--Schleuderräume-- Wie effektiv arbeiten wir???---

  • --Schleuderräume-- Wie effektiv arbeiten wir???---


    Hallo


    ich möchte mir einen neuen Schleuderraum einrichten und stelle daher möglichst breit gefächert folgende Fragen an alle:(OST-WEST-NORD-SÜD)
    Wo schleudert ihr??
    Wie groß ist euer Schleuderraum.
    Welche Tätigkeiten verrichtet ihr noch darin.
    Wie ist er ausgestattet.
    Wie füllt ihr ab? (Maschinell.)
    Dankbar wäre ich für Skizzen oder noch besser Fotos. Am besten per Mail.
    Wem dass nicht möglich erstatte ich dass Porto.


    Ich hoffe hier ein möglichst breites Echo zu bekommen damit wir in einer Art Workshop einen Plan hinbekommen für einen Allzweckraum zum Arbeiten.
    Das Ergebnis sollte eine Hilfe sein für Anfanger wie für Profis welchen Platz sie benötigen und auf welches Ziel sie hinarbeiten wollen.
    Auch FehlInvests können so vermieden werden.


    Besten Dank im Voraus.


    klaus

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.

  • Moin Klaus,


    ich schleudere in einem ca. 25qm großen Schleuderraum in den man mit einem Hubwagen oder Stapler einfahren kann. Darin steht neben zwei Schleudern á 12 Waben radial eine Entdeckelungsmaschine, ein Honigsumpf mit Pumpanschluß, zwei 1,5t Rührwerke, ein 1,5t Kühlrührwerk, ein 1t Abfüllbehälter beheizt mit Abfüllpumpe, ein Auftauschrank für 6 Hobböcke und natürlich ein Handentdeckelungsplatz über einem Doppelwannen-Fleischerausguß dessen Ablauf in Honigeimer führt.


    Durch diesen Raum gehen 600 Waben am Tag. Deshalb ist es enorm wichtig, daß jede (wirklich jede!) Bewegung die Zeit kostet vermieden wird. (5 verschenkte Sekunden pro Wabe bedeutet 3000 Sekunden = fast 'ne Stunde) Die Logistik muß stimmen, auch im Kleinen. Der Entdeckelungsplatz ist so nah bei den Schleudern, daß die entdeckelten Waben durch eine 180°-Drehung einsortiert werden können. Bei 90° kommt man am Handentdeckelungsplatz vorbei, falls die Maschine nicht alles erwischt hat oder etwas an der Wabe getan werden muß. Bei 270° stehen die leeren Zargen und die vollen. Es werden nur Zargen mit leeren Waben gehoben, volle bewegt der Stapler auf der Palette. Im Zeitablauf benötigt das Anschleudern etwa so lange wie die jeweils andere Schleuder beräumt wird. Während der Befüllung wird weiter- und ausgeschleudert. Dann ist die nächste Schleuder drann. (Die oft empfohlenen Riesenschleudern mit zig Waben sind völlig sinnlos, weil das Verhältnis Füll- zu Schleuderzeit nicht stimmt und ständig gezwungenermaßen irgendetwas Pause macht. Entweder die Schleuder läuft, dann kann ich nicht befüllen oder ich entnehme und befülle dann kann ich nicht schleudern) Der Honig wird über den Sumpf geklärt und weil ja nur 12 Waben gleichzeitig "honigen" kontinuierlich abgepumpt. (Noch so ein Nachteil der Riesenschleudern, wohin mit dem Honig aus 60 oder nochmehr Waben innerhalb von 3 Minuten?)


    Der Schleuderraum wird mittels Abwärme der Klimaanlage und des Kühllagers auf 35°C gehalten. Im Winter wird nur der Abfüllbehälter beheizt. (Eisblumenhonig muß man kühl schleudern! :lol:)


    Im Schleuderraum wird außerdem der Honig noch aufgetaut, gerührt und abgefüllt, in Hobbocks und Gläser. Und es wird mit reinem Wasser sauber gemacht und Kofferradio gehört. Sonst nichts. Es ist kein Universalraum, es ist ein Schleuderraum und da geht es um Lebensmittel. Deshalb sollte dieser Raum nie wie Imkerei aussehen, sondern wie Lebensmittelindustrie. (Häubchen trag ich allerdings nicht :lol: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Und wo hast du die zum Schleuderraum passenden Bienen und wie hast du die gefunden.
    Ich habe gehört das man schon bei der Selektion ist um Bienen zu finden die kurz vorm Schleudern die Wabendeckel entfernen und den Wachs in handliche Pakete bereithalten.
    Du solltest dir schnell überlegen wie du deine Entdeckelungsmaschinen noch an den Mann/Frau bringen kannst.
    Du siehst ich mach mir Sorgen!


    Margret

  • Moin bisy,


    ich kann Deinen Beitrag nicht verstehen. Ich find den weder witzig noch hilfreich oder ich versteh ihn einfach nicht. Klaus hat gefragt und wollte "Hilfe für Anfänger wie für Profis" und ich hab' den Schleuderraum beschrieben, den ich benutze, mit all seiner Ausstattung und die Arbeitsweise darin.


    Womit habe ich Dein Posting ausgelöst? Was findest Du komisch oder verkehrt? Und vor allem: Wie sieht das denn bei Dir aus?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, Henry,


    das klingt ja beeindruckend (ehrlich!). Sei mal ehrlich, hast Du Gabelstapler und Hubwagen zu Imkereizwecken angeschafft oder hattest Du die sowieso?


    Zitat

    Die oft empfohlenen Riesenschleudern mit zig Waben sind völlig sinnlos, weil das Verhältnis Füll- zu Schleuderzeit nicht stimmt und ständig gezwungenermaßen irgendetwas Pause macht. Entweder die Schleuder läuft, dann kann ich nicht befüllen oder ich entnehme und befülle dann kann ich nicht schleudern

    Hm. Hängt das nicht letztlich von der Gesschwindigkeit der Entdeckelungsmaschine ab und davon, wie weit der Weg von der Entdeckelungsmaschine bis zur Schleuder ist? Ich habe in einer Berufsimkerei einen Schleuderraum mit zwei 60-Waben-Radialschleudern gesehen, war allerdings nicht zur Schleuderzeit da. Wenn es stimmt, daß diese Schleudern

    Zitat

    völlig sinnlos

    sind, wäre dieser Raum der einzige, in dem in diesem Betrieb nicht hocheffizient gearbeitet wird.


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin Johannes,


    ich hab' keinen Hubwagen und auch keine Schleuder, keinen Honigsumpf und keinen Radlader und auch sonst nicht viel. :lol: (Und Paletten brauch' ich nur damit meine Bienen mir die Waben ausräubern :lol: )Aber da wo ich schleudere sieht es wie beschrieben aus und da wird genau so gearbeitet und da arbeite auch ich genauso, wenn ich meine Waben dort durchjage. Und ich kann nur sagen: es ist hart aber fair.


    Zur Organisation: Ein Hilfsarbeiter der nach Waben bezahlt wird, wird Dir was husten, wenn er rumstehen muß, weil gerade eine riesige Sternschleuder anläuft und er nichts machen kann außer zusehn. Und ein Chef wird ähnlich glücklich sein, wenn er die Hilfskraft so rumstehen sieht, besonders wenn er nach Zeit bezahlt oder eine von zwei sauteuren Schleudern darauf wartet, daß sie mal jemand entläd. Es ist wirklich rechnerisch nachvollziehbar, daß nur die kontinuierliche Arbeitsweise rationell ist. Schließlich kostet in dem Prozeß nur die Arbeitskraft Geld. (auch wenn sie nur zuguckt) Deshalb arbeiten inzwischen die großen Schleudern ja auch mit Wechselkörben, was nichts anderes ist, als eine Schleuder zu entladen und wieder zu befüllen während die andere läuft. Nur daß man hier eben die Körbe befüllt bzw. entläd. Nur sind diese Körbe schwer und die Technologie dieser Großschleudern daher aufwändig und teuer und der Platzbedarf riesig. Zwei Radialschleudern brauchen nicht mehr als die Grundfläche von 2,5m*0.4m (nicht je!) (Hoffentlich reden wir vom selben Prinzip, ich meine Schleudern deren Achsen waagerecht verlaufen und die einen Deckel haben, in den der Honig spritzt)


    Es ist immer die Frage, ob es gelingt (mit aller erdenklichen Technik) im Zeittakt einer kompletten Schleuderung die andere Schleuder zu entladen und wieder mit entdeckelten Waben zu füllen. Steht die Schleuder still, weil man einfach keine 60 Waben in den max. 15 Schleuderminuten entdeckeln kann, auch nicht mit Tricks, dann ist die Schleuder überdimensioniert und wahrscheinlich zu teuer. Wenn ich 3 Leute einsetzen muß die auf Halde entdeckeln, muß ich jede Wabe einmal mehr anfassen und kriege Tropfhonig ohne Ende. Wenn es logistisch möglich (wo einer steht kann kein zweiter stehen) und für den Betrieb sinnvoll ist mit 5 oder 6 Leuten auf zwei 60 Waben-Schleudern kontinuierlich zu arbeiten und man auch die anfallende Honigmenge in der Zeit durch die Siebe und in die Behälter kriegt dann ist das sicher auch rationell. Hier geht's dann aber gegen die Physik. Man braucht dann aber auch mehr als eine Entdeckelungsmaschine ...


    Hier in meinem Fall denke ich ist für eine arbeitende Person mit den zwei 12-Waben-Schleudern das Optimum gefunden. Härter kann man als Mensch nämlich nicht arbeiten. (also ich jedenfalls nicht :wink: ) Nichtmal als Imker.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    Ich verstehe Klaus Anfrage so, dass es ihm um die Einrichtung eines Schleuderraums geht der den Anforderungen einer kleinen Imkerei gerecht wird.
    Wenn du diesen Raum benutzen kannst, sei es dir gegönnt, aber für deine Imkerei hast du ihn nicht eingerichtet, oder ich habe deine Beiträge bisher missverstanden.
    Mein Schleuderraum, auf Vergrößerung gebaut ist 13m² klein, mit einer 20 Waben Sternschleuder einem kleinen Sumpf, einem 50kg und einem 200kg Rührgerät, einer Dana-Api-Abfüllpumpe, einer Anschlagmaschine, einem 80l Doppelwandkocher, einem Wärmeschrank, Edelstahl- spüle, -schränke,
    -regale und wird auch zur Wein-, Likör- und Konfitüren- Bereitung genutzt.
    Wachs kann ich u. a. in dem Kocher wärmen auch über 130°.
    Die Einrichtung stammt überwiegend aus dem Großküchen- Bereich und wurde günstig ersteigert.
    Also, alles in allem ein Multifunktionalraum, allerdings nicht mit dem Gabelstapler, jedoch mit einem Hubwagen befahrbar!
    Nebenan ein 1m³ Wärmeraum, ein 4m² Kühlraum und ein 15m² Lagerraum.


    Ich erwäge noch einen Tresorraum einzurichten, nach der ersten Million!


    Und schon hast du mir einen Beitrag rausgeleiert?
     
    Ich wünsche viele gesunde Bienen.


    Margret

  • Mein lieber Herr Kanalarbeiter. Ich glaube ich muss mir doch den einen
    oder anderen Schleuderraum auf meinen Deutschlandtripps ansehen.
    Sehen die in Deutschland alle so aus wie von Henry beschrieben ??
    Stimmt da noch Nutzen und Aufwand ? Warum die Hektik 600 Waben an einem Tag (Hilfsarbeiter hin oder her) Vielleicht würde der es auch lieber halblang angehen lassen. Wie viele Tage schleuderst Du. Wie viele Völker muss man für so eine Anlage haben ?
    Also wenn ich das mit meinen spanischen Imkern vergleiche :cry: 
    Aber die machen auch prima Qualitätshonig und u.U. kostengünstiger ?
    Ich persönlich schleudere den Honig meiner 3-4 Völker auf der Terasse
    (drinnen wäre es viel zu warm) mit einer handbetriebenen 2 - Waben -
    Schleuder, brauche dazu (mit meiner Frau - die gerne mitmacht) geschätzte 3-4 Stunden. Danach freuen wir uns über die "Ernte" und laufen nicht Gefahr eines Herzklapses Opfer zu werden. Letzteres als Trost für "kleine Imker-Anfänger". Auch so erhält man prima Honig.
    Ja, und Entdeckelungswachs bekomme ich auch noch. Heute habe ich bereits eine Spezialgabel. Früher habe ich ein grosses Messer genommen
    (von den Spaniern abgeguckt).


