Schleudern bei Naturwabenbau

  • Hallo!


    ich benötige einmal eure Hilfe:
    Wir haben im letzten Jahr von einem Altimker ein älteres Rähmchenmaß übernommen, welches meines Wissens aus Spanien stammen soll. Es besitzt genau die größe Dadant, aber hochkant, also fast ähnlich wie das von der Einraumbeute.
    Mit diesem Wabenmaß in Verbindung mit Strohbeuten macht die Imkerei richtig Spaß. Nun schleuderten wir aber letztes Jahr unsere Honigwaben mit einer neuen Hamag-Honigerntemaschine (ist im Imkerfreund des öfteren inseriert). Das Schleuderergebnis war aber in allen Drehzahlbereichen dieser Maschine alles andere als zufriedenstellend, jedesmal waren bestimmt die Hälfte der Waben gebrochen.
    Deshalb meine Frage an euch: Welche Schleuder würdet ihr für Naturwabenbau empfehlen, Radial oder Tagentialschleudern? weil meines Erachtens ist Radial eigentlich nicht möglich, wegen der Ausrichtung der Zellen.


    Ich hoffe das hier mancher mit diesem Problem schon erfahrung hat und mir diese Frage beantworten kann.
    Schonmal Vielen Dank!


    Gruß Christoph


    P.S. Der Naturwabenbau war gleichmäßig und ist gedrahtet

  • Hallo Christoph,


    wenn die Wabe nur eine Bruchlinie hat und nicht ganze Wabenfetzen weggeflogen sind - einfach die weggebogenen Stücke wieder so hindrücken, daß die "Mittelwand" eben ist. Den Rest reparieren die Bienen.


    Grüße, Thomas

  • Das Schleudern von Naturwaben in Rähmchen ist sowohl mit Tangential- als auch mit Radialschleudern möglich - dies sogar bei unbebrüteten Waben.
    Wobei allerdings das Schleudern großer Rähmchenmaße sicher anspruchsvoller ist und das Drahten der Rähmchen die Stabilität der Waben erhöht.
    DN oder Kuntzsch ist kein Problem, auch Flachzargenrähmchen nicht, sogar ohne Draht.
    In der Tangentialkorbschleuder oder Wendeschleuder ist es günstig, wenn die Wabe am Korbgitter anliegen kann und dadurch gestütz wird. Wichtig ist ein sehr langsames anschleudern und sehr baldiges erstes Wenden. Dann kann die zweite Seite ausgeschleudert werden, danach dann die erste.
    Es gilt immer die Regel "Rhythmus ersetzt Kraft", d.h. langsam und länger schleudern statt schnell und kurz (und Waben kaputt).


    Soweit unsere Erfahrungen mit Tangential.
    In größeren Imkereien werden meist Radialschleudern verwendet - hier gilt die gleiche Regel: langsam und länger, da die Waben hier auch durch den Luftdruck belastet werden.
    Rähmchenoberträger immer nach außen wegen der Zellausrichtung.


    Soweit und viel Erfolg


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo alle Miteinander,
    Hallo Christoph,


    Ich arbeite mit DM Dickwaben-Halbrähmchen, sowohl im Naturbau wie mit Mittelwänden.
    Ich lasse alle neuen Rahmen nur noch im Naturbau arbeiten, weil es so stabiler ist.
    Soweit mir bekannt ist nennt man meine Schleuder eine Sternschleuder für 20 Rähmchen.
    Mir ist in allen Jahren eine Wabe zerlegt worden, die war noch nicht fertig ausgebaut und ist mir vorher aus der Hand gefallen, habe zwar keinen Riss gesehen aber es hat wohl gereicht.
    Schöne Schweinerei!


    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Also erstmal schon Vielen Dank für die schnellen Antworten!
    Ich denke nach euren Beiträgen das ich mich für eine normale Tangential-Schleuder entscheiden werde!


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo zusammen.
    Ich nutze diesen Beitrag um auch eine Frage loszuwerden.
    Vorweg: aus den vielen Beiträgen hier und wegen immer hellen Waben und somit hellem Wachs hat es mich gejuckt es auchmal zu probieren.
    Vorsichtshalber habe ich nur in zwei Rahmen eine halbe Mittelwand gelötet
    und siehe da, es funktioniert!! Einen Rahmen habe ich gleich neben das Nest gehangen, dann kommen die zum Teil schon verdeckelten "normalen" (Honig)Rahmen und den Anderen mit der halben Mittelwand habe ich ganz ans Ende der Beute gesteckt. Der in der Mitte ist voll ausgebaut bzw. sagt man ausgezogen ? Am Ende hat sich noch nichts getan. Irgenwo logisch, klar aber ich habe in Erinnerung hier viele "Philosophien" gelesen zu haben, an welche Stelle den Naturbau mit dazwischen Mittelwände stecken, usw. usw. Ich wollte also vorsichtig zu Werke gehen.
    Weil hier gerade vom Schleudern von Naturwaben die Rede ist: wenn ich normal verdrahtete Rahmen zum Ausbauen nehme, müsste sich die Naturwabe beim Schleudern doch so verhalten wie eine aus Mittelwand. Oder ?



    In diesem Sinne Pedro.

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo Heintzelmann,


    was sollst du denn falsch gemacht haben?
    Also aus unserer Erfahrung verhalten sich Naturbauwaben nicht ganz so stabil beim schleudern wie Waben mit Mittelwand. Bei der Mittelwand ist die Fläche, wo Zellen von beiden Seiten zusammmenstoßen immer genau mittig gedrahtet. Die Kräfte gleichen sich beim schleudern somit aus, und die Wabe ist deshalb auch stabiler. Da beim Naturbau ungenauigkeiten beim Bauen vorkommen und Naturbauwaben oft auch nicht vollständig an den Rähmchenschenkeln angebaut sind, sind sie folglich auch etwas instabiler beim schleudern.
    Aber nichts desto trotz, wir imkern weiterhin mit Naturbau und wenn man sich beim schleudern wie bereits oben beschrieben etwas zeit lässt und die waben nicht mit höchsten umdrehungszahlen schleudert, kann eigentlich nichts schiefgehen.
    Soweit erstmal.


    Imkerliche Grüße


    Christoph