Pollen von GVO-Mais in deutschem Honig?

  • Hallo zusammen,
    ich habe eine Nachricht erhalten, die ich recht interessant finde. Im Zuge der Öffentlichmachung von Feldern mit dem Anbau genmanipulierter Kulturen - in diesem Fall Mais - hat ein Imkerkollege entdeckt, daß sein Bienenstand in unmittelbarer Reichweite eines Feldes mit geplantem Anbau von genmanipulierten Mais liegt.


    Der betreffende Kollege möchte zunächst ungenannt bleiben und plant, unter kontrollierter Dokumentation während der Kultur nach der Blüte Proben ziehen zu lassen, um sowohl Honig als auch eingetragenen Pollen auf Spuren des GVO-Mais-Pollens untersuchen zu lassen.


    Ich bin mal gespannt und sehe schon die Schlagzeile "Echter Deutscher Honig genmanipuliert?" Dann haben wir den Salat, den MüllerMilch schon auslöffeln mußte, als Greenpeace nachweisen konnte, daß die Kühe, deren Milch MüllerMilch verarbeitet, mit GVO-Soja gefüttert werden...


    Wer wissen will, ob seine Bienen in der Nähe von Flächen mit GVO-Kulturen stehen, kann dies hier (Bundesamt für Verbraucherschutz)nachsehen:


    http://194.95.226.234/cgi/lasso/abr/standorte.lasso


    Gruß, Klaus

  • Moin Klaus,


    egal wie meine hier auch oft geäußerte Meinung zum Thema GVU ist, ich hab' in die Tabelle gesehen und gedacht: Ups, zum Glück nüschd im meiner Nähe.


    Es ist wie immer, egal was man sonst so denkt und sagt, in der Not lernt man dann doch beten. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ja, bei mir zum Glück auch nicht. Erst im Aachener Raum Ecke Düren/Stolberg und ich bin natürlich auch froh, daß zur Zeit nichts bei mir angebaut/gestest wird - aber wie lange noch?


    In Rheinbach, 12 km von mir entfernt, sind Flächen geplant mit Untersuchungen zu genmanipuliertem Raps ud ich weiß, daß in der dortigen Umgebung 6 Hobbyimker ihren Dauerstand haben....


    Politik der kleinen Schritte, immer mehr Anbau zu "Untersuchungen"... irgendwann ist der Mist dann flächendeckend da nach dem Motto: "Jetzt haben wir es doch eh schon überall und dann können wir es auch gleich komplett machen..."


    Ist doch zum Kotzen!


    Gruß, Klaus

  • Das passt dazu:


    Bayer stoppt Gentechnikforschung in Indien


    Konzern will Schwerpunkt auf „normale Pflanzenzüchtung“ verlagern


    Von Michael Richter


    Erneut hat ein Gentechnik-Konzern seine Forschung an Gen-Pflanzen beendet. In der vergangenen Woche teilte der Leverkusener Bayer-Konzern dem Greenpeace-Büro in Indien schriftlich mit, seine Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen in dem Land aufzugeben.


    In dem Schreiben heißt es, daß "Bayer CropScience in den nächsten Jahren seinen Schwerpunkt auf die normale Pflanzenzüchtung verlegen" wolle. Alle bisherigen Projekte in Indien seien gestoppt worden. Ein Bayer-Sprecher bestätigte am Freitag den Ausstieg.


    Bayer räumt damit erneut einen Gentechnikstandort: Bereits im März 2004 gab der Konzern seinen Rückzug aus England bekannt, im Juni wurde der Versuch aufgegeben, Gen-Raps in Australien zu verkaufen. Bayer beobachtet die konstante Verbraucherablehnung in Europa mit Sorge. An einen generellen Rückzug werde allerdings nicht gedacht.


    Wie viel Realitätssinn das Bayer-Management dennoch mit seiner Entscheidung erkennen läßt, verdeutlich die Aussage von Divya Raghunandan, Gentechnikexpertin von Greenpeace Indien. "Global gesehen haben sich die Versprechungen der Gen-Industrie nicht erfüllt, ob es sich nun um höhere Erträge oder um eine Verringerung der Spritzmittel handelt. Bayer hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Geschäft mit den Gen-Pflanzen zurückgezogen."


    Raghunandan weiter: "Der Konzern weiß genau, dass die Verbraucher in Indien Gen-Gemüse nicht akzeptieren werden. Wir brauchen keine Gen-Pflanzen in Indien." Zu den Pflanzenarten, an denen Bayer in Indien geforscht hat, gehören Kohl, Raps, Blumenkohl, Tomaten und Senf.


    Mit der Entscheidung, sich aus dem Geschäft mit Gen-Pflanzen - zumindest in Teilbereichen - zurückzuziehen, steht Bayer nicht allein. Auch der US-Gentechnik- und Chemiegigant Monsanto, der weltweit das meiste Saatgut für Gen-Pflanzen verkauft, hat in diesem Jahr die Forschung an Gen-Weizen gestoppt, ebenso die Forschung an Gen-Raps in Australien.


    Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace Deutschland, fordert Bayer auf konsquent zu sein: "Bayer sollte auch in Europa klare Zeichen setzen und jetzt seine Zulassungsanträge zu Gen-Reis, Gen-Raps und Gen-Mais zurückziehen. Weder wollen die Verbraucher Gen-Food essen, noch lassen sich diese Pflanzen in Europa anbauen, ohne die gentechnikfreie Landwirtschaft durch Pollenflug massiv zu belasten. So fliegt der Pollen beim Gen-Raps mehr als 20 Kilometer weit."


    Zum Thema recherchieren:
    http://www.rbi-aktuell.de/Umwe…12004-06/17112004-06.html 
    Veröffentlicht: 17. November 2004


    Gruß!


    Manne

  • Hallo,


    wenn ich lese, dass der Pollen von Genmanipuliertem Raps 20 km weit fliegt, machte ich mir echte Sorgen. Bei mir sind es ca. 10-15 km Luftline bis zu einem genmanipulierten Maisfeld. Fliegen die Maispollen auch so weit?

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Moin Eric,


    findest Du nicht, daß 20 km einfache Flugstrecke also 40 km hin und zurück doch Bißchen hochgegriffen sind. Du schreibst hier doch an Imker und die wissen doch, daß Bienen gerade so voll betankt starten, daß sie das Trachtziel erreichen können und planen auf dem Weg zum Ziel keine Tankstopps ein. Und Mais ist nun nicht gerade als Nektarspender bekannt. Die Bienen müßten demnach für 40 km Flug mit Treibstoff beladen starten können.


    Nun will ich hier nichts von Ernergiedichte und maximalem Honigblaseninhalt ect. schreiben, denn vielleicht siehst Du ja schon von selbst ein, daß 20 km Sammelflugstrecke Unsinn sin.


    Ist überhaupt schon geklärt, ob verwehter Pollen von Bienen noch gehöselt wird oder ob nur am Pollenstand gesammelt wird? Ich denke verwehter Pollen ist für die Bienen nicht mehr aufzunehmen, weil es sich dabei um einzelne Pollenkörner handelt. Selbst wenn der Wind also Maispollen in den normalen Flugkreis hineinweht, dürfte das kein Bienenthema sein. Ein Umweltthema aber sicher.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Also ich habe 10-15 km entfernung (Luftlinie) zum Gen-Rapsfeld gelesen :o


    Das würden dann 20-30 km hin und zurück sein, die 20 km schaft eine Biene locker und wenn es ums überleben geht schaffen sie auch mehr.
    Aber die 40 km doch nicht!


    Geh mal zu Fielmann :cry:


    Eric

  • Man hat solche Flugstrecken bei Bienen schon nachgewiesen.
    Allerdings im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmittelvergiftungen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • genau Lothar,


    und wenn die genmanipulierten Pollenwolken die Gleichschaltung wie beim ... und bei den .... geschafft haben, werden auch diese "Überlebenstechnologien" nicht mehr viel auszurichten vermögen.
    Mal sehen wer sich dann zu seiner Rolle als Zauberlehrling bekennen wird.
    Vermutlich werden aber die Imker mit ihren Bienen die Schuldigen sein. Sie haben nicht richtig behandelt, äääääääh nicht richtig aufgepasst.


    Gruß!


    Manne

  • Hallo, Henry,


    Bienen sammeln durchaus losen Blütenstaub. Das macht man sich z. B. in Holland in den Gewächshäusern zunutze. Dort liegt der lose Pollen der Paprikapflanzen auf den Blättern rum, rieselt durch die Luft und macht den dort Arbeitenden reihenweise Allergien. Man löst das Problem, indem man Bienenvölker in die Treibhäuser stellt, die den Pollen ratzekahl abgrasen, egal, wo er liegt. Die Methode soll so effektiv sein, daß die Allergien kaum noch auftreten.


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin Johannes, Moin Eric und Moin Lothar und Moin Ihr andern,


    also erstmal Sprachanalyse:

    Zitat

    wenn ich lese, dass der Pollen von Genmanipuliertem Raps 20 km weit fliegt, machte ich mir echte Sorgen.

    Die einzige Flugweitenangabe im Text bezieht sich auf Raps.

    Zitat

    Bei mir sind es ca. 10-15 km Luftline bis zu einem genmanipulierten Maisfeld.

    Die Flugweitenangabe bezieht sich also noch immer auf den Rapspollen, die Luftlinie auf den Gen-Mais.

    Zitat

    Fliegen die Maispollen auch so weit?

    Und noch immer steht die Frage, ob Maispollen genausoweit fliegt wie Rapspollen und Thomas.Reimelt's Bienen gefährlich werden kann. Die Antwort:

    Zitat

    Aber die Bienen, ...

    kann sich also nur auf das "auch so weit" in der Frage beziehen. Fielmann ist nicht nötig, (vielleicht eine Fiebel?) Schließlich hat da jemand was von

    Zitat

    10-15 km entfernung (Luftlinie) zum Gen-Rapsfeld gelesen

    in der Entfernung liegt aber eben das Maisfeld, von dem nicht klar ist, ob seine Pollen so weit fliegen wie Rapspollen. "Luftlinie" und "Gen-Rapsfeld" stehen in keinerlei Verhältnis.


    Aber auch zu der Einschränkung:

    Zitat

    wenn keine andere Pollenquelle zur verfügung steht!

    dürfte bei Bienen in Deutschland und auch bei dem angenommenen minimalen 10 km Radius das Argument komplett ausklammern. Wenn in einem Umkreis mit 20 km Durchmesser keine Pollenquellen vorhanden sind, so daß Bienen zum Pollensammeln tatsächlich über 20 km weit fliegen müssen (hem und Retour :wink: ), dann befinden wir uns über Wasser oder in einer Wüste, jedenfalls nicht an einem bienengeeigneten Standort in Deutschland an dem Maisanbau möglich wäre.


    Zitat

    Man hat solche Flugstrecken bei Bienen schon nachgewiesen.

    Es gibt zu viele Entfernungsangaben bis hierher. Wieviel meint "solche"?

    Zitat

    Zusammenhang mit Pflanzenschutzmittelvergiftungen.

    Das bezieht sich in aller Regel auf Pflanzenschutzmittel und Nektartracht und eben gerade nicht auf Pollenflüge. Oder gibt es da neue Erkenntnisse?


    Zu den Pollenallergien in Holland kann ich nur sagen, daß Pollen der sich irgendwo ablagert bereits in der Luft rumgeflogen sein muß. Und genau das ist es, was man durch den Bieneneinsatz verhindern will und kann. Und das klappt genau deshalb, weil der Pollen eben nicht erst komplett reif wird und wegfliegt, sondern bereits vorher abgehöselt wird. Es wäre ja auch wirklich nicht sinnvoll den Pollen erst irgendwie in die Luft zu lassen und dann wieder einzusammeln. Das könnten Elektrostatische Filter mit viel weniger Aufwand, nur fliegt dann der Pollen eben doch erst mal durch die Luft bis er abgefiltert werden kann. Genau dort setzt die Biene an. Da liegt der große, die Völkeraufstellung rechtfertigende Vorteil.


    So jetzt bitte weiterstreiten! :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ist die Aussage mit den 20 km überhaupt richtig ?


    Oder ist das eine Angabe wie weit er in der Regel fliegt?


    Hat schon mal einer was von Sand aus der Sahara im Regen gehört, der geht hier auch ab und zu nieder.


    Ich glaube das Pollen mehrere 100 km weit fliegen kann. Will das aber nicht rausgoogeln. Es gibt hier doch bestimmt einige Nabu-oder Greenpeace-Mitgleider, die da genauere Zahlen haben .


    Ciao

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Moin Berni,


    und interessiert auf 100km angeflogener und auf Boden und Blätter gefallener Pollen überhaupt unsere Bienen? Nehmen die überhaupt Pollen, der verweht wurde auf?


    Ich weiß es gibt Höselhäuschen, doch die funktioneren ertaunlicherweise eben gerade nicht mit Pollen, sondern wirklich nur mit Ersatzstoff.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder