Kornwestheimer Zeitung

  • In der Kornwestheimer Zeitung vom 1.3.2005 findet sich auf Seite 19 ein halbseitiger sehr interessanter Bericht mit dem Titel: "Ohne Bienen verödet die Landschaft". Es wird dort insbesondre auf die Bestäubungsleistung der Bienen, die Härtsfelder Imkerschule sowie eine Bestäubungsprämie eingegangen. Der Artikel endet mit dem Satz: "Man scheint fast zu vermeiden..., die Bienenzüchter auf die Idee zu bringen, sie könnten für die Bestäubungsarbeit richtig Geld verlangen".

  • Wir in Bayern hier bezahlen dafür, dass wir Bienenvölker in den Staatsforst stellen dürfen.
    Umsonst dort aufstellen zu dürfen oder gar Geld dafür zu bekommen, da sind wir meilenweit entfernt.


    Im Ührigen haben unsere Spitzenfunktionäre im LVBI es als Erfolg gefeiert, des status quo bei der Fortsreform erhalten zu können. Das heißt alle finden es klasse, dass die Imker bezahlen müssen.


    Vielleicht sollte man die Kornwestheimer Zeitung diesen Herren mal vorbeischicken.


    H. Watzl

  • Die Kornwestheimer Zeitung erwähnt in ihrem Artikel die Geflogenheiten in den USA. Dort wird wohl für die Bestäubung richtig bezahlt. Hat da jemand Erfahrung in den USA?

  • Hallo, freibad,
    frisch aus der bee-l:


    last year the apples were $50, low bush blueberries $100 - $120 and
    cranberries from $70 to $100. This year prices are expected to be around
    the same, possible a small increase closer to the required dates if fuel
    costs increase.


    Some of the good news - from a very good source that is taking 500 hives
    from North Carolina to California this week -is that some growers are now
    paying $125 bucks per hive.


    Reicht das? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi Sabi(e)ne,


    verstehe ich das richtig? Dort werden zwischen 50 und 125$ pro Bienenstock dafür gezahlt, daß der Imker seine Bienen in die Plantage stellt?

  • Ja, freibad,


    das verstehst du richtig.
    ABER:
    die 125 $ sind aktuell ein absoluter Ausnahmepreis, normal wären für Mandeln um die 45-65 $.
    Das Problem dabei ist, daß die Bienen wirklich nur bestäuben und evt. etwas Pollen sammeln können. Dort gibt es keinen Tropfen Nektar. Aber dafür jede Menge Spritzungen.
    Und du mußt eine bestimmte Völksstärke garantieren und bis zum letzten Tag dort bleiben.


    Im letzten Jahr sind etliche Völker verhungert, weil auch noch das Wetter schlecht war und dort sind zum ersten Mal die Super-Varroen aufgetreten, die gegen alles mögliche resistent sind. In Florida ebenso. Außerdem soll es Spritzschäden gegeben haben, etliche Völker sind kurze Zeit nach der Rückkehr aus den Mandeln zusammengebrochen.
    Deswegen will kaum jemand dahin, auch für das Geld nicht; sie haben alle Angst.
    Kann ich verstehen....
    Die Preise für 3pfündige Kunstschwärme, jetzt/Ende März lieferbar, sind von 50-65 auf 85-95$ gestiegen, weil die Nachfrage so riesig ist.


    Bestäubung in den USA oder Canada ist nicht einfach nur hinstellen; die Konventionalstrafen, wenn die Bienen wesentlich schwächer als zugesichert sind, sind horrend....
    Zu der Preisentwicklung hat auch beigetragen, daß die kanadische Grenze für Bienen zugemacht wurde; wenn es dich interessiert, kann ich den Beitrag nochmal suchen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    das ist wirklich ein Mißstand. Ich konnte es auch nicht glauben, bin Pontius nach weis wohin gelaufen.
    Wir müssen wirklich bezahlen wenn wir unsere Bienen in den Staatswald stellen.
    Das verstehe wer will, ich nicht.


    Klaus

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • hallo zusammen,
    wieviel muß man denn im staatswald bezahlen und wofür?
    der große adelige privatwaldbesitzer (5000 ha) bei uns hier nimmt je volk 2,- €. allerdings nicht für das aufstellen der völker, sondern "wegegeld". da ja man auf seinem privat angelegten und unterhaltenem forstwirtschaftsweg die bienen hinfährt und wieder abholt.
    gruß

  • Hallo Sabi(e)ne,


    na gut mit den Mandeln scheint ja problematischer zu sein. Aber 50 $ für Äpfel ist ja auch ganz nett.

  • Hallo,


    ich hab jetzt gerade bei einem Imker aus British Columbia gelesen, dass es dort etwa 65USD pro Volk als Bestäubungsprämie für Heidelbeeren gibt. Es werden etwa 6-8 Völker pro Hektar aufgestellt. Zusätzlich hat der Imker noch 1-2 Zargen Honig pro Volk nach den 3 Wochen Bestäubungszeit.


    In British Columbia werden etwa 8.000ha Himbeeren und Heidelbeeren angebaut


    Api

  • Hier noch einige Details:


    Blueberry Honeybees (1-4 colonies per acre depending on plant density) $75 per colony (up to 9)
    $65 per colony (10+)
     
    Apple, Raspberry, Kiwi, Pumpkin, Squash Honeybees (1 colony per acre) $50 per colony


    Cranberry Honeybees (2-6 colonies per acre depending on plant density) $135 per colony


    Peppers & Tomatoes Bumblebees (1 colony per ½ acre) $249 per colony

  • Bestäubungsdprämien flächendeckend gab's schon mal in der Vergangenheit im deutschsprachrigen Raum. Da setzten sich die Einnahmen der Imker etwa zu 50% aus Honigverkäufen und zu 50% aus Bestäubungsprämien zusammen.



    Leider gibt es in D zu viele Bauern ,die nicht glauben ,dass die Erträge bei insektenbestäubten Arten durch Bieneneinsatz höher liegen.
    Habe von 2 Diskussionsrunden in den letzten Wochen gehört: in einer wurde von Bauernvertreter glatt behauptet, der Einfluß von Honigbienen beim Raps sei vernachlässigbar, die Erträge steigen durch neue Sorten seit Jahren kontinuierlich. Und bei der anderen haben Bauern berichtet, dass sie händeringend Bienen zum Bestäuben suchen, wegen der höheren Erträge beim Raps. Angesprochen, ob sie den nauch Bestäubungsprämie zahlen würden, haben sie verneint. Aber kostenloser An- und Abtransport zum Feld wird gewährt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:

    Leider gibt es in D zu viele Bauern ,die nicht glauben ,dass die Erträge bei insektenbestäubten Arten durch Bieneneinsatz höher liegen.


    Hallo Frau Gustmann,


    vielleicht bauen diese Bauern, Roggen, Gerste und Hafer an, schon mal drüber nachgedacht ?
    An Ihrer Stelle würde ich mich mal mit meinen Bienen bei einem Tee zusammen setzen und beschließen , die Felder gewisser Bauern nicht mehr anzufliegen.


    Wieviel Kisten Obst bekommen sie eigendlich aus der Nachbarschaft für die Bestäubung ? Was müssen Sie für die Vermehrung von Wildkräutern(Unkraut) an Ihre Nachbarn zahlen ? Wie verechnen Sie das alles ? Weiviel Maschinen Wäsche waschen sie jährlich für Ihre Nachbarn, weil Ihre Bienen diese vollkacken ? Wei sieht es mit der Beschmutzung von Fahtrzeugen durch Bienenkot und den Folgeschäden aus ?


    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich bin der erste, der "hier" schreit, wenn Geld verschenkt wird aber auf so Plumpe Art und Weise habe ich es Gott sei dank nicht nötig ! Sicherlich lassen sich die Gelder der Bundesregierung besser verschwenden als für eine generelle Bestäubungsprämie. Wie wir Sie kennen, werden Sie dann jedem Arbeitslosen ein Glas Honig als Ausgleich für diese Subvention schenken.
    Eine Imkerei ohne dieses wäre auch garnicht möglich, wie die lezten 50 Jahre zeigten. Da hat dann ja keiner Lust zu !


    Grüsse


    An alle Subventionshungrigen !

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • G. Wustmann schrieb:

    In einer wurde von Bauernvertreter glatt behauptet, der Einfluß von Honigbienen beim Raps sei vernachlässigbar, die Erträge steigen durch neue Sorten seit Jahren kontinuierlich.


    Der Raps wird immer immer zum Selbstbestäuber hin gezüchtet, was sich Berichten zu Folge sehr gut anlässt.