Eigener Honig - Mogelpackung?!

  • Liebe Kollegen,
    ich kann mehr Honig zu einem sehr guten Preis :wink: verkaufen als ich zur Verfügung habe. So ist es mir auch möglich, Honig von anderen Imkern der Umgebung zu verkaufen. Am liebsten - und da haben die Kollegen nichts gegen - unter eigenem Namen.


    Irgendwo meine ich mal gelesen zu haben, daß ein bestimmter %-Satz fremden Honigs zugemischt kein Problem sei, wenn man ihn als eigenen Honig verkauft; nur darüber hinaus ist's halt eine Mogelpackung. - Kann mir jemand zu diesem Sachverhalt etwas Genaueres sagen?


    Herzlichen Gruß und Dank!
    gaukler.

  • Hallo, gaukler,


    es gibt eigentlich nur 2 Punkte zu beachten.


    1. Wenn du mehr als 30% deines Umsatzes mit zugekauften Produkten machst, bist du nicht mehr Landwirt, sondern gewerblich, sagt das Finanzamt.


    2. Verkaufst du den zugekauften Honig unter deinem eigenen Namen, haftest du auch komplett dafür, genauso als wäre es dein eigener. Egal, ob gemischt oder pur. Produkthaftpflicht des Herstellers.


    Jetzt denke bitte keiner, daß ihn das nicht beträfe, weil er ja kein Neben- oder Vollerwerbsimker sei!
    Sobald ihr ein eigenes Produkt verkauft, seid ihr in der Haftung!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin gaukler


    wer fremden Honig als eigenen verkauft bescheißt seine Kunden, ganz egal ob das nun zu 30% oder zu 50% oder zu 100% erlaubt ist. Er gaukelt ihnen was vor. Der Kunde erwartet vom Honig, den er bei seinem Imker kauft, daß der Imker der vor ihm steht, über alle Schritte der Erzeugung gewacht und vom Wabenbau der Vorjahre bis zum Deckenanstrich im Schleuderraum, alles unter seiner Kontrolle hatte. Fremden Honig als eigenen zu verkaufen ist mindestens unredlich. Wer seinen Honig abgibt und nichts dagegen hat, daß der Weiterverkäufer diesen als eigenen Honig verkauft, ist nur froh den Honig los zu sein und nicht zu seinem Erzeugnis stehen zu müssen. Nur warum wohl?
    Es ist doch die beste Werbung überhaupt, seinen eigenen Kunden ehrlich zu sagen, daß man selbst aufverkauft ist, obwohl andere Imker noch immer Honig haben und dann ganz ehrlich den anderen Honig als Honig anderer, sicher auch nicht schlechter Imker, zu verkaufen. Sowas rechtfertigt auch hohe Preise für den eigenen Honig in der Zukunft.


    Wo ist eigentlich die Grenze zum Umetikettieren von Aldihonig? Aldi hat bestimmt nichts dagegen und verkehrsfähig ist Aldihonig allemal.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Liebe Kollegen,
    herzlichen dank für die schnelle Antwort. Es ist ja immer eine Freude, so prompt geantwortet zu bekommen und so viele Meinungen zu hören!


    @ Henry: Ich verstehe Deine Warnung über umetikettierten Aldi-Honig sehr gut und akzeptiere sie. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, daß Du gleich das "währet den Anfängen!" einflechtest. Aber ich glaube, daß mir so ein Schwindel, den ich für Betrug halte, noch nicht einmal in den Sinn gekommen wäre.... :oops: Aber ich glaube ja nur und bin noch nicht in die Situation gekommen...


    Gruß
    Gaukler.

  • Hallo Henry,


    ich stimme dir in all deinen Ausführungen diesbezüglich zu.
    Nur: Welcher Unterschied besteht, ob ich "ALDI-Honig" oder "Honig von Imker Maier" umfülle.
    Prinzipiell keiner.
    Allerdings sollte man als guter Mensch, der wir ja nun mal alle sind, auch draufschreiben, was drin ist.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zitat

    Allerdings sollte man als guter Mensch, der wir ja nun mal alle sind, auch draufschreiben, was drin ist.


    ....wieder etwas gelernt: Imker sind gute Menschen.


    Nur: es gibt unter den Imkern auch ziemliche Deppen ,die nehmen nicht nur Aldi-Honig für ihre Kunden ,sondern auch noch zum Futterteig machen für die eigenen Bienen und holen sich so die Faulbrut. Mehrmals bereits miterleben dürfen.


    Desweiteren die, die Waldhonig verkaufen, obwohl ihre Bienen in Regionen stehen, wo weit und breit kein Wald honigen kann (und der Honig ist zwar schwarz, aber natürlich kein Waldhonig!).


    Ich bin sehr wohl der Meinung, dass der DIB stärker die Honigqualität kontrollieren sollte ,damit solche Machenschaften auffliegen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo alle Miteinander,


    Ich verkaufe auch Honig der nicht aus meiner direkten Gegend stammt, wie Akazie, Tanne, Kastanie usw.
    Aber in der Regel im Glas und mit dem Etikett des Kollegen.
    So verbürge ich mich zwar für die Qualität meinen Kunden gegenüber, jedoch letztendlich, wie es immer sein sollte steht der Kollege als Erzeuger in der Haftung.
    Durch dieses Angebot habe ich auch schon Kunden dazu gewonnen, weil es immer Welche gibt, denen der Honig am besten schmeckt den man gerade nicht da hat.
    Ich habe zwar nicht den Mordsgewinn dabei, aber schlimmer ist es mit „hab ich nicht“ den Kunden gehen zu lassen, denn der meint weil im Nachbarort ein paar Kastanien blühen, habe ich gleich zentnerweise Honig davon.
    Wenn ich Honig in größeren Gebinden kaufe, dann nur zum weiterverarbeiten, Likör, Met, Brotaufstriche usw.


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Zitat

    Imker sind gute Menschen


    Also ich hab' das schon länger G. Wustmann



    (der liegt schon soooo lange, der mußte jetzt einfach raus :lol: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder