denken das sie wissen "die einzige Wahrheit" und können nicht zugeben, das (vielleicht) kann auch anders sein.


    Danke Ainars,
    Du triffst den Nagel damit 100% auf den Kopf.
    Wenn alle so denken würden hätten wir keine Probleme mehr, in allen Dingen des Lebens.


    Henry
     :lol: Du wurdest als Kind bestimmt mal mit einer Wünschelrute verhauen, oder? :lol: 
    anders kann ich mir nicht erklären, warum Du alles auf die Erdstrahlen und Wasseradern schiebst. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das irgendwo erwähnt habe.


    Wenn’s der Biene egal ist und sie eh nicht weis was sie macht, warum baut sie dann für die Königin eine runde Weiselzelle? Warum erweitert sie nicht einfach den Arbeiterinnenbau oder nimmt eine Drohnenzelle.? Was ist so besonders an einer Weiselzelle?
    Erkläre es mir doch einmal „Wissenschaftlich“


    Ainars schrieb:


    Das Wissenschaft und Hobby-imker können sich die exclusive Betriebsweise leisten, aber nicht der Berufs oder Nebenerwerbimker.


    Eigenartig, das Günter Friedmann mit mehr als 400 Demeter-Völkern als Berufsimker noch über die Runden kommt.


    Manne schrieb:


    Vielleicht sollten die, die das Wesensgemäße für den Bien erkannt zu haben glauben, sich fragen, was analog wesensgemäß für den Menschen sei .


    Manne, das möchtest Du nicht WIRKLICH wissen :lol:
    Es gibt genug, die sich darüber Gedanken gemacht haben. Aber es sind sehr unbequeme Gedanken und deshalb sind es für viele Menschen nur Spinner und einfältige Idioten
    und dann kommt immer wieder dieselbe Leier von der Scholle die nur mit den eigenen Händen bearbeitet werden soll ohne die Segnungen der Technik…u.s.w. u.s.w.
    Das ist Langweilig und führt zu nichts….noch nicht mal zu einer Diskussion.
    (Keiner von diesen Leuten hätte „Felle“ die sie tauschen könnten und schon gar nicht würden sie „Korn“ dafür haben wollen)


    Ich habe den Beitrag hier neu aufgemacht als Folgebeitrag zu „Varroabekämpfung“
    es passte hier meiner Meinung nach einfach besser.
    Es geht mir hierbei um „Denkanstösse“ in eine andere Richtung.
    Das die „Wissenschaft“ seit nun mehr als 20 Jahren voll versagt hat ist ja wohl eindeutig.
    Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Wir bringen immer mehr Chemie in die Völker und der Tierarzt wird’s schon richten.
    Jedes Jahr brechen immer mehr Völker zusammen, - die Importeure von Kunstschwärmen freuts.
    Auch AS, MS und OS sind Chemikalien. Dass meine Lieben sind KEINE natürlichen Stoffe die ihr da in die Völker pumpt.
    Jemand der seine Bienen mit Oxalsäure oder Ameisensäure behandelt verwendet auch Chemie.
    Oder verwendet ihr Spinatblätter und zerdrückte Ameisen?:lol:
    Die Zusammenbrüche der Völker werden auf alle möglichen und unmöglichen Dinge geschoben, nur auf die Idee, das es an einem selber und der bequemen Art wie man „Imkert“ liegt scheinen nicht viele zu kommen.
    Im französischen nennt man die Imkerei „Apiculture“ Es geht um die KULTUR der Biene und ein Imker ist ein „APICULTEUR“
    Ein Bewahrer der Bienenkultur oder ein Pfleger der Bienenkultur.
    Wir sollten schleunigst sehen, dass wir dahin kommen das zu tun, was dieser Name bedeutet.


    --- Harry ---

  • Hallo Harry,


    so ist das mit den echten Grünen. Sie kommen von irgendwo her, sehen einen Baum und gründen die "Liga für unsere Bäume". Morgen stehen sie auf und sehen das erste Mal einen Vogel und...


    Nee, da bleibe ich ganz ruhig bei meinen durchaus noch wehrhaften Bienen, schaue ihrem Treiben so oft ich kann an den Fluglöchern zu, ärgere sie ungern mit meiner Neugier im Stock und freue mich mit ihnen darüber, dass es Chemie für sie höchstens auf den Feldern gibt.
    Seit wir uns auf dieses stille Abkommen einigten, haben wir mehr voneinander.


    Gruß!

  • Hallo Henry,


    Du hast jetzt schon öfter Mal eine(n) Gerstung erwähnt mit seiner Futtersaftlehre. Wo kann ich das nachlesen? Bei Amazon finde ich keinen Autor der so heíßt und was mit Bienen zu tun hat.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallo alle Miteinander,


    Nun Henry sind wir wieder bei deinem Lieblingsthema?
    Aber so Unrecht hast du nicht, wer z. B. zwingt eine Wespe, Hornisse oder Hummel ihre Eier in eine eckige Zelle zu legen.
    Wir können uns noch so viel Mühe geben naturnah zu imkern, es wird vorrangig immer der Ertrag, als Messlatte unseres Erfolgs zu Buche stehen.
    Auch ich leiste mir neben den Wirtschaftsvölkern drei Haustiervölkchen die Just for Fun, für sich und für mich ihr Dasein selbst bestimmen dürfen.
    Die dürfen ihren Honig behalten, Naturbau betreiben, die dürfen schwärmen und auch weitestgehend ihre Haustierchen behalten.
    Ich darf meinen Liegestuhl bei ihnen aufstellen und immer so wunderbar eindösen und wenn ich dazu komme auch beobachten.
    Das Äußere dieser Tierchen wechselt fast so oft wie meine Blusenfarbe, eine bestimmte Rasse wird nicht mehr feststellbar sein.
    Entgegen jeder fachmännischen Meinung aber keine Stecher, obwohl ja die „böse Buckfast“ in der Nähe gezüchtet wird, also alles dummes Zeug!
    Ich kann keine Hochwissenschaftlichen Abhandlungen darüber schreiben, weil ich die Völker nur zweimal, Frühjahr und Herbst durchsehe und neue Rahmen einhänge, damit stelle ich sicher dass es so genannte Schwarten nicht gibt.
    Dabei bin ich jedes Mal im Herbst, in dem Konflikt gewesen, normalerweise vereinigen zu müssen, ich habe sie so belassen und jeden Sommer hat es gebrummt
    Ich habe sie immer einmal mit Schwammtuch AS im Sommer und letzten Winter weil vergessen einmal OS behandelt, mit dem Ergebnis dass sie immer an der untersten Grenze des Totenfalls waren.
    Eigentlich, ja??
    Jedes Jahr füttere ich meine Wirtschaftsvölker mit 20kg Fertigsirup zum Winter ein, hat immer gereicht.
    Meine Haustierbienen hatten immer 3- 5 kg mehr Honig für sich eingetragen und verbraucht, letztes Jahr aber durchschnittlich 28kg, ich mache mir Gedanken!
    Dazu muss ich sagen das die eingewinterten Haustierbienen nur ein Drittel von der Volksmasse haben die die Wirtschaftsvölker aufbringen, wie schon beschrieben bessere Hungerschwärmchen.
    Und trotzdem sind diese Zwergenvölkchen schon im Gange, wenn die Anderen sich noch einmal auf die andere Seite drehen.
    Die waren im letzten Jahr die einzigen, bei dem komischen Wetter im Frühjahr hier oben, die die Rapsblüte nicht verschlafen haben.


    Für mich ist klar das der größte Stressfaktor der Bienen, der Mensch ist und das beginnt mit der Aneignung des Honigs.
    Vielleicht habe ich auch nicht den Ergeiz etwas Besonderes bei meinen Bienen finden zu müssen, ich züchte auch nicht und mir reicht eine Biene die es mit mir aushält.
    Ich habe auch, bis auf eines, jedes Jahr alle meine Völker wieder ausgewintert, vielleicht hatte ich auch nur Glück?


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.
    Margret