Ist die Dadant-Beute wirklich zu groß ?

  • Hallo allezusammen,


    ich imkere erst seit letzten Sommer und habe ein Volk Carnica in einer Zanderbeute. Ich habe im Forum viel gelesen über die Dadantbeute.
    Ehrlich gesagt, sagt diese mir mehr zu als die Zanderbeute. Es scheint aber so, als wäre unsere Gegend eine Zander-Hochburg (Sorry, ist nicht böse gemeint ...) und die Antworten, auf die Frage "warum nicht Dadant ?" fielen
    sehr ernüchternd, wenn nicht sogar boshaft aus. "Was willst du mit dieser Kiste und das Monster-Ding sei zu groß ...". Aber eine richtige Erklärung konnte mir aber leider keiner dieser Imker geben ! Meine Vorstellung ist,
    Carnica im Standort zu halten und bei uns ist die Frühtracht vorherschend.
    (Weide, Haselnuss, Raps, Kirsche, Äpfel, Reben usw reichlich im Wechsel vorhanden und an Naturschutzgebieten mangels auch nicht). Könnt ihr mir
    vielleicht mir bei der Entscheidung helfen, bevor ich im Januar ein oder zwei Beuten zukaufe ? Der Standort liegt im Baden, genauer in Kraichtal (zwischen Karlsruhe und Heidelberg).


    MfG Jürgen

  • Moin Badener,


    keine Frage. Wenn alle um Dich rum, von denen Du lernen kannst, Zander benutzen tun, dann tust Du gut dran tun das auch zu tun. Außerdem erspart Dir das das Umwohnen Deines Volkes und Du kannst von den Imkern Deiner Gegend auch problemlos Ableger oder Völker übernehmen. Selbst mit Deinen Honigwaben kannst Du zu denen zum Schleudern rennen.


    Den Umstieg auf Dadant oder Strohkorb, auf Klotz- oder Golzbeute kannst Du dann machen, wenn Du nicht mehr zu den andern Imkern must und selber weißt wie der Hase läuft. Außerdem verbaust Du Dir sonst die von vielen Dadant-Umsteigern gern gemachte Aussage, daß nach dem Umstieg alles besser sei. Wohin sollte jemand umsteigen, der schon auf Dadant beginnt? :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ok, darüber habe ich natürlich auch gedacht, aber ich weiss trotzdem den wahren Grund nicht ... was ausser dem sonst dagegen sprechen sollte ...
    die halbe Welt und viele in Deutschland imkern in Dadant ...


    MfG Jürgen

  • Moin nach Baden,


    entgegen jeder Regel bin ich auch für Zander, wie das aus diesem komischen Satz hervorgeht


    Zitat:
    "Wenn alle um Dich rum, von denen Du lernen kannst, Zander benutzen tun, dann tust Du gut dran tun das auch zu tun."


    Ob sie zu groß ist, ist eigendlich nicht entscheident, es gibt viele hier, die m.E. dieses Mass nehmen, weil Sie sich damit von den anderen (Altimkern und ihren Sprüchen) absetzen wollen. Lass Dich nicht mit Buckfast und Dadant verückt machen, fang erst mal an !!!!! 8) Und somit ergibt oben gesagtes eine Sinn.


    Grüsse :wink:


    P.S.: und mehr als die Hälfte der Erbevölkerung isst Reis, warum essen wir hauptsächlich Kattoffeln ?


    Um 17.20 geschrieben! Vielleicht sollte ich doch auf Reis umstellen ?

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo Badener,


    ich schließe mich den Vorrednern in allen Punkten an.
    Aber deine Frage lautete ja eigentlich:
    Ist die Dadantbeute wirklich zu groß ?
    Und die Antwort kann nur lauten:
    Nein, keinesfalls!"
    Ich habe Carnicas in vielen verschiedenen Kisten und Maßen gehalten; Dadant ist für jede fruchtbare Biene geeignet.
    Aber ansonsten: siehe oben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Der Unterschied ist ja, ob man mit einem Brutraum lieber arbeitet oder mit zwei. Was die anderen um einen herum so treiben, muss nicht das Beste sein(Als ich anfing, imkerte alles um mich herum in Hinterbehandlern!!!. Soviel zu diesem Argument.

  • Ich habe generell hohen Respekt gegenüber den mir bekannten Zander-Imkern in meiner Gegend und auch anderen gegenüber. Nun, auch auf die Gefahr hin, als unbelehrbar zu gelten, steht nun meine Entscheidung
    fest, es mit Dadant zu probieren. Es liegt mir fern, mich von den anderen abheben zu wollen, sondern einfach darin, dass ich an die einräumige Brutraum-Betriebsweise glaube. Nun, ich hoffe, man wird mir meine Sturheit milde nachsehen und ich werde meinen Honig zum Schleudern vorbei bringen können, auch wenn ich dabei einige Haare verlieren könnte.


    Gruß, der Badener

  • Hallo Administrator,


    sorry, ich glaube ich habe mich hier etwas vertan ... wäre gut, wenn du dieses Thema zu >Betriebsweisen >Beuten verschieben könntest.


    Gruss, der Badener

  • Michael schrieb:

    Hallo Badener,
    Nein, keinesfalls!"


    Also, wenn man es genau liest, ging es garnicht um Carnica in Dadantbeuten 8) , und die Region ist auch egal, könnte also auch zwischen Mettlach und Kaiserslautern sein.


    Schlimm ist die Verunsicherung eines Jungimkers durch die viele Beiträge bezüglich des angesprochenen Themas hier und dir Euphorie für Buckfast und Dadant durch Imker, die das Imkern leider meist nicht lange betreiben !!!! ohne Smilies !


    Dann mach ich das als Experte mal anderes, und sag :


    Komm nicht auf die Idee, auf Dadant umzusteigen, nimm eine Taunsbeute oder was sonst aktuell ist bei Dir ! Nimm auf jeden Fall eine Zanderbeute! Auf alle Fragen die Du hast, bekommst Du Vorort eine Antwort !!!!! Lerne das Imkern, alles andere wird sich ergeben. Und deshalb auch das Mass der Region und die Biene aus der Region.


    Lass Dich von dem Mist nich verunsichern !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    Beim Fahrradfahren ist die Farbe des Rades auch uninterresant.


    Grüsse


    :wink:



    P.S. hab zu lange für den Beitrag gebraucht , mist !

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo zusammen,


    wenn ich vor der Entscheidung stehen würde dann für Zander, Dadant kann meinst nur mit zwei Rähmchemaßen betrieben werden das ist für einen Anfänger am Anfang etwas schwierig.
    Ich selbst kenne keinen der mit die Maß imkert sei es Hobby oder Berufsimker, ich frag mich nur was an diesen Maß so toll sein soll.
    Ich rate immer, man soll ein Wabenmaß nehmen was in der Umgebung vorkommt und was der Nachbarimker auch hat, was nützt mir wenn ich ein Maß haben, aber ich keine Waben mit meinen Nachbarimker tauschen weil es was ganz anderes hat.
    So kann man sich nicht helfen, und auch anderen nicht helfen.
    Bloß weil andere rum brüllen Dadant ist gut und am besten, muss man es auch gleich haben.
    In Deutschland ist DN und Zander am häufigsten, die Berufsimker die ich selbst kenne haben alle Zandermaß, was bringt es eine Anfänger ein Maß auf zu reden der am Schluss keine Lust mehr hat und gleich aufgibt.

  • Ich wollte hier nicht etwas lostreten ... vielleicht sollten wir mal Dadant und Zander mal etwas weiter wegrücken. Ich werde meine Frage anders formulieren - es ist leider für Laien manchmal nicht einfach, genaue Fragen zu stellen : nur (fragwürdige) Frühtracht + Läppertracht = keine große Beute nötig, aber plus Waldtracht = große Beute nötig ? Wenn ich die Theorie so recht kapiert habe, wäre die Frühtracht in besonders milden Gegenden wie bei uns, eine heikle Sache. (Flora wäre schneller als Fauna, und das große Rennen wäre größtenteils schon gelaufen). Daher macht eine große Beute
    weniger Sinn. Es sei denn, man kriegt es irgendwie doch hin und dann wäre noch die Sache mit mehr Honig durch Bruteinschränkung oder Brutstopp (vielleicht gekoppelt mit Totalbauerneuerung oder Königin am Stiften einschränken ...). Wenn man das hinkriegt, ist dann wieder eine große Beute nötig ? Wäre sehr dankbar, wenn mir das jemand für einen Laien mal verständlich erklären würde.
    Werde mir mal eine E-Mail zulegen.


    Gruß, der Badener

  • Hallo Badener,


    deine Ziele und geplante (?) Betriebsweise sind sehr hoch gesteckt und voller Tücken. In der Theorie hört sich vieles klar und einfach an. Der Alltag mit den Bienen sieht aber in der Regel anders aus. Als ich vor einigen Jahren mit der Imkerei wieder begonnen habe, war ich, obwohl theoretisch durch Lektüre gut vorbereitet, dankbar für jeden Rat eines erfahren Imkers aus der Nachbarschaft. Auch das Forum hat sehr viel an hilfreichen Informationen beigetragen.


    Nicht, dass ich dir die Honigernte ausreden möchte, aber für jemanden, der mit dem schönsten Hobby beginnt, sollte die Honigernte als besondere Zugabe gelten. Zunächst gilt es aber, durch praktischen Umgang mit den Bienen ein Grundverständnis vom Leben dieser Tiere zu erlangen. Suche dir einen Imker, den du immer wieder fragen und dem du über die Schulter schauen kannst. Hilfreich ist es auch, wenn der Imkerpate in Zweifelsfällen bereit ist, dich auf deinen Stand zu begleiten.


    Wenn alle Imker in deiner Umgebung Zander benutzen, würde ich dir dringend raten, zunächst auch damit zu beginnen. Denn die Betriebsweisen unterscheiden sich m.E. fundamental. Auch wenn es sehr gute Gründe für die Dadant-Beute gibt, wenn dir niemand helfen kann, ist sie ein Nachteil.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Moin Jürgen,


    Zitat

    und ich werde meinen Honig zum Schleudern vorbei bringen können


    na hoffentlich passen dann Deine Dadant-Halbrahmen in die Schleuder :cry:. Da geht's doch schon los. Und wenn Du mal mitten im Sommer nur paar MW brauchst, dann gibt sie Dir normalerweise ein Imkerfreund, vielleicht sogar als Waben. Nur was willst Du damit anfangen. Damit wirst Du durchfallen. Selbst Dadant-Umsteiger mit Erfahrung raten Dir zu Zander, was können wir noch tun (tun), Dich zu überzeugen? Du kannst ja mit Deinen geplanten 3 Völkern nichtmal irgendetwas vergleichen und Du wirst Dir selbst nicht helfen können. Wie willst Du in Dein Zander-Volk eine Weiselprobe einhängen? Wie willst Du eine Futterwabe übertragen ... ? Das wird keine Imkerei, das wird eine Beutenausstellung mit Bienen drin.


    Mein Komentar zur Beutengröße: Es gibt nur zu schwache Völker!
    Doch wenn Bienen in DNM oder Zander satt 3 oder gar 4 Zargen füllen können, wie kann dann eine Dadant-Beute zu groß sein? Herkünfte gezüchtet für Freudenstein-Hinterbehandler in einer größe, daß man keine zwei Schuhkartons unterbringt, mit Überwinterungsstärken in Tennisballgröße sind sicher nicht geeignet, doch denen wären auch 22 DNM-Waben als Brutraum zuviel.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Badener schrieb:

    es ist leider für Laien manchmal nicht einfach, genaue Fragen zu stellen : nur (fragwürdige) Frühtracht + Läppertracht = keine große Beute nötig, aber plus Waldtracht = große Beute nötig ? Wenn ich die Theorie so recht kapiert habe, wäre die Frühtracht in besonders milden Gegenden wie bei uns, eine heikle Sache. (Flora wäre schneller als Fauna, und das große Rennen wäre größtenteils schon gelaufen). Daher macht eine große Beute weniger Sinn.
    Gruß, der Badener


    Moin,


    dann stell Dir auch die Fragen, ob die Imkerei Deiner Region mit ihren Beuten Honig ernten. Wenn das passt, dann passts auch mit der Beute.
    Für Trachten muss man auch immer das Wetter mit heranziehen, das ist in dem einen Jahr so in dem anderen so und kein Jahr wie das andere, da kannste auch beim Nachbarn gucken, was der grad macht.


    Und das Aushelfen mit Waben, muss ja nicht unbedingt sein, aber vielleicht fehlen am Wochende mal ein paar Mittelwände oder Rähmchen für einen Schwarm, dann kannste natürlich den Nachbarn fragen oder
    zu einem Dadantimker fahren !?


    Aus den Büchern die ich kenne,lese ich, man kann sehr gut Honig mit Zandermagazinen ernten (z.B. Pfefferle oder "Der Magazinimker").


    Und Du hast auch mehr Flexibilität mit den Magazinen für verschiedene Volksstärken. es reicht ja auch ein Brutraum und ein Honigraum .
    Und für das Umstellen auf Dadant kannste dann ja mit Zanderhalbzargen beginnen! :wink:


    Grüsse

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !