Drohnenbrut im Winter

  • Liebe Imkerfreunde,


    bei der letzten Gewichtskontrolle bemerkte ich, dass eine Futterzarge extrem leicht war, obwohl nach der Auffütterung ca. 20kg Honig vorhanden waren. Ich habe darauf hin die Rähmchen gezogen. Die obere Zarge war fast leer, und in der unteren Zarge befanden sich zwei Handteller große Flächen verdeckelte Drohnenbrut und wenig Futter. Das Volk ist auch nicht so stark, wie die beiden anderen.
    Wie kann so etwas passieren? Hat eventuell eine stille Umweiselung stattgefunden, und ich habe jetzt eine unbegattete Königin im Volk?
    Auf die Schnelle habe ich erst einmal 4 Futterwaben aus den anderen Völkern eingeschoben. Aber wie geht es jetzt weiter? Ist das Volk noch zu retten?


    Ich wünsche allen Forumsimkern ein schönes Weihnachtsfest


    Viele Grüße
    Lutz

  • Hallo,
    wahrscheinlich ist das Volk drohnenbrütig und nicht mehr zu retten.
    Dafür spricht die starke Zehrung und die Drohnenbrut.
    Um diese Jahreszeit ist hier nichts sinnvolles zu empfehlen, wahrscheinlich wird das Volk das Frühjahr nicht überleben,
    meint ralf_2

  • Hallo,
    ich schließe mich Ralf nahtlos an.
    Da du jetzt eh nichts sinnvolles veranstalten kannst, lass das Volk in Ruhe bis zur Frühjahrsrevision.
    Dann kannst du schauen, was noch lebt.
    Ein solches Volk würde ich auch jetzt nicht einem anderen Volk aufsetzen.
    Lass es in Ruhe.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • im Falle eines drohnenbrütigen Volkes in dieser Jahreszeit nehme ich prinzipiell einen Schwefelfaden und bringe es um.
    Drohnenbrütige Völker sitzen unruhiger, zehren mehr und so ist es sehr häufig, dass im Frühjahr fast keine Bienen mehr leben, aber die Waben total bekotet sind und damit kann man diese Waben nur noch einschmelzen. Wenn ich das Volk umbringe, so kann man eventuell die Waben noch retten. Auch bekotete Beuten sauber zu kratzen ist aufwendiger, als unbekotete.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin Lutz,


    um mich meinne Vorrednern anzuschließen kann ich nur sagen, vor allen "wörsche jetz nich noch in andern Völkern rum!" Die brauchen ihr Futter und ihre Ruhe. Obwohl ich ein Weichei bin neige ich zur Wustmannschen-Methode. Nur hätte ich das Drama wohl erst im Frühjahr unter "Ausgestorben" bemerkt. Reinkucken im Winter bringt eben wirklich nichts, außer Gewissensbissen.


    Wenn Du die Bienen teilweise retten willst und Du auch solche hohen Temperaturen hast, kannst Du die Bienen auch auf ein Anlaufbrett vor ein anderes Volk fegen und durch ein Absperrgitter einziehen lassen. Aber ob das wirklich DIE Lösung ist? Sind es denn wirklich viele?


    Besser man schaut nicht hin und kümmert sich im Frühjahr um die Völker, die einem der Winter gelassen hat.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder