Tote Völker II

  • Hallo Imker,


    habe heute bei milden 7°C die Restentmilbung mit Bienenwohl durchgeführt. An einem Standplatz sind 3 von 7 Völkern mausetot :( . Die Toten Völker liegen komplett auf dem Gitterboden und waren alles sehr starke Völker. Alle anderen sind wohlauf und bis auf eines auch recht kräftig. Alle haben ausreichend Futter und sind Ende September nach meinem Ermessen erfolgreich mit AS behandelt worden.
    Kann die Varroa, evt. durch Reinvasion innerhalb von 3 Monaten die Bienen komplett dahinraffen? Sind im Oktober noch Spritzschäden möglich?


    Wünsche allen ein gesundes und erfolgreiches 2005


    zlautz

  • Hallo Zlautz,


    da die Bienen auf dem Bodenbrett lagen, hätte ich getippt, sie wären gestört worden, die Wintertraube hätte sich nicht gebildet. Hätte ja auf die Wespen gepasst.
    Ansonsten sind Ferndiagnosen natürlich schlecht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • zlautz schrieb:

    Hallo Imker,
    habe heute bei milden 7°C die Restentmilbung mit Bienenwohl durchgeführt. An einem Standplatz sind 3 von 7 Völkern mausetot :( . Die Toten Völker liegen komplett auf dem Gitterboden und waren alles sehr starke Völker. Alle anderen sind wohlauf und bis auf eines auch recht kräftig. Alle haben ausreichend Futter und sind Ende September nach meinem Ermessen erfolgreich mit AS behandelt worden.
    Kann die Varroa, evt. durch Reinvasion innerhalb von 3 Monaten die Bienen komplett dahinraffen? Sind im Oktober noch Spritzschäden möglich?
    zlautz


    Hallo zlautz,
    die Gründe, weshalb deine Bienen eingegangen sind können folgendermaßen erklärt werden:
    1. Die Bayer Gegner werden sagen, dass es eindeutig Spritzmittelschäden sind.
    2. Die Bieneninstitute werden sagen, dass es eindeutig an der unzulänglichen Varroabehandlung des Imkers lag.


    Meine These:
    Bis zu 20 % Ausfall ist in der Imkerei normal, diese und auch höhere Ausfallquoten waren auch zu meines Vaters Imkerei, der noch vor dem ersten Weltkrieg mit der Imkerei begann und diese über 6 Jahrzehnte ausübte, normal .
    Diese Ausfallquote musste ich heuer auch an meinen Völkern fesstellen, im Gegensatz zum Vorjahr, wo ich alle überwintert habe. Die Gründe können auch daran liegen, dass das Volk in selbstmörderischer Absicht noch spät umgeweiselt hat oder wie vermutlich bei mir, trotz fortgeschrittetem Bienenjahr einige so spät zugesetzte Königinnen abgestochen wurden um noch andere Gründe, als die eingangs erwähnten aufzuführen.


    Natürlich sollte es zu denken geben, wenn ein Imker alle paar Jahre Totalausfälle hat, aber ansonsten haben wir es eben mit Tieren und der Natur zu tun und dies ist in der heutigen Zeit immer noch nicht nach mathematischen Grundsätzen berechenbar. Auch in der Landwirtschaft gibt es solche "Unberechenbarkeiten" im den Viehställen, machmal hat der Landwirt Jahre dabei, wo viel Nachwuchs, sei es bei den Kälbern oder den Schweinen eingeht, dann gibt es wieder Jahre, wó die Kühe sehr gut trächtig werden oder auch Mehrlingsgeburten haben.


    Wenn du deine 4 Völker über den Winter bringst, schätze dich glücklich und sieh solche Ausfälle als "Gottgegeben" an, ist eben so.

  • Angenommen, die Völker sind an Varroose (oder Varroatose oder wie auch immer) eingegangen, wäre das an den toten Bienen feststellbar? Die Milben müssten sich doch noch in dieser Bienenmasse befinden. Auf den bienen oder lose oder machen sich die Milben aus dem Staub? Werde nächste Woche mal alles unter die Lupe nehmen.
    Im Moment tippe ich auf die Varroa, weil ich mir Gift um diese Jahreszeit nicht erklären kann. die Toten Völker waren Wirtschaftsvölker, die anderen vier auf dem Stand sind Ableger.
    Anfang August hatten die zwei toten einen natülichen Milbenabfall von einer bzw. fünf Milben/Tag, also wirklich nicht bedrohlich. Um den 25.9. herum sind 23, bzw. 16 Milben/Tag gefallen, am 30.9. hab ich mit der Medizinflasche ohne Teller mit 85% AS behandelt, worauf kräftig Milben gefallen sind. Habe leider nicht mehr gezählt, schätze mal zwischen 200 - 400. Seither habe ich nicht mehr die Kästen geöffnet, auch keine Varroas mehr gezählt.


    zlautz

  • Hallo Martin,


    Zitat

    Hallo Michael,
    das mußt Du mir mal erklären, wie Wespen zur Zeit in der sich die Wintertraube bildet ein Bienenvolk dermaßen stören können .
     


    Schau mal den Beitrag "Wespen" von Zlautz.
    Da berichtet er u.a. von Wespen, die seine Völker massiv bei Temperaturen um 0°C bis Ende November, Anfang Dezember belästigt haben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zugegeben Michael, dieses Jahr war sicherlich ein Wespenjahr der Superlative. Doch sind Wespenattacken während dieser Jahreszeiten wohl eher die Ausnahme und ich halte es für eine "Rotkäppchen und der Böse Wolf"-Disskussion. Wenn Tatsächlich ein Bienenvolk solche Massiven Schäden durch Wespenangriffe davongetragen haben sollte, muß man sich wohl eher die Frage stellen, warum es nicht vital genug war um diesem nichts entgegensetzen zu können. Und da landen wir doch gleich wieder beim wahren Übel- beginnt mit V und hört mit a auf :wink: .


    Gruß M. Brandt

  • Hallo Martin,


    ... oder beginnend mit "I" und hört auf mit "r" ...
    Es gibt immer wieder Leutchen, die Völker auf 3 Waben DNM einwintern und sich dann wundern, wenn im darauffolgenden März keine 8 Waben Brut vorhanden sind...

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zlautz,


    wenn die Bienen komplett auf dem Bodenbrett liegen, dann sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an der Varroa eingegangen.
    Varroageschädigte Bienen verlassen auch im Winter die Beute.
    Ein kläglicher Rest verhungert und erfriert.

  • zlautz schrieb:

    Angenommen, die Völker sind an Varroose (oder Varroatose oder wie auch immer) eingegangen, wäre das an den toten Bienen feststellbar? Die Milben müssten sich doch noch in dieser Bienenmasse befinden.
    zlautz


    Hallo Zlautz,


    habe das gleich Problem, auch zwei Völker tot und hatten sich für den kollektiven Tod im Gitterboden entschieden. Das war für mich auch neu.
    Bisher waren die Völker immer in der Traube eingegangen. Also Schweinerrei mäßig. Ich tippe auch nicht auf Varroa oder Gift !
    Bei Gift à la Brandt/Zeisloff, wären sicherlich noch mehr Völker betroffen. Bei Varroa, es gibt eigendlich keinen Grund warum da nicht noch welche leben sollten und ich hatte bereits behandelt !
    Meine Vermutung geht eher in Richtung Königin und Bienen. Vielleicht hat man sich nicht so recht verstanden und zu einander gefunden. Die Völker lebten vor dem letzten Frost auch noch, daher glaube ich das der Kälteeinbruch damit zusammen hängt. Vielleicht verstarben die Königinnen und wurden gesucht?


    Wo kann man den die Bienen auf die Gauschogifte untersuchen lassen ? Und wieviel kostet so etwas ?


    Grüsse :wink:


    @ Michael, also bei mir war der Gitterboden wirklich gut gefüllt. Das waren mehr als drein DNM. Mich stört auch mehr das im Bodenliegen, bei Sprühschaden, wären die auch rausgelaufen und hätten vorm Volk gelegen.

    Bis die Tage, ich komm wieder, keine Frage !

  • Hallo berni,


    mit diesem Spruch habe ich niemanden persönlich angreifen wollen, sorry.
    Allerdings kann man Spritzschäden wohl ausschließen; wer spritzt denn so spät im Jahr noch? Ausser bei Frevel, und da du ja ein umgänglicher Kerl bist, schließe ich böse Nachbarn aus.
    Irgendwie glaube ich, die Bienen sind nicht zur Ruhe gekommen, haben vielleicht (zu) lange gebrütet, eventuell auch die Königin eingebüßt oder so in der Art.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zlautz,


    das deine Völker eingegangen sind kann viele Ursachen haben, da ist eine Ferndiagnose immer schwierig.
    Mögliche Störungen im Winter sind für die Völker schädlich, z.B. Vögel, Mäuse etc.
    Wenn du richtig behandelt hast dann kann es nicht an der Varroa liegen, wie du geschrieben hast sind bis 400 Milben im September gefallen das ist für diese Zeit eigentlich zu viel.
    Da hat deine Behandlung im Sommer scheinbar nicht richtig gewirkt, ich lehne eine Behandlung mit Verdunstern strikt ab weil diese Forum der Behandlung mit AS zu unsicher und ungenau ist.
    Mein Tipp ist wenn man keine Tracht mehr erwartet ende Juli Anfang August sollte man sofort mit der Behandlung beginnen, langen warten kann die Völker schädigen.
    Den natürlichen Milbenabfall beachte ich selbst nicht, der ist mir einfach zu unsicher Ameisen können Milben weg tragen so kann man nie sicher sein, ich mache nach dem Abschleudern erst mal bei jeden Volk eine Behandlung mit Schwammtuch 60 %-65 %
    AS je nach Witterung von oben oder unten pro Volk 22 ml auf 11 DN Waben.
    Man muss bedenken dass heute ein Volk schon bei wenigen Milben Schaden nimmt, früher sind die Völker erst bei paar tausend eingegangen.
    Bis jetzt hab ich ein großes Volk verloren und leider 3 Miniplus Völkchen, eins war scheinbar weiselos das zweite sehr schwach, also wenige Bienen das 3 sehr stark, viel Totfall, Futter hatte alle genug, meine Vermutung liegt bei einer Störung, das 4 Völkchen auf der selben Stelle hatte ein Loch in der Zarge und lebt, Vögel haben ein Loch in die Zarge gepickt, dazu war noch eine Maus in Kasten, leider konnte ich das Loch erst verschließen so bald es warm wird und die Bienen fliegen muss die Zarge ausgetauscht werden und beschädigte Waben gegen neue ersetzt werden.
    Mich wundert diesen Winter dass die Völker sehr unruhig sitzen als sonst,