Gewicht Futterverbrauch

  • Hi,


    toll - ich hab schon wieder ´ne Gelegenheit aus meinen Fehlern zu lernen. Ich geh mit meinen Völkchen das erste Mal durch den Winter. Sie überwintern jeweils in einer Zarge. Nach dem Auffüttern hatte ich Ende September gewogen. Auch schön alles aufgeschrieben. Gewogen mit Boden und Deckel. Anfang Januar sind die Bienen geflogen und eine brachte auch Pollen mit. Vermutlich brüten sie schon. Aufgemacht habe ich nicht. Was ich im September nicht aufgeschrieben habe: "War der Stein auf der Beute oder hab ich ihn zum Wiegen runtergenommen"? Wer kann mir helfen? Wer weiß, ob ich den Stein runtergenommen habe? Wenn ich jetzt wiege, so ergibt sich folgende Gewichtsabnahme je Volk über den Zeitraum Ende September - heute: 5 kg ohne Stein bzw. 2 kg mit Stein. Ich selber vermute die 5 kg. Aber ich frage lieber doch noch mal die Profis.

  • Moin Freibad,


    wie soll man Dir da helfen? Ich kann Dir natürlich Vergleichsabnahmen meiner Völker über diesen Zeitraum nennen, damit Du Rückschlüsse auf Deinen Stein machen kannst, aber das wird doch Quatsch. Schonmal die Überwinterung in einer Zarge und damit wahrscheinlich geringere Einwinterungsstärke aber eben früh startende junge Königin sind mit meinen Zweizargigen Völkern schon nicht vergleichbar. Das Wetter ist sowieso paar 100 km weiter schon ganz anders. Dann spielt natürlich auch die Bienenrasse oder -abstammung eine Rolle.


    5kg Abnahme sind genauso möglich wie 2, weil Du ja auch nicht sagen kannst, ob nicht im Oktober und November noch soviel reingekommen ist, wie verbraucht wurde oder ob die in der Zeit schon gezehrt haben. Gerade im Oktober staunt man manchmal wirklich, daß manche Völker ohne viel Brut sogar geringe Zunahmen haben und andere vielleicht wegen der Brut oder stiller Räuberei deutliche Abnahmen. Deshalb wiegt man auch mit der Einstellung des Flugbetriebes, wenn weder Räuberei noch Brutverbrauch eine Rolle spielen. Rückwärtsrechnen über so einen langen Zeitraum mit so vielen Variablen ist Unsinn. Heute mit der Waage anhand des Septemberwertes den Futterstand zu überprüfen geht aber dennoch, wenn Du weißt wieviel Deine Beuten leer wiegen oder auf welches Ziel-Gewicht Du eingefüttert hast. Dann geht es Dir um den heutigen Absolutwert und es ist scheißegal, ob Ende Septemeber eine Katze oder ein Stein auf Deinen Beuten lag. Die Zehrung wirst Du also nicht mehr ermitteln können, aber die ist auch nicht so wichtig. Deine Bienen werden durch den Winter kommen, wenn sie im Frühjahr genug Futter haben, wieviel sie bis zum Frühjahr verbraucht haben ist nur Statistik für Dich.


    Ich würde sagen mit dem Stein hast Du Dir ein echtes Ei gelegt. Ein winterliches Freilandei. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich stell mich seit Jahren immer seitlich zur Beute und heb in immer derselben Haltung die Beute an. Das mach ich vor dem Einfüttern und während des Winters. So bekommt man im Laufe der Jahre eine ziemlich genaue Aussage wieviel Futter drin ist. Gut ist es auch, wenn dies vor der ersten Nachschau im Frühjahr gemacht wird. Also, erst testen, dann öffnen.
    Wenn die Bienen leicht sind, füttern, egal mit was, Hauptsache Futter. Am besten Futterteig. Allerdings hat mich mal der Teufel geritten und ich hab im Februar Zuckerwasser in der Futterzarge 1:1 gegeben. Was ist passiert? Nix, alles war weggesoffen. Volk überlebt.

  • Hallo,


    ich glaube es sind 5 kg, pro Monat ein Kilo, dass hat Henry selbst irgendwo geschrieben.


    Was viel mehr Aussagekraft hat, ist das was noch drin ist, denn das bestimmt das nächste Vorgehen. Also 5 kg von wieviel ?
    Wieviel hast DU eingefüttert ? Du brauchst bis Ende März noch ca. 10 kg, haste die ?


    Gut wenn man das im Gefühl hat mit dem Gewicht der Beuten, dass hat ein Anfänger meist nicht. Bei Segebergern kann es auch zu unterschiedlichen Werten für das Nettogewicht der Beute kommen, daher wiegt man nur die Differenz zum Anfangsbestand und sagt nicht ein Zweizargenvolk wiegt 40 kg.
    Dann die Frage zum Futterteig, wie gibt man den, gibt man zusätztlich Wasser ? Eine Zucklösung würde ich auch eher 3/2 wählen, wie beim späten Auffüttern.


    Grüsse 8)

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Berni,


    Zitat

    Bei Segebergern kann es auch zu unterschiedlichen Werten für das Nettogewicht der Beute kommen

    Das stimmt schon, nur sind die Unterschiede wirklich minimal. Wer sie selben Böden und Deckel benutzt, kann sich durchaus Zargen unterschiedlicher Hersteller leisten, weil der Gewichtsunterschied unterhalb der Genauigkeit einer untergehängten Sackwaage liegt. Ich füttere die Zweizarger immer auf 39 kg (entweder incl. Futterzarge oder incl. Kletterzarge) ein und dieser Wert ist der Wert den meine Waage ermittelt.


    Wer im Sommer ohnehin Ableger bilden und neue Völker aufstellen will, kann sich auch jetzt schon mal eine neue Beute als Tara-Beute zusammenstellen und dann meinetwegen 1kg Reserve und 1kg Bienenmasse hinzurechnen. Dann kennt man den Futterstand ziemlich genau. Jedenfalls so genau wie's nötig ist.


    Prophylaktisches Füttern im Frühjahr ist nicht unbedingt gut, denn dadurch werden Brut-Zellen belegt, die dann im Weg sind und das erfordert wieder Eingriffe. Völker die richtig eingefüttert wurden, müssen durch den Winter kommen und die eigene Entscheidung, daß sie richtig eingefüttert wurden, stammt aus dem Herbst letzten Jahres. Warum sollte sich daran rückwirkend was geändert haben? Noch war doch garkein verrücktes Wetter und noch war doch noch kein Riesenbrutnest und dann 3 Wochen Schneeregen Mitte April. Ordentlich gefütterte Völker sollten wirklich nicht im Februar oder März an Futternot eingehen. Sowas passiert eher im und Ende April.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hi,


    um mein Völkchen mal konkreter zu beschreiben. Ich hab es als kräftigen Ableger im Juli letzten Jahres bekommen. Von da an hab ich 13 kg zugefüttert und kam Ende September auf ein Gesamtgewicht mit Boden, Deckel - Stein?? - von 24 kg. Ich hab die Hohenheimer Einfachbeute und hatte das Volk bisher immer auf einer Zarge. Jetzt wiegt es 19 kg ohne Stein und 22 kg mit Stein. Bei Fütterungsende war das Volk knacke-dicke voll gefüttert. Es passte echt nichts mehr rein. Was mir halt ein wenig Sorge macht - und da stehe ich wohl nicht alleine da - ist das Wetter. Als Anfänger habe ich total keine Ahnung, wie sich dieser warme wechselhafte "Winter" auf den Futterverbrauch auswirkt und wieviel jetzt noch drin sein sollte.

  • Hallo Freibad,
    auch in Holzmaden brüten die Völker schon ein bischen.
    Der Futterverbrauch liegt momentan so um die 100-150g pro Tag.
    Seit 16. Januar meldet mir meine Waage ca. 3kg Verbrauch.
    Meine Hohenheimer Beute auf zwei Zargen, Blechdeckel, 10000 Bienen und Stein wiegt 44,6kg. Ob da noch genug Futter drinnen ist, werde ich heute mittag mal nachschauen. Die starken Völker haben schon ordentlich was weggeputzt. Meine pflegeleichten Jungvölker haben noch viel drinnen.
    Gruß
    SH

  • Noch was zum Wiegen.
    Völker zu wiegen um den Futterzustand zu kontrollieren ist völlig unpraktisch. Eine Stockwaage ist eine nette Sache, aber auch damit habe ich eine lästigen Kalkulationsaufwand mit Brutto, Netto und Tara Gewichten. Eine Federzugwaage ist mächtig ungenau und sehr umständlich. Mit den ganzen Hilfsmitteln verspielt man die Fähigkeiten des Imkers schnelle und einfach abzuschätzen.
    Ich kippe die Völker mit einer Hand an und vergleiche sie dann. Als Maßstab dient ein gut versorgtes Volk. Innerhalb weniger Minuten habe ich dann meinen Stand durch und Versorgungsnotfälle sicher identifiziert.
    Ich füttere im Frühjahr nicht mehr, sondern hänge Futter von gut versorgten Völkern um.
    Gruß
    SH

  • Moin SH,


    Zitat

    Völker zu wiegen um den Futterzustand zu kontrollieren ist völlig unpraktisch.


    Da halte ich gegen und behaupte glatt das Gegenteil.


    Kisten nicht zu wiegen, sondern nur nach Gefühl anzukippen ist ja genau wie Wiegen nur eben mit höherer Toleranz. Alles andere, wie eben das Öffnen der Völker und Waben ziehen ist unpraktisch und schädlich. Und gerade in den kritischen Momenten, also voll in der Brut und Wetterrückschlag, werde ich nicht eines meiner Völker öffnen, um die Futtermenge abzuschätzen. Ich wede mich nur am Gewicht orientieren und den Bienenkörper nicht zerreißen. Welches Volk sollte ich auch öffnen? Das schwerste? Oder sollte ich in das leichteste schauen? Hat das leichteste genug Futter hab ich sinnlos gestört, hat es zu wenig, weiß ich auch nicht ob die drei oder fünf oder alle nächstschwereren nicht auch zu wenig haben. Und wenn ich weiß, daß das schwerste genug Futter hat, wie sieht es dann mit dem leichtesten aus? Und schon sind wir mitten in einer großen Völkerdurchschau und das Anfang April.


    Da lob ich mir die Methode mit der Wiegerei, die ich mir vom Schundau angelesen und seit ich in Magazinen imkere angewandt habe. Schundau sagt, alle Völker unter 26kg auf drei Zargen gehören gefüttert. (Die hätten dann immerhin schon Anfang April 13kg verbraten.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Freibad,


    mit dem Wiegen in der Winterzeit ist das so eine Sache, schnell macht man sich da verrückt. 13 kg Winterfutter für ein einzargiges Volk sollten normalerweise reichen, aber....


    Du schreibst, dass du ab Juli 13 kg zugefüttert hast. Wieviel Futter hatten die Völker vorher schon mitgebracht? Nach Trachtschluß und Honigernte werden bei mir die Völker grundsätzlich mit einem ordentlichen Futterstoß versorgt, damit keine Not entsteht. Es folgt die erste Varroabehandlung und dann im August die Auffütterung: Völker auf einer Zarge bekommen dann (!) (je nachdem, was sie noch eingelagert haben) etwa 12- 14 kg, zweizargige Völker 16-18kg. Verhungert ist dabei noch keines. Ich muß allerdings sagen, dass ich in einer klimatisch begünstigten Lage wohne, in der die Bienen sich sehr früh schon selbst versorgen können.


    Ableger erhalten ohne Unterbrechung Futter, gewogen habe ich das noch nicht. Dazu kommt dann im August die Winterfuttermenge (14kg).


    Wenn es nicht mehr kalt ist (ab 10 Grad), kannst du das Volk öffnen und vom Rand her durch Ziehen unbesetzter Waben das restliche Winterfutter abschätzen. Eine gut gefüllte Zanderwabe enthält ca. 2kg Futter. Im März und April wird das meiste Futter verbraucht (ca. 8 kg).


    Sollte gefüttert werden, ist das Zuhängen von Futterwaben 1. Wahl. Wer mit den Bienen neu begonnen hat, wird keine Waben haben. Dann ist Futterteig angebracht oder eigener (!) Honig.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hallo Henry,
    die Futterkontrolle bei 40 Völkern muss eben schnell gehen. Da ziehe ich keine einzige Wabe. Auch öffne ich nur im Zweifel ein Volk und wenn, dann wird es gleich mit einer Futterwabe versorgt. Ein Blick von oben unter die Folie gibt auch Aufschluss.
    In Kombination mit Ankippen ist die Kontrolle schnell erledigt.
    Eine Waage habe ich bisher noch nie über meinen Stand geschleppt.
    Gruß
    SH

  • Hallo,
    Ich für mein teil muss immer die gleiche Hand nehmen zum anheben der Beutenseite. Ich habe die Erfahrung gemacht dass ich dann eher zu einem brauchbaren Resultat komme. Ich füttere immer so dass die Völker 37- 38 kg wiegen. Zwei Segeberger Zargen mit Deckel und hohem Holzboden. In diesem Jahr haben die Völker bei mir relativ wenig Futter verbraucht. Aber sie sitzen auch sehr ruhig. Habe seit Ende Oktober keine Biene gesehen. Aber leben tun sie alle.
    Gruß Matthias Asmussen

  • Ja, wie man so liest, gibt es doch einige Imker die ihren Futtervorrat durch seitliches Anheben oder Kippen einschätzen.
    Natürlich setze ich voraus, dass ein einheitliches Beutensystem mit Waben existiert. Den Mischmasch, den ich als Anfänger bekommen habe, hab ich schnell durch ein einheitliches Beutensystem mit Futterzarge ersetzt.
    Was das Einfüttern angeht: Einfüttern kann man im Juli so viel wie man will, die Waben können auch anschließend randvoll sein.
    Nur, wieviel ist da noch Mitte Oktober übrig?? Wespen wie letztes Jahr? Räuberei?
    Das Einfüttern muss beobachtet werden.
    Vor allen Dingen Mitte Oktober, wenns mal kälter, war unbedingt prüfen was überhaupt noch drin ist.


    Noch ein Hinweis: Hier um Hohenheim haben die Bienen im Januar ca. 3-5 handtellergroße Brutflächen gehabt.
    Hier ist Ende Februar eine Nachschau geboten. Einfach Folie anheben und mal kurz nachsehen, bei Zweifel eine Wabe ziehen.
    Immer mit dabei, Apifonda-Futterteig, abgepackt in einer dünnen Haushaltsfolie zu je ca. 300 g in einem Honigeimer mit Deckel.
    Wenns klemmt muss etwas getan werden, Hauptsache die Bienen haben etwas zum Futtern. Ich leg Futterteig auf die oberen Waben. Immer besser als gar nix geben. 300 g Futterteig kostet fast nix, ein verlorenes Volk wird teurer.

  • Hallo Bernhard,


    falls notwendig, werden 300 g Futterteig vermutlich nicht ewig vorhalten. Wie oft muß denn etwa nachgefüttert werden?