Kandierter Blütenhonig - Wie cremig machen?

  • Hallo Zusammen!


    Ich hab mal wieder eine Frage!
    Es geht darum, dass ich einen Eimer Löwenzahnhonig habe, den ich nicht grührt habe und der jetzt ganz fest ist. Nun meine Frage: Ich hätte ihn gerne wieder in cremiger Konsistenz. Wie mach ich das? Soll ich ihn im Wärmeschrank vorsichtig wiederverflüssigen, oder gibt es einen anderen Trick?


    Vielen Dank im Voraus!
    Moritz Voigt

  • Hallo Moritz,
    wenn Du keinen Wert auf Sortenreinheit legst kannst Du Deinen Honig impfen.
    Habe zu diesem Zweck einen Honigeimer mit feingerührtem Rapshonig.
    Erst den festen Honig auftauen und dann kannst Du ca 10-20% von dem feinkremigen untermischen. Dieser sollte auch ca 25CGrad haben. Danach alles gut durchrühren.


    Habe festgestellt, dass geimpfter Honig auch nach Lagerung besser cremig bleibt.
     :lol:


    Hoffe das hilft Dir weiter.


    Gruß
    Franky

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Moritz Voigt schrieb:

    ich hätte ihn gerne wieder in cremiger Konsistenz. Wie mach ich das? Soll ich ihn im Wärmeschrank vorsichtig wiederverflüssigen, oder gibt es einen anderen Trick?


    Hallo Moritz,


    wenn obiges bedeutet, dass Du einen Wärmeschrank besitzt, dann überlies folgende Zeilen:


    Ich benutze einen Einkochautomat (den man - heute kaum noch - zum Einkochen von Gemüse oder Obst in Gläsern verwendet), fülle diesen mit genügend (Regen)Wasser und stelle den Honigeimer hinein (auf 3 Holzklötzchen als Abstandhalter zur Heizfläche).


    Um die Wärmeverluste gering zu halten, habe ich mir aus Styropor einen Kasten zusammengeklebt und stülpe diesen darüber.


    Viele Grüße
    Erich

  • Hi Moritz,
    da ich ein sehr neugieriger Mensch bin, würde ich mich über Dein Ergebnis sehr freuen.
    Übrigens der Tipp von Erich is super. Du musst allerdings aufpassen was Dein Gerät für eine Mindesttemperatur hat.
    Bei meinem sind es 50Grad. Ich muss somit spätestens kurz vor 40 Grad den Stecker ziehen.



    Gruß
    Franky

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo!
    Also Ich hab den Honig verflüssigt und cremigen Rapshonig gut untergerührt. Das Ergabniss war ein wunderbar cremiger Honig der sich leicht abfüllen lies und seine Konsistenz gut beibehält!


    Falls ich etwas vegessen habe, oder du noch etwas wissen möchtest stehe ich gerne für weitere Informationen zur Verfügung!


    Moritz

  • Hallo, ich habe dasselbe Problem mit dem Erwärmen und Rühren.


    Ich habe in der Küchenmaschine eine Schüssel ca. 3 kg schon einige Male auf Stufe 1 eingeschaltet. Bin gespannt, wie das rauskommt.
    Im Eimer ist noch mehr, den ich mit dem Hand-Rührer bearbeite. Wie oft und wie lange muß ich von Hand rühren?
    Wenn der Honig im Glas ist, und wieder grobe Kristalle gebildet hat, war die Mühe umsonst. Wie kann ich erkennen, wann es für ein zufriedenstellendes Ergebnis ausreicht?

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Also, ich habe jetzt mal folgendes ausprobiert:


    Abgefülltes Glas mit knochenhartem Honig in Mikrowelle, 900W / 60 Sec.
    Deckel lose aufliegend.


    Sofort im Glas gerührt. Ergebnis: Feincremiger Honig, der jetzt seit 1 Monat cremig ist.


    Durch den aufliegenden Deckel ist oben eine Kappe nicht geschmolzen.
    Sie war also kälter.
    Die habe ich mit untergerührt, bis sie fein verteilt war.


    Beim nächsten Test heute messe ich mal die Temperatur in der Glasmitte.
    Ich habe den Eindruck, daß es innen kühler ist als außen.


    Meine Theorie: Wassermoleküle im Honig erhitzen sich und verteilen die Wärme an den umgebenden Honig.
    Die Wassermoleküle werden evtl. sehr heiß, geben aber die Wärme direkt an die Ho-Moleküle weiter, wodurch sich die Gesamtwärme in Grenzen hält.
    Aber wie gesagt, ich messe das mal.


    Nächstes Jahr lasse ich mal den HMF-Wert bestimmen: Frischen unerwärmten Honig kristallisieren lassen und zum Vergleich einen Mikrowellen Honig.


    Bin gespannt.


    Hat das von Euch schon mal jemand probiert.


    Wenn der HMF-Wert unten bleibt, wäre das die ideale Lösung, harten Honig portionsweise verkaufsfertig zu machen...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin, Hardy,
    gehen tut das, gar keine Frage, aber
    a) ist im Glas rühren meiner Ansicht nach ziemlich mistig (*klecker-kleeeb*),
    b) bist du dicher, daß dann danach deine Einwaage noch stimmt?,
    c) zuviel Arbeit,
    d) glaube ich nicht, daß die ganzen Enzyme das unbeschadet überleben,
    e) ist HMF für Menschen völlig wurscht und ungiftig.


    *Mikrowellierter* Honig ist für mich kein Honig mehr, sondern eher was in der Klasse wie hochverarbeitete Produkte, ultragefiltert z.B.
    Aber das sind nur meine 2 cent....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabine,


    wenn eine Charge im Glas knochenhart ist, kommst Du an Arbeit nicht vorbei.
    Mikrowelle ist erheblich schneller, als Gläser auftauen, ausschaben in einen Hobbock, cremigrühren, Gläser spülen, wieder alles neu abfüllen.


    Und nein, die Einwaage stimmt dann nicht mehr. Deshalb offenes Glas daneben und Waage und wieder angleichen.


    Mit HMF hast Du Recht - ist eigentlich egal. Allerdings, wenn HMF nach der Prozedur niedrig ist, kann den Enzymen auch nicht viel passiert sein.


    Ich messe heute auf jeden Fall mal die Temperatur. Wenn die vergleichbar ist mit Wärmeschrank, sehe ich da kein Problem.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hai, Hardy,
    ist es aber denn nicht besser, den ganzen Honig in z.B. 5 oder 10kg Plastikeimern mit Deckel zu lagern und erst bei Bedarf ganz konventionell aufzutauen?
    Muß ja nicht immer Hobbock mit zig Kilos auf einmal sein.
    Und *ich* würde auf jeden Fall Wasserbad/Wärmeschrank vorziehen, so als Kunde.
    Und nein, ich hab kein Problem mit "Strahlen" der Mikrowelle :lol: aber ich mag die Dinger wirklich nicht (außer zum Farbe-in-Wolle fixieren).:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Imkers,
     
    dass ich den Honig impfen soll, verstehe ich nicht ganz.
     
    - Ich erwärme einen Eimer vorsichtig im Einkochautomat (nicht über 38°)
    - Nach etwa 12-16 Stunden ist er noch nicht ganz verflüssigt, der Kern ist noch kristallin
    - nach etwa 5-10 min rühren ist der kristalline Kern mit den flüssigen Honig vermischt. Wenn im Eimer keine Festanteile mehr erkennbar, beim Rühren keine Schlieren sichtbar, der Honig eine schöne gelbe Farbe und zähe Konsistenz hat, bleibt mein Honig wunderbar cremig.
     
    Der Sinn des Impfens liegt doch darin, viele kleine Kristallisationskerne im Eimer zu verteilen. Dazu brauche ich aber keinen Impf-Honig (Raps), ich bekomme das auch anders gebacken.
     
    viele Grüsse
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.