Umsetzen von Hinterbehandlungs- in Magazinbeute

  • Hallo!


    Mein Name ist Steffen Winde, ich wohne bei Oschatz in Sachsen.
    Ich beschäftige mich seit Juni 2004 mit der Imkerei und betreue z.Z. ein Volk.
    Jetzt zu meiner Frage:


    Mein sitzt Volk noch in einer Hinterbehandlungsbeute. Es hat auf beiden "Zargen" überwintert und wie es aussieht ist auch noch alles in Ordnung (Anfängerglück!? :D )
    Ich habe mich, nach eingehender Lektüre von Imkerliteratur, für Magazinbeuten entschieden. ( DNM Holzbeuten) Die finde ich nicht so arbeitsintensiv und man stört den Bien nicht so lange.
    Wann und wie kann der Umzug stattfinden?
    Gebe ich zuerst nur eine Zarge oder fange ich gleich mit 2 Brutzargen an?
    Ich habe genügend Rähmchen mit Mittelwänden, aber keine ausgebauten Waben.


    Ich bin auf Eure Antworten gespannt!
    Bis dahin!


    Steffen Winde

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Moin Steffen Winde,


    ich habe mich über Dein Posting sehr gefreut, weil einige meiner Bienen in Trebsen, also nur eine Autobahnabfahrt weiter, stehen. Ich könnte Dir also nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zur Seite stehen. :lol:


    1. Ich würde die Umwohnung im Rahmen der Standvergrößerung durchführen. Also nicht einfach die Waben beider Räume in jeweils ein Magazin umsetzen und das dann einfach an die Stelle der alten Beute stellen, sondern (oder wenigsten dabei gleich) Nachschaffungsableger bilden und die in die Magazine auf einer Zarge loslegen lassen und erst im Herbst das Hinterbehandlungsvolk zugunsten der Ableger auflösen oder eben umsetzen.


    2. Du kannst auch die Königin, wenn Du sie zufällig siehst, schon Mitte April mit einer schlüpfenden Brutwabe und einer mit Brut in allen Stadien (und natürlich Futter) in einen Ableger geben. Solch ein Ableger behält oft mehr Bienen auch wenn er innerhalb des alten Flugkreises aufgestellt wird, weil er weiselrichtig ist und baut auch zügiger, weil die Königin mit den Eiern nicht weiß wohin.


    3. Wenn Du in Magazine umziehen willst, würde ich Dir Segeberger Kunstoff empfehlen. (Gründe dafür und dagen findest Du hier im Forum schon reichlich) Ich habe übrigens gut überwinterte Ableger auf solchen Zargen da. Wenn Du willst und die Abelger im April noch gut sind, meld' Dich bei mir, denn


    4. Du brauchst dringend mehr als ein Volk, besser drei:
    eines zum Totkucken,
    eines um damit das erste zu retten und
    eines zum in Ruhe lassen und Honig ernten.
    Mit nur einem Volk fehlt immer der Vergleich zum Durchschnitt und man muß sich ständig Sorgen machen, ob nun nur dieses eine Volk sich so verdächtig verhält oder ob eben alles ganz normal ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Steffen,


    wenn es dir um den guten Zeitpunkt geht, dann mach es, wenn der Bautrieb beginnt (Anfang April). Wenn du schon DNM in den Hinterladern hast, brauchst du dir nur "Ohren" aus Kunststoff oder Metall zu besorgen, die dann an den Rähmchenseitenteilen festgeklemmt werden. Schon kannst du dein Volk in ein Magazin umhängen.


    Ansonsten befolge Henrys Ratschläge!


    Viel Erfolg
    Christoph

  • Moin Christoph,


    gut, daß Du's ansprichst. Hier in der Gegend sind Hinterbehandler sehr oft keine Blätterstöcke sondern Warmbaubeuten. Da haben die Rähmchen schon Ohren aber die Abstandsbügel sind auf den Querträgern. Mit viel Vorsicht und Geduld kann man die mit dem Stockmeisel entfernen und "Erlanger Abstandshalter" auf die Seitenteile aufstecken. Diese müssen aber jeweils mit wenigstens einem Tacker oder besser zweien fixiert werden. Dabei bleiben dann oft die Bienen nicht ruhig sitzen, sondern sehen dem Imker schonmal ganz genau ins Gesicht. Ist für die ja auch spannend, wenn's mal hier und mal dort erschütternd knallt.


    Umsetzen mit den Abstandshaltern auf den Querträgern geht auch, aber dann kann man die Waben in den Zargen nur rutschen und nicht ziehen, weil der Abstandshalter immer mitten durch den Bienensitz gezogen wird und oft auch die Waben aufreißt. Beim Einschieben verkanten die unteren Abstandshalter, die man ja da unten nicht sehen kann gerne im Rähmchenholz der Nachbarwaben, bleiben hänge odere fallen ab und um sie dann doch irgendwie reinzuschmuggeln zerquetscht man mit der Seite ohne die Abstandsbügel auf der kompletten breite die Bienen der Nachbarwabe.


    Wenn man die "Erlanger" nur aufsteckt, muß man sehr sehr vorsichtig sein, weil einem die Waben, die man an den "Erlangern" greift sonst sehr leicht (oder eben schwer) herunterfallen und man von oben eben nicht sehen kann, ob das Rähmchen getackert oder nur gesteckt ist. Sowas ist nur kurzzeitiger Übergang zum Wuschrähmchen.


    Auch die alten Abstandbügel auf die Seitenteile zu nageln wird Murks, weil die beim Raushebeln ihre Form verlieren und weil man mit den Abstandsbügeln auf nur einer Seite, die Waben später nicht wenden kann. Macht man die Abstandsbügel auf jeder Wabenseite nur an das rechte Seitenteil, dann kann man die Waben zwar wenden aber nicht mehr gut schleudern und entdeckeln und kompatibel zu anderen Hinterbehandlerwaben sind sie dann auch nicht mehr.


    Du wirst wohl bei Hoffmannseitenteil, übergangsweise "Erlanger" oder Polsternägeln ankommen ... Ich bin bei Hoffmann.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry!


    Ich würde mich über Rat und Hilfe sehr freuen! An der Abfahrt Grimma fahre ich jeden Tag zweimal vorbei! Ich arbeite in Leipzig-Holzhausen.
    Ich befürchte aus meinem Imkerverein wird nicht viel kommen :cry: 
    Vorallem in Bezug auf die Magazin Betriebsweise!


    Zitat


    1. Ich würde die Umwohnung im Rahmen der Standvergrößerung durchführen. Also nicht einfach die Waben beider Räume in jeweils ein Magazin umsetzen und das dann einfach an die Stelle der alten Beute stellen, sondern (oder wenigsten dabei gleich) Nachschaffungsableger bilden und die in die Magazine auf einer Zarge loslegen lassen und erst im Herbst das Hinterbehandlungsvolk zugunsten der Ableger auflösen oder eben umsetzen.


    Ich sehe ja auch das Problem der alten Rähmchen (Warmbau-Hinterbehandler). Siehe dein 2. Posting!
    Bei meinen neuen Rähmchen habe ich die Abstandshalter (Edelstahl mit 2 Dornen), auf die Seitenteile genagelt.
    Was ist unter Nachschaffungsableger zu verstehen? Sorry, bei dem Punkt komme ich noch nicht ganz mit!


    Zitat


    3. Wenn Du in Magazine umziehen willst, würde ich Dir Segeberger Kunstoff empfehlen.


    Das ist zu spät, ich habe die Beuten schon da. Auch die Rähmchen sind teilweise schon fertig geleimt, genagelt, gedrahtet und gelötet :lol:


    Auf das Ableger Angebot werde ich bestimmt zurück kommen, vielen Dank erstmal!


    Viele Grüße, Steffen!

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Hallo Steffen

    Steffen Winde schrieb:

    Was ist unter Nachschaffungsableger zu verstehen? Sorry, bei dem Punkt komme ich noch nicht ganz mit!


    Nachschaffung=Notkönigin ziehen aus bis zu 3 Tagen alten Eiern möglich! Dies geschieht im Bien, wenn die Königin unerwartet das Zeitliche gesegnet hat.


    Ein Brutableger sollte zwischen 2 -5 Brutwaben mit ansitzenden Bienen enthalten. Die Brutwaben sollten viel gedeckelte Brut enthalten (mit jüngster Brut, falls der Brutableger die Königin selbst ziehen soll). Als Deckwaben werden 2 schwere Futterwaben genommen. Dazu werden noch Bienen einer Brutwabe dazugewischt.
    Anschließend verbringen wir den Brutableger mit stark eingeengtem Flugloch an einen mindestens 3 Kilometer entfernten Außenstand.
    Wir überlassen dem Brutableger die Aufzucht der Weisel, oder brechen nach 9 Tagen alle Weiselzellen, und setzen eine begattete/unbegattete Weisel zu
    Sobald eine Königin vorhanden ist, füttern wir 2-5 Liter Zuckerlösung 1:1 in Rationen von 250ml
    Die Weiselkontrolle führen wir 30 Tage nach der Ablegerbildung durch. Es sollte jüngste Brut vorhanden sein.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Moin Steffen,


    in Grimma gibt es einen Imkerverein, "Imkerverein Grimma und Umgebung" in dem das Eis schon gebrochen ist. Dort sind mindestens 2 Forumsmitglieder Mitglied (sowohl als auch :wink: ) und dort haben die Alten erkannt, daß die Jungen (U40) anders denken aber eben auch sehr erfolgreich imkern. Die Jungen (U40) lassen den Alten ihre haus- und wohnortnahen Bienenhäuser in Hinterbehandlung und leihen den Alten schonmal ein paar Zargen für die Zucht und zum Anfixen und die Neueinsteiger bekommen die Schwärme der Alten. Das Alt-Jung-Verhältnis ist deutlich entspannter als in anderen Vereinen und auch Initiativen der Jungen sind in dem mit etwa 20 aktiven Mitgliedern überschaubaren Verein mehrheitsfähig. Die Beiträge für den Verein betragen dieses Jahr noch 5 Euro und ab nächstem Jahr 10 Euro. Dazu kommen die Versicherungen und der Landesbeitrag. (Die Beitragserhöhung war so eine Initiative der Jungen, die so in keinem anderen Verein durchgegangen wäre) Tagungshotel ist das Stadt Grimma am Schwanenteich. Jeder 3. Donnerstag im Monat, egal ob Feiertag oder nicht, 19:00 Uhr. Essen und Trinken sind die Saalmiete. Manchmal geht es heiß her, aber niemals unsachlich und wer Geburtstag hatte dem ist es eine Ehre eine Runde zu geben, mehr Vereinsmeierei gibt es nicht. Auch kein Absingen der Vereinshymne und kein "Alles für den Dackel, alles für den Hund ...". Wer dann zwei oder drei Jahre dabei ist, kümmert sich um das Sommerfest oft als Grillfete, am dritten Donnerstag im September auf seinem Stand, wenn er das finanziell und räumlich kann. Es gibt keine anderen Vereinsfeierlichkeiten und auch keine Partnerabende mit Historien und so.


    Ich lade Dich herzlich ein zu uns, denn Oschatz liegt ganz sicher in der Umgebung von Grimma. :wink:


    Was Guido über Nachschaffungsableger geschrieben hat, stimmt wohl. :wink: Doch (zwei Imker drei Meinungen) würde ich gerade frühe Ableger lieber klein, also wirklich nur mit zwei Waben, machen und auch Drohnenbrut mitgeben. Dann muß man sie nicht unbedingt verstellen, was aber auch nicht schaden kann. Die Nachschaffungsköniginnen sollte man dann im Sommer, wenn neue gezüchtete Königinnen verfügbar sind, austauschen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder