Ein Forum für Demeterimker?

  • Moin Hans-Peter, Moin Imkers,


    an anderer Stelle war von einem Forum der Demeterimker die Rede. Warum ist dieses Forum nicht öffentlich einzusehen und warum findest Du das gut? Unterstützt sowas, einem erlauchten Kreis Vorbehaltenes, nicht gerade den Vorwurf des sektenhaften Charakters der Gemeinschaft der wesensgemäß Imkernden? Oder wollen die dort Lesen- und Schreibenden nur nicht hören, was man anderswo (über sie) denkt? Oder darf niemand wissen was wirklich so hinter den Wänden abläuft, auf denen riesengroß "Demeterimkerei" steht? :o


    Wäre es da nicht folgerichtig den Demeterimkern auch den Zugang zu all den Foren der konventionell Imkernden zu verweigern? Schließlich könnte es ja sein, daß auch mancher dort den vermeintlichen "Demeter-Scheiß" nicht lesen will und auch nicht will, daß derjenige, der sein Wissen lieber unter sich und seinesgleichen behält, in freien Foren etwas dazulernt. :wink:


    Etwas kann man wohl daraus lernen: Es ist gut, daß das Imkerforum jedenfalls offen für jeden ist, auch wenn's manchmal nicht leicht fällt. :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry schrieb:


    Wäre es da nicht folgerichtig den Demeterimkern auch den Zugang zu all den Foren der konventionell Imkernden zu verweigern? Schließlich könnte es ja sein, daß auch mancher dort den vermeintlichen "Demeter-Scheiß" nicht lesen will und auch nicht will, daß derjenige, der sein Wissen lieber unter sich und seinesgleichen behält, in freien Foren etwas dazulernt. :wink: 


    Hallo Henry,
    ich hab da absolut kein Problem dabei, wenn mache unter sich sein wollen. Auch in anderen Imkerforen gibt es "Dunkelkammmern" wo Leute nur unter "vorgehaltener Hand" gewisse Dinge aussprechen(schreiben) wollen.
    LASS SIE DOCH! Warum sollte sich ein Demeterimker hier nicht informieren dürfen?
    In erster Linie solle es hier um die Leidenschaft IMKEREI gehen und da soll jeder dabei sein dürfen und wir nicht Ausschlüsse andenken, zumindestens nicht wegen der Betriebsweise.

  • Hallo Henry


    Ich denke, gerade auf solche Beiträge, in der Art wie Du soeben schriebst wollen die eingefleischten Demeterimker in ihrem privaten Forum verzichten. Ich akzeptiere das voll. Sie wissen wohl genau was Andersdenkende über sie denken. Hier aber dürfen solche (provokative) Beiträge erscheinen. Übrigens auch ich darf dort nicht Forum-Mitglied werden. Bin halt auch so einer der nicht voll mitmacht und sich nicht zertifizieren lässt.
    Ich erlebe es aber immer wieder, dass die Demeterimker sonst gegenüber anders Denkende sehr offen sind und sich in die Karte schauen lassen. Auch in unserem Forum wurde und wird auch in Zukunft über die Betriebsweise nach den Vorschriften nach Demeter offen diskutiert. Wem der Kopf von Michael Weiler aus irgendeinem Grund nicht passt, so hat es noch genug andere kompetente Imker in diesem Forum, welche in Naturbau, Zucht aus dem Schwarmtrieb, etc. mitdiskutieren könnten. Aber über die besondere Lebenseinstellung gewissen Demeterimker müssen wir ja nicht diskutieren, sondern dies einfach akzeptieren. Wir fragen ja einander auch nicht, bevor man mit einem anderen Forummitglied diskutiert, welche Lebenseinstellung er hat und welcher Religion oder sogar Sekte er angehört. Wie Du richtig bemerkst Henry, wir haben weitgehend ein offenes Forum. Doch trotz der Offenheit, auch hier sind die Grenzen gesetzt.
    Die Imkerei ist stets im Wandel, das gilt für die konventionelle Imkerei sowohl für Imkereien gleich welcher Richtlinien. Jede Betriebsweise hat seine Sympathisanten und seinen Kundenkreis. Das macht die Imkerei nur interessanter. Man kann wählen wie man imkern möchte oder eigene Formen finden. Aber keine Richtlinie ist perfekt und deren Auslegung variabel. Und die Imkerei nach den Demeter-Richtlinien ist keine einfache Imkerei, aber eine spannende und eine naturnahe.

  • Nur, hier tauchen sie nicht mehr auf, die Demeterimker.


    Und das finde ich sehr schade. Es wäre doch mal schön zu lesen, wie man in einer Einraumbeute einen schönen Naturbau hinkriegt. Ob man dort Waben tauscht oder dreht, um sie gerade zu kriegen, oder ob man es läßt, ob es funktioniert, wenn man den ganzen Raum zur Verfügung stellt oder immer mit den beiden Schieden arbeitet, oder, oder oder...


    Es wäre auch schön, einmal etwas über Selektion und Zuchtauslese in einer reinen Schwarmbetriebsweise zu erfahren (denn der ähnlich überschriebene Artikel von Michael Weiler und Günter Friedmann sagt trotz der Überschrift fast nichts darüber).


    Oder, wenn sich die Demeterimker hier mal öffentlich über die biologisch-dynamischen Präparate äußerten, die da entwickelt wurden, auf die Gefahr hin, ausgelacht zu werden.


    Aber, vielleicht ist es gerade die Gefahr, von Nichteingeweihten ausgelacht zu werden, die den Hang zur geschlossenen Gesellschaft bedingt. Weil es eben über das rein Imkertechnische in einen sehr persönlichen, weltanschaulich-religiösen Bereich reicht und um mehr geht als um die Frage, welche Biene man in welcher Beute hält. Und wer läßt sich schon gern wegen seiner religiösen Überzeugung belächeln.


    Insofern kann ich verstehen, daß sich die Demeterimker in einem Privatforum hinter verschlossenen Türen verabreden. Aber es ist ihrer Sache gleich in mehrfacher Hinsicht abträglich:


    - es entsteht der Eindruck von Elitebewußtsein und Überheblichkeit


    - es verspielt die Chance, die Imkerei von Nichtanthroposophen wesentlich zu bereichern und zu einem radikal anderen Blickwinkel einzuladen


    - die Vorurteile über Anthroposophen verfestigen sich


    - und dadurch (behaupte ich) steigt der Drang, sich abzusetzen und abzuschirmen, nochmals.


    Viele Grüße, Johannes

  • Verehrte Kollegen,


    ich provoziere jetzt bewußt, wenn ich hier schreibe, der erste Beitrag zu diesem Thema erinnert mich ein wenig an ein eifersüchtiges Kind, daß sich ausgeschlossen fühlt, obwohl es .


    Zum anderen - ich kann Euch beruhigen: Es war zwar mal überlegt und angedacht, im Rahmen von Imkerforum.de ein "nicht öffentliches" Forum für eine Benutzergruppe "Demeter-Imker" einzurichten (für das Entgegenkommen und die bereitwillige Unterstützung von Hartmut Ebert möchte ich hier noch einmal besonders Dank ausdrücken), es ist aber nichts daraus geworden.


    Es existiert derzeit auch woanders kein aktives Forum.


    Dennoch - ich würde ein solches sehr begrüßen und gerade auch die geschlossene Form. Manche Fragen, die Demeter-Imker bewegen, sind derzeit einfach nur begrenzt öffentlich zu diskutieren und dies zum Teil einfach deswegen, weil die Unsicherheit stellenweise zu groß ist, was ist eine Frage und was nicht und wem gegenüber kann man sie äußern und was ist mit den Versuchen, darauf zu antworten.


    Einmal im Jahr trifft sich die Bundesfachgruppe der (zertifizierten) Demeter Imker zu einem Fachaustausch zu den Fragen, die durch die Demeter-Imkerei völlig neu auftauchen und mit denen sich kaum einer sonst beschäftigt oder Verständnis dafür aufbringen will. Auch dies Treffen ist eine "geschlossene" Veranstaltung. Man kann manche Fragen eben nur im "kleinen Kreis" erörtern, insbesondere, wenn die Unsicherheiten noch groß sind, weil die Erlebnisse den Rahmen der Schulimkerei immer wieder verlassen.


    In diesem Sinne würde ich auch ein "geschlossenes" Forum im Internet für diese Themen vorerst vorziehen - es beugt unter anderem Mißverständnissen vor und Häme und sich schnell verbreitenden Gerüchten über diese usw.


    Für Fragen bin ich immer offen und versuche sie, nach bestem Wissen und Können auch öffentlich zu beantworten. Ob mein Stil jedem behagt, weiß ich nicht. Seltsamerweise führen meine Beiträge ja oft dazu, daß die Diskussion nicht weiter geht?!?


    Aber auch ich kann mich mit jemandem, von dem ich weiß, was er macht und wie er arbeitet und warum, und daß er auf ähnlichen Gebieten forscht, leichter über manche Beobachtungen und Fragen austauschen, als wenn ich das nicht weiß. Oder wenn ich immer wieder weit ausholen muß, bis ich zum Kern der Frage kommen kann, weil es sonst Mißverständnisse gibt, weil die Grundlagen nicht klar sind.


    Nun, Dinge die sich neu entwickeln, brauchen häufig auch Schutz, insbesondere, wenn Sie auch Mut erfordern, weil die Wege neu und unbekannt sind. Dabei steht es aber jedem offen, die Praxis zu erproben, auch mitzumachen, sich zertifizieren zu lassen, wenn er den Mut aufbringt, sich auf andere Wege zu begeben.


    Soweit für heute und einen schönen Sonntag noch


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Moin Michael,


    Zitat

    der erste Beitrag zu diesem Thema erinnert mich ein wenig an ein eifersüchtiges Kind, daß sich ausgeschlossen fühlt, obwohl es .

    Der Satz endet plötzlich - warum? Ansonsten hast Du völlig Recht, ich fühle mich ausgeschlossen. Jedenfalls nicht eingeladen. Auch und besonders, wenn ich erst zertifiziert sein müßte, ehe ich mich im Internet und auf Veranstaltungen mit den Problemen nach der Zertifizierung beschäftigen kann. Das ist dann wieder wie bei einer Sekte. Nur wer mitmacht erfährt auch die Geheimnisse.


    Gerüchte verbreiten sich übrigens am aller schnellsten, wenn man ein Bißchen Geheimnis drum krämt. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • @ Michael Weiler
    Deshalb hat man davon nichts mehr gehört. Schade, dass das Forum Demeterimkerei in der Projektphase stehen geblieben ist. Da wäre sicher ein Bedürfnis vorhanden. Vielleicht könnte man ein solches Forum in einen geschützten und einen offenen Teil unterteilen. Was noch nicht ist kann ja noch werden.


    Henry
    Wer sich ernsthaft bemüht kann sich trotzdem über die Demeterimkerei informieren. So geheimnisvoll ist diese naturnahe Imkerei doch wieder nicht. Es ist von Vorteil das man ein bisschen imkerische Erfahrung mitbringt.
    Z.B. Für Schweizer oder für Deutsche und Franzosen in Grenznähe ist die nächste Gelegenheit die Tagung Biologische Imkerei vom 6. Februar 2005 im Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick CH. Bis 20. Januar kann man sich noch bei alfredsteinmann@tiscalinet.ch anmelden. Tagungskosten ohne Mittagessen betragen Sfr. 40.- Ich freue mich schon seit Wochen darauf.
    Die Tagung ist öffentlich ausgeschrieben und es geht um biologische und um wesensgerechte Imkerei. Referent ist Utto Baumgartner (Biokreis) aus der Nähe von Passau und Günter Friedmann, Deutschlands grösster Demeterimker (ca. 400 Völker). Da ist für jede Imkerin, jeden Imker etwas dabei, man muss nur mit einer positiven und toleranten Einstellung zur Sache daran teilnehmen.

  • Lieber Hanspeter Itschner,


    vielen Dank für das Verständnis und die Unterstützung.


    "Leider" (oder?) halten sich die meisten Demeter-Imker lieber woanders auf als im Internet.


    Das ist mit ein Grund - aber vielleicht nach dem Arbeitstreffen der Bundesfachgruppe diese Woche, da will ich es nochmal einbringen.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21