Frage bezüglich Mittelwände bei Erweiterung

  • Hallo,


    da ich mich mit dem Gedanken spiele mit der Imkerei anzufangen, habe ich schon mehrere Imkerbücher gelesen. In allen Büchern wird beschrieben, daß beim Aufsetzten der ersten Erweiterungszarge abwechselnd Mittelwände und Leerwaben gegeben werden sollen. Nur wie macht man das, wenn man Anfänger ist und auf keine Leerwaben zurückgreifen kann. Und wenn man sich einen Kunstschwarm kauft, ist ja das Ziel im ersten Jahr eine Zweizargenüberwinterung zu erreichen und da fallen ja auch keine Leerwaben an. Wie gelangt nun ein Imkeranfänger schnell an ein Lager von Leerwaben ?


    Gruß
    Hans Peter

  • Hallo und willkommen, Hans Peter!


    Wenn man keine Leerwaben hat, nimmt man Mittelwände.


    Es geht auch. Meine spärliche Erfahrung: Besonders, wenn man mit Absperrgitter arbeitet, wird der erste Honigraum etwas zögerlicher angenommen, als wenn sich darin fertige Waben befinden. Aber wenn es unten eng wird, gehen sie nach oben, garantiert. Und dort lassen sie dann auch den Honig. Man kann sich abhelfen, indem man das Gitter für ein paar Tage wegläßt, bis die Bienen oben mehrere Mittelwände angeblasen haben und es dann wieder einsetzt. Ob das aber einen zusätzlichen Honigertrag bewirkt, weiß ich nicht. Ich vermute eher, daß Geduld genau so viel bringt wie das Raus-und-Rein, dafür aber weniger Arbeit und weniger Risiko von Brut im Honigraum. Ich habe die Gitter-kurz-raus-Methode wegen dieser Vermutung nicht selbst probiert und stattdessen reine MW-Zargen einfach über's Gitter gesetzt. Irgendwann war da auch Honig drin, und nicht zu knapp.


    Viel Erfolg!


    Johannes

  • PS: Übrigens rät Liebig von abwechselnden MW und Leerwaben ab, weil die Bienen dann oft die fertigen Waben noch dicker machen und die MW unangetastet lassen sollen. Hab' ich aber selbst nur gelesen. Besser soll es sein, zentral 2-4 Waben nebeneinander zu plazieren und zum Rand hin die Mittelwände.


    Gruß, J.

  • Hans Peter schrieb:

    Hallo,
    Gruß
    Hans Peter


    Moin ins Alpenländle,


    Also bei uns kann man eine ganze Zarge mit Mittelwänden geben, null probnlemo ! Die stärke des Volkes ist entscheident und bei einer satten Tracht ist díe dann auch innerhalb von zwei Tagen ausgebaut. Ob man das in den Bergen auch hinbekommt weiß ich nicht. Ich würde die Mittelwände auch nicht abwechselnd geben, soll der Bautrup einmal quer rüberbauen.
     
    Ein Kunstschwarm wird mit Mittelwänden kein Problem haben und dann muss sowieso gefüttert werden. Also bedarf es auch keiner üpigen Tracht.


    Im nächsten Frühjahr kann man dann ja auch Waben umhängen, das sollte dann auch kein Problem sein, Also nix wie ran an die Völker! :wink:


    Grüsse

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Um die Bienen in die aufgesetzte Zarge zu bekommen raten einige Imker zum Hochhängen mindestens einer Brutwabe, andere teilen diese Empfehlung nicht. Wie ist denn so die Meinung im Forum?

  • Moin Freibad,


    wer hochhängt stört das Volk und die Königin, versaut sich die Zargenordung, mischt sich die Rähmchen und zereißt das Brutnest.


    Wer MW warm (im Sinne von angewärmt) aufsetzt oder/und mit Honiglösung ansprüht oder die Futterkränze der Zarge darunter aufkratzt (was dann natürlich auch stört) oder festen Honig ganz oben auflegt oder die Baurahmen hochhängt spart sich das.


    Ich habe auch schon gehört (aber noch nicht gemacht) daß man die aufzusetzende Zarge MW für einen Tag untersetzt, also direkt auf den Boden. Dann wird sie von den Baubienen sehr schnell am oberen Rand aber auf der vollen Breite besiedelt. Die Baurahmen sollten auch schon in der Zarge stecken. Ehe die Zellen fertig ausgezogen und bestiftbar sind wird dann die Zarge, samt Bienen natürlich, oben aufgesetzt. Klingt doch sehr smart, oder?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wer keine Leerwaben hat, setzt Mittelwände auf. Er hat keine andere Wahl! Meinen Bienen hat es auch nicht geschadet. Wenn eine angemessene Volksstärke vorhanden ist und auch noch Tracht ausbricht, dürfte es keine Probleme geben.


    Brutwaben gehören nicht, auch nicht vorübergehend, in den Honigraum. Neben hygienischen Gründen ist auch diese Betriebsweise insgesamt kritisch zu hinterfragen: Bei unerwartetem Kälteeinbruch muß diese Brut mit großem Aufwand von den Bienen gepflegt werden. Über Absperrgitter muß später unbedingt auf Nachschaffungszellen hin kontrolliert werden. Und es besteht die Gefahr, dass versehentlich die Königin in den Honigraum eingesperrt wird. Das schadet zwar der Königin nicht, aber genau das wollte man ja mit dem Absperrgitter verhindern.


    Viele Grüße
    Christoph

  • Hi Henry,


    "Baurahmen hochhängen" verstehe ich nicht 100%ig. Nur um Mißverständnisse zu vermeiden - ich hänge den Baurahmen doch nicht in den Honigraum? Oder gibts da wieder ´nen Trick?


    Das kurze Untersetzen der aufzusetzenden Zarge hört sich wirklich interessant an. Kann man eigentlich nichts falsch machen. Aber hinterlistig ist das schon.

  • Moin Freibad,


    im ersten Beitrag geht es noch um die Erweiterung eines einzargigen Volkes auf die zwei Überwinterungszargen. Darauf bezog sich das hochhängen der Baurahmen. Die sollen ja möglichst in der zweiten Zarge hängen und sind ohnehin bienenbesetzt.


    Ansonsten: No baurahmen into the honigraum! Please.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich habe im letzten Jahr gute Erfahrung damit gemacht, beim Aufsetzen des Honigraums (der aus Mittelwänden bestand) aus der oberen Brutzarge eine Randwabe mit in den Honigraum zu hängen und den Platz wieder mit einer Mittelwand aufzufüllen. Die Randwaben in der zweiten Zarge waren bei mir bisher immer unbebrütet und nur mit Honig und Pollen gefüllt. Die Bienen bauen dann zwar zuerst die Randwabe wieder aus, aber der Honigraum wurde trotz Absperrgitter ebenfalls sofort angenommen. Das Brutnest stört man dadurch meiner Meinung nach nicht.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Moin Thomas,


    Futterwaben zwischen MW hoch zu hängen nützt nüschd. Die Randwabe kann genausogut auch unten bleiben. Denn es ist ja egal, ob der Honig dort bei der letzten Abschleuderung noch da ist und dann entnommen wird (oder auch nicht) oder ob Du unter dem Honigraum eine MW anbietest, die in kürzester Zeit wieder ausgebaut und voll getragen wird. Mit Futterwaben kann man Bienen nicht locken. (Also kuzzeitig schon :lol:) Halten kann man sie nur mit Wärme oder mit Brut. Eine gedeckelte Futterwabe bringt aber keine Wärme. (wirklich Volle Honigräume sind fast bienenleer) Außerdem sind die Randwaben der oberen Brut-Zarge ja oft die, indenen noch Winterfutter lagert. Ich entnehme die zur Ablegerversorgung, aber hänge die nicht in einen Honigraum. Pollen ist oben vollig fehl am Platze.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo!


    Aus Ermangelung an ausgebauten Waben habe auch ich schon mal nur MW über Absperrgitter in den Honigraum gehängt. Das Resultat war, dass die Mädls ein bischen an den MW herumgeknabbert hatten ohne sie auszubauen und bei erstbester Gelegenheit als Schwarm am nächsten Baum hingen. Auch ich mag keine bebrüteten Waben im Honigraum (und stoße damit im Verein größtenteils auf Unverständnis). Aber sollte ich wirklich keine ausgebauten Waben für den Honigraum haben, würde ich heute ohne mit der Wimper zu zucken wenigstens eine von unten nach oben hängen.
    Die Bienen tragen den Honig innerhalb des Stockes um. Es lässt sich also nicht ganz verhindern, dass hin und wieder mal was von unten nach oben getragen wird. Warum soll ich pingeliger sein als meine Bienen?


    lg, Stefan

  • Hallo Henry,


    wenn Du das so schreibst, hört sich das sehr vernünftig an, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass es geholfen hat.

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)