    In diesem Sinne . Pedro.

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Moin Bisy,

    Zitat

    Ich verstehe Klaus Anfrage so, dass es ihm um die Einrichtung eines Schleuderraums geht der den Anforderungen einer kleinen Imkerei gerecht wird.


    geschrieben hat er aber:

    Zitat

    Das Ergebnis sollte eine Hilfe sein für Anfanger wie für Profis welchen Platz sie benötigen und auf welches Ziel sie hinarbeiten wollen.
    Auch FehlInvests können so vermieden werden.


    Und ich kann ohnehin keinen anderen Schleuder(t)raum beschreiben, als den den ich halt benutze. :lol:


    Johannes, wie schleuderst Du eigentlich?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    ich gebe zu, Dich anfangs mißverstanden zu haben.
    Ich habe echt geglaubt, Daß Du so einen Schleuderraum selber ausgestattet hast.


    Jetzt Meine Frage:
    Gehört dieser Schleuderraum zu einer großen Imkerei in deiner Nähe,
    oder einem Bienenverein?
    Wieviel Miete kostet der pro Tag?


    Gruß, Erwin

  • Hallo, Henry,


    ich schleudere in unserer Küche mit einer von einer befreundeten Imkerin geliehenen 2-Waben-Tischschleuder (in die aber 4 Dadanthalbrahmen 'reinpassen). Mit dem "Fließband", das ich mir da auf der Arbeitsplatte aufbaue, gewinne ich sicher nicht den Preis für den rationellsten Schleuderraum Deutschlands. Bei unseren Honigmengen stellte das bisher aber kein Problem dar. Wenn das Geld reicht, möchte ich gern in eine größere Schleuder investieren. Jetzt im Moment reicht's nicht, aber jetzt ist ja auch nichts zu schleudern :D


    Viele Grüße, Johannes

  • Moin Erwin,

    Erwin schrieb:

    Gehört dieser Schleuderraum zu einer großen Imkerei in deiner Nähe,

    Ja

    Zitat


    oder einem Bienenverein?

    Nein

    Zitat


    Wieviel Miete kostet der pro Tag?

    Der Raum wird nicht vermietet, ich hab' das Glück ihn nutzen zu können. Das ist ein Privileg, das man für Geld nicht kaufen kann. :lol: Dafür muß ich mich in den Zeitplan einfügen, was aber ohne Weiteres geht und mir viel Zeit, Geld und Sauerei erspart. Nur fahren muß ich meinen Honig halt.


    Die Imkerei ist recht groß und 600 Waben sind doch nur so 60 Zargen (paar 9er, paar 10er und paar Segeberger 11er) oder eben 30-40 Völker nach dem Raps. Oder eben zwei Bienenwagen. Also etwa das was an einem Tag geerntet wird. Und die müssen so schnell wie möglich durch den Schleuderraum, weil ja nach dem Raps in allen Völkern der Honig ungefähr zur selben Zeit reif ist und raus muß. Abends kommen die vollen Palletten rein und stehen warm und die leeren für die nächste Entnahme stehen schon bereit. (wenn man schnell genug geschleudert hat und nichts passiert ist) Reichen die nicht, wird bis weit in die Nacht hinein weitergeschleudert, bis mindestens der Bedarf für den nächsten Tag frei ist.


    (Ich hab' irgendwo schon geschrieben, daß Berufs-Imkerei Arbeit ist, oder? :lol: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    weder noch. Ich persönlich imkere mit ca. 20 Völkern mit steigender Tendenz.
    Schleudern tu ich insgesamt 40 Völker. Was aber mit der Zeít so richtig in Arbeit ausartet.
    Bisher schleuderte ich mit einer 4 Waben-Handschleuer, nach so einen Schleuerwochenende war ich Montags völlig am Ende.
    Jetzt muß ich investieren (oder aufhören :wink:)
    Ich überlege mir halt wie ich den vorhandenen Platz am effektivsten einsetze und welche Gerätschaften ich wirklich brauche, daher mein Rundruf was eigentlich von all den wunderbaren Artikeln der Imkerei-Fachhändler wirklich bei welchen Betriebsgrößen in Gebrauch ist und wie ihr arbeitet.


    klaus

    Ich mag keine Signaturen mit ach so Schlauen Sprüchen.