30-Minuten-Betriebsweise

  • hallo loitz,
    in der adiz hat der schweizer kollege (schuhmacher?) versuchs-imker für eine neue betriebsweise angesprochen, die nur eine 4malige nachschau des volkes nötig machen soll...
    kann mir irgendjemand verraten, was es mit dieser form des imkerns auf sich hat?


    herzlichen grüße und einen guten rutsch!
    gaukler.



    (rutsch kommt übrigens von dem hebräischen wort rosch und meint glück, zufriedenheit etc.!)

  • Liebe Imker,


    die 20- oder 30-Minute-Betriebsweise gefällt mir ganz und garnicht und wenn Ihr Euch die Mühe gemacht habt, die Beiträge dazu bis ins Detail durchzulesen, dann fällt Euch sicher auch auf, daß:


    - das Brutnest mehrfach zerrissen wird.
    - die ältesten Waben für die Honigentnahme vorgesehen sind
    - sämtlicher neuer Wabenbau spät im Jahr ausgebaut wird
    - ein Flugling (Altbienen) nachschafft
    - Umweiselung nicht erkannt werden kann
    - Vermehrung garnicht vorkommt
    usw.


    Ganz ehrlich, wenn ich weniger Zeit an meinen Bienen verbringen wollte, dann hätt ich die nicht und was soll ein Anfänger vom Bien lernen, wenn er nur immer Zargen umschichten darf? Bei einem Imker mit wirklich vielen Völkern kann ich mir das allerdings auch nicht vorstellen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • 'n guten Morgen,
    ich bin immer noch Hinterbehandlungsimker, von frühester Jugend an.
    Nicht, daß ich Magazine noch nie ausprobiert hätte, aber ich imkere lieber im Bienenhaus oder -wagen. Zu DDR-Zeiten haben mein Vater und ich so gut 120 Völker bewirtschaftet, jetzt nur noch Hobby und da zähle ich die Zeit bei den Bienen eher positiv. Es reicht mir schon, wenn man im Berufsleben meint, vielen Leuten nicht mehr die Zeit für vernünftige Arbeit lassen zu können. Lieber wird irgendein Billigschund gestanzt, der letztlich nicht nur dem Kunden teuer kommt - warum die ganze Eile und Hast ? Die Sonne scheint noch ein par Milliarden Jahre - zumindest bei den Bienen sollten wir uns Zeit und Ruhe gönnen und Entspannung suchen. Ein Berufsimker (es muß so 1985 gewesen sein, ich kam ziemlich hektisch nach der Schicht auf dem Acker an) hat mir mal erklärt, daß jeder Tag bei den Bienen eigentlich ein Sonntag sein soll...
    das sehe ich jetzt auch so
    ralf_2

  • Zeit und Bienenmasse.


    Zuerst müssen 2 eingewinterte Vollvölker übereinandergesetzt werden
    um dann im Frühjahr umgeschichtet zu werden (unter Verlust einer Königinn)
    folglich entsteht eine stark erhöhte Schwarmneigung.
    Somit eine abermalige Umschichtung in Form einer Fluglingsbildung nötig.
    Zwei Völker einzuwintern um dann über das ganze Jahr eines einzusetzen ist ein
    Unfug der seinesgleichen sucht.
    Und schlimmer noch daß sich die Institute für so etwas erwärmen können.
    Das System ist keine Arbeitserleichterung sondern verursacht nur MEHRAUFWAND..
    Als Waldtrachtimker wäre das für mich das pure Schreckenzenario.
    Mehr Arbeitsaufwand und geringeren Honigertrag.


    Gruß
    Rainer

  • Moin Rainer,


    als Vergeudung an Bienen kann ich als eher Frühtrachtorienetierter das eigentlich nicht sehen. Mich wundert aber auch, wie die Überwinterung durchgeführt werden soll. Schließlich haben wir einen Flugling und ein Restvolk. Darüber und über die Intergration der Behandlung gegen die Milbe sagt der Erfinder leider nichts. Und viel Zeitersparnis läßt sich erreichen, wenn Völker über einen Kamm geschoren werden, nur muß man sie dafür nicht umschichten. Fluglinge darf auch jeder andere Imker bilden und wenn er mag auch gleich am ganzen Stand.


    Aber noch ein anderer Aspekt: Meldetermin für die Völkerzahl ist der 31.12. 24:00 Uhr. Da hat der 20-Minuten-Doppelvollkimker immer Flugling und Restvolk. Im Frühjahr und das ganze Jahr über, hat er immer nur die Doppelvölker, bis er wieder Fluglinge bildet. Wieviele Völker soll nun der 20-Minuten-Imker melden? Und wie errechnet sich der Honigertrag pro Volk oder pro Doppelvolk? :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Es wird eine überwinterte Königinn im Frühjahr aussortiert,es entsteht ein Brutwabenschwund für die Waldtracht.
    Zwei ausgewinterte
    Vollvölker erzeugen für die Waldtracht
    immer mehr Bienenmasse und Honig ,als ein schon im Abbau befindliches Groß-Volk.
    Als Frühtrachtimker kann ich mir zudem auch einfachere Verstärkungssysteme vorstellen.


    Gruß
    Rainer

  • Moin Rainer,


    Zitat

    Als Frühtrachtimker kann ich mir zudem auch einfachere Verstärkungssysteme vorstellen.

    Das stimmt ohne Zweifel. Zum Beispiel aus drei mach zwei oder den halben Stand so verstellen, daß die Hälfte der Völker die Flugbienen an die andern verliert.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,
    oder Bienen haben, die ohne Verstärkung einfach stark genug sind, eine
    Frühtracht einzubringen.
    Und die Grundlage wird dafür schon im Sommer gelegt, nicht erst im Frühling.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.