Preisentwicklung

  • Hallo !


    Am letzten Wochenende habe ich mir mal eine Auszeit gegönnt, und bin mit meiner Frau über verschiedene Weihnachtsmärkte in der weiteren Umgebung geschländert. Zu meiner großen Verwunderung wurde hier der gute Honig im DIB Glas regelrecht verschleudert. 500g Rapshonig lagen in einer Preisspanne zwischen 2,90 € u. 3,50 €, Waldhonig zwischen 3,50 und 4,00 € usw. . Gerade auf den Märkten mit hohen Standgebühren und meheren Mitbewerbern wurde kräftig der Rotstift angesetzt. Ein "Run" auf die Stände hatte trotzdem nicht eingesetzt............ :o :o :o
    Das was man beim Honig im Preis runtergegangen war, sollte wohl mit horrenden Kerzenpreisen wieder reingeholt werden. Da lag man sehr einheitlich bei 20-25 € je Kg/Kerze :-?:-?:-? .
    In anbetracht der Tatsache das die Standgebühr und das stehen in der Kälte ja auch ihren Preis hat frage ich mich allenernstes wo das hinführen soll ? Das Maß voll machte dann heute ein DIB Glas mit Rapshonig (500g) in dem Schaufenster eines edelen Feinkostladens in unserer Stadt: 3,35 € :evil::evil::evil: 
    Hab ich irgendetwas nicht mitbekommen ? Kann ich nicht mehr rechnen ? Sind viele Imker einfach zu blöd einen vernünftigen Preis zu verlangen ?
    Kommt mir jetzt bitte nicht mit dem Argument das die Leute kein Geld mehr haben, die Spareinlagen unserer hiesigen Sparkassen waren noch nie so hoch wie heute, und als ich letzte Woche den Familienurlaub für den Herbst 2005 buchen wollte, mußte ich mir anhören das bereits alle Flüge in die Sonne von den Flughäfen hier im Norden ausgebucht sind.


    Beste Grüße


    Frank


    www.bienenpower.de

  • Zitat

    Sind viele Imker einfach zu blöd einen vernünftigen Preis zu verlangen ?


    genau so! ...weil sie nicht kalkulieren sondern sich selbst betrügen..... die Unterschiede zwischen Beitragsdeckungsrechnung und Volkostenrechnung haben einige auch noch nicht begriffen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Ihr!


    Genau so ist es! Der Preisverfall von Honig (besonders auf Weihnachtsmärkten) ist katastrophal! :(:evil: 
    Wie soll denn da der Kunde noch erkennen wie wertvoll unser Honig ist?!

  • Hallo,


    die Ernte war in viele Regionen sehr gut, von einen Großimker hab ich die Tage erfahren das die Großhandelspreise für Blütenhonig eingebrochen sind.
    Vor einigen Wochen hat bei mir jemand wegen Honig angerufen und wollte fürs Kg 1-1,5 Euro geben, ich sagte für den preis verkaufe ich nicht.
    So kann man sehen das der Preis zur zeit sehr schlecht ist, wenn der Trend weiter so anhält, lohnt nicht mal der Völkerverkauf im Frühjahr. Aber sollte das kommende Jahr eine schlechte Ernte geben steigen die Preise ganz schnell wieder, so eine schlechte Zeit war vor einige Jahren mal, es brauchte zwei Jahre bis die Lager leer waren.

  • Es war vermutlich gute Honigernte in Deutschland. Bei uns in Lettland es ist umgekehrt. Im Frühling alle Blüte waren gefroren, Mitte Mai bis -7 Grad Nactfroste, später das ganze Sommer fast ohne Sonne, kalt und regnerisch. Nur Heide war mehr order weniger OK und Raps&Buchweizen. Es fehlt heimische Honig auf dem Markt, der Preis auf dem Markt(Direktverkauf) ist gestiegen auf 8 Euro/kg und das ist noch billig. (letztes Jahr es war 5 Euro und weniger).

  • Hallo zusammen,


    da hilft kein Jammern und kein Flehen, selbst die gebetsmühlenartige Wiederholung in den Imkerzeitschriften den Honigpreis "angemessen, stabil und nicht niedriger als die Importware" zu halten fällt nicht auf fruchtbaren Boden.
    Würden diese Imker sich selbstständig von ihrem Honigverkauf ernähren müssen, wären sie längst verhungert.
    Aber bei Diskussionen in punkto Betriebsweisen, Rassen, Rähmchenmaß, u.v.m. halten sich dann alle für die Schlausten.


    Gruß
    Matthias




  • Auf den Wochenmärkten ist zur Zeit aus Seiten der Anbieter nicht mehr zu holen.
    Wenn ich mich in die Kälte stelle will ich eine Gewinnspanne von 50-100%
    haben. Und die erzielen sie auch(über 100%) wenn man als Basis den Großhandelspreis heranzieht von ca 2,5 Euro das Kilo.


    Gruß
    Rainer

  • Das Problem für den Berufimkern-meistens von Imkern sind Hobby oder Nebenserwerb. Das erlaubt vielen die Kosten von andere Quellen finanzieren (oder genauer -subventionieren). Man kann in Imkerzeitschriften schreiben so viel wie wir wollen, da wird nicht viel helfen. Für meisten die Imkerei macht Spass -die Angler auch konnten günstiger die Fische im Supermarkt kaufen. Das unterschiedliche bei Honig ist das es bleibt mehr oder weniger übrig zum Verkauf und das in vielen Fällen beeinflussigt der Markt, besonders bei guten Honigjahr, wenn es ist schwieriger zu verkaufen und der Preis geht runter. Die Berufimker haben Grund böse zu sein, weil das ist ihre einzige Brot (das gilt teilweise auh für Nebenserwerb), aber eigentlich die Hobby-Imker sind nicht schuld. Die Hobby-Imker sind mehr wettbewerbsfähig weil die können subventionieren und brauchen nicht so viele Investitionen bezahlen. Das einzige was Berufsimker machen können ist billiger und mehr produzieren und kreativ in Verkauf zu arbeiten (leider das gelingt nicht jedem, weil produzieren und verkaufen sind sehr unterschiedliche Sachen). Nicht der billige heimische Honig ist der grosste Gefahr, sondern das Import aus Länger wo Klima, Nektarqullen, die Preise für Benzin und Zucker, Arbeitslohnkosten und die Regeln sind viel günstiger. Wenn der Staat (oder EU) braucht die Bienen, man muss auch Unterstutzung haben (wie beim Weizen oder Zuckerrüben u.a.). Der andere Weg-Einfuhrszoll ist nicht mehr möglich. Noch eine Alternative- ständig "beweisen" das Honig aus China hat Rückstände von Arzneimittel usw. und der Einfuhr zu verboten auch ist nicht für lange Zeit.
    Ich wollte nur sagen, das die Berufimker sollen versuchen nicht böse auf Hobbyimkern zu sein, auch wenn es vielleicht sehr schwer fällt. Jedem der "eigene Hemd" ist näher und es ist schwer verlangen das jeder "staatlich"denkt. Wir sind sehr kleine Anteil von Gesellschaft (bei uns sind 3000 Imker und 2.300.000 Bewohner, das macht aus 0.13%) und niemand andere wird an uns denken ausser uns. Die Interessen von diesen 0.13% sind auch sehr verschieden, aber ich bin überzeugt das 99% von 0.13% haben eines gemeinsam- die Liebe für Bienen.
    P.S. Ich wollte auch nicht sagen, das alle Hobbyimker billig Ihr Honig verkaufen.

  • Das Problem für den Berufimkern-meistens von Imkern sind Hobby oder Nebenserwerb. Das erlaubt vielen die Kosten von andere Quellen finanzieren (oder genauer -subventionieren). Man kann in Imkerzeitschriften schreiben so viel wie wir wollen, da wird nicht viel helfen. Für meisten die Imkerei macht Spass -die Angler auch konnten günstiger die Fische im Supermarkt kaufen. Das unterschiedliche bei Honig ist das es bleibt mehr oder weniger übrig zum Verkauf und das in vielen Fällen beeinflussigt der Markt, besonders bei guten Honigjahr, wenn es ist schwieriger zu verkaufen und der Preis geht runter. Die Berufimker haben Grund böse zu sein, weil das ist ihre einzige Brot (das gilt teilweise auh für Nebenserwerb), aber eigentlich die Hobby-Imker sind nicht schuld. Die Hobby-Imker sind mehr wettbewerbsfähig weil die können subventionieren und brauchen nicht so viele Investitionen bezahlen. Das einzige was Berufsimker machen können ist billiger und mehr produzieren und kreativ in Verkauf zu arbeiten (leider das gelingt nicht jedem, weil produzieren und verkaufen sind sehr unterschiedliche Sachen). Nicht der billige heimische Honig ist der grosste Gefahr, sondern das Import aus Länger wo Klima, Nektarqullen, die Preise für Benzin und Zucker, Arbeitslohnkosten und die Regeln sind viel günstiger. Wenn der Staat (oder EU) braucht die Bienen, man muss auch Unterstutzung haben (wie beim Weizen oder Zuckerrüben u.a.). Der andere Weg-Einfuhrszoll ist nicht mehr möglich. Noch eine Alternative- ständig "beweisen" das Honig aus China hat Rückstände von Arzneimittel usw. und der Einfuhr zu verboten auch ist nicht für lange Zeit.
    Ich wollte nur sagen, das die Berufimker sollen versuchen nicht böse auf Hobbyimkern zu sein, auch wenn es vielleicht sehr schwer fällt. Jedem der "eigene Hemd" ist näher und es ist schwer verlangen das jeder "staatlich"denkt. Wir sind sehr kleine Anteil von Gesellschaft (bei uns sind 3000 Imker und 2.300.000 Bewohner, das macht aus 0.13%) und niemand andere wird an uns denken ausser uns. Die Interessen von diesen 0.13% sind auch sehr verschieden, aber ich bin überzeugt das 99% von 0.13% haben eines gemeinsam- die Liebe für Bienen.
    P.S. Ich wollte auch nicht sagen, das alle Hobbyimker billig Ihr Honig verkaufen.

  • Hab ich irgendetwas nicht mitbekommen ? Kann ich nicht mehr rechnen ? Sind viele Imker einfach zu blöd einen vernünftigen Preis zu verlangen ?
    Kommt mir jetzt bitte nicht mit dem Argument das die Leute kein Geld mehr haben, die Spareinlagen unserer hiesigen Sparkassen waren noch nie so hoch wie heute, und als ich letzte Woche den Familienurlaub für den Herbst 2005 buchen wollte, mußte ich mir anhören das bereits alle Flüge in die Sonne von den Flughäfen hier im Norden ausgebucht sind.


    Hallo Frank


    Was soll ein Imker machen der nunmal viel Honig hat und wenig Kunden?
    Es ist wie an der Börse Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wobei wir in Deutschland benachteiligt sind weil wir nicht zu Weltmarktpreisen anbieten können.
    Das mit den Spareinlagen stimmt nur zum teil. Die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Frag mal eine Familie mit mehreren Kindern wo nur einer Verdient.
    Auch der Zuckerpreis kommt ins rutschen wenn die Subventzionen für den Zuckerrübenanbau fällt. Dann können wir auch billigeres Bienenfutter kaufen.


    gruß
    Arno

  • Arnix, da gibt es nur ein Rezept...


    Ich produziere so viel Honig, wie ich vernünftig absetzen kann.


    Leicht gesprochen, ich weiß, aber seinen Kundenstamm kennt man. Wenn man seinen Hintern bewegt, dann findet man sogar noch neue Absatzmärkte. Wenn auf jedem Markt ein neuer Kunde bleibt, dann hat er sich doch schon gelohnt, oder?


    Ich spiele auch nicht in der Hochpreisliega... 3€ pro Pfund. Bei uns ein guter Kompromiss (2,50€ - 3€). Bei dem Preis kommen die Leute zu mir. Und mein Honiglager ist im April leer. Eigentlich ideal.


    Ich bin heuer im Preis um 20ct. nach oben. Ein paar sind weggeblieben, wie gesagt, es geht bei uns billiger, aber es sind alle wieder gekommen. War meine Qualität doch nicht so schlecht...


    Was ich machen würde, wenn ich Honig nicht verkaufen könnte? Dann würden die Ochsenfurter an mir nichts verdienen. Ganz einfach. Die paar hundert Euro Futtergeld würde ich mir sparen.


    Gruß Frank


  • Ich spiele auch nicht in der Hochpreisliega... 3€ pro Pfund. Bei uns ein guter Kompromiss (2,50€ - 3€). Bei dem Preis kommen die Leute zu mir. Und mein Honiglager ist im April leer. Eigentlich ideal.


    Hallo Frank


    Also Ich habe immer mindestens für zwei Jahre Honig, es kann ja auch mal ein Fehljahr dabei sein.



    Was ich machen würde, wenn ich Honig nicht verkaufen könnte? Dann würden die Ochsenfurter an mir nichts verdienen. Ganz einfach. Die paar hundert Euro Futtergeld würde ich mir sparen.




    Bei Mir bleibt manchmal die hälfte des Honigs in den Völkern, somit hab Ich am wenigsten Arbeit.


    Gruß
    Arno

  • Hallo Arno,


    so viel Honig möchte ich mir nicht auf Lager legen. Sicher, wenn noch ein oder zwei Eimer da sind, wenn der neue Honig kommt, ist das ok.


    Mir ist es so gelernt worden, dass ich nur so viel produziere, wie ich auch absetzen kann. Freilich kann er dann einmal nicht langen...
    Aber soll ich deswegen so viel Kapital brach liegen lassen? Ich finde nein. Ich möchte nicht reich werden, aber eine neue Selbstwendeschleuder würde mir schon gefallen...


    Nur, wie oft ist das in den letzten Jahren passiert? Von absoluten "Hungerjahren" haben mir die "alten" Imker eigentlich nichts erzählt. 2003 und 1947 waren "dürre" Jahre...


    Nächstes Jahr habe ich meine ersten Vollvölker auf 1,5 Zander. Da werde ich versuchen ein paar Völker auf Eigenhonig zu überwintern, oder zumindest auf einen größeren Anteil. Wahrscheinlich verhonigen mir die Brutnester erst einmal gnadenlos. Ich bin jedenfalls gespannt.


    Gruß Frank

  • Lieber Frank , was soll der Blödsinn ? :


    Zitat

    Ich spiele auch nicht in der Hochpreisliega... 3€ pro Pfund. Bei uns ein guter Kompromiss (2,50€ - 3€). Bei dem Preis kommen die Leute zu mir. Und mein Honiglager ist im April leer. Eigentlich ideal.


    Seit 1978 verkaufe ich Honig aus eigener Produktion. Schon damals hat mein Honig schon 7,00 DM gekostet. Auch zu dem damaligen Preis häte ich schon mehr Honig verkaufen können, als ich zur Verfügung hatte. Das ist bis heute so geblieben.


    Jeder Preis unter 4,00 Euro/ 500 g. Glas ist Dumping und absolut nicht kostendeckend. Selbst 4,00 Euro / 500 g. sind absolut nicht kostendeckend.
    Der Rest über 4.00 Euro bis zur Kostendeckung ist eben Hobby oder Menschenfreundlichkeit.
     
    Gruß Fridolin
    www.imkereibrandt.de