Früheste Nachschaffungs- und Begattungsableger in der Stadt

  • Moin Imkers,


    es gibt hier ein von Nichtimkern initiiertes Schulprojekt, das bereits Ende März mit lebenden Bienen beginnt. 20 Völker sollen dabei unterschiedliche Räume besiedeln und verteilt im städtischen Raum aufgestellt werden. Ich soll das Ganze betreuen und habe natürlich auf aldi Probleme hingewiesen. Selbst wenn man die schulische Theorie streckt sollen die Bienen Ende März in die neuen Kisten.


    Da das Ganze auch in der Stadt und an vielen unterschiedlichen Standorten stattfindet und gesehen werden soll, will ich mit möglichst kleinen Ablegern starten, die sich dann übers Jahr entwickeln sollen. Ziel des Projektes ist nicht die imkerliche Beobachtung, sondern eher das Vorhandensein von Bienen in Hohlräumen in denen jedoch Beuten stehen. (Überwinterungsstärke kann im Herbst durch Vereinigen hergestellt werden. Einfüttern geht in den Kisten eh nicht. Doch soweit sind wir noch nicht.)


    Theoretisch (und auch aus Erfahrung) fliegen um den 1. Mai die ersten Drohnen, wenn auch nicht viele. 5 Tage Brunft und 12 Tage Entwicklung aus der Larve bedeutet aber, daß allerfrühestens am 15 April gebildete Nachschaffungsableger überhaupt eine Chance haben irgendwie weiselrichtig zu werden. (Und mir tun schon jetzt die vielen Bienen Leid, die das Projekt verbrauchen wird)


    Ich habe auch überlegt pro Standort mit jeweils 3 oder mehr Höhlen immer ein Volk einzusetzen und dieses Anfang Mai aufzuteilen und auf drei Brutwaben pro Höhle zu reduzieren. Das wird aber dann eine Arbeitsrundreise samt Bienentransport und kann ja auch erst Anfang Mai erfolgen. Außerdem läuft da das Projekt bereits und auf diese Weise stehen zwei Drittel der Kisten zu den Presseterminen und Eröffnungsreden leer.


    Habt Ihr vielleicht irgendeine Idee, wie man das Problem lösen könnte?


    Ganz sicher werde ich nicht mit 20 Vollvölkern in der Aufbauzeit beutenweise am mir tracht- und wettermäßig unbekannte Standorte mit Frevelgefahr wandern, um dann Mitte Mai wieder abzuwandern und vorher Ableger an den Standorten zu bilden. Soviel Aufwand rechtfertigt der Effekt dann doch nicht.


    (Erwähnte ich schon, daß nur jeweils zwei Zargen in die Höhlen passen und Schwärme in der Stadt immer ein besonderer Spaß sind?)


    Liebes Forum hilf!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    schön dass du an so einen Projekt teil nimmst aber, so eine frühe Zucht geht meinst in die Hose, das Wetter und die Entwicklung ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich.
    Königinnen vor Anfang Mai zu ziehen oder nach zu schaffen ist ein hohes Risiko.
    Hier im Rheinland ist schon einiges sehr früh, mit der Zucht fange ich nicht vor dem ersten Mai an, meist erst ab den 5 Mai, das Wetter und die Entwicklung der Völker ist wichtig. :D 
    Drohnen sind schon früh vorhanden nur sind diese meist noch nicht geschlechtsreif also für die Paarung ungeeignet.
    Vom Schlupf bis zum geschlechtsreifen Drohn vergehen im Schnitt ca 40 Tage, manchmal auch mehr.
    Ich weiß nicht, wie weit die Völker bei dir Anfang Mai entwickelt sind und was zu dieser Zeit blüht, der Entwicklungsstand ist hier sehr früh..
    Das wichtige an der ganzen Sache ist das Wetter, wenn es zu kalt im April war und die Völker nicht genug Pollen sammeln konnten dann verzögert sich auch die Drohnenentwicklung und Aufzucht.
    Um es kurz und bündig, warte bis Anfang Mai dann sieht du wie die Lage ist,
    um genug Drohnen zu haben such dir paar gute Völker aus, hänge denen früh den Drohnenrahmen ein und bei bedarf etwas Eiweißfutter geben in Form von Nektarpoll, gibt es
    im Imkerfachhandel.

  • Moin Imkers,


    Zitat

    Um es kurz und bündig, warte bis Anfang Mai dann sieht du wie die Lage ist,


    Leider kann ich das nicht. Das ist ja das Problem. Ich muß die Höhlen früher besiedeln. Ich hab' mir das nicht ausgedacht, sondern professionelle Nichtimker. Einfach nur Warten bis man gewöhnlicherweise Ableger bilden kann, geht also nicht.


    Zitat

    Vom Schlupf bis zum geschlechtsreifen Drohn vergehen im Schnitt ca 40 Tage

    Na das stimmt wohl nicht. Dann müßen ja schon Anfang April Drohnen fliegen, die dann ab 10. Mai begatten können. Vom Ei bis zur Geschlechtsreife wird das hinkommen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nicht jeder Drohn erreicht die geschlechtsreife, ein Drohn brauch vom Ei bis zum Schlupf 24 Tagen, danach dauert es 10-15 Tage bis ein Drohn geschlechtsreif ist, das kann sehr Unterschiedlich sein.
    Man geht aber von 40 Tagen aus weil man dann auf der sicheren Seite ist, denn ich geh bei dem ganzem kein Risiko ein und will keine Bienen verschwenden wenn ich selbst weiß das es zu früh zur Zucht ist, man bedenke das ganze ist sehr arbeitsaufwendig
    Die Bienen fangen beim warmen Wetter mit dem Bau von Drohnenwaben an, wenn aber Pollenmangel herrscht dann besteht die Gefahr dass die Drohnenbrut wieder entfernt wird.
    Dein Vorhaben Henry ist sehr risikoreich und hat viele Nachteile, wenn du so zeitig die Völker schröpfst dann bricht die Entwicklung zusammen, wenn dann noch die Eisheiligen kommen kann es weitere Probleme geben.
    Wenn ich zum Teil bis zu 30 Begattungskästchen fülle muss eine Zucht auch gut geplant sein,
    eine Zucht vor Mai ist Schwachsinn und bringt das Gegenteil, wenn man Pech nur fehlbegattete Königinnen die im Sommer Drohnenbrütig werden.

  • Hallo Henry,


    kannst Du irgendwo überwinterte Königinnenableger abkommen, ob jetzt in Kirchhainern, Mini-Plus oder sonstwie? Dann hast Du zum Start schon kleine Volkseinheiten mit Königinnen, die sich die Saison über prima zu normalen Einzargern entwickeln können. Frag' doch mal bei den Züchtern im Großraum Berlin, die meisten haben doch ein paar Reserveköniginnen.


    Gruß
    Hedy

  • Moin Hedy,


    im Moment will noch keiner so recht Bienen abgeben, weil ja noch nicht klar ist, wie es denn im April aussieht. Ich will auch eigentlich nicht unbedingt MiniPlus oder eben andersformatige Völker im März umwohnen, wo die Wäbchen voller Brut und Futter sein dürften und eigentlich auch keine Bienen in die Stadt stellen, die ich nicht kenne.


    Wahrscheinlich wird es darauf hinaus laufen, daß ich bis Mai wenige Völker einsetze und die dann Teile. Vielleicht können diese Völker ja allesamt an einem Standort fliegen und man macht dort die Pressetermine. Dann könnte ich die Völker Anfang Mai drastisch Teilen und die Nachschaffung denen überlassen und abwarten, was und wieviel bei den normalen Nachzuchten rauskommt und dann halt gezielt umweiseln oder wenn die Kleinvölker zu stark werden auch aus der Zelle begatten lassen.


    Ihr seht, ich mach' mir da wirklich Gedanken und hoffe noch immer auf Tipps von Euch. Es ist halt gelinde gesagt Sch... wenn Leute Projekte entwerfen, wenn auch in guter Absicht, und sich nicht vorher Rat einholen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn Du Vollvölker in überlebensfähige kleinere Einheiten aufteilen willst,
    so sehe ich hierin kein Problem.
    Die Zeit bis Anfang /Mitte Mai könntest Du bequem mit Beebost-Stäbchen überbrücken( Bienen werden langlebiger und verhalten sich absolut brav.)


    Gruß
    Rainer

  • Moin Rainer,


    von Beebost-Stäbchen hab' ich keine Ahnung. Bitte erklär' mir was das ist und wie ich damit mein Problem lösen kann.
    Danke schonmal vorab.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Die Stäbchen sind überall zu beziehen.
    Du kannst sie mehrere Jahre verwenden.
    Ich scheide sie immer in 2-3 Teile.
    Bei Nichtverwendung lagere ich sie in
    der Gefriertruhe.


    Die Stäbchen halten die weiselose Bienenmasse wunderbar zusammen.


    Werde heuer im größeren Rahmen diese für die Zwischenlagerung der Bienenmasse verwenden.
    Mehrere Sauglingszargen mit verdeckelter Brut übereinandergestellt,mit Stächen versehen(anfang / Mitte Mai )
    und dann Ende Mai mit Kleinableger bestückt für die Waldtracht.
    Diese ergeben die besten Trachtvölker mit enormen Sammeleifer ohne einer Nachschauarbeit.
    Durch die Stäbchen werden die Bienen
    sehr sanftmütig,die Lebensdauer steigt auch enorm an.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo Henry,
    warum verkaufst Du nicht einige Völker an die Innitiatoren des von Dir
    beschriebenen Projekts?
    Im Frühjahr erzielt Du für Völker einen guten Preis,
    Du bist dann für diese Völker nicht mehr verantwortlich,
    brauchst Dir keinen Kopf mehr darüber zu machen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin Lothar,


    weder Schulamt noch andere Beteiligte wollen Eigentümer von Bienenvölkern werden nur weil sie welche auf- oder ausstellen wollen. Man will und kann die Höhlen auch nicht im Winter da lassen, wo sie im Sommer zu sehen sein werden. Die Höhlen sind zur Auffütterung auch nicht geeignet. Auch würde das ja dennoch bedeuten, daß erheblicher Arbeitsaufwand anfällt. Startete man mit Vollvölkern, immerhin 20 an der Zahl, dann sind die Kisten (max. 22 Waben) spätestens Mitte Mai so voll, daß die Schwärmerei losgehen muß. Wohin dann mit den Schröpfbienen und wer soll den enormen Aufwand mit den Schwarmkontrollen treiben, wenn doch nichts zu ernten sein wird? Und selbst wenn man überwintern könnte, hätte man doch im nächsten Jahr eine 20-Völker-Imkerei (am Hals) auch wenn das Projekt irgendwann zu Ende ist. Und wen sollte ich, selbst wenn er es machen wollte, als Imkeranfänger mit 20 Völkern auf die Bevölkerung im Siedlungsgebiet loslassen? Das mache ich schon lieber selber.


    Nee, ich brauche eine Lösung für frühe und sehr kleine Völker, die dann das Jahr über kaum Eingriffe brauchen, sicher nicht schwärmen und sich selbst bis zur normalen Volksgröße entwickeln.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder