"Gereinigtes" Bienenwachs

  • Hallo Forum,


    wie kurz in einem anderen Beitrag angeklungen, ist es dem Team um Dr. Wallner aus Hohenheim gelungen, Bienenwachs so zu reinigen, dass keinerlei Spuren von Coumaphos (Perizin) mehr darin verbleiben.
    Er hat bei einer Veranstaltung in 2003 einmal Fotos gezeigt: das Wachs ist farblos, fast durchsichtig.
    Damals war er soweit, das Wachs an Bienen zu testen und eine Mothode zur großtechnischen Herstellung zu entwickeln.
    Ich glaube, dieses Thema kann man kontrovers diskutieren, weiß jemand, wie die Sache weiter ging?
    Gibt es "gereinigtes" Wachs am Markt?
    Vielleicht wissen die Imkerkolleg/innen aus BW und Umgebung mehr zu diesem Thema?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    Schau mal im Forum unter Bienen/Allgemeines: den Beitrag "Jetzt wieder Perizin für Alle".


    Es ist der Kurzbericht von Dr. Wallner über die Versuche, die Firma welche die gereinigte Mittelwände anbietet wird auch genannt.


    Grüße


    Eric

  • Hallo Miteinander,
    jetzt stehe ich daneben! Was hilft eine Reinigung der Waben, wenn ich doppelzargig überwintere und dann im Frühjahr der Honig in der 2. Überwinterungszarge eingetragen wird, auch geschleudert wird, was bei dieser Betriebsweise so ist. Wann reinige ich diese Waben und wozu, da habe ich doch schon den Honig drin. Auch bei einer Dadantbeute schleudere ich ab und zu eine volle Wabe aus dem Brutraum, da laufe ich doch auch wieder Gefahr im Honig Rückstände zu haben oder will man dann nur noch mit Wachsprobenanalysen dem Kunden aufwarten!
    Wer erklärt mir das?

  • Nee, Xaver,


    man reinigt keine Waben.
    Man verkauft Mittelwände aus gereinigtem Wachs. Das ist alles.
    Im Klartext: Man kann schön Werbung machen
    "Bei uns bekommen sie rückstandsfreie Mittelwände"
    Imker freut sich und kauft.
    Und kippt wieder brav Perizin (oder andere Chemie) in die Völker, weil, man kann ja wieder alles rausfiltern.



    @ Eric
    Kann den Link nirgends finden, sorry, auch die Suchfunktion hilft nicht weiter.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Hallo Michael,
    das weiß ich natürlich, dass man keine Waben reinigen kann, habe mich da etwas unglücklich audgedrückt. Ausgerechnet du solltest das doch wissen, da du mir doch mal wegen meiiner Biomittelwände eine vor den Bug gefahren hast :lol::lol: , aber erklär mir wie du es verhindern würdest, dass das reingeschüttete Perizin bei dopplezargiger Überwinterung nicht in den Honig kommt.


    @ Hallo Erik (c) war keine Absicht!

  • Hallo Xaver,


    genau da liegt ja der Hund begraben.
    Kein Mensch kann das verhindern.
    Und daher stehe ich dieser Sache höchst kontrovers gegenüber.
    Aber viele Leute werden froh sein, nicht mehr mit Säure o.ä. im Winter arbeiten zu müssen.
    Zumal sie mich nicht betrifft, mein Wachskreislauf funktioniert tadellos ohne zugekaufte MW.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Eric Zeissloff schrieb:

    Hallo Michael,


    Den Link darf ich hier nicht reinsetzen, du musst im richtigen Forum suchen!
    "im Forum" sollte nicht in diesem Forum bedeuten!


    Grüße
    Eric


    Kein Problem, ich denke mal
    http://www.unser-imker.de


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Michael schrieb:

    Hallo Xaver,
    Aber viele Leute werden froh sein, nicht mehr mit Säure o.ä. im Winter arbeiten zu müssen.
    Zumal sie mich nicht betrifft, mein Wachskreislauf funktioniert tadellos ohne zugekaufte MW.


    Hallo Michael,
    ich muss eingestehen, als ich vor ca. 1 Woche meine abschließende Varrobedampfung gemacht habe, wobei ich ca. 10 min pro Volk rechnen muß und es dann zu schneien begann, ich schon wie ein Schneemann aussah, dachte ich mir, wie einfach und schnell es doch sei, so im "Vorbeigehen" ein paar Spritzer Gift in die Beuten zu geben, aber dann siegte ich über den inneren Schweinehund und ich sagte mir: Nächstes Jahr kannst du wieder Honig ernten ohne Rückstände, gegenüber deiner Familie hast du ein gutes Gewissen, wenn sich die Kinder Honig aufs Brot schmieren, gegenüber dem Kunden kannst du gute Argumente und wieder ein Jahr mit Untersuchungsergebnis (NN) Nichts Nachweisbar und ich war ein stolzer, zufriedener Schneemann. :lol::lol:

  • Hallo Xaver,


    siehste, es wäre toll, alle würden so denken.
    Aber gegen die Faulheit ist leider kein Kraut gewachsen.


    @ Hartmut
    Jetzt hab ichs kapiert.
    Merci

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo zusammen
    Wenn ich hier so lese, oh Mann, hab ich ein reines Gewissen. :o
    Bei mir kommt nur Drohnenwabenschneiden, AS und MS zur Anwendung.
    Ach so, Reduzierung des Befalls durch Schwärmen, aber das ist ungewollt, da ich mit der "Kippkontrolle" so meine Probleme habe. :-? 
    Oxalsäure?,Alternative?Aber wie ich in der neuesten Ausgabe "Die Biene" heute lesen kann, ist die Oxalsäure- Anwendung immer noch nicht legal (lt. Dr. Alfred Schulz, Mayen), also auch nix für mich.


    Seit einiger Zeit hab ich auch Bedenken gegenüber den üblichen Rückstandsuntersuchungen, denn die suchen ja nur nach den allgemein gebräuchlichen Behandlungsmitteln. Auf Pestizide, Insektizide und Umweltgifte wird ja nicht untersucht, oder? Also, wer kann dann schon mit reinem Gewissen sagen: Meine Honigprodukte sind sauber?
    Michael : Wenn ich meinen eigenen Wachskreislauf habe, kann ich oben genannte Behandlungsmittel ausschließen. Was aber ist mit der jährlichen Anreicherung der anderen Mittel, die wird doch von Jahr zu Jahr höher, oder? Gibt es da bezahlbare Untersuchungen in Deutschland, und wenn ja, wo?

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Guido schrieb:


    Seit einiger Zeit hab ich auch Bedenken gegenüber den üblichen Rückstandsuntersuchungen, denn die suchen ja nur nach den allgemein gebräuchlichen Behandlungsmitteln. Auf Pestizide, Insektizide und Umweltgifte wird ja nicht untersucht, oder? Also, wer kann dann schon mit reinem Gewissen sagen: Meine Honigprodukte sind sauber?


    Hallo Guido,
    ich kann sagen, ich bin mir sicher, dass mein Honig sauber ist, dazu stehe. Ich benutze als MW, bis ich meinen eigenen Wachskreislauf habe, Bio- Umstellungswachs http://www.honigmayerhofer.de/Wachs.jpg aus Afrika, das nach sämtlichen Varroabehandlungsmitteln und nach 70 Spritzmittelrückstände untersucht worden ist. Durch meine Hand kommt kein Gift ins Bienenvolk, meine Umwelt ist sauber und sollte wirklich eine Biene mit Umweltgiften in Berührung kommen, schafftst sie es normalerweise nicht mehr in den Stock zurück.

  • Hallo Honigmayerhofer,
    auch ich besitze genanntes Bio-Umstellungs Wachs mittelafrikanischer Herkunft, ich bin damit sehr zufrieden. Auch kommen nur org. Säuren in meine Völker. Ich habe meinen Honig mehrfach auf bekannte Rückstände untersuchen lassen. Aber meinen Bienen kann ich nicht hinterherfliegen und sie kontrollieren. Ich denke, dass einige Umweltgifte trotz der "sauberen" Umwelt im Wachs landen. Nicht alles was giftig ist, bringt die Bienen gleich um. Leider. Gifte können sich schleichend addieren. Das Wachs gibt die löslichen Stoffe nicht mehr her. Es saugt sich wie ein Schwamm damit auf. Eben so lange, bis es gesättigt ist und die Fremdstoffe dann ab einer gewissen Schwelle an den Honig abgibt. Deshalb breche ich meinen Wachskreislauf auf und werde nur noch Baurahmenwachs und Ähnlliches zu Mittelwänden verarbeiten.
    Gruß
    Simon